Es gibt Wörter, die entfalten ihre ganze Schönheit erst, wenn man sie miteinander kombiniert. „Freiwilliger Förderbeitrag“ gehört eindeutig dazu. Freiwillig klingt nach „Kann man machen“. Beitrag klingt dagegen schon ein bisschen mehr nach „Wäre aber schön“. Und wenn dann noch eine Tabelle dazukommt, in der steht, wie viel man abhängig vom Einkommen ungefähr geben könnte, beginnt jener Bereich, in dem deutsche Organisationskunst ihre besondere Stärke entwickelt.
Genau das erwartet Eltern am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und an der Wilhelmine-Fliedner-Gesamtschule in Hilden ab dem Schuljahr 2027/28. Die Evangelische Kirche im Rheinland führt an ihren Schulen freiwillige Förderbeiträge ein, weil die Kirchensteuereinnahmen zurückgehen und die Finanzierung langfristig auf eine breitere Grundlage gestellt werden soll. Betroffen sind alle zehn Schulen in ihrer Trägerschaft mit zusammen 7645 Schülerinnen und Schülern.
Das Modell soll sozial ausgewogen sein. Die Höhe bleibt frei wählbar, ein Einkommensnachweis ist nicht vorgesehen. Trotzdem gibt es Orientierungswerte: Bei einem Familieneinkommen unter 30.000 Euro werden monatlich 30 Euro vorgeschlagen, bis 60.000 Euro sind es 60 Euro, bis 90.000 Euro 120 Euro und bis 120.000 Euro 180 Euro. Für weitere Kinder sowie Familien, die Kirchensteuer oder Kirchgeld an die Evangelische Kirche im Rheinland zahlen, sind Reduzierungen vorgesehen.
Niemand muss seine Gehaltsabrechnung vorlegen, niemand muss erklären, warum aus vorgeschlagenen 120 Euro vielleicht 40, 20 oder null Euro werden. Vertrauen statt Einkommensprüfung. Für Deutschland ist das fast schon revolutionär. Wir leben schließlich in einem Land, in dem man für manche Verwaltungsvorgänge gefühlt noch nachweisen muss, dass die Kopie der Kopie des Originalnachweises ordnungsgemäß kopiert wurde. Und nun lautet das Prinzip ausgerechnet beim Geld: Wir glauben Ihnen das einfach.
Der Hintergrund ist allerdings ernst. Die Kirche muss auf sinkende Kirchensteuereinnahmen reagieren. Bis 2035 sollen die Förderbeiträge nach einem mehrjährigen Aufbau jährlich 8,8 Millionen Euro einbringen. Gleichzeitig versichert die Kirche, dass der notwendige Schulbetrieb auch dann finanziert wird, wenn dieses Ziel nicht erreicht wird. Damit trifft Freiwilligkeit auf Finanzplanung – ein durchaus spannendes Experiment.
Immerhin wurde das Modell gemeinsam mit Elternvertretungen, Schulleitungen und Schulstiftung entwickelt. Die Beiträge werden über die Schulstiftung organisiert. Der Großteil des Geldes soll unmittelbar der jeweiligen Schule zugutekommen, ein kleiner Teil dem solidarischen Ausgleich zwischen den Schulen dienen. In den kommenden Monaten sind Informationsveranstaltungen geplant.
Entscheidend wird weniger sein, ob die Tabelle mathematisch funktioniert, sondern wie Familien das Modell erleben. Kein Kind sollte irgendwann wissen oder spüren müssen, ob seine Eltern 180 Euro, 30 Euro oder gar nichts überweisen. Manche Familien können problemlos mehr geben, andere müssen jeden Monat rechnen. Solidarität funktioniert nur, wenn aus „freiwillig“ nicht irgendwann „freiwillig, aber wir hätten da noch eine kleine Frage“ wird.
Für die beiden Hildener Schulen gibt es zugleich eine weitere Nachricht: Unabhängig von den Elternbeiträgen erhöht die Kirche ihre Instandhaltungspauschale schrittweise auf das 1,55-Fache. Dafür sollen zusätzlich insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bonni und Fliedner müssen ihre Eltern also nicht losschicken, um das Geld für die nächste Dachreparatur zusammenzusammeln.
Wie das Modell in Hilden aufgenommen wird, ist noch offen. Bonni-Schulleiter Rolf-Olaf Geisler hatte bereits erklärt, man sei zunächst froh, dass die kirchlichen Schulen auf diese Weise gesichert würden. Die Fliedner-Schule und die Schulpflegschaften wollen sich derzeit noch nicht äußern. Vielleicht ist das gar nicht die schlechteste Idee: erst einmal hören, wie alles konkret funktionieren soll, und dann darüber diskutieren. Hilden ist schließlich ausgesprochen geübt darin, aus Themen mit Diskussionspotenzial zuverlässig eine Diskussion zu machen.
