Dienstag, 12. Mai 2026

12.5.2026: Neues Wohngebiet in Hilden: Wenn 90 Wohnungen auf 35 sehr entschlossene Nachbarn treffen

In Hilden wird geplant, diskutiert und offenbar auch schon innerlich sehr kräftig mit dem Kopf geschüttelt. Die Stadt möchte am östlichen Rand des Zentrums ein neues Wohngebiet ermöglichen – doch bei der Bürger-Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan „165 A“ im Hildener Bürgersaal zeigte sich schnell: Zwischen städtebaulichem Konzept und nachbarschaftlicher Begeisterung liegt ungefähr so viel Platz wie zwischen zwei Autos in einer viel zu engen Parklücke.

Gut 35 Grundstücksbesitzer, Mieter und Anwohner waren gekommen, um sich anzuhören, was die Stadt im Bereich Walder Straße und Kirchhofstraße vorhat. Dort, wo heute unter anderem ein Garagenhof, eine Autowerkstatt und ein altes, eingezäuntes Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft Hilden stehen, könnten nach den Vorstellungen der Stadt künftig fünf Mehrfamilienhäuser, vier Doppelhäuser und drei Einzelhäuser entstehen. Insgesamt hält Hilden 70 bis 90 Wohneinheiten für möglich. Das klingt nach dringend benötigtem Wohnraum, nach Nachverdichtung im Innenbereich und nach der schönen Vorstellung, dass man die Fußgängerzone tatsächlich zu Fuß erreichen kann. Es klingt aber für manche Anwohner offenbar auch nach: Hilfe, wo soll ich dann parken?

Die Stimmung im Saal war entsprechend wenig „Willkommen im neuen Quartier“ und eher „Bitte treten Sie langsam vom Bebauungsplan zurück“. Technischer Beigeordneter Peter Stuhlträger hatte wohl schon geahnt, dass die Veranstaltung kein gemütlicher Städtebau-Kaffeeklatsch wird. Doch die Wucht der Ablehnung dürfte selbst erfahrene Planungsmenschen daran erinnert haben, dass PowerPoint-Folien zwar vieles können, aber keine Parkplatzsorgen wegzaubern.

Einer der größten Kritikpunkte war genau das: die Parkplatznot. Viele Anwohner sehen schon heute kaum noch Platz für ihre Autos. Wenn dann auch noch der vorhandene Garagenhof verschwindet und gleichzeitig neue Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, wird aus Sicht der Kritiker aus dem Wohngebiet schnell ein Suchgebiet. Ein Anwohner fragte sinngemäß, ob man demnächst einen Kilometer entfernt von der eigenen Haustür parken müsse. Die Antwort der Stadt, 300 Meter seien durchaus zumutbar, dürfte im Saal vermutlich nicht zu spontanen Dankesbekundungen geführt haben. In Hilden ist 300 Meter schließlich nicht nur eine Strecke, sondern je nach Einkaufstasche, Regenlage und Laune eine kleine Expedition.

Auch der Inhaber der dort ansässigen Autowerkstatt machte deutlich, dass er seine Zukunft nicht unbedingt in einem Umzugskarton sieht. „Ich will hier nicht weg“, lautete seine klare Botschaft. Und manchmal ist Stadtplanung eben auch genau das: ein großes Konzept trifft auf einen Menschen, der sagt, dass sein Betrieb kein verschiebbarer Legostein ist.

Dabei ist das Vorhaben noch lange nicht spruchreif. Einen Investor gibt es nicht, eigene Grundstücke besitzt die Stadt im Plangebiet ebenfalls nicht. Nur einige wenige Flächen gehören der Wohnungsbaugesellschaft Hilden. Damit tatsächlich gebaut werden kann, braucht es also die Zustimmung oder Verkaufsbereitschaft der heutigen Eigentümer. Und die scheint derzeit ungefähr so ausgeprägt zu sein wie die Lust, samstags freiwillig ins Bürgerbüro zu gehen, wenn man auch auf dem Sofa liegen könnte.

Trotzdem möchte die Stadt mit dem Bebauungsplan einen Rahmen schaffen. Peter Stuhlträger erklärte, der Plan sei ein Angebot – nicht unbedingt für morgen, sondern vielleicht auch für die Kinder oder Enkel der heutigen Eigentümer, falls diese in zehn oder 20 Jahren doch verkaufen wollen. Das klingt ein bisschen nach Stadtplanung mit Langzeitgedächtnis: Heute wird gestritten, übermorgen wird geprüft, und irgendwann entscheidet vielleicht jemand, dass der alte Garagenhof nun doch ein Wohnhaus werden darf.

