Donnerstag, 30. Januar 2025

30.1.2025: Hildens Wochenmarkt – vom sanften Schlummern zum frischen Aufbruch?

Es gibt Dinge, die gehören einfach zur Stadt wie die Tauben zum Marktplatz: der Wochenmarkt, die freundlichen Händlerinnen und Händler, der Geruch von frischem Brot und eine Dame, die sich lautstark über die Tomatenpreise beschwert. Doch in Hilden schien die Marktatmosphäre zuletzt eher an einen verschlafenen Sonntagnachmittag zu erinnern – zumindest in Sachen Besucherandrang. Doch jetzt soll sich das ändern!

Das Citymanagement hat sich auf die Fahne geschrieben, dem Wochenmarkt wieder mehr Leben einzuhauchen. Und weil blind drauflos werkeln selten eine gute Strategie ist, wurden die Hildenerinnen und Hildener erstmal gefragt: Was wünscht ihr euch eigentlich?

Die Umfrage brachte wenig Überraschendes ans Licht. Frische und regionale Produkte sind der Hauptgrund, warum man sich die Mühe macht, das Haus zu verlassen und nicht einfach beim Discounter ein abgepacktes Gurkensortiment mitzunehmen. Qualität wird großgeschrieben – und zwar so sehr, dass die Kundschaft bereit ist, dafür auch ein paar Cent mehr hinzulegen.

Freundlichkeit? Check. Die Händlerinnen und Händler wurden für ihre herzliche Art hochgelobt – kein Wunder, schließlich gibt’s hier nicht nur Gemüse, sondern auch ein nettes Gespräch gratis dazu.

Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten – oder in diesem Fall: ein bisschen Langeweile im Sortiment. Die Auswahl könnte größer sein, sagen viele Befragte. Mehr Verkaufsstände, bitte! Mehr Honig, mehr internationale Feinkost, vielleicht mal etwas Exotisches – wir leben schließlich nicht mehr in Zeiten, in denen ein Apfel als Delikatesse galt.

Neben all den schönen Zukunftsplänen gibt es aber schon einen ersten Fortschritt: Die Internetseite des Wochenmarktes hat einen neuen Look verpasst bekommen! Früher wirkte sie so belebt wie eine Bananenkiste nach Marktschluss, aber jetzt ist sie informativ, übersichtlich und endlich aktuell. Öffnungszeiten, Händlerinnen und Händler, ihre Angebote – alles da!

Und weil ein bisschen digitale Power nie schaden kann, gibt’s im Frühjahr auch eine Social-Media-Kampagne. Vielleicht erleben wir dann ja bald TikTok-Trends rund um den perfekten Markteinkauf oder Live-Streams von der besten Kartoffelauswahl. Man darf gespannt sein!

Fazit: Der Hildener Wochenmarkt steht vor einer Frischzellenkur – und mit ein bisschen Glück wird er bald wieder das pulsierende Herzstück der Stadt. Jetzt fehlen nur noch die Kundinnen und Kunden, die das Ganze mit Leben füllen. Also, liebe Hildenerinnen und Hildener: auf zum Markt!

Sonntag, 26. Januar 2025

26.1.2025: Hilden und der Haushalt – Ein Drama in mehreren Akten

Hilden steht momentan vor einer finanziellen Herausforderung, die dramatischer ist als das Finale einer Soap-Opera. Der Stadtrat hat im Dezember den Haushaltsentwurf 2025 überraschend abgelehnt. Was das bedeutet? Nun ja, die Stadt befindet sich aktuell in einer Art finanzieller „Notlaufprogramm“-Situation – und das Ganze klingt komplizierter, als es ist. Der Stadtkämmerer Martin Wiedersprecher, mit einem Nachnamen, der wie gemacht für politische Diskussionen ist, versucht zu erklären, warum es bei 227 Millionen Euro Ausgaben und 204 Millionen Euro Einnahmen ein kleines Problem gibt. Kleines Problem? 21,3 Millionen Euro Finanzloch klingen eher nach einer sehr großen Baustelle – und die muss nun geflickt werden.

