Dienstag, 3. Februar 2026

3.2.2026: Kamelle, Kasernenstürmer und Karnevalskommando: Hilden ruft Alaaf!

Wenn in Hilden plötzlich Bürgermeister Claus Pommer mit einer Trillerpfeife bewaffnet die Rathauspfeifen zusammentrommelt, während drei Prinzenpaare mit Schunkelmusik im Ohr das Bürgerhaus stürmen – ja, dann ist’s wohl wieder so weit: Karneval steht vor der Tür. Und zwar nicht durch die Hintertür, sondern mit Pauken, Trompeten und einem rosa Einhorn auf einem Bollerwagen.

Ab dem 12. Februar 2026 verwandelt sich die sonst so zivilisierte Stadt in ein jeckes Tollhaus. Es beginnt, wie es sich gehört, mit einem klassischen Machtumsturz: Der Rathaussturm an Altweiber. Dabei versuchen Hildens närrische Adelige, die Stadtregierung in einer Art Konfetti-Coup zu übernehmen. Vor der Mittelstraße 40 versammelt sich die Karnevalsprominenz, während im Hintergrund DJ Schunkel-Sven auflegt und das Bürgerhaus sich zitternd auf seine Erstürmung vorbereitet. Die Verteidigung übernehmen – man glaubt es kaum – Soldaten der Waldkaserne. Wahrscheinlich bewaffnet mit Trillerpfeifen und schlechten Reimen.

Apropos Waldkaserne: Auch dort bleibt kein Stein auf dem anderen. Gegen 15:11 Uhr wird das Südtor gestürmt – vermutlich mit Pappsäbeln und musikalischer Unterstützung des Ausbildungsmusikkorps, das Klassiker wie "Polonäse Blankenese" in Moll zum Besten geben wird. Später wird in der Fahrzeughalle gefeiert, als gäbe es kein Morgen – obwohl die Feldjäger vermutlich heimlich schon Kamelle auf die Gäste werfen, statt sie aufzuhalten.

Wer nach dieser Revolutionstour immer noch Energie hat, kann sich direkt in die Stadthalle schleppen – zur Altweiberparty. Um 16 Uhr beginnt der karnevalistische Ausnahmezustand mit Eintrittskarten für 19 Euro, die günstiger sind als ein Döner in Neuss (kein Scherz, der kostet dort jetzt zehn Euro).

Der Freitag gehört ganz der Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderung feiern zusammen eine jecke Sause, moderiert von Jan Simon und vertont von DJ Karsten. Eintritt? Geschenkt! Gute Laune? Pflicht!

Samstag ist dann wirklich alles los: Morgens wird in der Fußgängerzone getanzt, nachmittags der Seeräuberball gekapert – eine Veranstaltung mit dem romantischen Flair von Piraten, die ihre Biere nicht teilen wollen, aber ihre Liebe zum Karneval schon. Der Eintritt kostet wieder 19 Euro, also quasi ein „Döner Deluxe“, aber dafür für einen guten Zweck.

Sonntag? Da ist in Hilden ausnahmsweise mal nichts geplant – vermutlich zur Regeneration von Stimme, Kostüm und Leber. Wer dennoch feiern möchte, fährt nach Haan, wo der Familien-Karnevalszug durch die Straßen zieht, wahrscheinlich mit 17 Paw-Patrol-Wagen und mindestens einem Opa als Clown.

Und dann kommt er: der heilige Montag – Rosenmontag! Um 14:11 Uhr startet der große Umzug, Festwagen rollen, Fußgruppen hüpfen, und Claus Pommer regnet Kamelle vom Balkon wie ein närrischer Nikolaus. Die Zugstrecke ist lang, die Freude groß – und das Ordnungsamt streng: Wer sein Auto falsch parkt, wird gnadenlos abgeschleppt. Hilden ist an diesem Tag Kamelle-Zone – nicht Parkzone.

Und als wäre das alles nicht schon genug, folgt die After-Zoch-Party. Open Air, auf dem Alten Markt, ab 15 Uhr. Wer da nicht mehr tanzt, ist entweder aus Pappe oder hat sich am Samstag beim Seeräuberball die Hüfte verrenkt.

Fazit: Hilden beweist mal wieder, dass Karneval hier nicht einfach gefeiert, sondern zelebriert wird – mit Herz, Humor und vermutlich einem Kater, der sich bis Aschermittwoch hält. Alaaf!