Zwischendurch stand sogar das Wort Enteignung im Raum, das bei Bürgerveranstaltungen ungefähr dieselbe beruhigende Wirkung hat wie „technischer Defekt“ kurz vor dem Abflug. Planungsamtsleiter Martin Barnat erklärte jedoch, er könne sich an kein vergleichbares Projekt erinnern, bei dem tatsächlich jemand enteignet worden sei. Das dürfte zumindest etwas Druck aus dem Kessel genommen haben, auch wenn der Satz „Lassen Sie die Leute doch in Frieden“ aus dem Publikum wohl ziemlich gut zusammenfasst, wie groß die Skepsis weiterhin ist.

Geplant ist die Erschließung des möglichen neuen Wohngebiets über eine Planstraße von der Walder Straße aus sowie eine neue Stichstraße an der Kirchhofstraße. Vorgesehen sind außerdem 97 Pkw-Stellplätze, die meisten oberirdisch, einige in einer Tiefgarage. Ob diese Zahl die Parkplatzseele der Nachbarschaft beruhigt, darf allerdings bezweifelt werden. Denn wer schon heute das Gefühl hat, jeden Abend an einer urbanen Version von „Reise nach Jerusalem“ teilzunehmen, wird bei zusätzlichen Wohnungen vermutlich nicht spontan in Jubel ausbrechen.

Noch können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung einbringen. Die Unterlagen sind seit dem 7. Mai online unter hilden.de/bplan165A einsehbar. Nach der Informationsveranstaltung besteht 14 Tage lang die Möglichkeit, Stellungnahmen und Anregungen einzureichen, entweder per E-Mail an [planung@hilden.de](mailto:planung@hilden.de) oder per Brief an das Planungs- und Vermessungsamt der Stadt Hilden, Am Rathaus 1, 40721 Hilden, mit dem Stichwort BP165A. Danach werden die Eingaben geprüft und gegebenenfalls in die Planung aufgenommen. Anschließend folgt eine weitere öffentliche Auslegung. Wer also dachte, ein Bebauungsplan sei eine schnelle Sache, lernt hier: In der Stadtplanung ist selbst „demnächst“ ein dehnbarer Begriff.

Bis der Stadtrat am Ende tatsächlich über den Plan entscheidet, dürften laut Planungsamt mindestens zweieinhalb Jahre vergehen. Es bleibt also genug Zeit für weitere Diskussionen, neue Stellungnahmen, alte Sorgen, frische Argumente und vermutlich noch einige Gespräche darüber, ob 300 Meter Fußweg wirklich zumutbar sind. Sicher ist nur: In Hilden wird nicht einfach gebaut. In Hilden wird vorher gründlich gerungen, gerechnet, protestiert und geplant. Und manchmal reicht schon die Aussicht auf 90 neue Wohnungen, damit ein Garagenhof plötzlich zum emotionalen Mittelpunkt der Stadtentwicklung wird.

Montag, 11. Mai 2026

11.5.2026: Hilden holt die Kunst aus dem Versteck: Wenn Buddha, Hirsch und goldener Hase Ausgang bekommen

In Hilden passiert gerade etwas, das man sonst eher aus Familienkellern kennt: Dinge, die lange irgendwo schlummerten, werden endlich wieder ans Licht geholt. Nur geht es diesmal nicht um alte Campingstühle, Weihnachtsdeko von 1998 oder das mysteriöse Kabel, von dem niemand mehr weiß, wozu es gehört. Nein, die Stadt Hilden zeigt verborgene Schätze aus ihrer eigenen Kunstsammlung – und die können sich deutlich besser sehen lassen als ein Karton mit der Aufschrift „Vielleicht noch wichtig“.

Unter dem Titel „Kunst für alle – rausgeholt“ präsentiert die Städtische Galerie im Bürgerhaus eine Auswahl aus dem städtischen Kunstbesitz. Und gleich vorweg: Es handelt sich nicht um vergessene Staubfänger, die man beim Aufräumen hinter dem Kopierer gefunden hat. Vielmehr möchte die Ausstellung zeigen, wie vielfältig das künstlerische Schaffen in Hilden und darüber hinaus ist. Die Stadt besitzt nämlich mehrere Hundert Werke: Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien und sogar einige Skulpturen. Kurz gesagt: Hilden hat mehr Kunst im Haus, als manche Menschen Tassen im Küchenschrank – und das will etwas heißen.

Kuratorin Sandra Abend, im Hildener Kulturamt für Bildende Kunst zuständig, hat für die Ausstellung Werke ausgewählt, die sie besonders inspirierend fand. Dabei geht es nicht nur darum, Bilder an die Wand zu hängen und dann ehrfürchtig davor zu stehen, während man versucht, klug zu gucken. Die Arbeiten werden in einen spannenden Zusammenhang gesetzt und erzählen etwas über die Kunstgeschichte der Stadt, über Künstlerinnen und Künstler, die Hilden geprägt haben, und über die Frage, was eigentlich alles in einer kommunalen Sammlung stecken kann.