Ganz einfach: Mit steigenden Kosten überall. Inflation, höhere Sozialausgaben, teurere Kitas – Sie kennen das. Alles wird teurer, nur das Einkommen der Stadt nicht. Während 2023 das Minus mit 5 Millionen Euro noch „machbar“ war, klafft jetzt eine Lücke, die selbst ambitionierte Sparfüchse ratlos machen könnte. Wiedersprecher erklärte, dass die aktuelle Misere nicht einmalig sei – auch wenn sie diesmal ungeplant ist. Im letzten Jahr wurde der Haushalt ebenfalls verspätet beschlossen, aber da war das irgendwie eingeplant. Jetzt hingegen: Chaos. Der Stadtrat sagte überraschend „Nein“ zum Entwurf, und seitdem stehen alle mit fragenden Gesichtern da.

Stellen Sie sich vor, Sie wären bei einer Diät und dürften nur noch Brot, Wasser und vielleicht ein bisschen Butter haben – so geht es Hilden gerade. Die Stadt darf nur noch für das Nötigste Geld ausgeben: Kitas, Schulen, Feuerwehr, Müllabfuhr. Was aber nicht drin ist? Karneval und Schützenfeste. Kein Alaaf, kein Helau – für eine Stadt in NRW ein Albtraum!

Das denkt man sich leicht, aber laut Wiedersprecher wäre das wie ein Versuch, zehn Prozent weniger Feuerwehrleute, Erzieher und Bauhofmitarbeiter einzusetzen. Eine Stadt funktioniert nun mal nicht von allein – und die Verwaltungsarbeit „draußen“ kann man nicht einfach wegstreichen. Immerhin: 1,7 Millionen Euro werden schon durch Kürzungen aller Budgets eingespart. Aber mal ehrlich, selbst das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die düsteren Prognosen sagen: Bis 2028 wird Hilden mit steigenden Ausgaben zu kämpfen haben, während die Einnahmen nicht mithalten können. Besonders die Kreisumlage, die Hilden zahlen muss, wächst wie ein ungebremster Schneeball. Zehn Millionen Euro mehr in vier Jahren? Das ist in etwa so, als würde einem jemand die Kreditkarte aus der Hand reißen und permanent Luxusgüter auf Pump kaufen.

Der Stadtrat hat bis zum 26. Februar Zeit, sich zusammenzuraufen und einen mehrheitsfähigen Haushalt zu beschließen. Wenn das klappt, kann die Stadt wieder durchatmen – zumindest bis zur nächsten Krise. Wenn nicht? Dann könnte Hilden bald ein Haushaltssicherungskonzept brauchen, was in etwa so viel Spaß macht wie ein Zahnarztbesuch ohne Betäubung.

Man könnte sagen, Hilden lernt aktuell den Unterschied zwischen „Wollen“ und „Müssen“ auf die harte Tour. Ob es dem Stadtrat gelingt, die Lücke zu schließen und die Bürger zu beruhigen? Bleiben wir gespannt. Vielleicht schafft es Hilden ja, aus diesem Drama eine Erfolgsgeschichte zu machen – oder zumindest eine, die uns am Ende alle zum Lachen bringt.

Montag, 20. Januar 2025

20.1.2025: Hilden goes Hightech: Wenn Laserscanner die Shopper zählen

Hilden, die charmante Stadt mit der berühmten Mittelstraße, ist offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Und nein, wir reden nicht von futuristischen Einkaufswagen mit integriertem WLAN oder Drohnenlieferungen von Brezelhappen. Wir reden von Laserscannern! Ja, richtig gelesen. In Hilden wird jetzt die Frequenz der Innenstadtbesucher mithilfe von Hightech-Geräten erfasst. Willkommen in der Zukunft – oder zumindest in einer Folge von Black Mirror, in der die Handlung überraschend viel mit Fußgängerzonen zu tun hat.

Am Dienstag wurde also geschraubt, gebohrt und installiert. Wer die Baustelle in Höhe des Drogeriemarktes sah, dachte sich vielleicht: „Ah, bestimmt ein neues WLAN für die Innenstadt.“ Aber nein, Citymanagerin Tanja de Vries klärt auf: Ein Laserscanner ist der neue Star der Mittelstraße. Dieser zählt, wie viele Menschen täglich die Straße entlang schlendern, shoppen oder einfach nur ihr Coffee-to-go zur Schau tragen. Und das Beste daran? Das Ganze passiert anonymisiert. Also keine Sorge, der Scanner erkennt nicht, ob Sie gerade in Jogginghose oder im feinsten Business-Outfit unterwegs sind – er merkt sich nur Ihre Größe. Für Kinder und Erwachsene eine Statistik, für uns die perfekte Ausrede, das nächste Mal auf hohen Schuhen die Mittelstraße entlang zu flanieren.

