In Hilden wird über jede Baustelle diskutiert. Aber was passiert eigentlich, wenn die größte Baustelle plötzlich der eigene Alltag ist? Wenn der Weg zum Bäcker auf der Mittelstraße beschwerlich wird, das Duschen zur Herausforderung und die Kinder nicht mal eben vorbeikommen können? Dann zeigt sich, wie wichtig Hilfe vor der eigenen Haustür ist.
Genau darauf machen Heike Schmitz und Anna Loch von den Ambulanten Diensten des Deutschen Roten Kreuzes in Hilden aufmerksam. Viele Menschen beschäftigen sich erst nach einem Sturz, einer Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt mit möglichen Pflegeleistungen. Dabei könnte eine frühzeitige Beratung manche Sorge und einiges an hektischer Organisation verhindern.
Besonders wichtig finde ich den Hinweis, dass Unterstützung nicht grundsätzlich einen Pflegegrad voraussetzt. Je nach Bedarf und ärztlicher Verordnung können beispielsweise medizinische Behandlungen oder bestimmte Hilfen im Alltag organisiert werden. Auch geeignete Hilfsmittel können das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern.
Das DRK betreut mit 20 Mitarbeitenden rund 135 Menschen im südlichen Kreis Mettmann. Dahinter steckt weit mehr als die Versorgung mit Medikamenten oder Hilfe beim Anziehen. Gerade für alleinlebende Senioren sind die Pflegekräfte manchmal der einzige persönliche Kontakt des Tages.
Und genau da wird meine kritische Hildener Fanbrille nachdenklich. Wir sprechen viel über eine älter werdende Gesellschaft, Pflegekosten und Reformen. Aber sprechen wir eigentlich genug darüber, wie Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können? Und wissen die Betroffenen überhaupt, welche Unterstützung ihnen offensteht?
Die geplante Pflegereform sorgt zusätzlich für Unsicherheit. Umso wichtiger ist eine verständliche Beratung, die nicht erst beginnt, wenn Angehörige verzweifelt nach einer schnellen Lösung suchen.
Ich finde es deshalb gut, dass das Hildener DRK kostenlose Beratungsgespräche anbietet. Wer Fragen hat, erreicht die Ambulanten Dienste unter 02103 242792. Man muss schließlich nicht warten, bis aus einer kleinen Alltagsschwierigkeit ein großes Problem geworden ist.
In Hilden kümmern wir uns gerne um Straßen, Baustellen und Stadtentwicklung. Aber eine lebenswerte Stadt zeigt sich auch daran, wie sie mit Menschen umgeht, die nicht mehr alles allein schaffen. Und manchmal beginnt gute Pflege nicht mit einer Tablette oder einem Rollator, sondern mit einem rechtzeitigen Gespräch.
Hildener Geschichten
Dienstag, 3. November 2026
3.11.2026: Pflege in Hilden – oder: Hilfe holen, bevor nichts mehr geht
Montag, 2. November 2026
2.11.2026: 16 Monate Baustelle – oder: Hilden buddelt sich durch die Hochdahler Straße
Wer in Hilden noch eine Straße ohne Baustelle kennt, sollte sie vorsichtshalber fotografieren. Sie könnte bald Seltenheitswert besitzen. Ab dem 16. November ist jedenfalls die Hochdahler Straße an der Reihe. Die Kanalarbeiten sollen insgesamt 16 Monate dauern. In Hilden denken wir bei Baustellen inzwischen offenbar lieber langfristig.
In der ersten Bauphase wird die Hochdahler Straße zwischen Hausnummer 30 und der Paul-Spindler-Straße auf rund 50 Metern für voraussichtlich sechs Monate nur einspurig befahrbar sein. Der westliche Gehweg fällt vorübergehend weg. Später folgen Arbeiten in der Hummelsterstraße, im Färberweg und im Zwirnerweg. Teilweise werden Straßen vollständig gesperrt. Für Anwohner, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger bedeutet das reichlich Geduld.
