Samstag, 7. November 2026

7.11.2026: Weihnachten im Schuhkarton – oder: Wenn Hilden Freude auf die Reise schickt

Ein Schuhkarton, ein paar Geschenke und ein bisschen Zeit: Mehr braucht es nicht, um einem bedürftigen Kind zu Weihnachten eine Freude zu machen. Vom 9. bis zum 16. November können wir Hildener wieder bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mitmachen.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hilden nimmt die Pakete im Gemeindehaus an der Paul-Spindler-Straße 4 täglich zwischen 16 und 18 Uhr entgegen. Eine weitere Annahmestelle ist der Kinderspielpark Trampolino an der Straße Kleinhülsen 17. Dort ist die Abgabe montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 19.30 Uhr möglich.

Die Idee der seit 1993 bestehenden internationalen Aktion ist einfach: Einen Schuhkarton mit geeigneten Geschenken füllen, liebevoll verpacken und abgeben. Anschließend macht sich das Paket auf den Weg zu einem bedürftigen Kind.

Wichtig ist, die Vorgaben der Organisatoren zu beachten. Nicht alles, was gut gemeint ist, gehört auch in den Karton. Welche Geschenke geeignet sind, erklärt Samaritan’s Purse auf seiner Internetseite. Auch Geldspenden für die Transportkosten sind willkommen.

Meine Hildener Fanbrille freut sich über solche Aktionen. Gerade in einer Zeit, in der wir ständig über kommunale Sparmaßnahmen, steigende Preise und wirtschaftliche Sorgen sprechen, ist es schön zu sehen, wie unkompliziert Hilfsbereitschaft sein kann.

Natürlich löst ein Schuhkarton weder Armut noch die großen Ungerechtigkeiten dieser Welt. Und auch die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen darf man kritisch betrachten. Aber für ein Kind, das sonst vielleicht kein Weihnachtsgeschenk bekommen würde, kann eine solche Aufmerksamkeit viel bedeuten.

Besonders gefällt mir, dass jeder mitmachen kann. Man braucht kein großes Budget und muss auch keinem Verein angehören. Ein bisschen Zeit und die Bereitschaft, anderen eine Freude zu machen, reichen schon.

In Hilden wird derzeit viel darüber gesprochen, wo wir überall sparen müssen. Bei der Hilfsbereitschaft sollten wir damit besser nicht anfangen. Denn manchmal ist das wertvollste Weihnachtsgeschenk nicht das teuerste – sondern eines, das von Herzen kommt und in einen Schuhkarton passt.

Freitag, 6. November 2026

6.11.2026: Hilden muss sparen – oder: Wenn selbst der Rotstift nicht mehr reicht

In Hilden wird demnächst wohl nicht mehr gefragt, was wir uns leisten wollen, sondern was wir uns überhaupt noch leisten können. Bürgermeister Claus Pommer bereitet uns auf harte Einschnitte vor. Und wer die Zahlen kennt, versteht schnell: Das wird keine gewöhnliche Sparrunde, sondern eine finanzielle Vollbremsung.

Mehr als 26 Millionen Euro Defizit stehen für 2026 im Haushaltsplan. Bis 2036 muss die Stadt einen Weg zurück zu einem ausgeglichenen Haushalt finden. Pommer spricht rechnerisch von einem Konsolidierungsvolumen von rund 400 Millionen Euro über diesen Zeitraum. Das sind Dimensionen, bei denen selbst erfahrene Haushälter vermutlich zweimal auf ihren Taschenrechner schauen.

Die Verwaltung soll ebenfalls ihren Beitrag leisten. Bis 2036 sollen 45 der rund 900 Vollzeitstellen wegfallen, allerdings ohne Kündigungen. Feuerwehr, Kitas, offene Ganztagsschulen und andere besonders wichtige Bereiche sollen verschont bleiben. Durch Digitalisierung und effizientere Abläufe erhofft sich die Stadt langfristig jährliche Einsparungen von rund 3,9 Millionen Euro.