Warum das Ganze? Die Besucherzahlen sind entscheidend für die Zukunft von Hildens Innenstadt. Schließlich möchte man wissen, ob die Fußgängerzone boomt oder eher vor sich hin plätschert wie ein ausgetrockneter Brunnen. Die Daten sind Gold wert für Einzelhändler, Gastronomen und Immobilienbesitzer, die sich fragen, ob ihr Standort im Herzen von Hilden ein Publikumsmagnet ist oder eher die Rolle der einsamen Insel spielt.

Doch damit nicht genug: Dank der kontinuierlichen Messung können nun sämtliche Fragen geklärt werden, die jemals ein Hildener gestellt hat – zumindest, wenn es um die Innenstadt geht. Wie belebt ist die Mittelstraße an einem Montagmorgen? Lockt ein Straßenfest mehr Menschen an als der Weihnachtsmarkt? Und, die vielleicht brennendste aller Fragen: Ist an einem regnerischen Mittwoch mehr los als an einem sonnigen Sonntag? Es ist ein wenig so, als hätte man ein digitales Orakel installiert, das nur für Passantenströme zuständig ist.

Man muss sich das einmal vorstellen: Während in anderen Städten über autonome Busse oder fliegende Taxen diskutiert wird, geht Hilden ganz bodenständig an die Sache ran. Hier wird erst mal geschaut, wer überhaupt noch durch die Fußgängerzone schlendert, bevor man über weitere Schritte nachdenkt. Eine pragmatische Herangehensweise, die typisch Hilden ist. Und mal ehrlich: Wer könnte sich besser um die Frequenzzählung kümmern als ein Laserscanner? Der hat keine Launen, keine Vorurteile und kennt keinen Feierabend.

Also, liebe Hildenerinnen und Hildener, wenn Sie das nächste Mal über die Mittelstraße spazieren und das Gefühl haben, beobachtet zu werden – keine Sorge! Es ist nur der Laserscanner, der höflich nickt und denkt: „Wieder ein Besucher mehr für meine Statistik.“ Hilden, du machst das schon. Hightech für die Fußgängerzone – da kann die Zukunft kommen!

Sonntag, 19. Januar 2025

19.1.2025: Hilden – das kleine Einzelhandelswunder mitten im Online-Zeitalter

Hilden, eine Stadt, die offenbar einen Pakt mit der Einzelhandelsgöttin geschlossen hat. Während in anderen Innenstädten die Schaufenster nur noch als Spiegel für die Seelen der Passanten dienen, herrscht in Hilden geschäftiges Treiben – und das nicht nur in den Fußgängerzonen, sondern auch hinter den Kulissen.

Man stelle sich das Szenario vor: Eine Kundin steht stutzig vor der Boutique „Shookoo“. Gestern noch auf Schnäppchenjagd, heute plötzlich ein leeres Ladenlokal. Sie reibt sich die Augen, vielleicht hat sie es sich nur eingebildet? Doch nein, „Shookoo“ hat tatsächlich dichtgemacht. Aber keine Sorge, in Hilden ist so ein Leerstand keine Tragödie, sondern ein Übergangsphänomen – der neue Mieter ist schon in den Startlöchern, wahrscheinlich gerade dabei, die passende Wandfarbe auszusuchen.

Die Stadt glänzt nicht nur mit einem bunten Branchenmix, sondern auch mit einer faszinierenden Immobilien-Telenovela. Ein Highlight: Das ehemalige Aldi-Gebäude am Kronengarten. Leer? Denkste! Christian Schwenger von der Wirtschaftsförderung winkt ab. „Da gibt es längst einen Nachmieter“, verkündet er geheimnisvoll. Es klingt fast wie eine Folge von „Wer wird der neue Nachbar?“. Statt Textilien oder Lebensmitteln gibt es hier bald Dekoration und Einrichtung. Wann? Tja, das bleibt Hildens bestgehütetes Geheimnis.