Ab dem Schuljahr 2027/28 wird sich zeigen, ob genügend Eltern mitmachen und welche Summen tatsächlich zusammenkommen. Vielleicht funktioniert das Solidaritätsprinzip hervorragend. Vielleicht bleiben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück. Und vielleicht lernen wir sogar, dass „freiwillig“ tatsächlich einfach freiwillig bedeuten kann.
Das wäre möglicherweise die größte Überraschung an der ganzen Geschichte.
Denn eines sollte bei aller Diskussion selbstverständlich bleiben: Wer nichts zahlt, hat trotzdem ein Kind an derselben Schule wie derjenige, der 180 Euro überweist. Ohne Sternchen, ohne schlechtes Gewissen und ohne imaginären Vermerk im Klassenbuch.
Sonst wäre aus dem freiwilligen Förderbeitrag irgendwann doch ein Schulgeld geworden.
Nur mit einem sehr viel freundlicheren Namen.
Hildener Geschichten
Dienstag, 8. September 2026
8.9.2026: Freiwillig zahlen für Bonni und Fliedner – oder: Wenn ein Elternbeitrag eigentlich keiner sein soll
Montag, 7. September 2026
7.9.2026: Hilden bekommt Nachwuchs fürs Finanzamt – oder: 14 junge Menschen, die vor dem Steuerrecht nicht weglaufen
Es gibt Entscheidungen im Leben, die versteht man sofort. Man macht nach der Schule eine Weltreise, studiert irgendetwas mit Medien oder nimmt sich erst einmal ein Jahr Zeit, um herauszufinden, was man eigentlich mit seinem Leben anfangen möchte. Und dann gibt es 14 junge Menschen in Hilden, die offenbar schon ziemlich genau wissen, wohin die Reise gehen soll: ins Finanzamt. Zum 1. September haben dort 14 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung beziehungsweise ihr duales Studium begonnen. Sieben wollen Finanzwirtin oder Finanzwirt werden, sieben weitere haben sich für das dreijährige duale Studium zum Diplom-Finanzwirt beziehungsweise zur Diplom-Finanzwirtin entschieden. Das verdient Respekt. Während ein erheblicher Teil der Bevölkerung bereits beim Wort „Einkommensteuererklärung“ plötzlich dringend Kaffee braucht, den Steuerberater anruft oder sich vorsichtshalber tot stellt, sagen diese 14 jungen Menschen: Genau das möchte ich beruflich machen. Sie werden sich künftig mit Steuerrecht, Buchführung und Verwaltungsrecht beschäftigen und zwischen Theorie und Praxis wechseln. Die angehenden Finanzwirte besuchen die Landesfinanzschule Nordrhein-Westfalen, die Studierenden die Hochschule für Finanzen NRW in Nordkirchen, dazwischen geht es immer wieder zurück ins Hildener Finanzamt. Man könnte sagen: Andere junge Menschen lernen Spanisch, Französisch oder Italienisch. Diese 14 lernen Finanzamtsdeutsch. Eine Sprache, in der man einen Satz dreimal lesen kann und anschließend weniger weiß als vorher. Wo normale Menschen schreiben würden „Sie müssen noch 327 Euro bezahlen“, beginnt ein behördlicher Text schließlich gerne mit Formulierungen, bei denen man nach der Hälfte vergessen hat, warum man den Brief überhaupt geöffnet hat. Irgendjemand muss das verstehen. Und Hilden hat jetzt 14 Menschen gefunden, die es freiwillig versuchen.
Natürlich besteht die Ausbildung nicht darin, den ganzen Tag Steuerbescheide zu verschicken und Bürgern mitzuteilen, dass der neue Bürostuhl leider doch nicht vollständig als Werbungskosten anerkannt werden kann. Die Finanzverwaltung bietet erstaunlich viele berufliche Möglichkeiten: Steuerveranlagung, Betriebsprüfung, Außendienst, IT, Lehrtätigkeit und sogar Steuerfahndung. Gerade Letzteres wertet die Antwort auf die klassische Partyfrage „Und, was machst du beruflich?“ erheblich auf. „Ich bin beim Finanzamt“ klingt zunächst nach Aktenordner, Taschenrechner und pünktlichem Feierabend. „Ich bin bei der Steuerfahndung“ klingt dagegen sofort nach abgedunkelten Dienstwagen, observierten Briefkästen und dem dramatischen Zugriff auf einen verdächtigen Schuhkarton voller Quittungen. Vermutlich sieht die Realität etwas anders aus. Wahrscheinlich besteht die Verfolgungsjagd eher darin, herauszufinden, warum jemand einen Swimmingpool, drei Espressomaschinen und einen Mallorca-Flug unter „betriebliche Aufwendungen“ verbucht hat. Aber auch das hat seinen Reiz. Und spätestens wenn jemand behauptet, der Porsche werde ausschließlich für Kundentermine benötigt, beginnt vermutlich der spannende Teil des Berufslebens.