Und da steckt einiges drin. Zur Ausstellung lädt symbolisch ein freundlicher grüner Buddha des japanischen Künstlers Tetsuya Ishida ein, der 1998 in Hilden ausgestellt hat. Wer also bislang dachte, Buddha sei vor allem für innere Ruhe zuständig, lernt hier: Er kann auch sehr höflich zur Kunstbetrachtung bitten. Ebenfalls mit von der Partie ist ein Hirsch von Günter Kuschmann, der sonst im Büro von Bürgermeister Claus Pommer seine Magie verbreitet. Ein erleuchteter Hirsch im Bürgermeisterbüro – das klingt fast so, als würde er still darüber wachen, dass in Sitzungen niemand den Überblick verliert.

Die Sammlung ist über viele Jahre gewachsen, früher auch durch Ankäufe, später durch Schenkungen und Nachlässe. Angesichts der aktuellen Finanzlage der Stadt ist für neue Kunstkäufe allerdings kaum noch Spielraum. Umso erfreulicher ist es, dass der Düsseldorfer Fotokünstler Stephan Kaluza der Hildener Sammlung in diesem Jahr drei Fotografien aus seinem Rheinprojekt „Von der Quelle bis zur Mündung“ zur Verfügung gestellt hat. Das ist nicht nur großzügig, sondern passt auch gut ins Rheinland: Wenn schon kein Geldfluss, dann wenigstens Rheinfluss.

In der Ausstellung begegnet man bekannten Namen wie Otto Piene, K.O. Götz, Hans-Joachim Uthke oder Albert Engstfeld. Aber auch Künstlerinnen und Künstler mit enger Verbindung zur Hildener Kunstszene sind vertreten, darunter Karin Dörre, Dominik Hebestreit, Mehrdad Rashidi, Werner Reuber oder Christiane Strzyzewski-Stals. Hildens Kunstgeschichte wurde dabei nicht nur von Einzelpersonen geprägt, sondern auch von Künstlervereinen wie Art-Ig und H6 sowie vom Austausch mit Prager Künstlern. Man merkt: In Hilden wurde nicht nur gesammelt, sondern offenbar auch fleißig vernetzt, geschaffen und ausgestellt.

Besonders charmant klingt auch der goldene Hase von Ottmar Hörl, der zugleich an Albrecht Dürer und Joseph Beuys erinnert. Ein goldener Hase mit kunsthistorischem Doppelauftrag – das muss man erst einmal hinbekommen. Und dann wäre da noch Charles Wilp, dessen „Werbebild“ von Mel Ramos inspiriert ist. Im Treppenaufgang des alten Rathauses wartet außerdem „Spacy Lucy“ auf neugierige Blicke. Schon der Name klingt so, als könne man beim Vorbeigehen kurz vergessen, dass man eigentlich nur einen Verwaltungsflur entlangläuft.

Neben den ausgestellten Werken gibt es auch einen interaktiven Teil, der auf Kunst im öffentlichen Raum in Hilden aufmerksam macht. Denn Kunst steht nicht nur in Galerien, hängt nicht nur in Büros und schlummert nicht nur in Depots. Manchmal begegnet sie einem draußen, mitten in der Stadt, ganz ohne Eintrittskarte und ohne dass jemand flüstert: „Bitte nicht anfassen.“

Die Idee zu „Kunst für alle“ geht auf eine Anregung der Bürgeraktion zurück, die bereits vor einigen Jahren im Kulturausschuss aufgegriffen wurde. Ziel war es, Werke aus der stadteigenen Sammlung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun ist es so weit: Die häufig in Depots aufbewahrten Arbeiten dürfen raus, und die Hildenerinnen und Hildener dürfen sehen, was ihre Stadt da eigentlich alles besitzt.

Die Ausstellung wurde am Donnerstag, 7. Mai, in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 13. Juni, und zwar dienstags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags von 11 bis 15 Uhr. Montags, sonntags und an Feiertagen bleibt die Galerie geschlossen – auch Kunst braucht schließlich mal Pause.

„Kunst für alle – rausgeholt“ ist damit eine schöne Gelegenheit, Hilden einmal von seiner künstlerischen Seite kennenzulernen. Und wer weiß: Vielleicht schaut man danach auch auf städtische Flure, Wandbilder und Skulpturen mit anderen Augen. Denn manchmal liegen die Schätze gar nicht weit weg. Man muss sie nur aus dem Depot holen. Oder im Fall des Hirsches: kurz aus dem Bürgermeisterbüro entlassen.

Sonntag, 10. Mai 2026

10.5.2026: Reisepass abgelaufen? Hilden empfiehlt den großen Urlaubs-Check, bevor der Koffer schon beleidigt im Flur steht

Die Sommerferien in NRW nähern sich mit großen Schritten, und während viele Hildenerinnen und Hildener gedanklich schon am Strand liegen, im Hotelbuffet-Rhythmus leben oder überlegen, ob fünf Paar Schuhe wirklich zu viel für eine Woche Urlaub sind, meldet sich das Hildener Bürgerbüro mit einem eher bodenständigen, aber sehr wichtigen Hinweis: Bitte einmal den Reisepass prüfen. Ja, genau den. Den, der irgendwo zwischen alten Flugtickets, Impfpass, Bedienungsanleitungen und der mysteriösen Schublade „Sonstiges“ liegt.

