Sonntag, 1. März 2026

1.3.2026: Hilden, wir müssen reden: Wird der Stadtmarketing-Verein im Rathaus in den Pausenmodus geschaltet?

Man kennt das ja: Da will man gemeinsam „Zukunft gestalten“ – und am Ende gestaltet einer die Zukunft, während der andere draußen steht und sich fragt, ob die Einladung vielleicht in den falschen Briefkasten gefallen ist. Genau dieses Gefühl scheint gerade durch Hilden zu wehen wie ein etwas zu ambitionierter Citymarketing-Flyer bei Windstärke 6: Der Stadtmarketing-Verein fühlt sich vom Rathaus ausgebremst. Und wenn man sich die Geschichte anschaut, versteht man, warum da im Vorstand nicht nur der Kaffee kalt geworden ist, sondern auch die Laune.

Die große Idee klang zunächst richtig schick: Modernisierung! Seit 2024 sind die Aufgaben der früheren Stadtmarketing-GmbH komplett in die Stadtverwaltung gewandert. Citymanagement heißt das Kind jetzt, sitzt organisatorisch bei der Wirtschaftsförderung und soll alles bündeln, was Innenstädte heutzutage eben so brauchen: Veranstaltungen, Netzwerke, Leerstandsmanagement, ein bisschen Innenstadtentwicklung – quasi das Schweizer Taschenmesser der Fußgängerzone. Offiziell: kürzere Wege, bessere Ressourcennutzung, strategischer arbeiten. Inoffiziell klingt es ein bisschen wie: „Wir machen das jetzt mal professionell.“ Und genau da fängt es an zu knirschen, denn der Stadtmarketing-Verein existiert weiterhin – nur eben eher wie ein engagierter Beifahrer, dem man regelmäßig sagt: „Danke, aber ans Lenkrad fasse ich.“

Richtig symbolträchtig wurde es beim Zukunfts-Workshop am 22. März 2025. Der Titel: „Stadtmarketing Hilden – Zukunft gestalten“. Allein diese Formulierung hat etwas sehr Verlockendes – wie ein Buffet, zu dem man unbedingt will, weil es nach Aufbruch und Käsehäppchen riecht. Moderiert wurde das Ganze sogar vom Institut für Handelsforschung aus Köln, also von Leuten, die Innenstädte nicht nur anschauen, sondern auch ausmessen, katalogisieren und wahrscheinlich nachts von Frequenzzählungen träumen. Politikvertreter waren da, Verwaltungsleute waren da, Beiräte waren da – nur der Vorstand des Stadtmarketing-Vereins: nicht. Keine Einladung. Nada. Nicht mal ein „Wir streamen das auf Wunsch“. Und wenn man schon „Zukunft gestalten“ will, ist es unglücklich, einen Teil der Gestalter draußen im Flur warten zu lassen, als hätte man aus Versehen den falschen Doodle-Link verschickt.

Die Stadt erklärte damals sinngemäß: Das sei ein verwaltungs-politischer Strategieworkshop gewesen, erstmal intern, als Arbeitsgrundlage. Kann man so machen. Aber „intern“ ist ein dehnbarer Begriff, wenn gefühlt halb Hilden am Tisch sitzt – nur eben nicht die ehrenamtlichen Wirtschaftsvertreter, die seit Jahren genau an diesen Themen mitschrauben. Für den Verein muss sich das angefühlt haben wie ein Mannschaftsfoto, bei dem man hinterher merkt: Moment, wer hält eigentlich das Trikot?

Inhaltlich kam beim Workshop offenbar einiges heraus: vier Leitlinien für die Innenstadt, von „Bewährtes sichern“ bis „neue Formate für Jüngere und Familien“ – was in der Praxis meist bedeutet: weniger „Wir hängen ein Banner auf“ und mehr „Wir müssen Leuten einen Grund geben, überhaupt noch freiwillig in die Innenstadt zu kommen, ohne nur Pakete abzuholen“. Dazu: Aufenthaltsqualität erhöhen, Gemeinschaftsgefühl stärken. Also kurz gesagt: Hilden soll schöner werden, lebendiger, ein bisschen mehr „Ich bleib noch auf einen Kaffee“ und ein bisschen weniger „Ich war nur kurz beim Drogeriemarkt und bin dann sofort wieder ins Auto geflüchtet“.

Und die Stadt sagt auch: Es passiert ja schon was. Street-Food-Festival (mit Ausweitung), „Hilden tanzt“, Kneipentour fürs jüngere Publikum, Social-Media-Kampagnen für Handel und Wochenmarkt, digitale Angebote für Händler, Adventskalender – da ist wirklich Bewegung drin. Man könnte sagen: Es wird nicht nur geredet, es wird getanzt. Mindestens in Hilden.