Meine kritische Hildener Fanbrille fragt sich allerdings, ob das ausreichen kann. Denn während im Rathaus mühsam über Einsparungen von 50.000 Euro nachgedacht wird, steigt die Kreisumlage für Hilden plötzlich um weitere sieben Millionen Euro. Da bekommt Pommers Vergleich mit dem Kampf gegen Windmühlen durchaus eine gewisse Berechtigung.

Trotzdem dürfen wir nicht jede finanzielle Schwierigkeit allein auf Bund, Land oder Kreis schieben. Auch in Hilden muss kritisch hinterfragt werden, welche Aufgaben notwendig sind, welche Strukturen effizienter werden können und wo wir uns über Jahre vielleicht an Leistungen gewöhnt haben, die künftig schwer zu finanzieren sind.

Besonders heikel wird die Frage nach höheren Steuern. Mehr Grundsteuer trifft Eigentümer und mittelbar auch Mieter, höhere Gewerbesteuern belasten Unternehmen. Beides könnte die Attraktivität unserer Stadt beeinträchtigen. Aber ohne zusätzliche Einnahmen wird die Rechnung möglicherweise ebenfalls nicht aufgehen.

Der Haushaltsentwurf soll im Dezember eingebracht und voraussichtlich im Frühjahr 2027 verabschiedet werden. Bis dahin stehen schwierige Diskussionen bevor. Ich erwarte dabei von Verwaltung und Politik nicht nur eine lange Liste möglicher Streichungen, sondern nachvollziehbare Prioritäten und ehrliche Antworten.

Denn Hilden lebt nicht allein von ausgeglichenen Haushaltszahlen. Unsere Vereine, Schulen, kulturellen Angebote und das Ehrenamt machen die Stadt lebenswert. Wer dort spart, sollte wissen, welche Folgen das für unsere Stadtgemeinschaft hat.

In Hilden müssen wir künftig wohl jeden Euro zweimal umdrehen. Aber eines sollten wir dabei nicht vergessen: Eine Stadt kann sich auch kaputtsparen. Die eigentliche Kunst wird deshalb nicht darin bestehen, möglichst viel zu streichen, sondern das Richtige zu erhalten.

Donnerstag, 5. November 2026

5.11.2026: St. Martin in Hilden – oder: Wenn unsere Stadt wieder leuchtet

In Hilden wird es wieder hell – und diesmal liegt es weder an der Weihnachtsbeleuchtung noch an der reparierten Leuchtreklame über der Mittelstraße. Anfang November übernehmen die Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen das Kommando. Und plötzlich verwandeln sich unsere Straßen in ein buntes Lichtermeer.

Den Auftakt macht am Freitag, 6. November, der Bürgerverein Hilden West & Unterstadt. Um 18 Uhr startet der traditionelle Martinszug an der Kita Pusteblume. Einen Tag später zieht St. Martin ab 17 Uhr mit der katholischen Gemeinde St. Jacobus durch die Innenstadt. Am Sonntag, 8. November, folgt um 17 Uhr der große Festumzug des St.-Martinsvereins Hilden-Süd. Die Mantelteilung findet anschließend auf dem Nove-Mesto-Platz statt.

Auch zahlreiche Hildener Kindergärten und Grundschulen beteiligen sich mit eigenen Martinszügen und Feiern. Bis weit in den November hinein werden Laternen geschwenkt, Martinslieder gesungen und Weckmänner geteilt. Viele dieser Veranstaltungen sind allerdings den Kindern und ihren Familien vorbehalten.

Meine Hildener Fanbrille freut sich besonders über dieses Stück lebendige Tradition. Denn während wir uns sonst über Baustellen, Parkgebühren und die Zukunft unserer Innenstadt streiten, zeigt St. Martin eine ganz andere Seite unserer Stadt. Hier stehen Kinder, Familien, Nachbarn und engagierte Ehrenamtliche im Mittelpunkt.

Und gerade Letztere verdienen ein großes Dankeschön. Ohne Bürgervereine, Schulen, Kirchengemeinden und viele helfende Hände würden die Martinszüge nicht stattfinden. Dass solche Traditionen in Hilden weiterhin gepflegt werden, ist keineswegs selbstverständlich.