Am 20. Juli starten die Sommerferien in NRW und damit auch die Hauptreisezeit. Wer dann am Flughafen oder an der Grenze feststellen muss, dass der Reisepass seit Monaten abgelaufen ist, erlebt zwar ebenfalls ein Abenteuer – nur vermutlich nicht das, das im Reiseprospekt versprochen wurde. Statt Meeresrauschen gibt es dann Diskussionen am Schalter, statt Sonnenuntergang vielleicht den Heimweg mit schlechter Laune. Deshalb rät das Hildener Bürgerbüro, die Gültigkeit von Reisepässen und Ausweisen rechtzeitig zu kontrollieren.

Der Grund ist einfach: Ausweise und Reisepässe werden von der Bundesdruckerei in Berlin produziert. Nach dem Antrag im Bürgerbüro muss deshalb mit einer Produktions- und Lieferzeit von rund vier bis sechs Wochen gerechnet werden. Das ist ungefähr die Zeitspanne, in der man noch schnell Sonnencreme kauft, den Koffer entstaubt, die Nachbarn zum Blumengießen überredet und dreimal vergisst, wo die Reiseunterlagen liegen. Wer also erst kurz vor Abflug merkt, dass das Dokument abgelaufen ist, braucht gute Nerven – und im Zweifel sehr überzeugende Nachweise, denn vorläufige Reisepässe werden nur im nachgewiesenen Eilfall ausgestellt.

Zusätzlich gilt: Reisepass ist nicht gleich Reisepass, zumindest nicht aus Sicht mancher Reiseziele. Je nach Land müssen Dokumente noch eine bestimmte Zeit über den Aufenthalt hinaus gültig sein. Wer also denkt „Der Pass läuft doch erst kurz nach dem Urlaub ab, das passt schon“, könnte je nach Ziel unangenehm überrascht werden. Die zuständige Beigeordnete für den Bürgerservice, Mona Wolke-Ertel, verweist deshalb auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Dort lassen sich die Einreisebestimmungen des jeweiligen Ziellandes nachlesen – weniger romantisch als Urlaubsfotos, aber deutlich hilfreicher vor dem Abflug.

Das Bürgerbüro Hilden bietet nach eigenen Angaben ausreichend Termine an. Gebucht werden können Termine für den laufenden Tag oder bis zu vier Wochen im Voraus. Das aktuelle Terminangebot ist online unter hilden.de/terminvergabe abrufbar. Wer also noch verreisen möchte, sollte nicht erst dann nach dem Pass suchen, wenn der Koffer schon zugeht und die Zahnbürste wie immer noch fehlt.

Kurz gesagt: Bevor in Hilden die große Ferienfreude ausbricht, lohnt sich ein kleiner Blick auf die Reisedokumente. Das dauert meist weniger lang als die Entscheidung, ob man am ersten Urlaubstag wirklich schon um 6 Uhr morgens eine Liege reservieren möchte. Und es kann verhindern, dass der schönste Ort der Reise am Ende nicht Mallorca, Italien oder Griechenland heißt, sondern „Schalter 4 im Terminal mit wachsender Nervosität“.

Samstag, 9. Mai 2026

9.5.2026: Café Fresko eröffnet in Hilden-Nord: Dolce Vita zwischen Obstsalat, Gelato und Kaffeeduft

Der Hildener Norden hat Zuwachs bekommen – und zwar einen ziemlich süßen. An der Johann-Sebastian-Bach-Straße 3 hat das Café Fresko eröffnet und bringt genau das ins Viertel, was man an manchen Tagen dringend braucht: italienisches Flair, guten Kaffee und genügend Versuchungen, um jeden noch so tapferen Vorsatz freundlich zum Schmelzen zu bringen.

Schon beim Blick auf das Angebot wird klar: Hier wird nicht einfach nur „ein Kaffee getrunken“. Nein, hier wird genossen, kombiniert, gelöffelt, geschlürft und vermutlich auch ein bisschen geseufzt. Das Café Fresko verbindet traditionelle italienische Backkunst mit einem modernen Café-Ambiente und lädt dazu ein, dem Alltag für einen Moment die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Draußen wartet der Terminkalender, drinnen warten Gebäck, Kuchen, Desserts und Gelato. Eine schwierige Entscheidung ist das nicht.

Besonders spannend sind die individuell kombinierbaren Obstsalate. Obstsalat klingt zunächst vernünftig, fast sportlich, beinahe nach „Ich tue heute etwas für mich“. Doch im Café Fresko darf das Ganze mit Lotus-Creme, Nutella oder knusprigem Crunch verfeinert werden. Damit wird aus der gesunden Schüssel ganz schnell ein kleines Dessert mit Alibi-Apfel. Und seien wir ehrlich: Genau diese Art von Kompromiss lieben wir doch.