Der Verein wiederum scheint nicht grundsätzlich dagegen zu sein – im Gegenteil: Vieles wird begrüßt. Aber die große Frage bleibt: Warum nicht gemeinsam? Wenn beide Seiten auf dieselben Ziele einzahlen wollen, warum läuft es dann wie zwei parallele Stadtführungen, die sich nur zufällig am Eiscafé begegnen? Besonders pikant ist dabei der Ehrenamtsfaktor. Während Citymanagement-Mitarbeiter hauptamtlich arbeiten, opfern Unternehmer Freizeit, Abende, Nerven und wahrscheinlich auch das eine oder andere Familienessen, um sich „für die Stadt“ zu engagieren. Wenn dann die Rückmeldung aus dem Rathaus nach dem Motto „Danke, wir melden uns… irgendwann“ wirkt, ist das nicht nur organisatorisch unerquicklich, sondern emotional ein echter Stimmungskiller. Wertschätzung ist eben nicht nur ein Wort aus PowerPoint-Folien, sondern das Öl im Getriebe – ohne wird’s laut, ruckelig und irgendwann bleibt man stehen.

Und da sind wir beim Kern: Stadtmarketing ist kein Projekt mit Enddatum, bei dem man am Schluss ein Band durchschneidet und alle klatschen. Es ist Dauerbetrieb. Onlinehandel, verändertes Freizeitverhalten, demografischer Wandel – die üblichen Verdächtigen, die bundesweit Innenstädte beschäftigen, sitzen auch in Hilden in der ersten Reihe und knabbern an der Laufkundschaft. Genau deshalb wäre „vereinte Kräfte“ nicht nur eine hübsche Floskel, sondern praktisch überlebenswichtig. Denn wenn Verwaltung und Wirtschaft nebeneinander her arbeiten, entstehen schnell doppelte Wege, doppelte Frustration und am Ende doppelte Presseartikel – was zwar für Content gut ist, aber für die Innenstadt weniger.

Der Bericht zur Workshop-Reihe soll am 4. März 2026 im Wirtschaftsausschuss präsentiert werden. Das ist ein Datum, das nach „Jetzt wird’s offiziell“ klingt. Vielleicht ist das auch die Chance, die Sache zu drehen: weniger „Ihr dürft gerne mitmachen, wenn wir fertig sind“ und mehr „Kommt ran, wir bauen das zusammen“. Denn wenn man schon Zukunft gestalten will, wäre es schade, wenn am Ende die Zukunft zwar hübsch beschriftet ist – aber keiner mehr Lust hat, sie gemeinsam zu betreten.

Und Hilden? Hilden sitzt wie immer dazwischen, mit dem Wunsch nach einer lebendigen Innenstadt, einem Wochenmarkt, der mehr ist als Einkaufsroutine, Events, die nicht nur stattfinden, sondern auch hängen bleiben, und einem Stadtimage, das nicht klingt wie „Ganz nett hier“. Es wäre doch ein Traum, wenn die Stadt am Ende nicht zwei Teams hätte, die sich gegenseitig die Luft aus den Fahrradreifen lassen, sondern eine Gruppe, die gemeinsam anschiebt. Im Idealfall mit dem gleichen Ziel – und diesmal sogar mit Einladungsliste, die diesen Namen verdient.

Samstag, 28. Februar 2026

28.2.2026: Freie Fahrt auf der Hochdahler Straße: Hilden erlebt das achte Weltwunder (mit Asphalt)

Es gibt Nachrichten, die klingen in Hilden ungefähr so realistisch wie ein Einhorn auf dem Wochenmarkt: **Die Baustelle an der Hochdahler Straße ist fertig. Vorzeitig.** Ja, richtig gelesen. Nicht “fast fertig”, nicht “wir sind in einem sehr guten Prozess”, nicht “die Restarbeiten dauern nur noch bis… 2039”, sondern: **fertig**. Seit September 2024 hatten Pendler und Anwohner dort das tägliche Ritual: losfahren, bremsen, seufzen, im Stau über das eigene Leben nachdenken, wieder anfahren, wieder bremsen – und irgendwann ankommen, als hätte man nebenbei noch ein Fernstudium in Geduld abgeschlossen.

Die Hochdahler Straße ist ja nicht irgendein Sträßchen, auf dem man mal kurz einen Kinderwagen schiebt und dabei freundlich “Morgen!” sagt. Sie ist eine dieser lebenswichtigen Hildener Schlagadern Richtung A46 und A3 – also die Straße, auf der sich morgens das komplette Umland trifft, um gemeinsam zu üben, wie man in Schrittgeschwindigkeit den Radioverkehrsservice auswendig lernt. Und nun soll plötzlich “freie Fahrt” herrschen. **Freie Fahrt!** In Deutschland! Im Februar! Das ist ungefähr die Kombination, bei der selbst Navigationsgeräte kurz nervös lachen.