Montag, 2. Februar 2026

2.2.2026: Chaos auf Rädern – Wenn der Bus nicht kommt und der Kaffee trotzdem kalt ist

Montagmorgen in Hilden. Die Sonne noch nicht aufgegangen, der Kaffee noch nicht durchgelaufen, und schon rollt die erste Nachricht über den Bildschirm: Warnstreik bei der Rheinbahn! Wer jetzt hofft, dass das ein verspäteter Karnevalsscherz ist – leider nein. Verdi ruft zum ganztägigen Streik auf, und mit „ganztägig“ ist nicht „bis zur Mittagspause“ gemeint, sondern 24 Stunden kollektives „Nö“.

Ab 3 Uhr früh wird gestreikt – pünktlicher als so mancher Bus an normalen Tagen. Betroffen: U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse, das gesamte Netz der Rheinbahn. Nicht betroffen: Das Wetter, der Termindruck, das Bedürfnis, irgendwie zur Arbeit zu kommen. Einziger Lichtblick: Einige Buslinien sollen „wahrscheinlich“ fahren – ein Wort, das so viel Vertrauen ausstrahlt wie „vielleicht“ bei einem Heiratsantrag.

In Hilden dürfen sich Fahrgäste immerhin an den Linien 782 und 785 festklammern – den beiden letzten Mohikanern des Nahverkehrs, die tapfer zwischen Heinrich-Heine-Allee, Hilden Süd S und Solingen Hbf pendeln wollen. Wahrscheinlich. Vielleicht. Eventuell. Wahrscheinlich. Vertrauen ist gut, eine Backup-Mitfahrgelegenheit besser.

Stephanie Peifer von Verdi bringt es auf den Punkt: Die Beschäftigten arbeiten „am Limit“. Und wie wir alle wissen, ist das Limit nur ein anderes Wort für „jetzt ist aber wirklich Schluss hier“. Die Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW waren – man könnte sagen – so erfolgreich wie ein Regenschirm im Orkan: keine Einigung, dafür ordentlich Gegenwind.

Die Rheinbahn bittet um Verständnis – ein schönes Wort, das in etwa so viel hilft wie eine Busfahrkarte ohne Bus. Immerhin: Infos gibt’s unter rheinbahn.de/streik, auf Facebook, Instagram und unter der „Schlauen Nummer“. Letztere könnte sich als Ironie des Schicksals herausstellen, wenn man dort landet, aber niemand abnimmt – wegen Streik.

Und so wanken die Hildener durch einen Tag voller Improvisation: mit dem Fahrrad durch den Regen, zu Fuß durch den Frost, oder im Auto – gemeinsam mit 347 anderen, die denselben Gedanken hatten. Ein Hoch auf den öffentlichen Nahverkehr. Oder besser gesagt: auf die Idee davon.

Montag, du warst noch nie so anstrengend.

Sonntag, 1. Februar 2026

1.2.2026: Wenn das Sparschwein weint – Hildens Haushalt zwischen Realität und Rest-Cent

Es war einmal ein kleines, rosafarbenes Sparschwein in Hilden. Jahrelang lebte es gemütlich auf dem Regal im Rathaus, wurde ab und zu mit einem symbolischen Hammerschlag bedacht – rein zeremoniell, versteht sich – und träumte von einer Zukunft, in der Stadtkassen ausgeglichen sind, Spielmobile fröhlich durch die Straßen rollen und das Waldschwimmbad nie schließen muss. Tja, das war einmal.

Denn jetzt ist es ernst. Richtig ernst. So ernst, dass der städtische Kämmerer Martin Wiedersprecher sich genötigt sah, das Wort „Haushaltssicherung“ in den Mund zu nehmen – ein Begriff, der ungefähr so viel Spaß macht wie „Steuerprüfung“ oder „Kaltmiete in Düsseldorf“. Bei 214 Millionen Euro Einnahmen stehen mal locker 242 Millionen Ausgaben gegenüber. Minus 30 Millionen. Und das ist nur der Auftakt – der große Schulden-Jackpot wird erst 2029 mit erwarteten 170 Millionen Euro erreicht. Herzlichen Glückwunsch, Hilden, du hast das Triple geschafft: Kein Geld, steigende Kosten, und Investitionen sind auch noch fällig.

Aber Hilden wäre nicht Hilden, wenn man nicht wenigstens versuchen würde, das Beste daraus zu machen. Und so lud man zum Bürgerhaushalt ins Bürgerhaus – ein Ort, an dem normalerweise Ratsmitglieder sitzen, aber an diesem Abend saßen da Bürger. Und Bürgermeister. Und Beigeordnete. Und ein Kämmerer mit einem sehr, sehr dicken Aktenordner voller schlechter Nachrichten.