Auch Eisfreunde dürfen sich freuen, denn im Café Fresko gibt es original italienisches Gelato. Dazu kommen kreative Desserts, Waffeln und Crêpes, die zusammen vermutlich dafür sorgen, dass man nur kurz auf einen Kaffee vorbeischauen wollte und plötzlich mit einem Löffel in der Hand das Leben neu bewertet. Dolce Vita funktioniert eben auch in Hilden-Nord – man braucht dafür nicht zwingend eine Vespa, eine Sonnenbrille und Meerblick, obwohl das natürlich nie schadet.

Die Getränkekarte zeigt ebenfalls, dass Kaffee hier nicht einfach Kaffee ist. Neben Klassikern wie Espresso, Cappuccino und verschiedenen Kaffeespezialitäten gibt es auch modernere Kreationen wie Spanische Latte, Karamell Macchiato, Erdbeer Latte, Mokka Latte oder Matcha Latte. Wer seinen Kaffee lieber kalt genießt, findet viele Varianten auch als erfrischende Eiscafé-Version. Das ist besonders praktisch für alle, die im Sommer so tun möchten, als sei Koffein ein Erfrischungsgetränk.

Und weil ein guter Treffpunkt nicht nur von Kaffee und Kuchen lebt – obwohl das schon ein ziemlich überzeugendes Fundament wäre – gibt es außerdem Milchshakes, Eistees in Sorten wie Pfirsich, Blaubeere, Zitrone, Erdbeere und Mango, alkoholfreie Cocktails sowie fruchtige Säfte. Damit ist das Café Fresko nicht nur ein Ort für Espresso-Fans mit Italien-Sehnsucht, sondern auch für Familien, Freundesrunden und alle, die sich gerne einmal quer durch eine Getränkekarte probieren.

Mit seiner Neueröffnung bringt das Café Fresko ein Stück Italien in den Hildener Norden und bereichert die lokale Gastronomieszene um eine Adresse, an der süße Spezialitäten, hochwertige Kaffees und entspannte Genussmomente zusammenkommen. Kurz gesagt: Wer in Hilden-Nord künftig behauptet, es gebe keinen schönen Ort für eine kleine kulinarische Auszeit, hat vermutlich einfach noch nicht an der Johann-Sebastian-Bach-Straße 3 vorbeigeschaut.

Freitag, 8. Mai 2026

8.5.2026: Kabelsalat mit Kupfergeschmack: Wenn Ladesäulen plötzlich oben ohne dastehen

Es gibt Bilder, die möchte man als moderne Stadt eigentlich nicht sehen: frisch installierte Schnellladesäulen, die stolz in die elektrische Zukunft zeigen sollen, aus denen aber nur noch traurige Kabelstummel hängen. So ähnlich muss sich ein Toaster ohne Kabel fühlen. Oder ein Dackel ohne Leine. In Haan ist genau das passiert: An der Landstraße 64 machten sich Unbekannte an einer Schnellladesäule der Stadtwerke zu schaffen und schnitten beide Ladekabel ab. Die Säule war erst im September 2024 in Betrieb genommen worden, also noch jung, motiviert und vermutlich voller beruflicher Pläne.

Der Schaden: rund 7000 Euro. Und da reden wir nicht nur von ein bisschen Kupfer und „einmal neu bitte“. Nein, im deutschen Alltag hängt an so einem Kabel natürlich noch ein ganzer Verwaltungsschwanz: Montage, Wiederinbetriebnahme, vorgeschriebene Eichungen und vermutlich irgendwo ein Formular, das nur bei Vollmond in dreifacher Ausfertigung gültig ist. Die Stadtwerke Haan hatten jedenfalls wenig Grund zur Freude. Man investiere kontinuierlich in Elektromobilität, sagte Projektleiter Peter Roth sinngemäß, und dann kommt jemand mit der Kneifzange vorbei und macht aus Zukunftstechnologie Altmetall mit Anschlussverlust.

Haan ist damit leider nicht allein. In Düsseldorf wurden innerhalb weniger Wochen 16 Ladesäulen Opfer von Kabeldieben. Gesamtschaden: mehr als 200.000 Euro. Für diesen Betrag bekommt man wahlweise sehr viele Ladekabel, einen ordentlichen Schreck oder eine neue Lebensphilosophie: Vertrauen ist gut, Dyneema ist besser. Denn die Stadtwerke Düsseldorf rüsten bereits auf. Einige Kabel bekommen eine besonders robuste Kunstfaser-Ummantelung, die auch in der Schifffahrt genutzt wird. Dazu kommt eine Sirene mit 117 Dezibel. Das ist ungefähr die Lautstärke, bei der selbst hartgesottene Kupferdiebe kurz überlegen, ob ein ehrlicher Beruf vielleicht doch entspannter wäre.