Nicht nur im Einzelhandel wird gewerkelt. An der Mittelstraße 81 hat ein Neubau die Bühne betreten. Mit seniorengerechten Wohnungen, Klimageräten und einem Heizsystem, das sogar die Luft umarmt. Einziges Manko: keine Parkplätze. Aber hey, wer braucht schon Parkplätze, wenn die Fußgängerzone sowieso alles bietet, was das Herz begehrt? Hier wird selbst das Parkproblem charmant zur Nebensache erklärt.

Ein weiterer Beweis für Hildens Charme: die Kölner Bäckerei-Kette Merzenich zieht ein. Mit einem Mietvertrag über zehn Jahre will man hier den Brotliebhabern langfristig den Alltag versüßen. Und natürlich wird auch über Außengastronomie nachgedacht. Wer braucht schon Netflix, wenn man die Leute auf der Mittelstraße beobachten kann?
Konkurrenz? Na und!

Natürlich kämpft auch Hilden gegen den Online-Handel. Aber die Stadt macht das mit Stil. Ein Workshop mit dem Thema „Wie werde ich digital sichtbar?“ steht an. Es klingt fast so, als würde Hilden seine Einzelhändler zu Influencern machen. Google Business Accounts, Websites und sicher bald auch TikTok-Challenges mit lokalen Produkten. Die Zukunft hat Hilden fest im Griff.
Fazit

Hilden zeigt, wie eine Innenstadt auch im Jahr 2025 einladend, lebendig und zukunftsfähig bleibt. Leerstände werden hier nicht als Problem, sondern als Chance gesehen. Die Stadt beweist, dass eine durchdachte Wirtschaftsförderung, gepaart mit einem charmanten Branchenmix und der richtigen Prise Kreativität, den Unterschied macht. Während andere Städte noch den Leerstand zählen, rollt Hilden den roten Teppich für neue Geschäfte aus – und das mit einem Augenzwinkern.

Samstag, 18. Januar 2025

18.1.2025: Hilden auf der Suche nach der Geschwindigkeit: Tempo 30 oder doch lieber Gas geben?

Ach Hilden, du wunderschöne Stadt der entschleunigten Entscheidungen! Es ist wieder einmal so weit: Das Mobilitätskonzept, dieses epische Werk der politischen Kreativität, steht erneut zur Debatte. Nachdem der Stadtrat im Dezember beschlossen hat, nichts zu beschließen, darf nun der Stadtentwicklungsausschuss am 23. Januar wieder ran. Eine Geschichte voller Wendungen, könnte man sagen – oder eine Sitcom in Dauerschleife.

Tempo 30, dieses sagenumwobene Ziel aller Verkehrsberuhigungsträume, hat sich in Hilden als heiß diskutierter Dauerbrenner entpuppt. Aber wie jeder gute Plot-Twist kam es auch hier zu einem Cliffhanger: Zwei Ergänzungsanträge, die buchstäblich in letzter Sekunde hereinflatterten, sorgten im Dezember für große Augen und den kollektiven Ruf: "Wir brauchen mehr Zeit!" Verständlich, denn wer hat schon Lust, sich über die genaue Geschwindigkeit auf der Hochdahler Straße Gedanken zu machen, wenn gerade noch die Weihnachtsdeko hängt?

Besonders spannend: Die Bürgeraktion hat vorgeschlagen, dass Tempo 30 nur auf innerörtliche Straßen angewendet werden soll, während die Hochdahler, Gerresheimer, Eller- und Baustraße als kleine Tempofestungen bei 50 km/h bleiben sollen. Warum genau diese Straßen? Vielleicht, weil die Anwohner dort heimlich Rennfahrerträume pflegen. Oder weil 50 das neue 30 ist? Wer weiß das schon.

Die CDU hingegen will weniger Ampeln. Ein mutiger Vorschlag! Denn Ampeln sind nicht nur praktisch, sondern auch Treffpunkte für verträumte Autofahrer, die während der Rotphase endlich mal ihre WhatsApp-Nachrichten checken können. Ohne Ampeln? Wer weiß, was da auf den Straßen passieren könnte. Aber hey, alles für den Verkehrsfluss!