Dabei steckt hinter dem bunten Laternenzauber eine Botschaft, die heute vielleicht aktueller ist denn je: Teilen, Rücksicht nehmen und anderen helfen. Eigenschaften, die nicht nur dem heiligen Martin gut zu Gesicht standen, sondern auch unserem Zusammenleben in Hilden.

Natürlich wird es an manchen Stellen kurzfristige Straßensperrungen geben. Aber wenn Kinder mit leuchtenden Augen und selbst gebastelten Laternen durch unsere Straßen ziehen, dürfen Autofahrer ruhig einmal ein paar Minuten warten.

Ich freue mich jedenfalls auf die Martinszüge. Denn während in Hilden sonst häufig über das Licht am Ende des Tunnels diskutiert wird, tragen es unsere Kinder im November einfach selbst durch die Straßen. Und das ist vielleicht die schönste Form von Stadtbeleuchtung.

Mittwoch, 4. November 2026

4.11.2026: In 80 Tagen um die Welt – oder: Hilden geht auf große Reise

Von Hilden aus einmal um die ganze Welt reisen, ohne am Düsseldorfer Flughafen in der Sicherheitskontrolle zu stehen? Das geht tatsächlich. Am 1. Dezember genügt dafür ein Besuch in der Stadthalle. Und das Beste: Weder Flugverspätungen noch verlorene Koffer dürften den Abend verderben.

Auf dem Programm steht „In 80 Tagen um die Welt“ nach dem berühmten Roman von Jules Verne. Allerdings mit einer interessanten Veränderung: Statt Phileas Fogg geht diesmal Lady Philea Fogg die legendäre Wette ein. Gemeinsam mit ihrem Diener Passepartout will sie den Globus in gerade einmal 80 Tagen umrunden.

Die Reise führt über Meere, durch fremde Länder und pulsierende Metropolen. Dampfschiffe, Eisenbahnen und sogar Elefanten gehören zum Abenteuer. Und weil eine Weltreise ohne Schwierigkeiten offenbar zu langweilig wäre, ist Inspektor Fix den beiden ständig auf den Fersen.

Das Ensemble Persona verspricht eine Mischung aus Schauspiel, Musik, Humor und Artistik. Klingt nach einem Theaterabend, der nicht nur die eingefleischten Kulturfreunde ansprechen dürfte.

Meine Hildener Fanbrille freut sich jedenfalls darüber, dass die Stadthalle solche Produktionen auf die Bühne bringt. Denn bei aller berechtigten Diskussion über unsere Innenstadt, Baustellen und kommunalen Finanzen sollte man nicht vergessen, dass auch ein abwechslungsreiches Kulturangebot zur Lebensqualität gehört.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt der Eintrittspreis. Erwachsene zahlen ab 31,90 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre ab 21,90 Euro. Für eine Familie kommt da durchaus einiges zusammen. Andererseits steckt hinter einer solchen Aufführung natürlich auch ein erheblicher künstlerischer und organisatorischer Aufwand.

Los geht es am Dienstag, 1. Dezember, um 19 Uhr, Einlass ist bereits ab 18 Uhr. Karten gibt es über die Website der Stadthalle und in begrenzter Zahl im TUI-Reisebüro in der Bismarckpassage.

Ich finde: Eine Weltreise mitten in Hilden hat durchaus ihren Reiz. Und während Lady Fogg in 80 Tagen um den Globus reist, schaffen wir es an diesem Abend hoffentlich wenigstens ohne Baustellenumleitung bis zur Stadthalle.

Dienstag, 3. November 2026

3.11.2026: Pflege in Hilden – oder: Hilfe holen, bevor nichts mehr geht

In Hilden wird über jede Baustelle diskutiert. Aber was passiert eigentlich, wenn die größte Baustelle plötzlich der eigene Alltag ist? Wenn der Weg zum Bäcker auf der Mittelstraße beschwerlich wird, das Duschen zur Herausforderung und die Kinder nicht mal eben vorbeikommen können? Dann zeigt sich, wie wichtig Hilfe vor der eigenen Haustür ist.