Die Stadtwerke Hilden geben sich dabei bemerkenswert bodenständig. Kein Konfetti, keine Blaskapelle, kein feierlicher Moment, in dem ein Bürgermeister mit goldener Schaufel ein letztes Stück Schotter streichelt. Stattdessen ganz rheinisch-pragmatisch: Sabine Müller, Sprecherin der Stadtwerke, sagt sinngemäß: Wir hatten sogar Winterpuffer eingeplant – aber den brauchten wir nicht. **Winterpuffer nicht benötigt** ist übrigens auch ein Satz, der normalerweise nur in Märchen vorkommt, gleich nach “und dann war die Bahn pünktlich”.

Was war überhaupt los? Leitungsrohre für den Netzausbau, abschnittweise verlegt. Eine sogenannte Wanderbaustelle – also diese mobile Lebensform, die man morgens auf Höhe “da, wo gestern noch frei war” antrifft und die sich offenbar von Hupe, Warnbake und dem leisen Weinen gestresster Autofahrer ernährt. Und jetzt ist sie weg. Einfach so. Die Baken sind verschwunden, die Schilder stehen nicht mehr wie moderne Kunst am Straßenrand, und man fährt plötzlich durch, ohne vorher dreimal die Spur zu wechseln und innerlich Abschied von der Kupplung zu nehmen.

Natürlich wird Hilden damit kurzzeitig in einen Zustand kollektiver Verunsicherung fallen. Man kennt das: Wenn etwas jahrelang (gefühlt) gesperrt ist, wird die Baustelle Teil der eigenen Orientierung. “Wo wohnst du?” – “Hinter dem zweiten Baustellenkegel links, kurz vor dem Stau.” Und wenn das weg ist, muss man wieder echte Landmarken benutzen. Bäume. Häuser. Himmel. Das ist ungewohnt.

Aber gut: Freie Fahrt ist freie Fahrt. Und vielleicht, nur vielleicht, darf man sich für einen winzigen Moment vorstellen, wie es ist, morgens über die Hochdahler Straße zu gleiten, ohne Stop-and-Go, ohne Baustellenampel, ohne das Gefühl, man würde auf einer Teststrecke für Stoßdämpfer-Forschung fahren. Einfach rollen. Wie im Werbespot. Nur mit mehr Thermosbecher.

Also: Herzlichen Glückwunsch, Hochdahler Straße. Du hast es geschafft. Und an alle, die jetzt reflexartig nach der nächsten Umleitung suchen: Keine Sorge. In NRW geht nichts wirklich verloren. Es verlagert sich nur.

Freitag, 27. Februar 2026

27.2.2026: Hilden im Frühlingsmodus: Wenn die Sonne rauskommt, weiß hier keiner mehr, wie man „Jacke“ schreibt

Kaum kitzeln ein paar warme Sonnenstrahlen das Gesicht und zack – Hilden verhält sich, als hätte jemand auf „Sommerferien“ gedrückt. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen, und oben drüber ziehen Kraniche in Formation, als wollten sie uns mitteilen: „So Leute, wir sind wieder da – macht schon mal die Terrassenmöbel klar.“ Und Hilden macht genau das, nur eben mit der typischen Geschwindigkeit: erst Sonnenbrille, dann Kaffee, dann Eis, dann die große philosophische Frage des Tages: „Ist das noch Februar oder schon ein Trick?“

Denn seien wir ehrlich: Wenn in Hilden die Sonne scheint, passiert etwas Magisches. Plötzlich sind Menschen draußen, die man sonst nur von vagen Erzählungen kennt. Im Stadtpark wird geboult, als stünde ein internationales Turnier an – vier Herren auf der Bahn, konzentriert, ernst, vermutlich mit internen Regeln, die seit 1987 nicht mehr geändert wurden. Zwei Mütter gehen ohne Jacke los, was in NRW meteorologisch ungefähr die Stufe „Mutprobe“ ist. Und irgendwo rollt ein Radfahrer los zur ersten Tour des Jahres, mit dem festen Versprechen an sich selbst: „Wenn ich das mache, darf ich danach einen großen Eisbecher.“ Belohnungssysteme funktionieren eben auch bei Erwachsenen – nur mit mehr Sahne.

Währenddessen erwacht die Außengastronomie wie ein Bär aus dem Winterschlaf, nur dass der Bär hier „Pepo’s am Alten Markt“ heißt. Michail und Pascal Peponis freuen sich, dass die Saison wieder losgeht – und man kann sich das bildlich vorstellen: Stühle raus, Tische raus, die erste Bestellung wird aufgenommen, als wäre es eine Zeremonie. In Hilden ist der Moment, in dem jemand „Ein Kaffee draußen, bitte“ sagt, praktisch der offizielle Frühlingsanfang. Nicht Krokusse, nicht Kalender, nicht Tagundnachtgleiche – **der erste Kaffee auf dem Alten Markt**. Danach ist alles erlaubt: Tulpensträuße als Farbklecks, Primeln für den Balkon und dieses leicht überdrehte Gefühl, dass man eigentlich gar keinen Urlaub mehr braucht, weil Fachwerk plus Reformationskirche schon ziemlich nach Postkarte aussieht.