Natürlich gab es im vergangenen Jahr bereits einige Highlights. So wurde Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen vorgeschlagen, aber dann – zack! – im September mit einer denkbar knappen Abstimmung von 26 zu 25 Stimmen abgelehnt. Ein echter Krimi. Wer hätte gedacht, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen solche politischen Dramen auslösen können? Man könnte meinen, wir reden hier über die Frage, ob wir ein Einhorn als Bürgermeister einsetzen.

Aber keine Sorge, liebe Hildener, die Saga ist noch nicht vorbei. Jetzt liegt es wieder beim Stadtentwicklungsausschuss, das Schicksal von Tempo 30 zu entscheiden. Wird es ein Happy End geben? Oder bleibt Hilden weiterhin die Stadt der unbegrenzten Geschwindigkeitsträume? Eines ist sicher: Die Spannung steigt.

Also, anschnallen und abwarten – denn in Hilden ist das Verkehrschaos vielleicht das einzig wirklich Beständige.

Freitag, 17. Januar 2025

17.1.2025: Hilden schwitzt – und feiert!

Wer hätte gedacht, dass aus einem alten Sportplatz mit staubiger Aschebahn und einer Hochsprunganlage, die mehr an Abenteuer als an Sport erinnerte, eines Tages ein Fitness- und Gesundheitszentrum wird, das sogar schuldenfrei sein würde? Genau das feiert Hildens größter Sportverein, die Hildener AT, jetzt mit einem langen Festwochenende – und zeigt, dass man beim Schwitzen durchaus auch lachen kann.

Die Geschichte beginnt in einer Zeit, als Schüler in kurzen schwarzen Hosen und weißen Rippenturnhemden durch den Sand sprinteten, während das Schulsportmotto „Dabei sein ist alles“ noch wörtlich genommen wurde. Ehrenurkunden waren das Größte, und wer sich beim Kugelstoßen nicht den Fuß verstauchte, war schon ein Held. Doch dann kam der große Wandel: Anfang der 2000er wurde der Sportplatz an der Hummelsterstraße in Bauland umgewandelt, und die HAT entschied sich, mit einem neuen Fitness- und Gesundheitszentrum durchzustarten. Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen seit der Erfindung des Spinningrades.

Natürlich lief nicht alles glatt. Während der Bauphase drohte ein Maschinenschaden auf hoher See das Projekt zu kippen. Die Fitnessgeräte aus Amerika steckten auf einem Schiff fest – ein Moment, der Dieter Buß und Wolfgang Tanzmann, die Architekten dieses Meilensteins, ins Schwitzen brachte. (Diesmal allerdings nur symbolisch – zumindest bis zum ersten Testlauf auf dem Laufband.)

Am 14. Januar 2005 öffnete das HAT fit schließlich seine Türen, und die Hildener rannten förmlich in Scharen herbei. Von den anfänglichen 1400 Mitgliedern sind heute über 3500 Sportbegeisterte übrig geblieben – eine Steigerung, auf die Sven Reuter, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands, mit stolz geschwellter Brust verweist. Die Mitgliederzahlen sind in den letzten 20 Jahren schneller gewachsen als der Muskelkater nach einem intensiven Bodypump-Kurs.

Und jetzt, 2025, gibt es nicht nur mehr Mitglieder, sondern auch eine frohe Botschaft: Die letzte Darlehensrate ist bezahlt, und das Gebäude gehört vollständig dem Verein. Ein sportlicher Sieg, der sich nicht in Medaillen messen lässt. Stattdessen wird gefeiert – mit Yoga, Fitnesskursen und einem Familientag, der alles bietet, was das Herz (und die Waden) begehrt. Selbst Kinderschminken steht auf dem Programm. Wer sagt, dass Sportvereine nicht vielseitig sind?

Wo früher einmal Aschebahnen lagen, steht heute ein Seniorenzentrum, und an der neu angelegten Straße „Am Alten Sportplatz“ sind Wohnungen entstanden. Doch die HAT hat ihre Wurzeln nicht vergessen. Mit modernen Hallen und einem Fitnesszentrum, das keine Wünsche offenlässt, ist er für die Zukunft bestens gerüstet. Und wer weiß – vielleicht erinnert man sich in weiteren 20 Jahren an diesen Meilenstein genauso gern wie an die ersten Bundesjugendspiele auf dem alten Gelände.