Für Hilden sind die 14 Nachwuchskräfte jedenfalls eine gute Nachricht. Während überall über Fachkräftemangel gesprochen wird, bekommt das Finanzamt gleich eine komplette neue Mannschaft. Und Nachwuchs kann die Behörde gebrauchen, denn eines dürfte ziemlich sicher sein: Steuern werden nicht abgeschafft, nur weil irgendwann niemand mehr da ist, der sie bearbeitet. Das wäre zwar vermutlich die populärste Verwaltungsreform in der Geschichte der Bundesrepublik, dürfte aber im Bundesfinanzministerium auf gewisse Vorbehalte stoßen. Finanzamtsleiter Martin Janke spricht von einem Beruf mit Verantwortung und sicheren Perspektiven, und bei der Arbeitsplatzsicherheit dürfte kaum eine Branche mithalten können. Solange Deutschland Steuergesetze hat, wird es Menschen brauchen, die sie verstehen. Und sollte das deutsche Steuerrecht eines Tages plötzlich einfach und übersichtlich werden, haben wir vermutlich ohnehin größere Probleme, weil dann offensichtlich etwas mit dem Raum-Zeit-Kontinuum nicht stimmt. Eher ist die A3 dauerhaft baustellenfrei, die Deutsche Bahn meldet hundert Prozent Pünktlichkeit und in Hilden wird eine neue Tempo-30-Regelung eingeführt, ohne dass anschließend mindestens drei Ausschüsse, zwei Gutachten und sämtliche Kommentarspalten darüber diskutieren.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Finanzverwaltung bereits Nachwuchs für September 2027 sucht. Man kann sich also schon heute für eine berufliche Zukunft entscheiden, in der man irgendwann anderen Menschen erklären darf, warum etwas, das für sie vollkommen eindeutig beruflich veranlasst war, steuerrechtlich leider eine bemerkenswert andere Biografie besitzt. Und vielleicht begegnen uns einige der 14 irgendwann wieder. Nicht unbedingt persönlich. Vielleicht nur oben rechts auf einem Schreiben. Dann liegt dieser Brief auf dem Küchentisch, daneben die Steuerunterlagen, und man liest einen Satz zum vierten Mal. In diesem Moment sollte man sich daran erinnern, dass irgendwann im September 2026 vierzehn junge Menschen im Finanzamt Hilden ihren ersten Arbeitstag hatten und wahrscheinlich noch nicht ahnten, dass sie Jahre später darüber entscheiden würden, ob ein Hildener Bürger seinen ergonomischen Bürostuhl, sein Arbeitszimmer oder die Fahrt nach Grevenmacher steuerlich so behandeln darf, wie er sich das vorgestellt hat.
Deshalb wünschen wir den sieben angehenden Finanzwirten und den sieben zukünftigen Diplom-Finanzwirten einen guten Start, interessante Ausbildungsjahre und vor allem möglichst viele freundliche Steuerzahler. Denn bei aller Satire braucht eine funktionierende Verwaltung Menschen, die bereit sind, sich durch komplizierte Gesetze zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und am Ende Entscheidungen zu treffen, die für andere durchaus finanzielle Bedeutung haben. Wer sich freiwillig durch deutsches Steuerrecht kämpft, hat deshalb Anerkennung verdient. Andere lösen am Wochenende Sudoku. Diese 14 haben sich offenbar für die schwierigere Variante entschieden.
Und falls in ein paar Jahren einmal ein Brief vom Finanzamt Hilden im Briefkasten liegt, bei dem wir mit dem Ergebnis überhaupt nicht einverstanden sind, sollten wir fair bleiben.
Die 14 können nichts dafür. Wir haben ihnen 2026 noch ausdrücklich einen guten Start gewünscht.
Sonntag, 6. September 2026
6.9.2026: Wer einen Baum fällt, soll einen neuen pflanzen
Bäume haben es in der Politik eigentlich ganz gut. Sie reden nicht dazwischen, stellen keine Anträge und beschweren sich auch nicht über zu lange Ausschusssitzungen. Trotzdem schaffen sie es in Hilden regelmäßig auf die politische Tagesordnung. Diesmal geht es um eine ziemlich grundsätzliche Frage: Was passiert eigentlich, wenn ein geschützter Baum gefällt werden muss, weil er krank ist?