Und dann sind da noch die Kraniche. Große Schwärme, lange Reihen, diese typische Spitze am Himmel – wie ein lebendiger Pfeil, der auf „bessere Zeiten“ zeigt. Sie ziehen so majestätisch über Hilden, dass man kurz vergisst, dass unten in der Innenstadt Menschen stehen, die gleichzeitig „Wie schön!“ und „Hoffentlich bleibt das so!“ sagen, als könnten sie das Wetter durch gemeinsames Hoffen festnageln.

Der Wetterdienst macht das Drama aber direkt perfekt: Donnerstag soll noch mal „Sonne satt“ liefern, bis zu neun Stunden – also genug Zeit, um alle Jahresvorsätze von „mehr rausgehen“ in einem Tag zu erledigen. Freitag wird mit 19 Grad und ein paar Sonnenstunden auch noch mal freundlich, und dann, pünktlich zum Wochenende, könnte der Regen zurückkommen. Natürlich. NRW wäre sonst irritierend untypisch. Deshalb lautet die offizielle Hildener Strategie: **Jetzt sofort genießen**, alles auf einmal: Stadtpark, Mittelstraße, Eis, Kaffee, Fahrrad, Sonnenbank am Wegesrand – und wenn’s geht noch schnell ein Foto vom Himmel, weil man später wieder beweisen muss, dass das wirklich passiert ist.

Kurz gesagt: Hilden strahlt. Die Sonne strahlt. Die Kraniche strahlen vermutlich innerlich. Und irgendwo hängt eine Jacke traurig im Flur und fragt sich, ob sie dieses Jahr überhaupt noch gebraucht wird.

Donnerstag, 26. Februar 2026

26.2.2026: Seed & Greet: Wo in Hilden sogar Baupläne einen Ladestopp brauchen

Im Gewerbegebiet Giesenheide tut sich was – und zwar nicht dieses „Da steht jetzt seit drei Monaten ein Bagger und keiner weiß warum“, sondern richtig sichtbar. Wer aktuell in den Seed & Greet-Ladepark am Hildener Kreuz einbiegt, wird rechts begrüßt von einem neuen grauen Kasten. So ein Ding, das aussieht, als hätte es ein sehr pflichtbewusster Toaster mit einem Parkscheinautomaten geschafft, gemeinsam erwachsen zu werden. Dazu: viel freie Fläche. Auf Deutsch heißt das: Hier wird bald wieder fleißig Strom in Autos gekippt.

Denn es kommt – Trommelwirbel, aber bitte elektrisch – ein weiterer Anbieter für Schnellladeinfrastruktur dazu. Name? Noch geheim. Vielleicht ist es auch einfach „Firma X“, die personifizierte Überraschungstüte der Energiewende. Fest steht: Die Baugenehmigung ist da, und in diesem Jahr sollen etwa acht weitere Ladeplätze entstehen. Acht! Das ist in Deutschland gefühlt schon die Größenordnung „Wir bauen einen Flughafen“, nur mit weniger Talkshows und deutlich mehr Hoffnung.

Und dann ist da noch das neue Gebäude. Also: das neue neue Gebäude. Denn der alte Bauantrag war zwar schon genehmigt, aber Unternehmer Roland Schüren hat entschieden, dass man Pläne auch mal laden, aktualisieren und dann mit etwas weniger Watt weiterfahren kann. „Abgespeckte Version“ nennt er das – was in der Baubranche meist bedeutet: Die Renderings bleiben hübsch, aber innen wird aus dem Wellnessbereich ein Flur mit gutem Willen. Gründe? Höhere Zinsen, weniger Fördergeld. Kurz: Das Geld hat plötzlich selbst einen Ladestand von 12 Prozent und sagt: „Heute nicht.“

Schüren bringt es herrlich unromantisch auf den Punkt: Zaubern könne man nicht, Neubau sei gerade in Deutschland ungefähr so häufig wie ein pünktlicher Handwerker mit gratis Upgrade. Trotzdem: Das Gebäude soll weiterhin Richtung Kreisverkehr entstehen. Und immerhin bleibt das Herzstück: Seed & Greet bekommt neue Räume für Backwaren und Snacks – etwa viermal so groß wie bisher. Viermal! Das ist kein Ausbau, das ist ein Croissant-Quartett. Dazu soll eine kleine Backstube kommen. Endlich eine Vision, die wirklich aufgeht: Während draußen Akkus schnell laden, geht drinnen der Teig. Nachhaltigkeit kann so einfach sein, wenn sie nach Zimt riecht.

