Donnerstag, 30. Oktober 2025

30.10-.2025: Fünf Millionen für Hilden – oder: Wenn der Geldregen vom Land kommt und keiner einen Schirm braucht

Hilden, das stille Schmuckstück im Kreis Mettmann, darf sich freuen – und zwar nicht nur über das nächste Stadtfest oder einen neuen Zebrastreifen auf der Beethovenstraße. Nein, dieses Mal regnet es Geld. Satte 4.997.358,43 Euro spült das Land Nordrhein-Westfalen in die städtischen Kassen. Diese exakte Zahl wirkt ein bisschen so, als hätte man sie im Lotto gewonnen – allerdings mit der Zusatzchance „Gemeindefinanzierungsgesetz 2026“.

Claudia Schlottmann, CDU-Landtagsabgeordnete und offenbar auch stolze Botschafterin Hildens in Düsseldorf, verkündete die frohe Botschaft, als sei sie der Weihnachtsengel auf Sommerzeit: „Das sind tolle Nachrichten für unsere Stadt!“ Was man ihr auch sofort glaubt – denn wann bekommt man schon mal fünf Millionen Euro einfach so, ohne den Haushalt vorher mit zehn Sperrvermerken und drei Haushaltslöchern garnieren zu müssen?

Doch damit nicht genug: Zusätzlich winken aus dem brandneuen Infrastrukturprogramm des Landes rund 20 Millionen Euro für Hilden. Zwanzig. Millionen. Euro. In Worten: Viele Nullen und keine Schulden – zumindest theoretisch. Wenn man diese Zahl auf die Einwohnerzahl Hildens herunterbricht, könnte sich jeder Bürger locker ein Eis gönnen. Oder ein kleines Straßenbauprojekt. Oder wenigstens ein neues Ortsschild mit LED-Beleuchtung.

Jetzt darf natürlich spekuliert werden: Wohin fließt das Geld? Werden marode Schulen endlich in Wellness-Oasen für Mathematik und Biologie verwandelt? Gibt es bald Kitas mit Cappuccino-Flatrate für wartende Eltern? Wird der Verkehr so sicher, dass selbst der Zebrastreifen in Ohnmacht fällt? Oder landet alles doch wieder im großen Topf der Haushaltsplanung, wo gute Vorsätze neben alten Akten verstauben?

Egal wie: Es bleibt das warme Gefühl, dass das Land Hilden nicht vergessen hat. Ein bisschen wie der Verwandte, der sonst nie anruft, aber plötzlich mit einem großzügigen Scheinchen zum Geburtstag erscheint. Man fragt nicht, warum – man freut sich einfach. Und hofft insgeheim, dass er nächstes Jahr wiederkommt. Mit mindestens genauso vielen Nullen.

Mittwoch, 29. Oktober 2025

29.10.2025: Kita-Kampf im Rheinland: Auf die Plätze, fertig, Little Bird!

Hilden – wo die Rheinische Gemütlichkeit auf preußische Bürokratie trifft – steht mal wieder Kopf. Nein, nicht wegen Karneval oder weil jemand versehentlich den Kreisverkehr falsch herum gefahren ist. Es ist viel ernster: Die Anmeldephase für das Kitajahr 2026/2027 hat begonnen. Und das bedeutet für viele Eltern: Laptop auf, Nerven anspannen, Kaffee intravenös – der Platz für den Nachwuchs muss gesichert werden.

Natürlich geschieht das Ganze nicht per Rauchzeichen oder Einwurf in den städtischen Wunschbriefkasten, sondern – wie könnte es anders sein – über das charmant betitelte Online-Portal „Little Bird“. Der Name klingt nach einem Kinderlied, aber das System hat mehr mit einem strategischen Brettspiel zu tun als mit Nestwärme. Bis zu drei Kitas darf man ins Rennen schicken, zwei davon mit „Priorität 1“ und „Priorität 2“ markieren – was ein bisschen klingt wie beim Eurovision Song Contest, nur ohne Glitzer und Punkte aus Malta.