Die Antwort soll künftig ziemlich einfach lauten: Dann muss ein neuer her.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Klima hat die Verwaltung am 3. September beauftragt, die Hildener Baumschutzsatzung entsprechend zu überarbeiten. Ausgangspunkt war ein Antrag der Grünen. Die entscheidende Neuerung: Auch wenn ein Baum wegen Krankheit, Schädlingsbefall oder einer nicht mehr umkehrbaren Vitalitätsschwäche entfernt werden muss, soll künftig grundsätzlich eine Ersatzpflanzung vorgeschrieben werden. Und zwar nicht nur auf städtischen Flächen, sondern auch auf Privatgrundstücken.
Das klingt zunächst nach einer ziemlich nachvollziehbaren Rechnung: ein Baum weg, ein Baum neu. Doch wie so häufig steckt die kommunalpolitische Wahrheit irgendwo zwischen Stamm und Krone.
Denn ursprünglich wollten die Grünen noch weiter gehen. Unter anderem sollten eine fachliche Baubegleitung durch Gutachter und ein nachsorgendes Pflegemanagement verpflichtend werden. Die Verwaltung sah hier allerdings rechtliche Grenzen, insbesondere wegen des Eingriffs in die Eigentumsfreiheit privater Grundstücksbesitzer. Diese Forderungen wurden deshalb aus dem Antrag gestrichen.
Übrig geblieben ist der politische Auftrag, für jeden entsprechend gefällten Baum mindestens einen klimaresilienten Ersatzbaum vorzusehen. CDU und SPD konnten diesen Weg mitgehen, lediglich AfD und FDP stimmten gegen den Antrag.
Interessant wird es allerdings bei der Frage, was eigentlich ein angemessener Ersatz ist. Schließlich ist Baum nicht gleich Baum. Wer eine jahrzehntealte, stattliche Krone verliert und dafür einen jungen Baum von überschaubarer Größe in die Erde setzt, hat zwar mathematisch wieder die Zahl eins erreicht – ökologisch aber natürlich noch lange nicht den vorherigen Zustand.
Deshalb soll sich die Auswahl des Ersatzbaumes möglichst an der ungefähren späteren Höhe und Kronenbreite des gefällten Baumes orientieren. Wenn das nicht sinnvoll oder möglich ist, könnten alternativ mehrere klimaresiliente Bäume gepflanzt werden.
Und genau an dieser Stelle wird aus der scheinbar einfachen Regel „einer raus, einer rein“ eine interessante Aufgabe für die Verwaltung. Denn ein alter Baum lässt sich nicht einfach ersetzen wie eine kaputte Straßenlaterne. Bis aus einem jungen Ersatzbaum wieder ein großer Schattenspender wird, vergehen viele Jahre. Gleichzeitig muss eine Baumschutzsatzung praktikabel bleiben. Nicht jeder Garten bietet Platz für einen Baum, der irgendwann zwanzig Meter hoch wird und eine entsprechend große Krone entwickelt.
Die Verwaltung darf deshalb jetzt aus den politischen Vorgaben einen rechtssicheren und praktikablen Satzungstext machen. Ein Vorschlag soll in einer der kommenden Sitzungen vorgestellt werden. Dann entscheidet die Politik erneut.
Grundsätzlich ist die Idee sympathisch. Hilden ist eine dicht bebaute Stadt, und große Bäume sind längst mehr als hübsche Dekoration. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, bieten Lebensraum und prägen ganze Straßen. Gerade in heißen Sommern merkt man schnell, welchen Unterschied eine ausgewachsene Baumkrone machen kann.
Trotzdem sollte die neue Regel mit Augenmaß formuliert werden. Baumschutz funktioniert auf Dauer nur, wenn Grundstückseigentümer die Vorgaben nachvollziehen können und Ersatzpflanzungen auch tatsächlich zu den jeweiligen Standorten passen. Ein klimaresistenter Baum am richtigen Platz dürfte der Stadt mehr bringen als eine besonders ambitionierte Vorschrift, die in der Praxis kaum vernünftig umzusetzen ist.
Hilden schlägt beim Baumschutz also neue Wurzeln. Ob daraus am Ende eine gute Regelung wächst, entscheidet sich erst, wenn die Verwaltung ihren Satzungsentwurf vorlegt.
Bis dahin gilt immerhin schon einmal eine politische Grundidee, die man sich leicht merken kann:
Wer einen Baum verliert, sollte dafür sorgen, dass irgendwo ein neuer wachsen kann.
Samstag, 5. September 2026
5.9.2026: Freie Fahrt für alle? Hildens Fußgängerzone und die Sache mit der Rücksicht
Eigentlich steckt die wichtigste Information schon im Namen:
Fußgängerzone. Also eine Zone für Fußgänger. In Hilden scheint diese
sprachliche Feinheit allerdings gelegentlich etwas großzügiger
interpretiert zu werden. Wer durch die Innenstadt läuft, begegnet dort
nicht nur Menschen mit Einkaufstaschen, Kinderwagen oder Kaffeebechern,
sondern bisweilen auch Fahrrädern und E-Scootern. Und die bewegen sich
naturgemäß etwas schneller als der durchschnittliche Einkaufsbummler.
