Mittwoch, 28. Januar 2026

28.1.2026: Hilden hebt ab – oder: Wie die Grundsteuer dem Immobilienbesitzer das Konto leert, aber das Herz erwärmt (mit leichtem Sarkasmus)

Gerade noch die Gasrechnung mit einem Lächeln geöffnet, weil: Hurra, sie ist dieses Jahr nicht in astronomischen Höhen explodiert – und zack, da kommt aus dem Rathaus der Steuerhammer geschwungen wie ein Vorschlaghammer im Porzellanladen. Am 4. Februar entscheidet der Stadtrat in Hilden nämlich über eine saftige Erhöhung der Grundsteuer B. Spoiler: Die Entscheidung dürfte ungefähr so erfrischend werden wie ein Regenschauer bei der eigenen Grillparty.

Was ist passiert? Die Stadt Hilden hat sich 2024 mutig an eine Splittung der Steuersätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke gewagt. Ein bisschen wie beim Frühstück: Croissant hier, Rührei da – Hauptsache alles getrennt. Leider hat sich herausgestellt, dass dieses steuerliche Menü juristisch so haltbar ist wie ein Joghurt im Sommerurlaub: Mehrere Gerichte haben die Idee kassiert, und auch in Hilden stapeln sich jetzt die Klagen. Ergebnis: Die Verwaltung will zurückrudern. Und zwar kräftig.

Bisher zahlten Wohnimmobilien einen eher entspannten Satz von 650 Punkten. Gewerbe dagegen musste mit 1.300 Punkten tief in die Tasche greifen. Doch nun ist Schluss mit dem Steuer-Klassenunterschied. Zur Debatte stehen einheitliche Sätze von 800 oder 860 Punkten. Klingt erstmal nicht dramatisch – ist es aber. Denn während das Gewerbe künftig aufatmen kann (und sich vielleicht ein extra Brötchen beim Bäcker gönnt), dürfen Wohnungs- und Hausbesitzer tiefer in die Tasche greifen. Und Mieter dürfen sich freuen: Das Ganze wird natürlich liebevoll über die Nebenkosten weitergereicht. Inklusive Schleifchen.

Für die einen bedeutet das: 100 Euro mehr im Jahr für die Zweizimmerwohnung. Für die anderen: 130 Euro für die Drei-Zimmer-Variante. Und wer im Einfamilienhaus wohnt, darf sich jetzt ein bisschen wie ein VIP fühlen – mit Extra-Aufschlag natürlich. Vielleicht gibt’s demnächst auch Sammelpunkte dafür: „Zahlen Sie jetzt Ihre Grundsteuer und sichern Sie sich ein Gratis-Taschentuch zum Weinen!“

Aber keine Sorge: Schuld hat – wie immer – niemand. Die Stadt Hilden verweist auf das Land NRW, das die Möglichkeit zur Aufsplittung überhaupt erst angeboten hat. Wie beim Kind, das sagt: „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“ – nur mit mehr Paragrafen.

Und so rollt sie weiter, die Steuerwelle durch die beschaulichen Straßen von Hilden. Vielleicht wird’s ja irgendwann wieder günstiger – zum Beispiel, wenn Strom und Gas wieder teurer werden. Dann fühlt sich die neue Grundsteuer auch nicht mehr ganz so schlimm an. Alles eine Frage der Perspektive.

Bis dahin: Festhalten, durchatmen, Kontoauszug ignorieren – und nicht vergessen, rechtzeitig die Nebenkostenabrechnung wegzuschieben, bevor sie depressiv macht. Hilden – eine Stadt zum (ver)lieben. Vor allem, wenn man Immobilien besitzt.

Montag, 26. Januar 2026

26.1.2026: Jeckinnen an Deck – Wenn Hilden zur galaktischen Karnevalszentrale wird

Was passiert, wenn sich rund 1000 Damen in die Hildener Stadthalle beamen und dabei so viel Glitzer, Popcorn und galaktische Kostümideen mitbringen, dass selbst die Enterprise neidisch würde? Richtig: Es ist wieder Zeit für „Jeck om Deck“ – die legendäre Damensitzung der KG Kniebachschiffer, die jedes Jahr aufs Neue beweist, dass Karneval in Hilden keine Frage des Alters, sondern der Attitüde ist.