Aber Achtung: Wer die Prioritäten vergisst, fliegt in den ersten beiden Vergaberunden aus dem Spiel wie ein Schnuller aus dem Kinderwagen auf Kopfsteinpflaster. Kontaktaufnahme mit der Wunschkita im Vorfeld? „Wäre schön“, sagt die Stadt. Realistischer ist: ein Termin Mitte Mai, mit Glück.

Und wer dann tatsächlich eine Zusage bekommt – Jubel! – hat exakt 14 Tage Zeit, diese auch anzunehmen. Danach wird’s wilder Westen: Ab dem 13. Februar 2026 werden die restlichen Plätze vergeben, vermutlich nach dem Motto „Wer zuerst klickt, kriegt den letzten Platz neben der Heizungsanlage.“

Für Eltern, die leer ausgehen, heißt es: *Nicht verzweifeln*, sondern sich beim Amt für Schule, Kinderbetreuung und Jugendförderung melden. Und dabei möglichst gelassen bleiben – was ungefähr so einfach ist wie einem Zweijährigen zu erklären, warum man nicht auf dem Spielplatz übernachten kann.

Alternativ gibt’s auch noch die Kindertagespflege. Die wird ebenfalls über „Little Bird“ verwaltet – diesmal mit Postleitzahl 40721 und ein bisschen mehr Papierkram. Aber immerhin: Der Einstieg ist hier flexibel, also perfekt für alle, die ihre Karriere, ihr Kind und ihren Kalender jonglieren wie ein Zirkusartist auf Espresso.

Fazit: In Hilden beginnt der Kampf um die Kita-Plätze so früh wie das Weihnachtsgebäck im Supermarktregal – und ist ähnlich nervenaufreibend. Wer also denkt, Windeln wechseln sei schon der Endgegner der Elternschaft – willkommen in Level 2: dem Online-Kita-Karussell. Viel Erfolg beim Klicken, Priorisieren und Hoffen – und nicht vergessen: Auch ein kleiner Vogel kann ziemlich viel Stress machen.

Dienstag, 28. Oktober 2025

28.10.2025: Hilden sagt Tschüss zum Elterntaxi – und hallo zu kleinen Verkehrsexperten mit Matschhose

Es ist Herbst in Hilden. Die Blätter rascheln, die Pfützen glitzern und irgendwo in der Ferne schreit ein Vater durchs halb geöffnete Autofenster: „Lena! Du hast deinen Turnbeutel vergessen! Und den linken Schuh!“ Willkommen im ganz normalen morgendlichen Elterntaxi-Chaos vor den Grundschulen dieser beschaulichen Stadt. Doch Hilden sagt nun: Bye bye, Blechlawine!

Bereits zum dritten Mal ruft Bürgermeister Claus Pommer zur Aktion „Bye Bye Elterntaxi“ auf – ein freundlicher, aber bestimmter Hinweis an alle übermotivierten Chauffeur-Eltern: Die Straße ist kein Drive-In-Schulhof. Zwischen hupenden SUVs, hektischen Parkmanövern und einer Wolke aus Thermokaffeebecherdampf sollen Kinder nämlich eins lernen: den Schulweg selbst meistern – ohne Sicherheitseskorte im Rückspiegel.

900 Kinder der dritten und vierten Klassen steigen ab dem 3. November wieder um: auf Füße, Fahrräder oder, für die Coolen unter ihnen, den Roller. Die Lehrkräfte zählen täglich – anonym natürlich – wer sich aus eigener Muskelkraft durch das Hildener Herbstwetter gekämpft hat. Ein bisschen wie Wahlbeobachter, nur mit mehr Reflektorwesten.

Die Belohnung? Nein, kein warmer Kakao vom Bürgermeister (wäre aber eine Idee für nächstes Jahr, Herr Pommer!). Sondern echte Preise – gesponsert vom Hildener Familienunternehmen Windmann Catering. Ja genau, die mit dem guten Schulessen. Geschäfts­führer Carsten Windmann sagt sinngemäß: Wer morgens eigenständig den Schulweg meistert, hat sich das Pausenbrot wirklich verdient.