Immerhin hat die Baustelle einen nachvollziehbaren Zweck. Die Stadt erneuert und vergrößert Regenwasserkanäle, baut zusätzliche Reinigungsschächte ein und schafft Rückstaumöglichkeiten. Dadurch soll bei Starkregen weniger Wasser unkontrolliert abfließen und die Itter entlastet werden. Das ist sinnvoll, gerade angesichts zunehmender Wetterextreme.
Meine kritische Hildener Fanbrille richtet sich deshalb weniger gegen die Baumaßnahme als gegen ihre Begleiterscheinungen. Ich erwarte eine verständliche Verkehrsführung, frühzeitige Informationen und möglichst wenig Überraschungen für die Menschen, die dort wohnen oder täglich unterwegs sind. Denn eine notwendige Baustelle wird nicht automatisch zu einer gut organisierten Baustelle.
Besonders schade finde ich, dass bereits Anfang November vier Bäume und mehrere Sträucher entlang des Weges zwischen Hochdahler Straße und Tucherweg weichen müssen. Die Stadt verspricht Ersatzpflanzungen mit klimaangepassten Arten nach Abschluss der Arbeiten. Das ist richtig, auch wenn ein junger Baum einen gewachsenen nicht von heute auf morgen ersetzt.
Natürlich kann man moderne Kanalisation nicht bauen, ohne Straßen aufzureißen. Und lieber investiert Hilden jetzt in funktionierende Entwässerung, als später über vollgelaufene Keller und überlastete Kanäle zu klagen.
Trotzdem hoffe ich, dass der Zeitplan eingehalten wird. Denn bei der Vorstellung, dass aus einer langen Baustelle irgendwann eine noch längere wird, dürfte manchem Hildener schon jetzt das Wasser bis zum Hals stehen.
Hilden braucht bessere Kanäle, keine Frage. Aber wenn die Stadt schon so lange unter der Hochdahler Straße arbeitet, hoffe ich auf zwei Ergebnisse: dass das Regenwasser künftig schneller abfließt – und der Verkehr irgendwann auch wieder.
Sonntag, 1. November 2026
1.11.2026: Hilden spart beim Busverkehr – oder: Verkehrswende rückwärts
In Hilden soll die Verkehrswende künftig offenbar seltener fahren. Während die Stadt den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn fördern möchte, denkt sie über weniger Busfahrten nach. Ich frage mich langsam, ob man die Hildener zum Umsteigen bewegen oder gleich ganz zu Hause behalten will.
Am 4. November berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität über Vorschläge der Rheinbahn. Die Linie 781 soll samstagvormittags zwischen Köbener Straße und Erika-Siedlung nur noch alle 30 Minuten fahren, die Linie 785 täglich ab 18.30 Uhr im 20-Minuten-Takt. Bei der Linie 783 könnten sonntags vier Fahrten bis zur Stadtgrenze nach Solingen entfallen. Noch ist nichts beschlossen. Frühestens im Sommer 2027 wären die Änderungen möglich.
Der Grund ist Hildens angespannte Haushaltslage. Für 2030 rechnet die Stadt mit rund 3,92 Millionen Euro VRR-Umlage. Sparen ist also notwendig. Doch bei den vorgeschlagenen Kürzungen geht es um geschätzte 20.000 Euro im Jahr 2029 und etwa 40.000 Euro jährlich ab 2030. Letzteres entspricht gerade einmal rund einem Prozent der erwarteten Umlage.
Da verrutscht mir die kritische Hildener Fanbrille. Für eine vergleichsweise geringe, noch dazu unsichere Ersparnis sollen Fahrgäste längere Wartezeiten und schlechtere Verbindungen hinnehmen. Das passt für mich nicht zu einer Stadt, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen möchte.
Natürlich darf man schwach ausgelastete Fahrten überprüfen. Aber gerade angesichts der Autobahnsperrungen, Baustellen und Zugausfälle rund um Hilden sollte man vorsichtig sein, weitere Alternativen zum Auto einzuschränken.
Immerhin sollen aktuelle Fahrgastzahlen und ein Gutachten zusätzliche Erkenntnisse liefern. Ich hoffe, dass die Politik diese sorgfältig prüft und nicht allein auf die erhoffte Ersparnis schaut. Entscheidend ist schließlich auch, welche Menschen auf die betroffenen Verbindungen angewiesen sind.