Auch der ADAC Nordrhein sieht im Klau von Ladekabeln ein wachsendes Problem. Die Diebe haben es auf Kupfer abgesehen, die Betreiber bleiben auf Materialkosten, Reparaturen und Ausfällen sitzen, und E-Auto-Fahrer stehen davor wie früher Menschen an Telefonzellen ohne Kleingeld. Als mögliche Schutzmaßnahmen werden GPS-Tracker, Videoüberwachung, Farbpatronen in der Kabelhülle und bessere Ummantelungen genannt. Farbpatronen klingen besonders schön: Wer das Kabel klaut, sieht danach aus wie ein gescheiterter Bankräuber aus einer Verkehrserziehungsbroschüre.

Und dann ist da noch das Mess- und Eichgesetz, dieses deutsche Naturgesetz neben Schwerkraft und Sonntagsruhe. Nach Reparaturen kann unter Umständen eine neue Eichung nötig werden. Der ADAC möchte hier Erleichterungen, damit der Austausch eines Kabels nicht gleich zur bürokratischen Pilgerreise wird. Denn wenn eine Ladesäule wegen eines Diebstahls ausfällt, ist das schon ärgerlich genug. Wenn sie danach noch auf den Segen der Eich-Bürokratie warten muss, fühlt sich Elektromobilität plötzlich wieder sehr nach Faxgerät an.

Westenergie, auch für Hilden und Haan zuständig, bestätigt ebenfalls Schäden durch Kupferdiebe an eigenen Ladesäulen. Zahlen nennt das Unternehmen nicht, aber jeder Diebstahl werde konsequent angezeigt. Das ist auch richtig so, denn Kabelklau ist kein Lausbubenstreich. Es ist nicht „Ach, der Kevin sammelt wieder Rohstoffe“, sondern Sachbeschädigung, Diebstahl und ein ziemlich direkter Angriff auf Infrastruktur, die eigentlich allen nützen soll.

Besonders spannend wird es am Autobahnkreuz Hilden. Dort steht mit „Seed & Greet“ Europas größter Schnellladepark, betrieben von Bäckerei-Unternehmer und E-Auto-Pionier Roland Schüren. Ein Ort, an dem Strom, Kaffee, Brötchen und Ladepunkte friedlich zusammenleben. Tesla, Fastned, NIO Power Swap, Cafeteria, Bäckerei – es klingt ein bisschen wie das Disneyland der Kilowattstunden, nur mit besseren Croissants und weniger Mausohren.

Und ausgerechnet dieser große Ladepark blieb bislang offenbar verschont. Warum? Nicht wegen Laserfallen, Drohnenstaffeln oder einem dressierten Schäferhund namens Ampère. Sondern weil dort fast immer jemand ist. Menschen laden, essen, trinken Kaffee, holen Brötchen, fahren weiter, kommen an, bleiben kurz stehen. Dazu stehen gelegentlich Wohnmobilfahrer über Nacht auf dem Gelände und halten die Augen offen. Man könnte sagen: Der Park schützt sich selbst. Oder anders: Nichts schreckt Kupferdiebe so sehr ab wie ein wacher Camper mit Thermobecher und dem Blick eines Mannes, der schon um 5.30 Uhr seine Chemietoilette entleert hat.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Lehre dieser ganzen Geschichte. Die Zukunft braucht nicht nur Ladepunkte, Schnellstrom und schlaue Technik. Sie braucht auch Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und Menschen, die sagen: „Moment mal, warum trägt der Herr da gerade ein Ladekabel wie eine erlegte Anakonda davon?“ Videoüberwachung, Sirenen und Spezialfasern sind wichtig. Aber manchmal ist der beste Diebstahlschutz tatsächlich eine gut besuchte Bäckerei, ein paar E-Auto-Fahrer mit Restreichweitenangst und ein Wohnmobilist, der sowieso nicht schlafen kann.

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass die Kabeldiebe irgendwann merken: Kupfer ist zwar wertvoll, aber ein funktionierender Ladepark ist es auch. Und wer unbedingt etwas abschneiden möchte, der darf sich gerne beim Bäcker ein Stück Streuselkuchen teilen lassen. Das ist legal, macht weniger Lärm und muss hinterher nicht neu geeicht werden.

Donnerstag, 7. Mai 2026

7.5.2026: Wenn Laternen in Hilden wackeln, wird das Musikantenviertel kurz unplugged

In Hilden wird es ernst: Einige Laternenmasten sind nicht mehr standsicher. Das klingt zunächst nach einer Nachricht aus der Kategorie „Dinge, über die man sich normalerweise erst Gedanken macht, wenn sie schief neben dem Gehweg stehen“. Doch die Stadt hat hingeschaut, gemessen und festgestellt: Neun Masten haben offenbar beschlossen, dass aufrechtes Stehen auf Dauer auch überschätzt wird.