Inzwischen
gibt es offenbar so viele Beschwerden, dass sich auch die Stadt zu Wort
meldet. Hinweise aus der Bevölkerung und eigene Beobachtungen zeigten,
dass die Fußgängerzone zunehmend von Radfahrenden und E-Scootern
befahren werde, erklärt Peter Stuhlträger, Hildens Dezernent für Bau und
Umwelt. Auch an anderer Stelle gibt es Probleme. Auf der
Pungshausstraße sollen einzelne Radfahrer auf den Gehweg ausweichen, um
Fahrbahnanhebungen zu umgehen. Praktisch für den Radfahrer vielleicht –
weniger praktisch für den Fußgänger, der an einer Grundstücksausfahrt
plötzlich Gesellschaft bekommt.
Die Stadt setzt zunächst auf
einen Begriff, der im Straßenverkehr gelegentlich etwas aus der Mode
gekommen zu sein scheint: Rücksichtnahme.
Das klingt vernünftig.
Eine Stadt funktioniert schließlich nur, wenn Autofahrer, Radfahrer,
E-Scooter-Nutzer und Fußgänger akzeptieren, dass der öffentliche Raum
nicht exklusiv für sie reserviert wurde. Gerade dort, wo viele Menschen
auf engem Raum unterwegs sind, braucht es nicht für jede Begegnung eine
neue Vorschrift. Manchmal würde es schon helfen, Geschwindigkeit
herauszunehmen und den anderen überhaupt wahrzunehmen.
Ganz ohne
Regeln geht es allerdings auch nicht. Gehwege sind grundsätzlich
Fußgängern vorbehalten. Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr
dürfen dort Fahrrad fahren, ebenso eine begleitende Aufsichtsperson. Für
andere Radfahrer und für E-Scooter gilt: Auf den Gehweg dürfen sie nur,
wenn dieser ausdrücklich dafür freigegeben ist.
So weit, so eindeutig.
Interessanter
wird die Frage, was passiert, wenn sich jemand nicht daran hält. Denn
während die Stadt ausführlich an die gegenseitige Rücksichtnahme
appelliert, bleibt offen, ob der Kommunale Ordnungsdienst künftig
häufiger kontrollieren oder Verstöße sanktionieren soll. Dabei können
beispielsweise für das Fahren mit einem E-Scooter auf einer unzulässigen
Verkehrsfläche 15 Euro Bußgeld fällig werden.
Und genau hier beginnt die eigentlich spannende Hildener Diskussion.
Reicht ein Appell?
Wer
versehentlich ein paar Meter in einen Bereich fährt, in dem er nicht
fahren darf, braucht sicherlich nicht sofort die volle Härte der
öffentlichen Ordnung zu spüren. Wer aber regelmäßig durch eine volle
Fußgängerzone fährt und erwartet, dass die Fußgänger gefälligst Platz
machen, hat den Sinn einer Fußgängerzone möglicherweise nicht
vollständig verstanden.
Dabei ist das Problem keineswegs ein
Kampf „Fußgänger gegen Radfahrer“ oder „Hilden gegen E-Scooter“.
Fahrräder und E-Scooter gehören längst zur Mobilität einer modernen
Stadt. Sie können Autofahrten ersetzen, brauchen wenig Platz und sind
für kurze Strecken ausgesprochen praktisch. Gerade deshalb sollte man
aber darauf achten, dass ihre Akzeptanz nicht durch diejenigen
beschädigt wird, die Verkehrsregeln eher als unverbindliche Empfehlung
betrachten.
Vielleicht braucht Hilden also gar keine große neue
Verkehrsdebatte. Vielleicht reicht eine ziemlich einfache Vereinbarung:
Auf der Straße achten Autofahrer auf Radfahrer und E-Scooter. Auf
gemeinsamen Wegen achten alle aufeinander. Und dort, wo Fußgänger
Vorrang haben, bekommen sie diesen Vorrang tatsächlich.
Das wäre vermutlich die günstigste Verkehrssicherheitsmaßnahme, die Hilden in diesem Jahr einführen könnte.
Sie kostet exakt null Euro.
Nur ein bisschen Rücksicht.
Freitag, 4. September 2026
4.9.2026: Im September wird der Weg nach Düsseldorf zum kleinen Abenteuer
Wer aus Hilden regelmäßig nach Düsseldorf fährt, kennt das Spiel inzwischen: Man schaut morgens nicht mehr nur auf die Uhr, sondern vorsichtshalber auch noch auf die Verkehrsmeldungen. Im September lohnt sich dieser zusätzliche Blick ganz besonders. Rund um das Werstener Kreuz wird gebaut – und das betrifft uns Hildener gleich doppelt. Sowohl die Busse der Rheinbahn als auch Autofahrer müssen sich zeitweise neue Wege suchen.