Sitzungspräsidentin Stephanie Pook steuerte das narrische Narrenschiff mit souveräner Hand – kein Wunder, als Ex-Hoppedine kennt sie die jecke See wie ihre eigene Handtasche. Während an Deck die Altstadtfunken aus Köln einmarschierten, kam unter Deck (also im Saal) niemand zu kurz: Es wurde geschunkelt, gesungen und so wild gefeiert, dass selbst der Techniker vermutlich die Sicherungen rhythmisch mitschwingen ließ.

Männer waren auf der Bühne gnädigerweise noch erlaubt – allerdings nur als Showeinlage oder in Nebenrollen wie Technik, Gastro oder Security. Man(n) weiß ja, wo die Grenzen liegen. Die „Gentlemen“ der Fauth Dance Company durften tanzen, Klaus und Willi durften witzeln, die Höhner durften Herzen brechen (und Gisela suchen, eine Dame mit vermutlich sehr stabilem Geburtsjahrgang).

Das wahre Highlight aber: die Kostüme der Jeckinnen. Zwischen Shrek und Sonnenblume, Cowgirl und Popcornkopf zeigte sich einmal mehr, dass Karneval auch eine heimliche Modenschau ist – nur eben mit mehr Federn, weniger Regeln und deutlich mehr blinkendem Bling-Bling. Eine sechsköpfige Weltraumcrew um „Avatar-Birgit“ zeigte: Kreativität kennt keine Schwerkraft. Und wenn doch, wurde sie einfach mit einem rot-gelb blinkenden Ring neutralisiert – Magic, sagt Lulu. Mehr verrät sie nicht. Wahrscheinlich Top Secret. NASA-Stufe.

Auch politisch wurde’s kurz, als Bernd Stelter sich in „Kanzler von Deutschland“ verwandelte – und dabei feststellte, dass er unter den Top-30-Streamingstars kaum noch jemanden kennt. Außer Taylor Swift. Die kennt er neunmal. Da fühlt man sich dann schon fast ein bisschen wie bei der Damensitzung: Bunt, laut, ein bisschen nostalgisch – aber mit ganz viel Herz und Humor.

Fazit: Wer noch nie bei „Jeck om Deck“ war, hat definitiv was verpasst. Hier wird gelacht, getanzt, gesungen – und wenn’s sein muss, auch mal spontan die Raum-Zeit-Kontinuität aufgehoben. Hauptsache, das Bier fließt, das Kostüm glitzert und der Kapellmeister hört auf Kommando. Alaaf, Hilden – das war wieder galaktisch gut!

Sonntag, 25. Januar 2026

25.1.2026: Hilden – was leuchtet später? Der Claim ist weg, der Ärger bleibt

Hilden – was liegt näher? Na ja, inzwischen wohl eher: Hilden – was lag da mal? Denn wer zuletzt durch die Mittelstraße geschlendert ist und hoffte, vom stadtbekannten Leuchtspruch begrüßt zu werden, wird enttäuscht weitergeschlendert sein. Die legendären Leuchtbuchstaben, einst stolzes Aushängeschild unserer Shopping-Oase, sind – Achtung Wortspiel – ausgeknipst und abgehängt worden. Der eine Schriftzug ging bereits 2023 in die ewigen Dunkelkammern ein, nun folgte ihm der letzte seiner Art. Hilden ohne Claim – das ist wie Düsseldorf ohne Altbier. Oder wie Solingen ohne Messer. Irgendwie… funktionslos.