Zusätzlich plant Schüren Büros ein – vermutlich, damit irgendwo jemand sitzen kann, der professionell „Wir sind gleich soweit“ sagt, wenn wieder eine Lieferung irgendwo zwischen „Ist raus“ und „War nie da“ festhängt. Baustart? Dieses Jahr angepeilt, spätestens nächstes. Klassischer deutscher Optimismus: „Heute oder irgendwann, aber definitiv vor dem Hitzetod des Universums.“

Spannend ist auch: Die Erweiterung bedeutet keine Abkehr von Tesla. Man stellt sich einfach breiter auf. Schließlich ist das Kreuz Hilden eines der am stärksten befahrenen Autobahnkreuze Deutschlands – ein Ort, an dem eigentlich alles vorbeikommt: Pendler, Fernfahrer, Familien mit „Wir müssen JETZT!“ auf der Rückbank und Menschen, die sich seit 40 Kilometern fragen, ob sie den Blinker noch anhaben. Klar, dass so ein Standort für Ladeanbieter attraktiv ist. Wenn Deutschland mal irgendwo Tempo macht, dann im Vorbeifahren.

Aktuell ist neben Tesla schon Fastned vertreten, außerdem gibt’s 40 AC-Ladeplätze und sogar vier Schukosteckdosen für Twizy & Co. – das ist die liebevolle Ecke für Fahrzeuge, die beim Schnellladen eher sagen: „Ich hätte gern einen Kamillentee und dann schauen wir mal.“ Und Nio hat eine Power Swap Station, also eine Akku-Wechselstation. Das ist die Formel-1-Variante des Ladens: hereinkommen, Akku raus, Akku rein, weiterfahren, als hätte man gerade eine neue Lebensentscheidung getroffen.

Und jetzt wird’s menschlich, rheinisch und ein bisschen feuilletonistisch: Roland Schüren ist Tesla-Enthusiast der ersten Stunde – aber sein Verhältnis zu Elon Musk ist inzwischen… sagen wir: geladen. Unmut und Unverständnis seien groß, und „alle Elon-Devotionalien“ seien entsorgt oder im Keller verstaut. Das ist ein Satz, der so klingt, als hätte jemand die Fanbase mit dem Besen zusammengekehrt und beschlossen: „Du kommst jetzt in die Weihnachtskisten. Zu den Lichterketten, die auch manchmal flackern.“

Trotzdem bleibt er Fan der Produkte, und die Auslastung der Tesla-Schnelllader in Hilden sei weiterhin hoch. Tesla sei Marktführer beim Schnellladen in Deutschland, sagt Schüren – und reagiert auch schneller beim Preis als andere. Die Preise hätten sich nach unten entwickelt, und das sei gut so. Man merkt: Hier spricht jemand, der nicht nur Strom verkauft, sondern auch ein bisschen den Glauben daran, dass Dinge in Deutschland doch günstiger werden können – wenn man lange genug wartet und zwischendurch einen Muffin isst.

Unterm Strich passiert in Hilden also das, was man sich überall wünscht: Es wird erweitert, aber realistisch. Es wird gebaut, aber nicht mit Fantasie-Milliarden. Es gibt mehr Ladeplätze, mehr Snacks, mehr Backstube – und weniger Elon im Wohnzimmer. Der Ladepark fährt weiter auf Zukunft, nur eben mit „abgespecktem“ Akku. Und ganz ehrlich: Wenn am Ende der Kaffee heiß ist, der Strom fließt und der Kreisverkehr noch steht, sind wir in NRW schon verdammt nah dran am Happy End.

Mittwoch, 25. Februar 2026

25.2.2026: Hilden im Streikmodus: Wenn der Bus “gleich” kommt, aber Verdi “jetzt” sagt

Hilden hat ja so seine festen Rituale: Einmal im Jahr fragt man sich, ob der Itterlauf wirklich jedes Mal so überraschend nass sein muss, und regelmäßig steht man an der Haltestelle und übt sich in rheinischer Gelassenheit. Und genau diese Gelassenheit wird jetzt wieder auf die Probe gestellt – denn Verdi hat beschlossen, dem kommunalen Nahverkehr ein kleines (okay: ganztägiges) Päuschen zu verordnen. Freitag und Samstag, also am **27. und 28. Februar 2026**, wird gestreikt. Nicht nur ein bisschen “Wir machen mal früher Feierabend”, sondern schön von **Betriebsbeginn am Freitag bis Betriebsende am Samstag**. Das ist quasi der “All-you-can-streik”-Tarif.

Betroffen ist nicht nur die Rheinbahn, sondern auch das ganze Ensemble, das man sonst eher unter “Ach, die gehören auch dazu?” einsortiert: Stadtwerke Solingen (Sparte Mobil), Stadtwerke Remscheid und die Bahnen der Stadt Monheim. Ein NRW-weites Warnstreik-Buffet, bei dem Hilden natürlich nicht fehlen darf – wir sind schließlich immer dabei, wenn irgendwo Verkehr ist. Oder eben keiner.