Betroffen sind unter anderem das Musikantenviertel und die Hochdahler Straße. Besonders im Musikantenviertel passt die Lage natürlich dramaturgisch perfekt: In der Richard-Wagner-Straße, der Haydnstraße und am Johann-Strauß-Weg wird nun an der Straßenbeleuchtung gearbeitet. Man könnte sagen: Die große Hildener Nachtmusik bekommt vorübergehend eine technische Pause. Wagner hätte vermutlich ein dreistündiges Vorspiel daraus gemacht, Haydn hätte höflich genickt, und Johann Strauß hätte versucht, den Mast im Dreivierteltakt wieder gerade zu walzen.

Aufgefallen ist das Ganze bei einer turnusmäßigen messtechnischen Überprüfung. Das klingt herrlich amtlich und beruhigend zugleich. Kein Nachbar musste also nachts im Schlafanzug rufen: „Die Laterne guckt mich komisch an!“ Stattdessen kamen Fachleute mit Messgeräten, prüften die Standsicherheit und entschieden: Diese Masten brauchen nicht nur gutes Zureden, sondern einen Austausch. Einige wurden bereits gesichert und gekürzt. Gekürzte Laternenmasten sind vermutlich die Kurzgeschichten unter den Straßenleuchten: weniger hoch, aber immer noch mit ernstem Auftrag.

Seit dem 30. April läuft der Austausch, und bis Mitte Mai kann es in den betroffenen Bereichen zeitweise zu Ausfällen der Straßenbeleuchtung kommen. Das heißt: Hilden erlebt an einigen Stellen möglicherweise eine kleine Renaissance der Taschenlampe. Wer also abends durch die Richard-Wagner-Straße geht, sollte nicht erschrecken, wenn die Beleuchtung kurz mehr Bayreuther Bühnennebel als Innenstadtkomfort bietet. Romantisch könnte man es auch nennen. Oder praktisch: Endlich sieht niemand, wenn man im Dunkeln versucht, die Biotonne des Nachbarn für die eigene zu halten.

Zuständig für Wartung, Entstörung und Erneuerung der Straßenbeleuchtung ist die Firma Spie. Der Name klingt zwar ein bisschen so, als hätte jemand beim Scrabble nur vier Buchstaben übrig gehabt, hat aber tatsächlich große Geschichte: französische Wurzeln, gegründet im Jahr 1900, einst an der Elektrifizierung der Pariser Metro beteiligt. Von Paris nach Hilden also. Vom Glanz der Métro zur Laterne vor Hausnummer 7. Das ist kein Abstieg, das ist gelebte europäische Infrastrukturfreundschaft.

Geprüft wurde die Standfestigkeit durch die Fachfirma Rei-Lux. Auch dieser Name passt natürlich wunderbar ins Licht-Milieu. Rei-Lux klingt wie eine Figur aus einem Science-Fiction-Film, die mit einem Laserpointer defekte Masten erkennt. Tatsächlich geht es aber um etwas sehr Bodenständiges: Sicherheit. Denn so eine Laterne soll vieles können. Leuchten, Orientierung geben, Gehwege erhellen, gelegentlich Hunde anziehen. Was sie nicht soll: spontan in die Horizontale wechseln.

Die gute Nachricht: Die betroffenen Masten wurden frühzeitig entdeckt, gesichert und werden ausgetauscht. Das ist genau die Art von Verwaltungsmeldung, die im Alltag unspektakulär klingt, aber wichtig ist. Denn Straßenbeleuchtung gehört zu den Dingen, die man erst bemerkt, wenn sie nicht funktioniert. Wie WLAN, Heizung oder der eine Kugelschreiber, der im ganzen Haushalt tatsächlich schreibt.

Fünf Standorte liegen allein an der Richard-Wagner-Straße. Das ist viel Wagner auf einmal, aber Kenner wissen: Bei Wagner dauert ohnehin alles etwas länger. Zwei Masten stehen an der Hochdahler Straße auf der Austauschliste, dazu je einer an der Haydnstraße und am Johann-Strauß-Weg. Hilden hat also keinen Blackout, sondern eher ein kleines Best-of der klassischen Musik mit temporärer Beleuchtungspause.

Bis Mitte Mai soll der Spuk erledigt sein. Dann stehen neue Masten dort, wo alte nicht mehr ganz überzeugend Haltung bewiesen haben. Die Stadt sorgt für Verkehrssicherheit, die Fachfirmen kümmern sich um Licht und Stabilität, und die Anwohner können bald wieder ohne Improvisation durch ihre Straßen gehen.