Hilden muss sparen, keine Frage. Aber wenn wir das Autofahren unattraktiver machen und gleichzeitig Busverbindungen streichen, wird aus der Verkehrswende eine ziemlich merkwürdige Übung: Erst sollen alle umsteigen – und dann kommt der Bus nicht mehr.
Samstag, 31. Oktober 2026
31.10.2026: Stadtmarketing in Hilden – oder: Ein leuchtendes Schild ist noch kein Konzept
Über der Hildener Mittelstraße leuchtet endlich wieder das vertraute „Hilden – was liegt näher“. Ein schöner Anblick, auf den wir lange verzichten mussten. Dass der Stadtmarketingverein die Reparatur bezahlt hat, freut mich besonders. Denn manchmal sind es gerade solche Kleinigkeiten, die unserer Innenstadt ein Stück Identität zurückgeben.
Nur stellt sich ausgerechnet jetzt eine viel größere Frage: Wie geht es mit dem Stadtmarketing in Hilden eigentlich weiter?
Seit die gemeinsame Stadtmarketing-GmbH vor zweieinhalb Jahren stillgelegt wurde, müssen Stadt und Verein ihre Rollen neu finden. Das Rathaus kümmert sich um größere Veranstaltungen, während der ehrenamtlich geführte Verein Projekte wie Blumenampeln, Winterbeleuchtung und eben die Leuchtreklame übernimmt. Vorsitzender Bastian Mey hat mit seinem Team in den vergangenen drei Jahren offenbar viel Zeit damit verbracht, die organisatorischen Hinterlassenschaften der früheren Konstruktion aufzuräumen.
Dafür verdient er Anerkennung. Ehrenamtliche, die sich durch bürokratische Altlasten arbeiten, statt schöne Veranstaltungen zu organisieren, haben wahrlich keinen beneidenswerten Job.
Trotzdem meldet sich meine kritische Hildener Fanbrille. Denn ich frage mich, ob wir uns in Hilden nicht zu sehr damit beschäftigen, wer für welche Veranstaltung, Blumendekoration oder Beleuchtung zuständig ist. Stadtmarketing sollte schließlich mehr sein als die Verwaltung hübscher Details.
Unsere Innenstadt steht vor echten Herausforderungen. Der Einzelhandel verändert sich, attraktive Geschäfte und gastronomische Angebote müssen gehalten oder gewonnen werden, und öffentliche Plätze könnten an manchen Stellen durchaus mehr Aufenthaltsqualität vertragen. Dafür braucht es Ideen, Zusammenarbeit und vor allem eine erkennbare Richtung.
Genau deshalb halte ich den Stadtmarketingverein für wichtig. Seine rund 100 Mitglieder können eine unabhängige Stimme der Händler, Gewerbetreibenden und engagierten Bürger sein. Nicht als Konkurrenz zum Rathaus, sondern als Partner, der auch einmal unbequem nachfragt und eigene Vorschläge entwickelt.
Ende des Jahres sollen die Mitglieder über die künftige Ausrichtung entscheiden und einen neuen Vorstand wählen. Ich hoffe, dass dabei mehr herauskommt als eine neue Aufgabenverteilung. Eine Mitgliederbefragung wäre ein guter Anfang. Noch wichtiger wäre allerdings, aus den Ergebnissen konkrete Projekte zu machen.
Denn Hilden braucht keine zweite städtische Veranstaltungsabteilung. Unsere Stadt braucht Menschen, die sich mit Leidenschaft für eine lebendige Innenstadt einsetzen und dabei auch den Mut haben, eingefahrene Wege infrage zu stellen.
Ich freue mich, dass das Leuchtschild wieder hängt. Aber ein leuchtender Schriftzug allein bringt noch keine neuen Ideen in die Mittelstraße. „Hilden – was liegt näher“ ist ein schönes Versprechen. Jetzt muss das Stadtmarketing nur noch zeigen, was dahintersteckt.