Grund sind Gleisbauarbeiten der Rheinbahn im Bereich des Werstener Kreuzes. Vom 7. September um 4 Uhr bis zum 21. September um 4 Uhr wird dort gearbeitet. Für Hilden besonders wichtig: Die Buslinien 782 und 785 sind betroffen. Wer regelmäßig mit einer dieser Linien Richtung Düsseldorf fährt, sollte also etwas mehr Zeit einplanen.
Stadtauswärts fahren die Busse ab der Haltestelle „Uni-Kliniken“ eine Umleitung. Die Haltestelle „Werstener Dorfstraße“ entfällt während der Bauarbeiten. In Richtung Düsseldorf beginnt die Umleitung bereits ab der Autobahnabfahrt Wersten. Auch der Schnellbus SB50 nach Haan ist von den Änderungen betroffen.
Nun könnte man natürlich sagen: Dann fahre ich eben mit dem Auto.
Ganz so einfach ist es leider nicht.
Denn die Arbeiten haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr rund um das Werstener Kreuz und die A46. Mehrere Fahrbeziehungen sind zeitweise nicht möglich. Wer vom Südpark über die Werstener Straße kommt, kann beispielsweise nur in Richtung Wuppertal auf die A46 fahren. Die Zufahrt zum Werstener Kreuz ist gesperrt. Auch an anderen Stellen sind Auf- und Abfahrten beziehungsweise Abbiegeverbindungen nicht nutzbar.
Das klingt schon beim Lesen kompliziert und dürfte sich im Berufsverkehr noch ein wenig komplizierter anfühlen. Für uns Hildener bedeutet das vor allem: Wer normalerweise über die A46 nach Düsseldorf fährt, sollte vor der Abfahrt prüfen, welche Route gerade sinnvoll ist. Die offiziellen Umleitungen werden ausgeschildert, aber vermutlich werden auch die beliebten Schleichwege in diesen zwei Wochen deutlich stärker belastet sein.
Und weil eine Baustelle allein offenbar noch nicht reicht, gibt es im September noch eine kleine Zugabe. Vom 12. bis zum 14. September wird zusätzlich der Werstener Tunnel auf der A46 in beiden Fahrtrichtungen wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Spätestens an diesem Wochenende dürfte der Satz „Ich fahre mal eben nach Düsseldorf“ etwas optimistisch klingen.
Überhaupt entwickelt sich der Verkehr rund um Hilden derzeit zu einer Art strategischem Brettspiel. A3, A46, A59, Bahnstrecken, Brücken und diverse Baustellen – irgendwo wird eigentlich immer gebaut. Natürlich müssen Straßen, Schienen und Brücken irgendwann saniert werden. Trotzdem ist die Gleichzeitigkeit für Pendler zunehmend eine Herausforderung.
Gerade die Verbindung zwischen Hilden und Düsseldorf ist für viele Menschen tägliche Routine. Arbeit, Universität, Arzttermine, Einkaufen, Veranstaltungen oder einfach ein Abend in der Düsseldorfer Innenstadt – die Strecke gehört zum Alltag. Und deshalb sind solche vermeintlich Düsseldorfer Baustellen eben auch Hildener Geschichten.
Immerhin ist diesmal ziemlich genau bekannt, wann der Spuk vorbei sein soll. Am 21. September um 4 Uhr sollen die Umleitungen der Rheinbahn enden.
Bis dahin gilt für alle Hildener mit Ziel Düsseldorf: ein bisschen früher losfahren, Verkehrsmeldungen anschauen und nicht unbedingt darauf vertrauen, dass der Weg, den man seit zwanzig Jahren fährt, an diesem Morgen auch tatsächlich funktioniert.
Und vielleicht ist das ja inzwischen die wichtigste Verkehrsregel rund um Hilden:
Wenn das Navi plötzlich sagt „Route wird neu berechnet“, hat es wahrscheinlich recht.
Donnerstag, 3. September 2026
3.9.2026: Otto auf Abwegen – plötzlich liegt eine Königspython in einem Hildener Garten
Es gibt diese Momente, in denen man im Garten mit vielem rechnet. Mit Schnecken. Mit Wespen. Vielleicht mit der Nachbarskatze, die wieder einmal so tut, als gehöre ihr das Grundstück. Womit man in Hilden eher nicht rechnet: einer Königspython. Genau das passierte jetzt Anwohnern an der Poststraße. Am Sonntagabend entdeckten sie in einem Garten eine Würgeschlange. Und damit hatte Hilden für ein paar Stunden seinen ganz eigenen kleinen Schlangenalarm.