Die Liste der Kostentreiber ist lang und fies: Kreisumlage rauf wegen Monheim, Sozialausgaben am Limit, Kitas mit Millionenlöchern, und selbst das Kinder-Mittagessen fährt Verlust ein – da hilft auch kein Nachschlag. Die Hundesteuer mit ihren 400.000 Euro Einnahmen wirkt da wie ein Witz mit Fußhupe.

Aber was macht der Hildener Bürger? Sitzt er still, senkt den Kopf, fängt an zu googeln, was ein „Kassenkredit“ ist? Nein. Er fragt! Und er denkt mit! Vorschläge fliegen durch den Bürgersaal: Ehrenamt stärken, Förderverein fürs Waldschwimmbad gründen, Digitalisierung nutzen – vielleicht kann man irgendwann die Schulden einfach ins Metaverse outsourcen?

Der Bürgermeister jedenfalls greift Ideen dankbar auf und lobt Engagement. Und während draußen der Regen auf die Stadt fällt wie die Zahlenkolonnen aufs Haushaltsblatt, gibt es doch einen Hoffnungsschimmer: Wenn alle mitmachen, wird vielleicht aus dem Defizit kein Drama, sondern eine gemeinsame Kraftanstrengung. Oder zumindest eine ordentliche Spendenquittung.

Das Sparschwein übrigens? Steht jetzt wieder auf dem Regal. Etwas ramponiert, aber lebendig. Mit einem Zettel auf dem Bauch: „Nicht schlachten – lieber Ideen reinwerfen.“

Freitag, 30. Januar 2026

30.1.2026: Schlaglöcher, Asphalt und Amphibien: Ein Drama am Schwarzen Weiher

Es gibt Orte, da tobt das Leben – und dann gibt es den Radweg „Am Schwarzen Weiher“ zwischen Langenfeld und Hilden. Eine Route, die bisher vor allem durch ihre charmante Mischung aus romantischem Schotter, überraschenden Schlaglöchern und einer Prise Nervenkitzel beim Ausweichen besticht. Doch damit ist bald Schluss: Die Schlaglöcher haben ausgehüpft, es wird asphaltiert!

Ja, richtig gelesen. Das 800 Meter lange Teilstück, das sich bisher anfühlte wie eine Teststrecke für Geländefahrräder oder die heimliche Lieblingsroute jedes Orthopäden, wird endlich saniert. Und zwar nicht irgendwie – sondern gleich mit vier Metern Breite in einem Guss. Die STRABAG kommt mit schwerem Gerät, und wer in dieser Zeit dort lang will, muss Umwege in Kauf nehmen: Über Wolfhagener Straße, Kaiserstraße und Hildener Straße – ein Radfahrertraum aus Asphalt, Abgas und Ampeln.

Doch bevor man in die Versuchung gerät, sich über Umleitungen zu beschweren, ein kurzer Blick auf die wahren Helden dieses Projekts: die Kreuzkröten und Zauneidechsen. Die dürfen nämlich bleiben. Extra Markierungen sollen sie darauf hinweisen, dass sie bitte nicht quer über den heißen Asphalt spazieren – oder womöglich Roller fahren. Artenschutz wird hier nämlich großgeschrieben, und so wird der Radweg zur ersten Kröten-kompatiblen Schnellstraße der Region. Verkehrsberuhigt für Reptilien, versteht sich.

Wer jetzt denkt: „Na super, endlich Schluss mit dem Zickzack-Fahren um Pfützen und Krater“, sollte sich den Kalender schnappen – Baubeginn ist in der ersten Februarwoche. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Es ist schließlich Winter, da geht vieles – aber nichts planmäßig.

Also: Noch einmal tief durchatmen, vielleicht ein letztes Mal die Zähne zusammenbeißen beim nächsten Schlagloch, und sich innerlich verabschieden vom Abenteuer „Radweg wie Schweizer Käse“. Bald wird alles besser. Glatter. Und kreuzkrötensicher.

Mittwoch, 28. Januar 2026

28.1.2026: Hilden hebt ab – oder: Wie die Grundsteuer dem Immobilienbesitzer das Konto leert, aber das Herz erwärmt (mit leichtem Sarkasmus)

Gerade noch die Gasrechnung mit einem Lächeln geöffnet, weil: Hurra, sie ist dieses Jahr nicht in astronomischen Höhen explodiert – und zack, da kommt aus dem Rathaus der Steuerhammer geschwungen wie ein Vorschlaghammer im Porzellanladen. Am 4. Februar entscheidet der Stadtrat in Hilden nämlich über eine saftige Erhöhung der Grundsteuer B. Spoiler: Die Entscheidung dürfte ungefähr so erfrischend werden wie ein Regenschauer bei der eigenen Grillparty.