Freitag, 30. Oktober 2026
30.10.2026: Das quietschende Parkhaus – oder: In Hilden hört der Spaß nicht auf
In Hilden gibt es ein Parkhaus, das offenbar beschlossen hat, jedes einfahrende Auto musikalisch zu begrüßen. Leider nicht mit Mozart oder Beethoven, sondern mit einem schrillen Reifenquietschen. Im Itter-Karree am Warrington-Platz beginnt das Konzert morgens um sieben. Und wer nebenan wohnt, bekommt die Vorstellung kostenlos – ob er möchte oder nicht.
Seit der Sanierung 2020/2021 sorgt der neue Fahrbahnbelag für unangenehme Geräusche. Besonders bei Wärme oder nassen Reifen wird es laut. Anwohner Wolfgang Köster hat davon gründlich die Nase voll. Und ich kann ihn verstehen. Ein Parkhaus muss nicht flüsterleise sein, aber es sollte auch nicht klingen wie eine permanente Vollbremsung.
Das Bemerkenswerte: Niemand bestreitet das Problem. Selbst Betreiber Contipark bestätigt, dass das Quietschen über das übliche Maß hinausgeht. Der Eigentümer hat eine erneute Sanierung in Aussicht gestellt. Nur einen Termin gibt es bis heute nicht.
Und die Stadt Hilden? Die sieht derzeit keine rechtliche Handhabe. Unter anderem, weil ihr keine nächtlichen Ruhestörungen bekannt sind. Dass das Parkhaus bis 22.30 Uhr geöffnet ist und auch tagsüber Menschen unter dem Lärm leiden, macht diese Argumentation zumindest erklärungsbedürftig.
Da verrutscht mir die kritische Hildener Fanbrille. Natürlich kann das Rathaus einem privaten Eigentümer nicht einfach Vorschriften machen. Aber etwas mehr Nachdruck bei der Suche nach einer Lösung würde ich mir schon wünschen. Schließlich ist das Problem bekannt, die Ursache offenbar identifiziert und eine Sanierung längst angekündigt.
Ich wünsche Wolfgang Köster und seinen Nachbarn jedenfalls, dass endlich etwas passiert. Denn Lebensqualität beginnt nicht erst mit der gesetzlichen Nachtruhe.
In Hilden diskutieren wir über Tempo 30, Verkehrsberuhigung und weniger Lärm. Aber beim Itter-Karree quietscht es munter weiter, während alle auf den Eigentümer warten. Vielleicht sollte man dort einfach ein Schild aufstellen: „Achtung, Dauerkonzert – Sanierungstermin unbekannt.“
Donnerstag, 29. Oktober 2026
29.10.2026: Hildens Webcam sieht grau – oder: Wenn selbst der Alte Markt offline geht
Wer in den vergangenen Tagen wissen wollte, was auf dem Alten Markt los ist, bekam auf der Internetseite der Stadt Hilden eine ziemlich eindeutige Antwort: nichts. Jedenfalls nichts, was man erkennen konnte. Statt des gewohnten Blicks auf unsere Innenstadt gab es eine graue Fläche. Hilden hatte sich digital gewissermaßen selbst ausgeblendet.
Schuld war allerdings weder schlechtes Wetter noch eine besonders hartnäckige Nebelbank über der Mittelstraße. Eine weltweit bekannt gewordene Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP hatte die Stadt veranlasst, vorsorglich mehrere Serversysteme vom Internet zu trennen. Davon betroffen war auch die Webcam am Bürgerhaus.
Die Kamera liefert seit 2014 alle zwei Minuten ein Standbild vom Alten Markt. Keine bewegten Bilder, keine erkennbaren Gesichter, dafür ein kleiner digitaler Blick ins Hildener Stadtleben. Ich finde das durchaus charmant. Wer nicht vor Ort ist, kann zumindest nachschauen, ob auf der Mittelstraße gerade etwas los ist.
Am Montagmittag war der Dienst wiederhergestellt. Die Stadt hatte die betroffenen Systeme nach Priorität aktualisiert und schrittweise wieder eingeschaltet. Dass dabei die IT-Sicherheit Vorrang vor einem hübschen Blick auf den Alten Markt hatte, halte ich für vollkommen richtig.