Das Pikante: Erst Anfang Februar gab’s schon Streik, damals mit Notfahrplan und Fremdunternehmen auf einzelnen Linien. Man konnte also live erleben, wie es sich anfühlt, wenn der ÖPNV “im Improvisations-Theater” gastiert: gleiche Haltestellen, neue Besetzung, und das Timing wirkt wie von einer sehr künstlerischen Uhr. Jetzt wird nachgelegt. Und zwar, weil in der ersten Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW offenbar das passiert ist, was man sonst nur aus sehr schlechten Date-Erzählungen kennt: **Die Arbeitgeber kamen – aber ohne Angebot.** Man kann sich das bildlich vorstellen: Verdi sitzt geschniegelt am Tisch, fragt freundlich “Und, was bringst du so mit?”, und gegenüber kommt ein Schulterzucken, das so laut ist, dass es fast schon als Gegenvorschlag zählt.

Worum geht’s? Nicht um goldene Lenkräder, sondern um Dinge, die in einem Job mit Schichtdienst ungefähr so exotisch wirken wie Schlaf: **Entlastung.** Verdi fordert unter anderem die **Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich**, verlässliche **Ruhezeiten zwischen den Schichten** und **höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit**. Also im Grunde: weniger “Dauerlauf”, mehr “Luftholen”. Und wer schon mal an einem Sonntag im Bus saß und dachte “Respekt, dass hier überhaupt jemand fährt”, versteht zumindest den Teil mit den Zuschlägen ziemlich schnell.

Besonders charmant (im Sinne von: leicht beunruhigend) ist die Begründung, die Verdi gleich mitliefert: Der Personalmangel im ÖPNV sei gravierend, und bis 2035 erreichen **70 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer** das Rentenalter. Das ist keine Zahl, das ist eine Ansage. Das ist wie: “Wir hätten da demnächst eine kleine Lücke – so ungefähr busgroß.” Und dann erklärt Verdi sinngemäß: Personal gewinnt man nicht mit Überlastung, sondern mit guten Arbeitsbedingungen. Verrückte Idee, ich weiß. Fast so verrückt wie der Gedanke, dass ein Nahverkehr ohne Menschen, die fahren, warten, reparieren oder den Betrieb organisieren, irgendwie… na ja… nicht so richtig fährt.

Was heißt das jetzt für Hilden? Erstmal: Wer Freitagmorgen geschniegelt zur Haltestelle spaziert, könnte dort eine neue Sportart entdecken: **Haltestellen-Standweitsprung über den inneren Schweinehund** – direkt in Richtung Fahrrad, Fahrgemeinschaft oder Fußweg. Immerhin: Laut Verdi sollen **S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn nicht betroffen** sein. Das ist die gute Nachricht, die man sich wie ein kleines Pflaster auf die Stirn klebt, während man versucht, den Weg zum nächsten Bahnhof in “nur zehn Minuten” schönzureden.

Und weil Streik heutzutage nicht nur Arbeitskampf, sondern auch Event ist, sind begleitend **betriebsnahe Streikposten** auf den Betriebshöfen geplant. Man könnte sagen: Das ist die “Live-Performance” zum Thema Tarifrunde – mit echtem Personal, echter Wut und ohne Popcornverkauf (vermutlich).

Am Ende bleibt Hilden wieder das, was es immer ist: ein Ort, an dem man sich durchwurschtelt, ein bisschen meckert, ein bisschen lacht und irgendwo zwischen “Verständnis” und “Warum ausgerechnet wenn ich zum Arzt muss?” pendelt. Vielleicht ist das ja die eigentliche Botschaft: Der Nahverkehr ist nicht nur Bus und Bahn – er ist ein Gemeinschaftsprojekt. Und wenn die, die ihn am Laufen halten sollen, sagen “So geht’s nicht weiter”, dann ist das unerquicklich – aber eben auch ziemlich logisch.

Also: Plan B rauslegen, Schuhe bereithalten, Fahrradlicht checken. Und falls jemand fragt, warum du zu spät bist: Sag einfach, du hättest versucht, dich auf den Fahrplan zu verlassen. Das versteht in Hilden jeder.

Dienstag, 24. Februar 2026

24.2.2026: Wenn der Bus dich fragt, wie er künftig fahren soll

Es gibt Nachrichten, die klingen erst mal so, als hätte sie ein sehr pflichtbewusster Aktenordner geschrieben – und dann merkt man plötzlich: Moment, das betrifft ja mein echtes Leben. Genau so eine ist die Sache mit dem neuen Nahverkehrsplan im Kreis Mettmann. Der ÖPNV soll „weiterentwickelt“ werden, und diesmal heißt das nicht nur: „Wir haben das Wort *Mobilitätswende* in ein PDF gedruckt“, sondern: Bürgerinnen und Bürger aus Hilden, Haan und dem ganzen Kreis dürfen wirklich mitreden. Ja, richtig gelesen: Du, ich, die Person, die morgens um 07:12 Uhr mit einem Blick, der zwischen Hoffnung und Resignation pendelt, an der Haltestelle steht – wir alle dürfen sagen, was uns am Busverkehr nervt, fehlt oder träumen lässt.