Der Hintergrund ist dabei alles andere als lustig: Immer mehr Elterntaxis sorgen für Staus, Stress und eine gefährliche Verkehrslage direkt vor den Schulen. Ironischerweise fahren viele Eltern ihre Kinder zur Schule, damit sie sicher ankommen – und schaffen damit genau das Gegenteil. Der tägliche Showdown um die besten Halteplätze führt nicht selten zu Szenen, die man sonst nur aus Actionfilmen kennt. Nur mit weniger Helikopter, dafür mehr „Helikoptereltern“.

Die Aktion „Bye Bye Elterntaxi“ will also nicht nur für bessere Luft und entspanntere Lehrerpausen sorgen, sondern vor allem die Selbstständigkeit der Kinder fördern. Denn wer es morgens allein durch Nieselregen und Laternenlicht schafft, der meistert später auch mühelos das echte Leben – inklusive Steuererklärung und IKEA-Aufbauanleitung.

Und mal ehrlich: Gibt es etwas Schöneres, als mit Freunden zur Schule zu laufen, dabei Kastanien zu sammeln und über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen? Wie zum Beispiel: Wer hat den neuesten Beyblade, warum stinkt der Turnbeutel von Jonas so und wieso ist Frau Müller eigentlich immer auf dem Fahrrad schneller als alle?

Also, liebe Eltern: Parkt eure Sorgen ein, klemmt die Thermoskannen unter den Arm und lasst die Kinder laufen. Sie schaffen das. Auch mit nur einem Schuh.

Samstag, 25. Oktober 2025

25.10.2025: Der Krieg der Klamotten-Container – Ein Drama in einem Guss (und mit Löchern)

Ach, Hilden! Die Stadt, die beweist, dass selbst der unscheinbarste Altkleidercontainer das Zeug zum juristischen Schwergewicht hat. Was sich in den letzten Jahren auf den Straßen und vor Gericht abgespielt hat, ist kein Abfallwirtschaftskonzept, sondern eher eine rheinsche Tragikomödie vom Feinsten. Und das Beste: Es geht in die nächste Runde!

Man schrieb das Jahr 2022. Die Stadt Hilden hatte eine geniale Idee, um die Bürgersteige von der drohenden „Übermöblierung“ durch Container zu retten. Ihr kühner Plan: Alles muss weg! 80 Container karikativer Organisationen? Weg. Kommerzielle Sammler? Doppelt weg. Das Motto war: Nur noch der Bauhof darf! Endlich Ruhe auf den Straßen. Die Bürger mussten zwar nun extra zum Wertstoffhof pilgern, um ihren abgetragenen Jeans und dem T-Shirt mit dem Loch unter dem Arm die letzte Ehre zu erweisen, aber dafür war die Stadt picobello aufgeräumt. Eine wahre Oase der Alttextilien-Monokultur.

Diese vermeintliche Ruhe währte natürlich nicht. Ein pfiffiges, kommerzielles Unternehmen (nennen wir es der Einfachheit halber "Kapital-Klamotte GmbH") hatte schon 2019 die Nase voll. Sie wollten auch Alttextilien sammeln, aber die Stadt sagte: „Nö, das ist nur für die Guten (DRK, Johanniter, Malteser)!“ Das Gericht sah das anders und stellte fest: Die Erlaubnis darf sich nicht nach der Gemeinnützigkeit richten. Pfui, wie kommerziell! In Hilden war man entsetzt. Um die nun drohende Flut an gierigen Containern zu verhindern, entschied man sich für den ultimativen Schachzug: Ausschluss für alle! Wenn wir nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden dürfen, dann sind eben alle böse – zumindest, was den öffentlichen Raum angeht. Eine sehr rheinische Lösung. Nach der ersten Gerichtsniederlage kam dann der „Betriebshof-Schachzug“: Nur da darf man noch abgeben! Zusätzlich durften drei karitative Vereine auf städtischen, aber nicht-öffentlichen Grundstücken ihre Container aufstellen. Man umsegelte das Urteil elegant wie ein Segelschiff auf dem Unterbacher See.

Doch halt! "Kapital-Klamotte GmbH" hatte das Fernglas dabei und sah den Trick. Wieder Klage. Und – Überraschung! – das Verwaltungsgericht Düsseldorf kippte auch diesen "Schachzug". Der zentrale Betriebshof als Monopol für Mief und Mode war passé. Die Kernaussage des Gerichts: Ja, wir sehen, dass ihr die „Übermöblierung“ verhindern wollt. Ist ja nett. Aber sorry, eure Lösung ist trotzdem rechtlich so löchrig wie das älteste Unterhemd im Container.

