Sonntag, 1. November 2026

1.11.2026: Hilden spart beim Busverkehr – oder: Verkehrswende rückwärts

In Hilden soll die Verkehrswende künftig offenbar seltener fahren. Während die Stadt den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn fördern möchte, denkt sie über weniger Busfahrten nach. Ich frage mich langsam, ob man die Hildener zum Umsteigen bewegen oder gleich ganz zu Hause behalten will.

Am 4. November berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität über Vorschläge der Rheinbahn. Die Linie 781 soll samstagvormittags zwischen Köbener Straße und Erika-Siedlung nur noch alle 30 Minuten fahren, die Linie 785 täglich ab 18.30 Uhr im 20-Minuten-Takt. Bei der Linie 783 könnten sonntags vier Fahrten bis zur Stadtgrenze nach Solingen entfallen. Noch ist nichts beschlossen. Frühestens im Sommer 2027 wären die Änderungen möglich.

Der Grund ist Hildens angespannte Haushaltslage. Für 2030 rechnet die Stadt mit rund 3,92 Millionen Euro VRR-Umlage. Sparen ist also notwendig. Doch bei den vorgeschlagenen Kürzungen geht es um geschätzte 20.000 Euro im Jahr 2029 und etwa 40.000 Euro jährlich ab 2030. Letzteres entspricht gerade einmal rund einem Prozent der erwarteten Umlage.

Da verrutscht mir die kritische Hildener Fanbrille. Für eine vergleichsweise geringe, noch dazu unsichere Ersparnis sollen Fahrgäste längere Wartezeiten und schlechtere Verbindungen hinnehmen. Das passt für mich nicht zu einer Stadt, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen möchte.

Natürlich darf man schwach ausgelastete Fahrten überprüfen. Aber gerade angesichts der Autobahnsperrungen, Baustellen und Zugausfälle rund um Hilden sollte man vorsichtig sein, weitere Alternativen zum Auto einzuschränken.

Immerhin sollen aktuelle Fahrgastzahlen und ein Gutachten zusätzliche Erkenntnisse liefern. Ich hoffe, dass die Politik diese sorgfältig prüft und nicht allein auf die erhoffte Ersparnis schaut. Entscheidend ist schließlich auch, welche Menschen auf die betroffenen Verbindungen angewiesen sind.

Hilden muss sparen, keine Frage. Aber wenn wir das Autofahren unattraktiver machen und gleichzeitig Busverbindungen streichen, wird aus der Verkehrswende eine ziemlich merkwürdige Übung: Erst sollen alle umsteigen – und dann kommt der Bus nicht mehr.

Samstag, 31. Oktober 2026

31.10.2026: Stadtmarketing in Hilden – oder: Ein leuchtendes Schild ist noch kein Konzept

Über der Hildener Mittelstraße leuchtet endlich wieder das vertraute „Hilden – was liegt näher“. Ein schöner Anblick, auf den wir lange verzichten mussten. Dass der Stadtmarketingverein die Reparatur bezahlt hat, freut mich besonders. Denn manchmal sind es gerade solche Kleinigkeiten, die unserer Innenstadt ein Stück Identität zurückgeben.

Nur stellt sich ausgerechnet jetzt eine viel größere Frage: Wie geht es mit dem Stadtmarketing in Hilden eigentlich weiter?

Seit die gemeinsame Stadtmarketing-GmbH vor zweieinhalb Jahren stillgelegt wurde, müssen Stadt und Verein ihre Rollen neu finden. Das Rathaus kümmert sich um größere Veranstaltungen, während der ehrenamtlich geführte Verein Projekte wie Blumenampeln, Winterbeleuchtung und eben die Leuchtreklame übernimmt. Vorsitzender Bastian Mey hat mit seinem Team in den vergangenen drei Jahren offenbar viel Zeit damit verbracht, die organisatorischen Hinterlassenschaften der früheren Konstruktion aufzuräumen.

Dafür verdient er Anerkennung. Ehrenamtliche, die sich durch bürokratische Altlasten arbeiten, statt schöne Veranstaltungen zu organisieren, haben wahrlich keinen beneidenswerten Job.