Bis dahin gilt: Taschenlampe laden, Handy-Akku nicht bei drei Prozent herumtragen und im Musikantenviertel nicht wundern, wenn es abends kurz etwas gedämpfter wirkt. Hilden macht eben nicht nur Kultur, Sport und Baustellenromantik, sondern auch Laternenpflege mit internationalem Flair. Und wenn die neuen Masten stehen, darf man ihnen ruhig kurz anerkennend zunicken. Schließlich ist Haltung heutzutage keine Selbstverständlichkeit – nicht einmal bei Straßenlaternen.

Mittwoch, 6. Mai 2026

6.5.2026: Wenn der Wochenmarkt aufs Smartphone summt

In Hilden wird jetzt nicht mehr nur auf dem Wochenmarkt geklingelt, gewogen und freundlich „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ gefragt, sondern auch digital gebimmelt: Die Händlerinnen und Händler des Hildener Wochenmarkts haben einen eigenen WhatsApp-Kanal gestartet. Damit zieht zwischen Kartoffeln, Käse, Honig und Blumensträußen endgültig die Moderne ein. Früher wusste man erst auf dem Nove-Mesto-Platz, ob die Erdbeeren besonders schön aussehen oder der Lieblingsstand heute fehlt. Jetzt reicht ein Blick aufs Smartphone, und schon ist klar: Der Markt meldet sich persönlich. Fast wie ein guter Freund, nur mit mehr Porree.

Die Idee ist so einfach wie praktisch. Wer den Kanal abonniert, bekommt Neuigkeiten direkt aufs Handy: saisonale Angebote, Sonderaktionen oder kurzfristige Änderungen. Also genau die Informationen, die im Alltag schnell untergehen, aber beim Einkauf entscheidend sein können. Denn niemand möchte freitags voller Vorfreude zum Nordmarkt schlendern, nur um dann festzustellen, dass ausgerechnet der Stand des Vertrauens heute nicht da ist. Das ist emotional ungefähr auf einer Stufe mit leerem Akku, kaltem Kaffee und dem Satz „Wir müssten mal reden“.

Besonders angenehm: Die eigene Handynummer bleibt anonym. Man muss also nicht befürchten, plötzlich in einer Gruppe namens „Auberginenfreunde Hilden 2026“ zu landen, in der jeden Morgen um 6.48 Uhr jemand ein Foto von Blumenkohl schickt. Der WhatsApp-Kanal funktioniert diskret, unkompliziert und kann jederzeit wieder verlassen werden. Wobei man sich natürlich fragen muss: Wer verlässt freiwillig einen Kanal, der einem sagt, wann es frische Marktangebote gibt? Das wäre fast so, als würde man beim Bäcker sagen: „Nein danke, den Duft von frischen Brötchen brauche ich heute nicht.“

Betreut wird der Kanal von Oliver Ballon, der samstags als Honighändler auf dem Markt vertreten ist. Das passt natürlich wunderbar: Wenn jemand Nachrichten süß und klebrig im besten Sinne zusammenhalten kann, dann vermutlich ein Honighändler. Unterstützt wird er von den anderen Händlerinnen und Händlern, die gemeinsam dafür sorgen wollen, dass der Wochenmarkt noch attraktiver wird. Man kann sich das ein wenig vorstellen wie eine digitale Markttüte: Hier ein Hinweis, dort ein Angebot, dazu vielleicht noch ein kleiner Gruß aus der Auslage – und alles landet frisch auf dem Display.

Auch Citymanagerin Tanja de Vries begrüßt die Initiative und möchte sie mit Werbemaßnahmen unterstützen. Der Wochenmarkt soll dadurch sichtbarer werden. Wobei man sagen muss: Sichtbarer als ein Marktstand voller leuchtender Äpfel, knackiger Möhren und duftender Blumen ist schon eine sportliche Aufgabe. Aber digital geht eben immer noch etwas. Schließlich muss man die Menschen heute dort abholen, wo sie sind: auf dem Sofa, im Bus, in der Mittagspause oder mit einer Hand am Einkaufszettel und der anderen am Handy.

Der Hauptmarkt auf dem Nove-Mesto-Platz findet weiterhin mittwochs von 7 bis 13 Uhr und samstags von 7 bis 13.30 Uhr statt. Der Nordmarkt zwischen Beethoven- und Lortzingstraße öffnet freitags von 8.30 bis 15 Uhr. Nur kommt jetzt eben noch eine zusätzliche Marktzeit hinzu: immer dann, wenn das Smartphone summt und eine neue Nachricht aus der Hildener Marktwelt eintrifft. Früher sagte man: „Wir sehen uns auf dem Markt.“ Heute heißt es vielleicht: „Ich hab’s im Wochenmarkt-Kanal gelesen.“ Und ganz ehrlich: Wenn selbst Obst, Gemüse und Honig digitaler werden, dann ist Hilden endgültig im 21. Jahrhundert angekommen – aber zum Glück immer noch mit persönlichem Kontakt, frischer Ware und der beruhigenden Gewissheit, dass ein guter Wochenmarkt auch per WhatsApp nicht nach Lieferdienst klingt, sondern nach Heimat.