Was ist passiert? Die Stadt Hilden hat sich 2024 mutig an eine Splittung der Steuersätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke gewagt. Ein bisschen wie beim Frühstück: Croissant hier, Rührei da – Hauptsache alles getrennt. Leider hat sich herausgestellt, dass dieses steuerliche Menü juristisch so haltbar ist wie ein Joghurt im Sommerurlaub: Mehrere Gerichte haben die Idee kassiert, und auch in Hilden stapeln sich jetzt die Klagen. Ergebnis: Die Verwaltung will zurückrudern. Und zwar kräftig.

Bisher zahlten Wohnimmobilien einen eher entspannten Satz von 650 Punkten. Gewerbe dagegen musste mit 1.300 Punkten tief in die Tasche greifen. Doch nun ist Schluss mit dem Steuer-Klassenunterschied. Zur Debatte stehen einheitliche Sätze von 800 oder 860 Punkten. Klingt erstmal nicht dramatisch – ist es aber. Denn während das Gewerbe künftig aufatmen kann (und sich vielleicht ein extra Brötchen beim Bäcker gönnt), dürfen Wohnungs- und Hausbesitzer tiefer in die Tasche greifen. Und Mieter dürfen sich freuen: Das Ganze wird natürlich liebevoll über die Nebenkosten weitergereicht. Inklusive Schleifchen.

Für die einen bedeutet das: 100 Euro mehr im Jahr für die Zweizimmerwohnung. Für die anderen: 130 Euro für die Drei-Zimmer-Variante. Und wer im Einfamilienhaus wohnt, darf sich jetzt ein bisschen wie ein VIP fühlen – mit Extra-Aufschlag natürlich. Vielleicht gibt’s demnächst auch Sammelpunkte dafür: „Zahlen Sie jetzt Ihre Grundsteuer und sichern Sie sich ein Gratis-Taschentuch zum Weinen!“

Aber keine Sorge: Schuld hat – wie immer – niemand. Die Stadt Hilden verweist auf das Land NRW, das die Möglichkeit zur Aufsplittung überhaupt erst angeboten hat. Wie beim Kind, das sagt: „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“ – nur mit mehr Paragrafen.

Und so rollt sie weiter, die Steuerwelle durch die beschaulichen Straßen von Hilden. Vielleicht wird’s ja irgendwann wieder günstiger – zum Beispiel, wenn Strom und Gas wieder teurer werden. Dann fühlt sich die neue Grundsteuer auch nicht mehr ganz so schlimm an. Alles eine Frage der Perspektive.

Bis dahin: Festhalten, durchatmen, Kontoauszug ignorieren – und nicht vergessen, rechtzeitig die Nebenkostenabrechnung wegzuschieben, bevor sie depressiv macht. Hilden – eine Stadt zum (ver)lieben. Vor allem, wenn man Immobilien besitzt.

Montag, 26. Januar 2026

26.1.2026: Jeckinnen an Deck – Wenn Hilden zur galaktischen Karnevalszentrale wird

Was passiert, wenn sich rund 1000 Damen in die Hildener Stadthalle beamen und dabei so viel Glitzer, Popcorn und galaktische Kostümideen mitbringen, dass selbst die Enterprise neidisch würde? Richtig: Es ist wieder Zeit für „Jeck om Deck“ – die legendäre Damensitzung der KG Kniebachschiffer, die jedes Jahr aufs Neue beweist, dass Karneval in Hilden keine Frage des Alters, sondern der Attitüde ist.

Sitzungspräsidentin Stephanie Pook steuerte das narrische Narrenschiff mit souveräner Hand – kein Wunder, als Ex-Hoppedine kennt sie die jecke See wie ihre eigene Handtasche. Während an Deck die Altstadtfunken aus Köln einmarschierten, kam unter Deck (also im Saal) niemand zu kurz: Es wurde geschunkelt, gesungen und so wild gefeiert, dass selbst der Techniker vermutlich die Sicherungen rhythmisch mitschwingen ließ.

Männer waren auf der Bühne gnädigerweise noch erlaubt – allerdings nur als Showeinlage oder in Nebenrollen wie Technik, Gastro oder Security. Man(n) weiß ja, wo die Grenzen liegen. Die „Gentlemen“ der Fauth Dance Company durften tanzen, Klaus und Willi durften witzeln, die Höhner durften Herzen brechen (und Gisela suchen, eine Dame mit vermutlich sehr stabilem Geburtsjahrgang).