Trotzdem meldet sich meine kritische Hildener Fanbrille. Denn ich frage mich, ob wir uns in Hilden nicht zu sehr damit beschäftigen, wer für welche Veranstaltung, Blumendekoration oder Beleuchtung zuständig ist. Stadtmarketing sollte schließlich mehr sein als die Verwaltung hübscher Details.

Unsere Innenstadt steht vor echten Herausforderungen. Der Einzelhandel verändert sich, attraktive Geschäfte und gastronomische Angebote müssen gehalten oder gewonnen werden, und öffentliche Plätze könnten an manchen Stellen durchaus mehr Aufenthaltsqualität vertragen. Dafür braucht es Ideen, Zusammenarbeit und vor allem eine erkennbare Richtung.

Genau deshalb halte ich den Stadtmarketingverein für wichtig. Seine rund 100 Mitglieder können eine unabhängige Stimme der Händler, Gewerbetreibenden und engagierten Bürger sein. Nicht als Konkurrenz zum Rathaus, sondern als Partner, der auch einmal unbequem nachfragt und eigene Vorschläge entwickelt.

Ende des Jahres sollen die Mitglieder über die künftige Ausrichtung entscheiden und einen neuen Vorstand wählen. Ich hoffe, dass dabei mehr herauskommt als eine neue Aufgabenverteilung. Eine Mitgliederbefragung wäre ein guter Anfang. Noch wichtiger wäre allerdings, aus den Ergebnissen konkrete Projekte zu machen.

Denn Hilden braucht keine zweite städtische Veranstaltungsabteilung. Unsere Stadt braucht Menschen, die sich mit Leidenschaft für eine lebendige Innenstadt einsetzen und dabei auch den Mut haben, eingefahrene Wege infrage zu stellen.

Ich freue mich, dass das Leuchtschild wieder hängt. Aber ein leuchtender Schriftzug allein bringt noch keine neuen Ideen in die Mittelstraße. „Hilden – was liegt näher“ ist ein schönes Versprechen. Jetzt muss das Stadtmarketing nur noch zeigen, was dahintersteckt.

Freitag, 30. Oktober 2026

30.10.2026: Das quietschende Parkhaus – oder: In Hilden hört der Spaß nicht auf

In Hilden gibt es ein Parkhaus, das offenbar beschlossen hat, jedes einfahrende Auto musikalisch zu begrüßen. Leider nicht mit Mozart oder Beethoven, sondern mit einem schrillen Reifenquietschen. Im Itter-Karree am Warrington-Platz beginnt das Konzert morgens um sieben. Und wer nebenan wohnt, bekommt die Vorstellung kostenlos – ob er möchte oder nicht.

Seit der Sanierung 2020/2021 sorgt der neue Fahrbahnbelag für unangenehme Geräusche. Besonders bei Wärme oder nassen Reifen wird es laut. Anwohner Wolfgang Köster hat davon gründlich die Nase voll. Und ich kann ihn verstehen. Ein Parkhaus muss nicht flüsterleise sein, aber es sollte auch nicht klingen wie eine permanente Vollbremsung.

Das Bemerkenswerte: Niemand bestreitet das Problem. Selbst Betreiber Contipark bestätigt, dass das Quietschen über das übliche Maß hinausgeht. Der Eigentümer hat eine erneute Sanierung in Aussicht gestellt. Nur einen Termin gibt es bis heute nicht.

Und die Stadt Hilden? Die sieht derzeit keine rechtliche Handhabe. Unter anderem, weil ihr keine nächtlichen Ruhestörungen bekannt sind. Dass das Parkhaus bis 22.30 Uhr geöffnet ist und auch tagsüber Menschen unter dem Lärm leiden, macht diese Argumentation zumindest erklärungsbedürftig.

Da verrutscht mir die kritische Hildener Fanbrille. Natürlich kann das Rathaus einem privaten Eigentümer nicht einfach Vorschriften machen. Aber etwas mehr Nachdruck bei der Suche nach einer Lösung würde ich mir schon wünschen. Schließlich ist das Problem bekannt, die Ursache offenbar identifiziert und eine Sanierung längst angekündigt.

Ich wünsche Wolfgang Köster und seinen Nachbarn jedenfalls, dass endlich etwas passiert. Denn Lebensqualität beginnt nicht erst mit der gesetzlichen Nachtruhe.