Also, Hilden: Hoch die Hanteln und lasst die Party beginnen!

Donnerstag, 16. Januar 2025

16.1.2025: Gelber Tonnen Tango in Hilden: Müll, Ärger und Schweigen

Hilden, Mettmann, Erkrath – was klingt wie eine Aufzählung aus dem Reiseführer, ist in Wahrheit ein Streckenverlauf einer epischen Saga, die sich derzeit in den Straßen dieser Städte abspielt: Der große Gelbe-Tonnen-Aufstand. Statt guter Vorsätze und Feuerwerk brachte der Wechsel ins neue Jahr für viele Anwohnerinnen und Anwohner nur eins: Müllberge. Dank des „reibungslosen“ Übergangs des Mülldienstleisters RMG, der offenbar so geschmeidig lief wie ein Dreirad auf Schotter, bleibt die Gelbe Tonne vielerorts ungeleert – und die Stimmung entsprechend gereizt.

Ob am Klein Goldberg in Mettmann oder am Bürenbach in Hilden: Die Gelbe Tonne scheint sich in diesen Tagen nicht nur gegen die Müllentsorgung, sondern gegen die Menschheit an sich verschworen zu haben. Zu den Feiertagen und nach der alljährlichen Geschenkpapier-Orgie türmen sich in vielen Haushalten Recyclingmüll und Verzweiflung gleichermaßen.

Die RMG, ein mittelständisches Unternehmen aus dem beschaulichen Eltville, gibt sich in dieser angespannten Situation betont still. Anruf bei der Hotline? Niemand geht ran. E-Mail schreiben? Die Antwort bleibt aus – vermutlich gefangen in einem Spam-Ordner, der besser organisiert ist als die aktuelle Müllabfuhr. Man könnte fast meinen, Schweigen sei Teil des Unternehmensleitbildes.

Anwohnerinnen und Anwohner berichten von nicht abgeholten Tonnen, von Straßen, die im Müll zu versinken drohen, und von Abholzeiten, die so mystisch sind wie der Heilige Gral. „Unsere Gelbe Tonne wurde weder zu den alten noch zu den neuen Abholzeiten geleert. Sie blieb einfach stehen, genauso wie die unserer Nachbarn“, empört sich eine Bürgerin aus Mettmann. Wütende Mails und Anrufe verpuffen im Nirgendwo, und während sich der Müll stapelt, wächst auch die Frustration.

Die Stadt, so wird es gerne betont, trägt keine Schuld an diesem Chaos. Der Kreis hatte im Jahr 2022 die Ausschreibung für die Müllentsorgung der Gelben Tonnen durchgeführt, und die RMG erhielt den Zuschlag – sie hatten schließlich das günstigste Angebot eingereicht. Dass „günstig“ manchmal teuer werden kann, ist nun eine bittere Erkenntnis für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Selbst der Versuch, den Müll auf eigene Faust zum städtischen Baubetriebshof zu bringen, endet oft mit einer Abfuhr – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. „Dafür sind wir nicht zuständig“, heißt es dort trocken, was den Puls der Müllgeplagten sicherlich nicht beruhigt.

Während die Website des Dienstleisters angeblich Informationen zu den Abholzeiten bereithält, berichten Nutzer von einer Benutzerfreundlichkeit, die irgendwo zwischen Labyrinth und Escape Room angesiedelt ist. In den sozialen Medien wird der Frust über die Situation weitergetragen, während sich die RMG bis Dienstag mit einer offiziellen Stellungnahme Zeit lassen will. Ob sich bis dahin die Lage verbessert oder die Anwohner mit ihren Gelben Tonnen ein spontanes Straßenfestival veranstalten, bleibt abzuwarten.

Eines ist jedoch sicher: Dieser Jahreswechsel wird den Menschen im Kreis Mettmann nicht nur als „das Jahr mit dem Müll“ in Erinnerung bleiben, sondern auch als Mahnung, dass das günstigste Angebot manchmal ziemlich teuer zu stehen kommt.