Das wahre Highlight aber: die Kostüme der Jeckinnen. Zwischen Shrek und Sonnenblume, Cowgirl und Popcornkopf zeigte sich einmal mehr, dass Karneval auch eine heimliche Modenschau ist – nur eben mit mehr Federn, weniger Regeln und deutlich mehr blinkendem Bling-Bling. Eine sechsköpfige Weltraumcrew um „Avatar-Birgit“ zeigte: Kreativität kennt keine Schwerkraft. Und wenn doch, wurde sie einfach mit einem rot-gelb blinkenden Ring neutralisiert – Magic, sagt Lulu. Mehr verrät sie nicht. Wahrscheinlich Top Secret. NASA-Stufe.

Auch politisch wurde’s kurz, als Bernd Stelter sich in „Kanzler von Deutschland“ verwandelte – und dabei feststellte, dass er unter den Top-30-Streamingstars kaum noch jemanden kennt. Außer Taylor Swift. Die kennt er neunmal. Da fühlt man sich dann schon fast ein bisschen wie bei der Damensitzung: Bunt, laut, ein bisschen nostalgisch – aber mit ganz viel Herz und Humor.

Fazit: Wer noch nie bei „Jeck om Deck“ war, hat definitiv was verpasst. Hier wird gelacht, getanzt, gesungen – und wenn’s sein muss, auch mal spontan die Raum-Zeit-Kontinuität aufgehoben. Hauptsache, das Bier fließt, das Kostüm glitzert und der Kapellmeister hört auf Kommando. Alaaf, Hilden – das war wieder galaktisch gut!

Sonntag, 25. Januar 2026

25.1.2026: Hilden – was leuchtet später? Der Claim ist weg, der Ärger bleibt

Hilden – was liegt näher? Na ja, inzwischen wohl eher: Hilden – was lag da mal? Denn wer zuletzt durch die Mittelstraße geschlendert ist und hoffte, vom stadtbekannten Leuchtspruch begrüßt zu werden, wird enttäuscht weitergeschlendert sein. Die legendären Leuchtbuchstaben, einst stolzes Aushängeschild unserer Shopping-Oase, sind – Achtung Wortspiel – ausgeknipst und abgehängt worden. Der eine Schriftzug ging bereits 2023 in die ewigen Dunkelkammern ein, nun folgte ihm der letzte seiner Art. Hilden ohne Claim – das ist wie Düsseldorf ohne Altbier. Oder wie Solingen ohne Messer. Irgendwie… funktionslos.

Was ist passiert? Nun, die Geschichte beginnt mit einem Klassiker aus dem deutschen Behörden-Kabarett: Verantwortlichkeiten wurden verlagert, Budgets beschnitten, Zuständigkeiten verschwommen wie das Licht der letzten funktionierenden Glühbirne. Die Stadtmarketing GmbH wurde ins Citymanagement eingemeindet, und plötzlich waren die schönen Worte auf einmal nur noch... Worte. Dabei hatte der Stadtmarketing-Verein um Bastian Mey schon den Schraubenzieher in der Hand! Er wollte die Schriftzüge retten, reparieren, wieder aufhängen – aus eigener Tasche! Aber die Stadt? Zog die Notbremse, wahrscheinlich am Stromkabel. „Zu teuer“, hieß es, „nicht mehr zeitgemäß“. Vermutlich hätte man den Satz auch in Comic Sans auf einem iPad vorschlagen müssen, dann wäre es durchgewunken worden.

Man fragt sich: Was bitte ist nicht mehr zeitgemäß daran, als Stadt zu sagen „Hey, kommt vorbei, wir sind direkt um die Ecke und wir haben Schaufenster, die nicht nur online sind!“? Aber gut, Marketing in Zeiten von Haushaltskonsolidierung ist eben wie Werbung für Diät-Cola in der Wüste – man weiß, es braucht es, aber keiner will dafür zahlen.

Jetzt ruhen die einst leuchtenden Lettern im Keller von Bastian Mey, wahrscheinlich zwischen Weihnachtsdeko und alten Wahlplakaten. Dort warten sie auf ihre Auferstehung – oder wenigstens auf den 4. März 2026, wenn im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vielleicht noch einmal jemand den Lichtschalter sucht.

Bis dahin bleibt uns nur, nostalgisch zurückzublicken und zu hoffen, dass „Hilden – was liegt näher“ nicht ersetzt wird durch „Hilden – war da mal was?“