Was ist passiert? Nun, die Geschichte beginnt mit einem Klassiker aus dem deutschen Behörden-Kabarett: Verantwortlichkeiten wurden verlagert, Budgets beschnitten, Zuständigkeiten verschwommen wie das Licht der letzten funktionierenden Glühbirne. Die Stadtmarketing GmbH wurde ins Citymanagement eingemeindet, und plötzlich waren die schönen Worte auf einmal nur noch... Worte. Dabei hatte der Stadtmarketing-Verein um Bastian Mey schon den Schraubenzieher in der Hand! Er wollte die Schriftzüge retten, reparieren, wieder aufhängen – aus eigener Tasche! Aber die Stadt? Zog die Notbremse, wahrscheinlich am Stromkabel. „Zu teuer“, hieß es, „nicht mehr zeitgemäß“. Vermutlich hätte man den Satz auch in Comic Sans auf einem iPad vorschlagen müssen, dann wäre es durchgewunken worden.

Man fragt sich: Was bitte ist nicht mehr zeitgemäß daran, als Stadt zu sagen „Hey, kommt vorbei, wir sind direkt um die Ecke und wir haben Schaufenster, die nicht nur online sind!“? Aber gut, Marketing in Zeiten von Haushaltskonsolidierung ist eben wie Werbung für Diät-Cola in der Wüste – man weiß, es braucht es, aber keiner will dafür zahlen.

Jetzt ruhen die einst leuchtenden Lettern im Keller von Bastian Mey, wahrscheinlich zwischen Weihnachtsdeko und alten Wahlplakaten. Dort warten sie auf ihre Auferstehung – oder wenigstens auf den 4. März 2026, wenn im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vielleicht noch einmal jemand den Lichtschalter sucht.

Bis dahin bleibt uns nur, nostalgisch zurückzublicken und zu hoffen, dass „Hilden – was liegt näher“ nicht ersetzt wird durch „Hilden – war da mal was?“

Montag, 19. Januar 2026

19.1.2026: Leerstandslust statt Ladenfrust: Willkommen im Hildener Immobilien-Mikado

In Hilden weht ein frischer Wind – allerdings nicht durch geöffnete Ladentüren, sondern durch leerstehende Schaufenster. Wer dieser Tage durch die Mittelstraße schlendert, hat gute Chancen, sich auf einer Art Stadtführung der besonderen Art wiederzufinden: „Hier stand mal Deko. Da war mal Pasta. Und dort hinten, da konnte man für einen Euro das halbe Inventar eines Wohnzimmers kaufen.“ Manch ein Ladenlokal ist inzwischen so lange leer, dass selbst die Spinnenweben einen Gewerbeschein beantragt haben.

Früher war alles einfacher, sagen die Makler – und meinen damit nicht nur die Mieter. Da reichte ein bisschen Farbe an der Wand, ein Schaufensteraufsteller und der Zauber der Worte „in guter Lage“ – schwupps, war das Ding vermietet. Heute reicht selbst eine Schaufensterfront von acht Metern und ein Laden in 1a-Lage nicht mehr aus, um jemandem das Herz zu erwärmen. „Da ist noch gar kein Estrich drin“, wird zum Argument auf Augenhöhe mit „Die Energie der Immobilie fühlt sich nicht richtig an“ – was Makler Max Schäfer sicher in sein nächstes Exposé aufnimmt.

Der Hildener Einzelhandel steht vor der ultimativen Challenge: dem Casting für „Germany’s Next Top-Mieter“. Die Anforderungen sind dabei inzwischen strenger als bei der Auswahl fürs Dschungelcamp: nachhaltig soll er sein, solide, mit innerer Balance, am besten keine plötzlichen Döner-Gelüste oder Ambitionen Richtung Barber-Shop. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein holländischer Fritten-Pionier an einer Stufe scheitert? Aber so ist das eben, wenn der Zugang zum Kunden wortwörtlich ins Stolpern gerät.

Derweil basteln Eigentümer, Makler und Stadtverwaltung an kreativen Lösungen – von Mietpreisverhandlungen bis hin zu Studien über „vitale Innenstädte“. (Spoiler: Vital ist gerade nur der Leerstand.) Die Wirtschaftsförderung bleibt tapfer und optimistisch. Man kann sich bildlich vorstellen, wie sie in einem leeren Ladenlokal sitzt, zwischen Kartons voller Hoffnung, und murmelt: „Das wird schon wieder.“

Immerhin: Es bewegt sich was. Zum Beispiel der Ein-Euro-Shop – raus aus dem Rathaus-Center. Wer glaubt, dass das niemand bemerkt hat, irrt. Eigentümer Manfred Kluth sieht sich mit einem neuen Bewerber-Spektrum konfrontiert, das irgendwo zwischen halbgar und völlig ungenießbar schwankt. Wer dachte, Dönerläden wären ein sicheres Investment, merkt schnell: in Hilden ist selbst der Fleischspieß ein schwieriger Verhandlungspartner.