Das Ganze läuft über eine Onlinebeteiligung auf einer interaktiven Karte. Das ist im Grunde wie Google Maps, nur mit dem Feature „Hier wäre ein Bus nett“. Man kann Hinweise und Anregungen eintragen – wahrscheinlich sowas wie: „Bitte eine Verbindung, die nicht nur existiert, wenn Merkur rückläufig ist“ oder „Diese Haltestelle könnte mehr sein als ein schiefer Pfosten und ein Schild, das aussieht, als hätte es seit 1998 niemand mehr angefasst“. Wer schon mal versucht hat, in der App herauszufinden, ob der Bus *wirklich* kommt oder nur *philosophisch* existiert, wird sich freuen: Jetzt ist die Zeit, das freundlich, aber bestimmt zu thematisieren.

Mitmachen kann man bis einschließlich 31. März. Das ist dieses herrliche Zeitfenster, in dem man sich vornimmt, „morgen“ etwas einzutragen – und dann am 31. März um 23:48 Uhr panisch die Karte öffnet, während man sich denkt: *Wenn ich jetzt nichts sage, fährt der Bus 2028 immer noch nur jeden zweiten Dienstag.* Denn ja: Der Nahverkehrsplan soll 2028 fertig werden. 2028! Das ist ungefähr die Zeitspanne, in der andere Menschen ein Tiny House bauen, ein Studium abschließen und nebenbei noch lernen, Sauerteig am Leben zu halten. Beim ÖPNV heißt das: Wir denken gründlich nach. Sehr gründlich. Auf „ich zieh erst mal eine Jacke an“-Niveau gründlich. Aber fair: So ein Plan legt auch fest, welche Linien es gibt, wie oft sie fahren, wann, wie Umstiege funktionieren und wie barrierefrei das System wird. Also quasi die Frage, ob man mobil ist – oder nur sportlich im Sprint auf den Anschluss.

Die Beiträge aus der Karte werden gesichtet, bewertet und mit anderen Anregungen verglichen. Das klingt ein bisschen wie ein großes Casting: „Und jetzt bitte alle Wünsche einmal vortanzen. Danke. Wir melden uns.“ Danach werden Schwerpunkte abgeleitet und, wenn möglich, zu Maßnahmen weiterentwickelt. Dieses „wenn möglich“ ist der Satz, der in Deutschland immer mit einem milden Lächeln ausgesprochen wird, während im Hintergrund ein Taschenrechner leise weint. Denn natürlich spielen auch Wirtschaftlichkeit und finanzielle Spielräume eine Rolle. Übersetzt heißt das: „Ja, wir hätten auch gern überall alle fünf Minuten einen Bus mit beheizten Sitzen und kostenloser Suppenstation, aber…“

Trotzdem: Es ist selten, dass Verwaltung und Alltag so direkt Händchen halten dürfen. Und ganz ehrlich – wenn wir schon jahrelang an Haltestellen über das Universum, die Zeit und die Unzuverlässigkeit von Fahrplänen philosophieren, können wir auch einmal offiziell sagen: „Hier drückt der Schuh. Und zwar der mit der durchgelaufenen Sohle.“ Vielleicht wird am Ende nicht jeder Wunsch erfüllt, aber jede Rückmeldung ist ein kleiner Zettel am Kühlschrank der Planung: *Denk an die Menschen, nicht nur an die Tabellen.*

Also: Wer in Hilden, Haan oder sonstwo im Kreis Mettmann unterwegs ist und sich schon mal dachte „Das geht doch besser“, darf jetzt genau das eintragen – auf der Karte, mit Gefühl, mit Fakten, mit einem Hauch Humor, wenn’s hilft. Und wer weiß: Vielleicht fährt der Bus 2028 nicht nur – sondern sogar so, wie wir es brauchen. Und falls nicht, haben wir es wenigstens schriftlich versucht. Das ist im Rheinland ja auch schon fast Tradition.

Sonntag, 22. Februar 2026

22.2.2026: Wer räumt eigentlich das Granulat wieder weg? (Oder: Die Steinzeit kehrt zurück)

Es gibt Dinge, die kommen im Winter ganz selbstverständlich mit ins Haus: nasse Jacken, klamme Socken, diese eine Mütze, die nach drei Minuten aussieht wie ein zerknülltes Pausenbrot. Und dann gibt es Granulat. Dieses unscheinbare, hartnütige „Ich war nur kurz draußen“-Souvenir, das sich nicht einfach an die Garderobe hängt, sondern direkt den Weg in die Wohnung sucht – bevorzugt in Rudelbildung und mit Vorliebe für Parkett.