Genau darauf machen Heike Schmitz und Anna Loch von den Ambulanten Diensten des Deutschen Roten Kreuzes in Hilden aufmerksam. Viele Menschen beschäftigen sich erst nach einem Sturz, einer Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt mit möglichen Pflegeleistungen. Dabei könnte eine frühzeitige Beratung manche Sorge und einiges an hektischer Organisation verhindern.

Besonders wichtig finde ich den Hinweis, dass Unterstützung nicht grundsätzlich einen Pflegegrad voraussetzt. Je nach Bedarf und ärztlicher Verordnung können beispielsweise medizinische Behandlungen oder bestimmte Hilfen im Alltag organisiert werden. Auch geeignete Hilfsmittel können das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern.

Das DRK betreut mit 20 Mitarbeitenden rund 135 Menschen im südlichen Kreis Mettmann. Dahinter steckt weit mehr als die Versorgung mit Medikamenten oder Hilfe beim Anziehen. Gerade für alleinlebende Senioren sind die Pflegekräfte manchmal der einzige persönliche Kontakt des Tages.

Und genau da wird meine kritische Hildener Fanbrille nachdenklich. Wir sprechen viel über eine älter werdende Gesellschaft, Pflegekosten und Reformen. Aber sprechen wir eigentlich genug darüber, wie Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können? Und wissen die Betroffenen überhaupt, welche Unterstützung ihnen offensteht?

Die geplante Pflegereform sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Umso wichtiger ist eine verständliche Beratung, die nicht erst beginnt, wenn Angehörige verzweifelt nach einer schnellen Lösung suchen.

Ich finde es deshalb gut, dass das Hildener DRK kostenlose Beratungsgespräche anbietet. Wer Fragen hat, erreicht die Ambulanten Dienste unter 02103 242792. Man muss schließlich nicht warten, bis aus einer kleinen Alltagsschwierigkeit ein großes Problem geworden ist.

In Hilden kümmern wir uns gerne um Straßen, Baustellen und Stadtentwicklung. Aber eine lebenswerte Stadt zeigt sich auch daran, wie sie mit Menschen umgeht, die nicht mehr alles allein schaffen. Und manchmal beginnt gute Pflege nicht mit einer Tablette oder einem Rollator, sondern mit einem rechtzeitigen Gespräch.

Montag, 2. November 2026

2.11.2026: 16 Monate Baustelle – oder: Hilden buddelt sich durch die Hochdahler Straße

Wer in Hilden noch eine Straße ohne Baustelle kennt, sollte sie vorsichtshalber fotografieren. Sie könnte bald Seltenheitswert besitzen. Ab dem 16. November ist jedenfalls die Hochdahler Straße an der Reihe. Die Kanalarbeiten sollen insgesamt 16 Monate dauern. In Hilden denken wir bei Baustellen inzwischen offenbar lieber langfristig.

In der ersten Bauphase wird die Hochdahler Straße zwischen Hausnummer 30 und der Paul-Spindler-Straße auf rund 50 Metern für voraussichtlich sechs Monate nur einspurig befahrbar sein. Der westliche Gehweg fällt vorübergehend weg. Später folgen Arbeiten in der Hummelsterstraße, im Färberweg und im Zwirnerweg. Teilweise werden Straßen vollständig gesperrt. Für Anwohner, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger bedeutet das reichlich Geduld.

Immerhin hat die Baustelle einen nachvollziehbaren Zweck. Die Stadt erneuert und vergrößert Regenwasserkanäle, baut zusätzliche Reinigungsschächte ein und schafft Rückstaumöglichkeiten. Dadurch soll bei Starkregen weniger Wasser unkontrolliert abfließen und die Itter entlastet werden. Das ist sinnvoll, gerade angesichts zunehmender Wetterextreme.