Meine kritische Hildener Fanbrille stellt trotzdem eine Frage: Wie abhängig sind unsere digitalen Angebote inzwischen voneinander? Wenn eine Sicherheitsmaßnahme beim Internetdienstleister auch die Webcam lahmlegt, zeigt das zumindest, wie eng manche Systeme miteinander verbunden sind. Bei einer Kamera ist das verschmerzbar. Bei wichtigen Verwaltungsdiensten wäre ein längerer Ausfall deutlich unangenehmer.
Deshalb würde mich interessieren, wie gut die Stadt auf solche Situationen vorbereitet ist und welche Angebote im Ernstfall unabhängig voneinander weiterlaufen können. Denn Digitalisierung bedeutet nicht nur, möglichst viele Dienstleistungen ins Internet zu verlagern. Sie müssen auch zuverlässig und sicher funktionieren.
Immerhin hat Hilden diesmal vernünftig reagiert: lieber vorsorglich abschalten als eine bekannte Sicherheitslücke ignorieren. Das verdient Anerkennung, auch wenn die Kommunikation über solche Ausfälle möglichst transparent sein sollte.
Jetzt zeigt die Webcam wieder den Alten Markt. Und ich bin erleichtert: Endlich können wir wieder alle zwei Minuten überprüfen, ob in Hildens Innenstadt noch alles beim Alten ist. Für die wirklich wichtigen Fragen unserer Stadt braucht es allerdings weiterhin mehr Durchblick als eine Webcam.
Mittwoch, 28. Oktober 2026
28.10.2026: Schulwahl in Hilden – oder: Wenn Viertklässler plötzlich Zukunftspläne brauchen
In Hilden muss man offenbar schon mit zehn Jahren wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Kaum beherrschen unsere Grundschulkinder das Einmaleins, stehen sie vor einer Entscheidung, über die manche Erwachsene noch mit dreißig grübeln: Welcher Weg ist der richtige? Gymnasium, Realschule, Sekundarschule oder Gesamtschule? Während die Eltern über Bildungswege und Zukunftschancen nachdenken, beschäftigt die Kinder vermutlich eine viel wichtigere Frage: Gehen meine Freunde mit?
Am Donnerstag, 5. November, wollen die Stadt Hilden und die Stadtschulpflegschaft bei einem gemeinsamen Informationsabend helfen. Ab 19 Uhr stellen die Schulleitungen in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums die verschiedenen Bildungswege vor, erklären das Anmeldeverfahren und beantworten Fragen.
Ich finde das eine gute Sache. Denn die Entscheidung für eine weiterführende Schule ist wichtig, und nicht jede Familie kennt die Unterschiede zwischen den Schulformen oder weiß, welche Angebote es in Hilden gibt.
Meine kritische Hildener Fanbrille stellt allerdings auch eine Frage: Wie viel echte Orientierung kann ein einzelner Informationsabend bieten? Wenn mehrere Schulen ihre Vorzüge präsentieren, klingt am Ende vermutlich jede nach der richtigen Wahl. Entscheidend ist aber nicht, welche Schule sich am überzeugendsten verkauft, sondern wo sich das jeweilige Kind wohlfühlt und gut entwickeln kann.
Deshalb hoffe ich, dass an diesem Abend nicht nur über Schulformen, Abschlüsse und Anmeldetermine gesprochen wird. Interessant sind auch ganz praktische Fragen: Wie groß sind die Klassen? Welche Unterstützung bekommen Kinder, die Schwierigkeiten haben? Wie sieht der Schulalltag tatsächlich aus? Und wie viel Raum bleibt neben Noten und Leistungsdruck für die persönliche Entwicklung?
Vor allem sollten wir Erwachsenen eines nicht vergessen: Mit neun oder zehn Jahren muss niemand schon seinen kompletten Lebensweg kennen. Eine Schulempfehlung ist keine endgültige Prognose über Begabung oder spätere Karriere.
Ich wünsche den Hildener Familien deshalb einen informativen Abend und vor allem eine Entscheidung, bei der auch die Kinder selbst gehört werden.
Denn die beste Schule ist nicht automatisch die mit dem größten Namen oder den schönsten Informationsbroschüren. Es ist die, in der ein Kind morgens gerne durch die Tür geht. Und das lässt sich leider auf keinem Anmeldeformular ankreuzen.