In Hilden diskutieren wir über Tempo 30, Verkehrsberuhigung und weniger Lärm. Aber beim Itter-Karree quietscht es munter weiter, während alle auf den Eigentümer warten. Vielleicht sollte man dort einfach ein Schild aufstellen: „Achtung, Dauerkonzert – Sanierungstermin unbekannt.“

Donnerstag, 29. Oktober 2026

29.10.2026: Hildens Webcam sieht grau – oder: Wenn selbst der Alte Markt offline geht

Wer in den vergangenen Tagen wissen wollte, was auf dem Alten Markt los ist, bekam auf der Internetseite der Stadt Hilden eine ziemlich eindeutige Antwort: nichts. Jedenfalls nichts, was man erkennen konnte. Statt des gewohnten Blicks auf unsere Innenstadt gab es eine graue Fläche. Hilden hatte sich digital gewissermaßen selbst ausgeblendet.

Schuld war allerdings weder schlechtes Wetter noch eine besonders hartnäckige Nebelbank über der Mittelstraße. Eine weltweit bekannt gewordene Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP hatte die Stadt veranlasst, vorsorglich mehrere Serversysteme vom Internet zu trennen. Davon betroffen war auch die Webcam am Bürgerhaus.

Die Kamera liefert seit 2014 alle zwei Minuten ein Standbild vom Alten Markt. Keine bewegten Bilder, keine erkennbaren Gesichter, dafür ein kleiner digitaler Blick ins Hildener Stadtleben. Ich finde das durchaus charmant. Wer nicht vor Ort ist, kann zumindest nachschauen, ob auf der Mittelstraße gerade etwas los ist.

Am Montagmittag war der Dienst wiederhergestellt. Die Stadt hatte die betroffenen Systeme nach Priorität aktualisiert und schrittweise wieder eingeschaltet. Dass dabei die IT-Sicherheit Vorrang vor einem hübschen Blick auf den Alten Markt hatte, halte ich für vollkommen richtig.

Meine kritische Hildener Fanbrille stellt trotzdem eine Frage: Wie abhängig sind unsere digitalen Angebote inzwischen voneinander? Wenn eine Sicherheitsmaßnahme beim Internetdienstleister auch die Webcam lahmlegt, zeigt das zumindest, wie eng manche Systeme miteinander verbunden sind. Bei einer Kamera ist das verschmerzbar. Bei wichtigen Verwaltungsdiensten wäre ein längerer Ausfall deutlich unangenehmer.

Deshalb würde mich interessieren, wie gut die Stadt auf solche Situationen vorbereitet ist und welche Angebote im Ernstfall unabhängig voneinander weiterlaufen können. Denn Digitalisierung bedeutet nicht nur, möglichst viele Dienstleistungen ins Internet zu verlagern. Sie müssen auch zuverlässig und sicher funktionieren.

Immerhin hat Hilden diesmal vernünftig reagiert: lieber vorsorglich abschalten als eine bekannte Sicherheitslücke ignorieren. Das verdient Anerkennung, auch wenn die Kommunikation über solche Ausfälle möglichst transparent sein sollte.

Jetzt zeigt die Webcam wieder den Alten Markt. Und ich bin erleichtert: Endlich können wir wieder alle zwei Minuten überprüfen, ob in Hildens Innenstadt noch alles beim Alten ist. Für die wirklich wichtigen Fragen unserer Stadt braucht es allerdings weiterhin mehr Durchblick als eine Webcam.

Mittwoch, 28. Oktober 2026

28.10.2026: Schulwahl in Hilden – oder: Wenn Viertklässler plötzlich Zukunftspläne brauchen

In Hilden muss man offenbar schon mit zehn Jahren wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Kaum beherrschen unsere Grundschulkinder das Einmaleins, stehen sie vor einer Entscheidung, über die manche Erwachsene noch mit dreißig grübeln: Welcher Weg ist der richtige? Gymnasium, Realschule, Sekundarschule oder Gesamtschule? Während die Eltern über Bildungswege und Zukunftschancen nachdenken, beschäftigt die Kinder vermutlich eine viel wichtigere Frage: Gehen meine Freunde mit?