Und dann wäre da noch die Preisfrage. 12 bis 40 Euro pro Quadratmeter, sagt der Mietspiegel. Realistisch? Nur, wenn man in Monopoly lebt. Viele Vermieter kalkulieren weiterhin mit Umsätzen aus dem Jahr 2015, während die Kundschaft inzwischen lieber spart, statt Deko-Krims zu shoppen. Wer die Innenausstattung selbst bestimmen darf, fragt sich inzwischen vor allem: „Was kostet ein Schild mit der Aufschrift ‚Zu vermieten‘ in Goldbuchstaben?“

Vielleicht ist es ja auch Zeit für neue Konzepte. Wie wäre es mit einem Pop-up-Museum für gescheiterte Geschäftsideen? Oder einer Erlebnisführung durch die „Lost Shops of Hilden“ – inklusive Taschenlampe und Gänsehaut-Atmosphäre? Die Stadt wird kreativ werden müssen, denn die Realität hat das Drehbuch schon längst geschrieben – nur leider kein Happy End... noch nicht.

Denn wenn Hilden eines hat, dann ist es Potenzial – und ziemlich viel freie Verkaufsfläche, um es irgendwann auch mal wieder zu zeigen. Bis dahin bleibt uns die Hoffnung, dass zumindest der nächste Burger-Laden etwas länger durchhält als eine Tiefkühlpizza im Backofen.

Sonntag, 18. Januar 2026

18.1.2026: Baustellen-Yoga auf der Hochdahler Straße: Der Stau als neues Achtsamkeitstraining

Es ist wieder so weit: Die Hochdahler Straße in Hilden geht in die nächste Bau-Runde – oder wie die Stadtwerke es nennen würden: der Abschnittstanz der Leitungsverlegung. Seit dem Jahr 2024 schleicht die Baustelle abschnittsweise durch das Stadtbild, als würde sie eine Schnitzeljagd gegen den Verkehrsfluss veranstalten. Aktuell liegt der Fokus auf dem Streckenabschnitt zwischen Beethovenstraße und „Am Jägersteig“ – eine Strecke, die Autofahrende mittlerweile vermutlich im Schlaf rückwärts fahren könnten.

Wer in den vergangenen Tagen in einem dieser eleganten Rückstauschlangen-Formationen gestanden hat, weiß: Das ist keine einfache Baustelle, das ist ein Geduldsepos. Die Baustellenampel – in mittlerweile vier Phasen gegliedert – zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn man die Ampelphasen nicht auf Verkehr, sondern auf die innere Reife des Fahrers abstimmt. Manche warten dort so lange, dass sie anfangen, Podcasts rückwärts zu hören oder meditativ auf das rhythmische Blinken des Baustellenlichts starren.

Die Stadtwerke geben sich indes betont entspannt. Alles im grünen Bereich, Rückstaulänge laut Baustellenbeauftragten „nicht unangemessen“. Klar, was sind schon drei Kilometer Stillstand gegen das große Ziel: neue Leitungen, Netzausbau, Fortschritt! Wahrscheinlich denkt man in Hilden längst über Baustellenführungen mit Audio-Guide nach. „Links sehen Sie den legendären Abschnitt von Januar 2026 – bekannt für seine besonders inspirierenden Rotphasen.“

Apropos Inspiration: Einige Anwohner beobachten mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Abenteuerlust, dass Autofahrer trotz der Sperrung weiterhin vom Jägersteig auf die Hochdahler Straße abbiegen – vermutlich im Glauben, das Baustellenchaos sei nur ein Paralleluniversum und nicht wirklich Teil ihrer Realität. Vielleicht ist das Ganze aber auch nur ein soziales Experiment. „Wie verhalten sich Menschen, wenn sie vier Wochen lang immer wieder denselben Bagger sehen?“ Die Antwort: Sie fahren trotzdem. Immer. Wieder.