Dabei fing alles so vernünftig an. Die Stadt hat in den vergangenen Wochen großzügig gestreut, um uns alle vor dem großen Winterklassiker „Ausrutschen, elegant rudern, würdevoll fallen“ zu bewahren. Haltestellen, Bahnhofsbereich, viel begangene Wege – überall lag dieses kleine Sicherheitsversprechen aus Steinchen, das uns signalisierte: Heute nicht, Knochenbruch, heute nicht.

Jetzt ist die Frostperiode vorbei. Die Eiszeit hat sich verabschiedet, Schnee und Glätte sind nur noch eine ferne Erinnerung, und wir könnten uns eigentlich wieder entspannt dem Frühjahrsprogramm widmen: Fenster auf, Sonne rein, gute Laune an. Wäre da nicht das Granulat. Es ist geblieben. Wie ein Besuch, der nach dem letzten Kaffee sagt: „Ach, ich bleib noch ein bisschen sitzen“, und dann drei Wochen später anfängt, deine Pflanzen zu gießen.

Denn diese kleinen Körner haben Talente. Sie setzen sich in Schuhsohlen fest, als hätten sie dort einen Mietvertrag. Man tritt einmal kurz an der Haltestelle auf und zack – hat man eine mobile Kiesgrube dabei. Und wer nicht aufpasst, verteilt das Zeug über Hausflur, Teppich und Wohnzimmer, bis es klingt, als würde man in der Wohnung eine sehr kleine Baustelle betreiben. Besonders fies: empfindliche Böden wie Parkett reagieren auf die scharfkantigen Steinchen ungefähr so begeistert wie ein Smartphone auf einen Badewannen-Ausflug.

Und jetzt die Frage, die in Hilden offenbar gerade viele beschäftigt: Wer räumt das eigentlich weg?

Die Stadt lässt sinngemäß wissen: Das Granulat könne „noch eine Zeit lang liegen bleiben“. Es verschwinde nicht automatisch, sondern werde durch Regen, Wind und den täglichen Fußgängerverkehr nach und nach… nun ja… „verteilt“. Das ist eine herrlich beruhigende Formulierung, die klingt, als würde sich das Problem irgendwann von selbst lösen – so wie ein Puzzle, das sich nachts heimlich zusammensetzt. In der Praxis bedeutet „verteilt“ allerdings meistens: Es ist überall. Auch da, wo es vorher nicht war. Vor allem da.

Gleichzeitig heißt es, das Entfernen sei grundsätzlich Teil der regulären Reinigungspflicht. Und da wird’s richtig spannend, denn laut Straßenreinigungssatzung sind oft die angrenzenden Grundstückseigentümer zuständig – also die Anlieger. Mit anderen Worten: Sobald keine Glättegefahr mehr besteht, darf man nicht nur innerlich den Frühling begrüßen, sondern auch äußerlich den Besen.

Das Problem: Besonders auffällig liegt das Granulat gerade auf Flächen, die für viele erst mal nach „öffentlich“ aussehen – Bushaltestellen, Bürgersteige an Schulen, Bereiche, bei denen man instinktiv denkt: „Da kommt bestimmt gleich jemand mit so einer großen Kehrmaschine und macht zack-zack.“ Doch auch hier der Hinweis: Häufig seien diese Bereiche Teil der regulären Gehwegreinigung und damit in der Zuständigkeit der jeweiligen Anlieger. Und ob und wann die Stadt selbst tätig wird, hänge vom Standort und den geltenden Zuständigkeiten ab.

Das ist ungefähr so klar wie die Bedienungsanleitung eines neuen Druckers. Für Bürgerinnen und Bürger ist kaum nachvollziehbar, wer konkret handeln muss und wann. Und genau da entsteht diese besondere Mischung aus Ratlosigkeit und leichtem Ärger, die man sonst nur kennt, wenn man versucht, einen Karton zusammenzufalten, der „leicht zu öffnen“ sein soll.

Natürlich: Sicherheit im Winter ist wichtig. Niemand wünscht sich eine Stadt voller unfreiwilliger Eislauf-Kürprogramme. Aber wenn das Eis weg ist, wäre es schon charmant, wenn auch die Hinterlassenschaften der Eiszeit nicht mehr monatelang als städtische Dauerdekoration liegen bleiben. Eine klare, transparente Regelung – am besten in einer Sprache, die nicht nach „Interpretationsspielraum“ klingt – würde helfen. Denn wenn Zuständigkeiten so formuliert sind, dass sich im Zweifel niemand eindeutig verantwortlich fühlt, bleibt am Ende vor allem eines zurück: Granulat. Und das Gefühl, dass Hilden heimlich zum Freilichtmuseum der Kieselsteine wird.

Bis dahin gilt: Schuhe ausklopfen, Fußmatte ernst nehmen, Besen bereithalten – und beim nächsten Spaziergang einfach mal freundlich zurückgrüßen, wenn es unter den Sohlen knirscht. Es könnte sein, dass das Granulat dich längst als Familienmitglied betrachtet.