Am Donnerstag, 5. November, wollen die Stadt Hilden und die Stadtschulpflegschaft bei einem gemeinsamen Informationsabend helfen. Ab 19 Uhr stellen die Schulleitungen in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums die verschiedenen Bildungswege vor, erklären das Anmeldeverfahren und beantworten Fragen.

Ich finde das eine gute Sache. Denn die Entscheidung für eine weiterführende Schule ist wichtig, und nicht jede Familie kennt die Unterschiede zwischen den Schulformen oder weiß, welche Angebote es in Hilden gibt.

Meine kritische Hildener Fanbrille stellt allerdings auch eine Frage: Wie viel echte Orientierung kann ein einzelner Informationsabend bieten? Wenn mehrere Schulen ihre Vorzüge präsentieren, klingt am Ende vermutlich jede nach der richtigen Wahl. Entscheidend ist aber nicht, welche Schule sich am überzeugendsten verkauft, sondern wo sich das jeweilige Kind wohlfühlt und gut entwickeln kann.

Deshalb hoffe ich, dass an diesem Abend nicht nur über Schulformen, Abschlüsse und Anmeldetermine gesprochen wird. Interessant sind auch ganz praktische Fragen: Wie groß sind die Klassen? Welche Unterstützung bekommen Kinder, die Schwierigkeiten haben? Wie sieht der Schulalltag tatsächlich aus? Und wie viel Raum bleibt neben Noten und Leistungsdruck für die persönliche Entwicklung?

Vor allem sollten wir Erwachsenen eines nicht vergessen: Mit neun oder zehn Jahren muss niemand schon seinen kompletten Lebensweg kennen. Eine Schulempfehlung ist keine endgültige Prognose über Begabung oder spätere Karriere.

Ich wünsche den Hildener Familien deshalb einen informativen Abend und vor allem eine Entscheidung, bei der auch die Kinder selbst gehört werden.

Denn die beste Schule ist nicht automatisch die mit dem größten Namen oder den schönsten Informationsbroschüren. Es ist die, in der ein Kind morgens gerne durch die Tür geht. Und das lässt sich leider auf keinem Anmeldeformular ankreuzen.

Dienstag, 27. Oktober 2026

27.10.2026: E-Scooter in Hilden – oder: Wenn das Rathaus gegen Raser postet

Ich liebe unsere Hildener Innenstadt. Durch die Mittelstraße schlendern, Bekannte treffen, einen Kaffee trinken und einfach das Leben genießen. Nur sollte man inzwischen offenbar auch den rückwärtigen Verkehr im Blick behalten. Denn manche E-Scooter-Fahrer verwechseln unsere Fußgängerzone anscheinend mit einer Rennstrecke.

Immer mehr Hildener beschweren sich über rücksichtslose Fahrer. Und ich finde, die Beschwerden verdienen eine ernsthafte Reaktion. Schließlich sollen sich ältere Menschen, Familien mit Kindern und alle anderen Fußgänger sicher durch unsere Innenstadt bewegen können.

Die Stadt hat jetzt Maßnahmen angekündigt: eine Social-Media-Kampagne, zusätzliche Verbotsschilder und Gespräche des Ordnungsamtes mit überwiegend jugendlichen E-Scooter-Fahrern.

Ich musste beim Lesen tatsächlich schmunzeln. Da beschweren sich Bürger über gefährliche Situationen in der Fußgängerzone, und die Antwort lautet erst einmal: Wir posten etwas im Internet und stellen weitere Schilder auf.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Aufklärung ist sinnvoll. Aber wer heute schon ein bestehendes Verbot ignoriert, wird morgen kaum ehrfürchtig vor einem zusätzlichen Schild abbremsen. Und ob ein Instagram-Beitrag jemanden zur Vernunft bringt, der gerade mit dem E-Scooter durch die Mittelstraße flitzt, wage ich zu bezweifeln.

Besonders interessant finde ich den Hinweis auf die Zuständigkeiten. Für den fließenden Verkehr ist die Polizei verantwortlich, erklärt die Stadt. Das stimmt. Nur hilft diese Erklärung einem Fußgänger wenig, der gerade zur Seite springen musste. Zuständigkeiten sind wichtig, aber sie ersetzen keine wirksame Lösung.