Die Feuerwehr wurde gerufen, außerdem kam ein Reptilienexperte hinzu. Denn bei aller Neugier ist eine Python nun einmal kein Tier, bei dem man erst einmal mit dem Besen nachschaut, ob sie vielleicht freiwillig wieder verschwindet. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um den ungewöhnlichen Gast. Weil der Aquazoo in Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war, führte der Weg schließlich ins Tierheim Hilden.
Dort war man offenbar besser auf solche Überraschungsgäste vorbereitet, als man vielleicht vermuten würde. Es gibt ein Übergangsterrarium, und so bekam die Königspython zunächst eine vorübergehende Unterkunft. Und wie es sich für eine ordentliche Hildener Geschichte gehört, bekam das Tier natürlich auch einen Namen: Otto.
Otto scheint seine kleine Reise durch Hilden gesundheitlich gut überstanden zu haben. Nach Angaben des Tierheims befand sich die Schlange in einem guten Zustand. Noch wichtiger: Die Geschichte hat inzwischen ein Happy End. Über die sozialen Medien konnte der Besitzer gefunden werden, und Otto wurde mittlerweile wieder abgeholt.
Damit endet der Hildener Schlangenausflug deutlich unspektakulärer, als er begonnen hat. Und das ist wahrscheinlich auch gut so.
Ganz ohne größeren Zusammenhang steht der Fund allerdings nicht da. Im Rheinland sorgten zuletzt mehrfach ausgesetzte oder entlaufene Würgeschlangen für Aufsehen. In Krefeld wurde beispielsweise innerhalb weniger Wochen gleich zweimal eine Boa Constrictor gefunden. Eine davon war rund zweieinhalb Meter lang und sieben Kilogramm schwer. Bei der zweiten Boa handelte es sich um ein jüngeres Tier von ungefähr 1,50 Meter Länge. Diese Schlange war am Schwanz verletzt und musste tierärztlich behandelt werden.
Obwohl solche Meldungen spektakulär klingen, zeigt Ottos Geschichte vor allem etwas anderes: wie viele unterschiedliche Aufgaben bei Feuerwehr und Tierheim landen. Normalerweise denken wir bei einem Feuerwehreinsatz an Brände, Verkehrsunfälle oder technische Hilfeleistungen. Manchmal besteht der Einsatz eben darin, eine Königspython aus einem Hildener Garten zu holen.
Und auch unser Tierheim kümmert sich offensichtlich nicht ausschließlich um Hund, Katze und Kaninchen. Wenn plötzlich ein exotischer Gast vor der Tür steht, braucht es einen geeigneten Platz, Erfahrung und im Zweifel zusätzliche fachliche Unterstützung. Dass dafür sogar ein Übergangsterrarium vorhanden ist, hätte ich jedenfalls nicht unbedingt erwartet.
Bleibt natürlich die Frage, wie Otto überhaupt in den Garten an der Poststraße gekommen ist. Darüber erfahren wir leider nichts. Vielleicht hat er eine Gelegenheit zur Flucht genutzt, vielleicht war irgendwo eine Tür oder ein Terrarium nicht richtig geschlossen. Entscheidend ist am Ende: Besitzer gefunden, Schlange gesund, niemand verletzt.
Und Otto?
Der dürfte seinen Ausflug vermutlich weniger spektakulär gefunden haben als die Menschen, die ihn entdeckt haben.
Für die wiederum gilt künftig vielleicht eine neue Hildener Gartenregel: Bevor man barfuß durch das Blumenbeet läuft, schaut man lieber zweimal hin.
Denn zwischen Geranien, Gartenzwerg und Gießkanne könnte neuerdings auch mal eine Königspython liegen.
Mittwoch, 2. September 2026
2.9.2026: Topf sucht Deckel – und die Itterbühne sucht Männer
Es gibt Dinge, die gehören einfach zum lokalen Kulturleben. Man muss nicht jedes Jahr hingehen, man muss nicht jeden Schauspieler persönlich kennen und man muss auch nicht bei jeder Pointe vom Stuhl fallen. Aber wenn eine Theatergruppe seit 30 Jahren dafür sorgt, dass Menschen aus Hilden und Haan gemeinsam auf der Bühne stehen und andere zum Lachen bringen, dann ist das schon eine kleine Institution. Genau das ist die Itterbühne – und Anfang Oktober steht die nächste Premiere an.
„Topf sucht Deckel“ heißt das neue Stück, und bereits der Titel lässt erahnen, dass wir uns nicht unbedingt auf einen Abend mit schwerer gesellschaftspolitischer Dramatik einstellen müssen. Im Mittelpunkt steht Gottlieb, ungefähr 40 Jahre alt, Bundesbahnangestellter, ziemlich einfältig, ein wenig trottelig und bei Frauen offenbar nicht gerade mit übermäßigem Talent gesegnet. Dazu ist er ein ausgeprägtes Mama-Kind. Beste Voraussetzungen also für einen Mann, den seine Stammtischfreunde unbedingt verkuppeln wollen.