Nun steht Hilden vor dem modischen Ruin. Dezernent Peter Stuhlträger muss mit seiner Verwaltung ein neues, kniffliges Konzept entwerfen. Es müssen Obergrenzen pro Standplatz fixiert werden, Gemeinnützige dürfen nicht bevorzugt werden, und kurzum: Es wird kompliziert. Was das für die Bürger heißt? Es könnte sein, dass wir uns wieder an das vertraute Bild gewöhnen müssen: Den Container-Dreiklang aus Glas, Papier und dem einsamen, überquellenden Altkleider-Behälter, dessen Inhalt nach dem letzten Regen müffelt und dessen Umgebung aussieht, als hätte ein Kleidergeschäft in Zeitlupe explodiert. Die karitativen Vereine, die ihre wichtige Einnahmequelle zurückbekommen, müssen sich die Standorte nun mit der "Kapital-Klamotte GmbH" teilen. Mögen die besten Sammler gewinnen! Wir sind gespannt, was die nächste Ausschusssitzung in Hilden bringt. Vielleicht eine Klage, weil ein T-Shirt mit einem unzulässigen politischen Slogan gefunden wurde? Oder ein Verfahren, weil der Container einen Zentimeter zu weit in den Verkehrsraum ragt? Bleiben Sie dran! Denn in Hilden zeigt sich: Nichts ist so stabil wie ein alter Anzug – außer vielleicht die rheinische Freude an einem guten Gerichtsurteil.

Freitag, 24. Oktober 2025

24.10.2025: Langos, Lachen, Leandro – Hilden dreht wieder am Itter-Rad

Wenn sich in Hilden im Oktober plötzlich der Duft von Reibekuchen mit dem Sound von „Stay2“ mischt und ein Blue Power Polyp unermüdlich seine Runden dreht, dann weiß der gemeine Rheinländer: Et is widder Itterfest! Vier Tage lang Ausnahmezustand mitten in der Innenstadt – und das nicht etwa wegen Bauarbeiten oder entlaufener Enten (was ja beides auch schon mal vorkam), sondern weil ein ganzes Fest auf die Straße geht und dabei mit der längsten Festmeile seit Erfindung der Bratwurst protzt.

Von Freitag bis Montag wird die Mittelstraße zur Mutter aller Wurstparaden: Käsehappen, Crêpes, Maiskolben, gebratene Champignons und, ganz neu im Fest-Sortiment: ungarischer Langos. Man munkelt, dass sich schon jetzt einige Imbissbuden-Betreiber heimlich auf Ungarisch weiterbilden, nur um in Zukunft korrekte Teigfladen-Gespräche führen zu können. Kulinarisch jedenfalls ist das Itterfest so breit aufgestellt wie ein ambitionierter All-you-can-eat-Besucher nach dem dritten Teller.

Aber natürlich geht es nicht nur ums Essen – nein, auch die gute alte Vereinsmeierei wird großgeschrieben. Die Hildener Narren sind wieder am Start, angeführt von den „Musketieren“ (obwohl die ja rein rechnerisch nur zu dritt sein dürften – aber in Hilden gelten andere Regeln). Dazu gesellen sich „Die Alten Säcke“ – was vermutlich ein Verein ist und keine humorvolle Umschreibung des Organisationsteams – und die „Jecken Fründe“, die vermutlich schon allein wegen des Namens automatisch Bier ausschenken dürfen. Schade nur, dass sich nicht mehr Vereine beteiligen. Offenbar haben viele zu wenig Leute – oder trauen sich einfach nicht, gegen die Übermacht der Alten Säcke anzutreten.

Musikalisch wird das Ganze zum Festival der Gegensätze: Freitagabend gibt’s DJ Frank (natürlich mit „k“, wie es sich für das Rheinland gehört), Samstag kommen Tanzgruppen, der Circus Traber und Dirk Leandro. Letzterer singt vermutlich Lieder, die mindestens drei Emotionen gleichzeitig auslösen: Fernweh, Schnapsdurst und den spontanen Impuls, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Danach wird’s dann richtig wild mit „Stay2“, einer Band, die laut Veranstaltungsflyer „Rock- und Party“-Stimmung bringt – was im Klartext bedeutet: Niemand unter 60 kann danach noch ruhig schlafen.