Meine kritische Hildener Fanbrille richtet sich deshalb weniger gegen die Baumaßnahme als gegen ihre Begleiterscheinungen. Ich erwarte eine verständliche Verkehrsführung, frühzeitige Informationen und möglichst wenig Überraschungen für die Menschen, die dort wohnen oder täglich unterwegs sind. Denn eine notwendige Baustelle wird nicht automatisch zu einer gut organisierten Baustelle.

Besonders schade finde ich, dass bereits Anfang November vier Bäume und mehrere Sträucher entlang des Weges zwischen Hochdahler Straße und Tucherweg weichen müssen. Die Stadt verspricht Ersatzpflanzungen mit klimaangepassten Arten nach Abschluss der Arbeiten. Das ist richtig, auch wenn ein junger Baum einen gewachsenen nicht von heute auf morgen ersetzt.

Natürlich kann man moderne Kanalisation nicht bauen, ohne Straßen aufzureißen. Und lieber investiert Hilden jetzt in funktionierende Entwässerung, als später über vollgelaufene Keller und überlastete Kanäle zu klagen.

Trotzdem hoffe ich, dass der Zeitplan eingehalten wird. Denn bei der Vorstellung, dass aus einer langen Baustelle irgendwann eine noch längere wird, dürfte manchem Hildener schon jetzt das Wasser bis zum Hals stehen.

Hilden braucht bessere Kanäle, keine Frage. Aber wenn die Stadt schon so lange unter der Hochdahler Straße arbeitet, hoffe ich auf zwei Ergebnisse: dass das Regenwasser künftig schneller abfließt – und der Verkehr irgendwann auch wieder.

Sonntag, 1. November 2026

1.11.2026: Hilden spart beim Busverkehr – oder: Verkehrswende rückwärts

In Hilden soll die Verkehrswende künftig offenbar seltener fahren. Während die Stadt den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn fördern möchte, denkt sie über weniger Busfahrten nach. Ich frage mich langsam, ob man die Hildener zum Umsteigen bewegen oder gleich ganz zu Hause behalten will.

Am 4. November berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität über Vorschläge der Rheinbahn. Die Linie 781 soll samstagvormittags zwischen Köbener Straße und Erika-Siedlung nur noch alle 30 Minuten fahren, die Linie 785 täglich ab 18.30 Uhr im 20-Minuten-Takt. Bei der Linie 783 könnten sonntags vier Fahrten bis zur Stadtgrenze nach Solingen entfallen. Noch ist nichts beschlossen. Frühestens im Sommer 2027 wären die Änderungen möglich.

Der Grund ist Hildens angespannte Haushaltslage. Für 2030 rechnet die Stadt mit rund 3,92 Millionen Euro VRR-Umlage. Sparen ist also notwendig. Doch bei den vorgeschlagenen Kürzungen geht es um geschätzte 20.000 Euro im Jahr 2029 und etwa 40.000 Euro jährlich ab 2030. Letzteres entspricht gerade einmal rund einem Prozent der erwarteten Umlage.

Da verrutscht mir die kritische Hildener Fanbrille. Für eine vergleichsweise geringe, noch dazu unsichere Ersparnis sollen Fahrgäste längere Wartezeiten und schlechtere Verbindungen hinnehmen. Das passt für mich nicht zu einer Stadt, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen möchte.

Natürlich darf man schwach ausgelastete Fahrten überprüfen. Aber gerade angesichts der Autobahnsperrungen, Baustellen und Zugausfälle rund um Hilden sollte man vorsichtig sein, weitere Alternativen zum Auto einzuschränken.

Immerhin sollen aktuelle Fahrgastzahlen und ein Gutachten zusätzliche Erkenntnisse liefern. Ich hoffe, dass die Politik diese sorgfältig prüft und nicht allein auf die erhoffte Ersparnis schaut. Entscheidend ist schließlich auch, welche Menschen auf die betroffenen Verbindungen angewiesen sind.

Hilden muss sparen, keine Frage. Aber wenn wir das Autofahren unattraktiver machen und gleichzeitig Busverbindungen streichen, wird aus der Verkehrswende eine ziemlich merkwürdige Übung: Erst sollen alle umsteigen – und dann kommt der Bus nicht mehr.