Die Handlung spielt in einer Kneipe, und dort treffen gleich zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite sitzt der klassische Jäger-Stammtisch samt Gottlieb, auf der anderen Seite die von Regisseur Karlheinz Best augenzwinkernd als „Botox-Mädels“ bezeichneten Beauty-Girls. Dass diese Kombination nicht in einem stillen und harmonischen Kneipenabend endet, dürfte niemanden überraschen. Es gibt Wortgefechte, reichlich Klischees und offenbar jede Menge Pointen. Schon beim ersten gemeinsamen Lesen des Stücks soll sich das Ensemble beinahe „flachgelegt“ haben. Das ist für eine Komödie wahrscheinlich kein schlechtes Auswahlkriterium.
Ich mag an solchen Amateurtheatern gerade diese Mischung aus Spaß und erstaunlich viel Arbeit. Denn für uns Zuschauer beginnt der Theaterabend mit dem Öffnen des Vorhangs. Für die Menschen auf und hinter der Bühne beginnt er Monate vorher. Texte müssen gelernt, Szenen geprobt, Kostüme organisiert und Kulissen gebaut werden. Für „Topf sucht Deckel“ entsteht beispielsweise eigens eine Schankanlage. Weil im Originalstück Dias vorgesehen sind, die technisch nicht gezeigt werden können, hat die Itterbühne große Bilder drucken lassen. Der Hintergrund der Bühnenkneipe mit Flaschen und Gläsern wird diesmal sogar mithilfe künstlicher Intelligenz gestaltet. KI bei der Itterbühne – auch das Jahr 2026 hinterlässt also im Hildener Amateurtheater seine Spuren.
Zum ersten Mal greift die Gruppe außerdem auf einen professionellen Kostümverleih aus Köln zurück. Karlheinz Best bringt die dahinterstehende Philosophie schön auf den Punkt: „Die Leute sollen was fürs Auge haben.“ Und warum eigentlich nicht? Amateurtheater bedeutet schließlich nicht, dass die Gardine aus dem heimischen Wohnzimmer zwangsläufig als Bühnenvorhang herhalten muss.
Die Premiere findet am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr im Alten Helmholtz statt. Weitere Hildener Vorstellungen folgen am 3. Oktober um 18 Uhr und am 4. Oktober um 15.30 Uhr. Danach zieht die Itterbühne weiter nach Haan. Die Karten kosten 15 Euro.
Hinter der Vorfreude steckt allerdings auch ein ernstes Thema. Denn ausgerechnet die Spielstätte in Haan hat möglicherweise keine Zukunft. Das dortige CVJM-Heim soll von der evangelischen Landeskirche abgegeben werden. Für die Itterbühne könnte damit der große Saal verloren gehen. Das wäre nicht nur ein Problem für eine Theatergruppe, sondern zeigt ein grundsätzliches Thema, das viele Städte kennen: Kultur und Gemeinschaft brauchen Räume. Man kann Vereine, Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement wunderbar loben – aber irgendwann benötigen die Menschen eben einen Saal, eine Bühne, einen Probenraum oder einfach einen Ort, an dem sie zusammenkommen können.
Und noch ein Problem hat die Itterbühne. Eines, das sich möglicherweise leichter lösen lässt als die Immobilienfrage: Es fehlen Männer. Von den derzeit acht Schauspielern sind gerade einmal zwei männlich. Männerrollen müssen deshalb immer wieder von Frauen übernommen werden. Wer also schon immer einmal auf einer Bühne stehen wollte, sich bislang aber erfolgreich mit der Behauptung herausgeredet hat, es habe ihn niemand gefragt: Diese Ausrede gilt ab sofort nicht mehr.
Vielleicht entdeckt ja der eine oder andere Hildener dabei ungeahnte Talente. Und wenn es mit der großen Schauspielkarriere nicht klappt, dürfte zumindest eines sicher sein: Bei einer Theatergruppe, die sich bereits beim ersten Lesen ihres neuen Stücks beinahe flachlegt, scheinen die Probenabende ziemlich unterhaltsam zu sein.
Ich finde jedenfalls, dass genau solche Gruppen zum Leben einer Stadt dazugehören. Große Kulturhäuser und professionelle Bühnen sind wichtig. Aber lokale Kultur entsteht eben auch dort, wo Menschen nach Feierabend Texte lernen, Kulissen zusammenschrauben, Kostüme anprobieren und wochenlang proben, damit wir anschließend für zwei Stunden lachen können.
Am 2. Oktober heißt es im Alten Helmholtz also: Vorhang auf für „Topf sucht Deckel“.
Und vielleicht gilt danach nicht nur für Gottlieb: Irgendwann findet jeder Topf seinen Deckel.