Auch die Jüngsten gehen nicht leer aus. Für sie gibt’s nicht nur gleich drei Kinderkarussells (eins für jedes Elternteil und den Großonkel), sondern auch eine neue Kindereisenbahn. Die tuckert ganz gemütlich durchs Fest – das perfekte Tempo für alle, die nach dem dritten Crêpe eh nicht mehr schneller können. Für die Adrenalinjunkies gibt’s den „Blue Power Polyp“, ein Fahrgeschäft, das allein schon beim Zusehen die Mageninhalte neu sortiert.

Apropos sortieren: Der Fabry-Trödelmarkt bietet am Samstag und Sonntag die perfekte Gelegenheit, längst vergessene Dachboden-Schätze gegen Langos-Geld einzutauschen. Besonders gefragt sind dabei vermutlich Dinge wie: Telefonapparate mit Wählscheibe, Räuchermännchen mit leichtem Nikotinfilm und Porzellanfiguren, die auch in Horrorfilmen Karriere machen könnten.

Und wer nach all dem Bummeln, Schunkeln und Drehen noch nicht genug hat, der darf am Sonntag auch noch shoppen. Verkaufsoffener Sonntag in der Hildener Innenstadt – für viele der letzte Akt der Herbstferien, für andere einfach die Chance, sich neue Schuhe zu kaufen, weil die alten im Blue Power Polyp das Zeitliche gesegnet haben.

Bleibt nur noch die Frage: Warum heißt das Ganze eigentlich Itterfest? Vielleicht, weil nach vier Tagen Party auch der Letzte merkt, wie schön so ein Fluss ist, der still und leise an der Stadt vorbeizieht – ganz ohne Schießbude und Maiskolben.

Mittwoch, 22. Oktober 2025

22.10.2025: Grenz-Wahnsinn mit Wellness-Faktor: Wenn Hilden für Düsseldorfer Entspannung schuften muss

Es gibt Orte, da fragt man sich: „Wer hat hier eigentlich mit dem Lineal die Stadtgrenzen gezogen – ein betrunkener Maulwurf?“ Genau so fühlt es sich an, wenn man sich das Vabali-Spa am Elbsee anschaut. Das Wellness-Paradies liegt offiziell in Düsseldorf, parkt aber quasi mit einem Fuß in Hilden. Und wer darf jetzt den ganzen verkehrstechnischen Salat auslöffeln, weil die Gäste keine Lust haben, mit dem Fahrrad im Bademantel anzureisen? Richtig: Hilden. Düsseldorf hingegen lehnt sich entspannt zurück, legt die Füße hoch – vermutlich in der hauseigenen Salzgrotte – und lässt die Itterstadt mal machen.

Denn obwohl das Spa seine Duftkerzen auf Düsseldorfer Boden abbrennt, stehen die begehrten Wanderparkplätze auf Hildener Gebiet. Das führt zu einem absurden Verwaltungs-Pingpong, bei dem sich Hilden plötzlich um Ampeln, Zufahrten und Parkplatz-Chaos kümmern soll – obwohl die Einnahmen aus dem Spa in Düsseldorfs Haushaltsbad wandern. Man stelle sich das mal im Privaten vor: Der Nachbar schmeißt jeden Freitag eine fette Poolparty, und man selbst muss dafür das Ordnungsamt rufen, die Gäste einweisen und hinterher noch den Müll einsammeln.

Die Stadt Hilden bleibt dabei allerdings ganz zen. Sie will keine Baukosten übernehmen, lässt aber durchblicken: Für die Ampelanlage zur Rettung der Verkehrsseele würde man schon etwas springen lassen – wenn auch mit spürbarer Zurückhaltung. Immerhin beteiligt sich das Vabali Spa an den Kosten – mit einem Maximalbetrag von 150.000 Euro. Klingt erst mal großzügig, aber sobald die Rechnung höher ausfällt (und sind wir ehrlich, sie wird höher ausfallen), zahlt natürlich wieder Hilden. Düsseldorf? Reagiert auf Nachfragen mit dem Verwaltungsäquivalent eines Achselzuckens.