Immerhin hat die Polizei bei einem Schwerpunkteinsatz im Oktober 13 Verstöße geahndet. Das ist ein Anfang. Allerdings kostet das unerlaubte Fahren auf entsprechenden Verkehrsflächen gerade einmal 15 Euro. Wer Regeln bewusst ignoriert, dürfte davon kaum nachhaltig beeindruckt sein.

Ich hätte mir deshalb eine konkretere Antwort gewünscht: Wie sollen Stadt und Polizei ihre Kontrollen künftig abstimmen? Wird regelmäßig an den bekannten Problemstellen kontrolliert? Und woran will man erkennen, ob die angekündigten Maßnahmen tatsächlich etwas bewirken?

Denn genau daran fehlt es mir. Eine Kampagne lässt sich schnell ankündigen, ein Schild ebenso schnell aufstellen. Ob dadurch weniger Menschen gefährdet werden, ist eine ganz andere Frage.

Ich habe nichts gegen E-Scooter und schon gar nichts gegen Jugendliche. Aber Rücksichtnahme ist keine freiwillige Zusatzfunktion, die man bei Bedarf einschaltet. Sie gehört zum Straßenverkehr dazu.

Meine Hildener Fanbrille bleibt deshalb skeptisch. Ich wünsche mir eine lebendige, moderne Innenstadt – aber keine, in der Fußgänger vor E-Scootern ausweichen müssen, während das Rathaus ihnen auf Instagram erklärt, dass sie eigentlich Vorfahrt haben.

Montag, 26. Oktober 2026

26.10.2026: Halloween trifft Reformation – oder: Hilden feiert jetzt auch mit himmlischem Beistand

Am 31. Oktober ziehen normalerweise kleine Hexen, Vampire und Gespenster durch Hilden und verlangen Süßigkeiten. Dieses Jahr bekommt Halloween allerdings Konkurrenz. In der Reformationskirche steigt die erste Hildener „Churchnight“. Und ich muss sagen: Die Idee gefällt mir.

Ab 18.30 Uhr lädt die evangelische Gemeinde zu einem Abend mit Gottesdienst, Karaoke, Tanz, Spielen und Bastelaktionen ein. Um 19 Uhr geht es zunächst um die Frage, was die evangelische Kirche eigentlich ausmacht. Anschließend wird gefeiert. Getränke und Snacks gibt es ebenfalls. Eine interessante Mischung aus Glauben, Gemeinschaft und Unterhaltung.

Dass der 31. Oktober nicht nur Halloween, sondern auch Reformationstag ist, gerät zwischen Kürbissen, Plastikspinnen und Süßigkeiten leicht in Vergessenheit. Die Kirche möchte daran erinnern und gleichzeitig eine Alternative anbieten. Das finde ich sympathisch. Schließlich muss nicht jede Veranstaltung mit Kunstblut und Gruselmasken beginnen.

Meine Hildener Fanbrille freut sich darüber, dass eine örtliche Gemeinde etwas Neues ausprobiert. Gerade weil Kirchen zunehmend Schwierigkeiten haben, jüngere Menschen zu erreichen, kann ein solches Angebot frischen Wind bringen.

Allerdings bin ich gespannt, ob das Konzept aufgeht. Wer Jugendliche begeistern möchte, braucht mehr als einen Gottesdienst mit anschließendem Unterhaltungsprogramm. Eine Kirchennacht sollte sich nicht wie eine klassische Gemeindeveranstaltung anfühlen, der man lediglich einen englischen Namen gegeben hat.

Entscheidend ist für mich, ob auch Menschen kommen, die sonst selten eine Kirche betreten. Genau darin liegt die Chance: Begegnung statt Abgrenzung und ein offenes Angebot für alle Generationen.

Ich wünsche der ersten Hildener Churchnight jedenfalls viele Besucher und einen gelungenen Auftakt. Vielleicht entsteht daraus sogar eine neue Tradition.

Und sollte am Ende tatsächlich die ganze Kirche Karaoke singen, wäre das doch ein schöner Erfolg. Denn in Hilden muss am 31. Oktober nicht überall der Teufel los sein. Manchmal reicht es schon, wenn in der Kirche richtig Leben herrscht.