In der Zwischenzeit beschweren sich die Anwohner rund um den Schalbruch über zugeparkte Einfahrten, gestresste Saunagänger auf Parkplatzpirsch und eine Kreuzung, bei der man selbst mit 10 Jahren Yoga-Erfahrung den inneren Frieden verliert. Die Stadt Hilden kontert trotzig: „Das Spa bringt ja auch was fürs Freizeitangebot.“ Na klar – wer braucht schon Ruhe, wenn man stattdessen Verkehrsstau zur Klangschalenmeditation bekommt?

Der Vabali-Chef zeigt sich kooperativ, spricht von Verantwortung, Sicherheit und nachhaltigen Lösungen. Alles gut und schön – wenn denn irgendwann mal ein Beschluss käme. Aber Politik geht eben nicht nach Spa-Zeit, sondern nach kommunalem Schlafrhythmus. Und so bleibt alles erstmal im Schwebezustand: Die einen schwitzen im Dampfbad, die anderen im Stadtrat.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei der nächsten Grenzziehung jemand ein Navi benutzt – oder wenigstens nüchtern ist. Bis dahin gilt: Namaste in Hilden, wo man für Düsseldorfer Wohlfühlmomente still die Infrastruktur bügelt.

Sonntag, 19. Oktober 2025

19.10.2025: Hildener Asphalt-Tango: Wenn die Straße sich häutet

Liebe Hildenerinnen und Hildener, es ist wieder soweit: Die Stadt macht sich hübsch. Oder zumindest ihre Straßen. Zwischen dem 22. Oktober und dem 7. November heißt es wieder: Asphalt marsch! Denn das Tiefbau- und Grünflächenamt hat Großes vor – also großflächiges Abfräsen, Aufreißen, Asphaltieren, Deckel-anpassen und Rinnen-begradigen. Ein echter Beauty-Tag für den städtischen Untergrund. Und wie bei jeder ordentlichen Schönheits-OP gilt auch hier: Die Maßnahme ist schmerzhaft, die Nachbarn genervt, aber das Ergebnis – hoffentlich glatt.

Betroffen sind unter anderem die Uhlandstraße, der Rethelweg und der Barlachweg. Keine Sorge, das klingt nur nach Goethes Abiball-Gästeliste, ist aber schlicht das Straßengebiet zwischen "Hier wohne ich" und "Da wollte ich eigentlich langfahren". Der Parkplatz Am Lindenplatz wird sogar komplett gesperrt – vom 22. bis 24. Oktober. Wer dort sein Auto parkt, sollte es also entweder rechtzeitig evakuieren oder es später als Fossil in einer Fräsrille bestaunen.

Besonders spannend: Die Stadt hat im August bereits frischen Asphalt verteilt – quasi wie ein neues Sofa im Wohnzimmer. Jetzt wird der ganze Kleinkram wie Schachtdeckel und Gaskappen auf Fahrbahnniveau gehoben. Man möchte ja schließlich nicht mit dem Auto in ein Loch fallen, das wie ein vergessener Gullideckel aus einer Parallelwelt wirkt. Auch Vertiefungen in den Entwässerungsrinnen werden beseitigt – wahrscheinlich die einzigen Dellen, über die sich niemand mehr aufregt, wenn sie erstmal weg sind.

Das Gute: Die Zufahrt zu Grundstücken soll weiterhin möglich sein. Das Schlechte: Halteverbot, tagsüber Verkehrschaos, Umleitungen mit dem Orientierungssinn eines betrunkenen Navigationssystems. Aber hey – irgendwann ist alles vorbei. Und bis dahin heißt es für Hilden: Zähne zusammenbeißen, Stoßdämpfer schonen und tief durchatmen (sofern kein Asphaltstaub in der Luft liegt).

Also, liebe Hildener – ab dem 22. Oktober tanzt der Bagger durch die Straßen. Vielleicht nicht schön, aber notwendig. Und wer weiß: Vielleicht rollt Ihr Auto bald wieder über eine Straße, so glatt wie ein frisch gewalzter Pfannkuchen.