Also liebe Hildenerinnen und Hildener: Nutzt die Zeit im Stau, atmet tief durch, lasst euch von der Baustelle in den Zen-Modus schaukeln. Wer braucht schon einen Wellnessurlaub, wenn man auf der Hochdahler Straße mit Baustellen-Ambiente, hupendem Verkehrschor und blinkenden Ampeln das volle Entspannungsprogramm hat? In vier Wochen ist alles vorbei. Vielleicht. Eventuell. Ganz sicher. Hoffentlich.

Samstag, 17. Januar 2026

17.1.2026: Wenn Schüler auf Shoppingtour gehen – Aldi Hilden wird zum Pausen-Abenteuerland

Hilden, einst eine beschauliche Stadt mit netten Reihenhäusern, Kreisverkehren und einer durchschnittlichen Dichte an Bäckereien – hat jetzt ihr eigenes Bermuda-Dreieck: den Aldi an der Gerresheimer Straße. Dort verschwinden regelmäßig Croissants, Gummibärchen und der letzte Rest Geduld von wartenden Rentnern. Der Grund: Schüler. Hunderte. Jeden Mittag. Ein Schwarm pubertierender Snack-Sammler auf der Jagd nach dem günstigsten Zuckerschock der Region.

Was wie eine harmlose Snack-Odyssee klingt, geriet zuletzt außer Kontrolle. Laut Schulleitern der benachbarten Schulen – der Wilhelmine-Fliedner-Gesamtschule und dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (kurz: „Bonni“, für Freunde von Abkürzungen und Alliterationen) – kam es zu einem „Vorfall“. Nein, kein Überfall mit Einkaufswagen als Ramböcken, aber immerhin genug Durcheinander, um Eltern mit Rundbriefen zu beglücken – dem wahrscheinlich einzigen Papier, das Schüler NICHT freiwillig aus Aldi tragen.

Während man in Hilden munkelte, es sei zu einem Schüler-Aufstand mit Gummibärchen-Katapulten und Energydrink-Regen gekommen, gab sich Aldi-Süd tiefenentspannt. „Alles im Rahmen“, heißt es aus der Zentrale, vermutlich beim zweiten Kaffee des Tages. In der Unternehmenssprache klingt das ungefähr wie: „Ja, ein paar Chipstüten lagen quer, aber wir haben schon schlimmeres gesehen – zum Beispiel Rabatt-Tage bei Nutella.“

Die Schulen reagierten pflichtbewusst pädagogisch korrekt: Briefe, Gespräche, disziplinarische Maßnahmen im Wiederholungsfall – die volle Erziehungsdröhnung. Sozialstunden und Schulverweise schweben wie dunkle Wolken über den Aldi-Gängern der Klassenstufen 7 bis 13. Aber immerhin dürfen die Jugendlichen das Schulgelände in Pausen verlassen, solange sie sich draußen benehmen wie – na ja, wie Menschen, die nicht bei Aldi randalieren.

Ein Vater – vermutlich jemand, der morgens um 6 Uhr mit Thermoskanne pendelt – zeigte sich zwar überrascht vom Vorfall, aber nicht von der Tatsache, dass sein Kind lieber zu Aldi geht als zu den Schul-Automaten nebenan. Die nämlich sind teuer, energydrinkverseucht und haben ungefähr die kulinarische Bandbreite eines Parkplatz-Kiosks in der Sahara. „Aldi ist billiger“, sagt er. Und das dürfte in Teenager-Logik etwa gleichbedeutend sein mit „Aldi ist heiliger Boden“.

Dass andere Kunden das tägliche Schüler-Flashmob-Festival nicht ganz so charmant finden, ist nachvollziehbar. Da steht man nichtsahnend in der Kassenschlange mit einem Päckchen Kaffefilter und wird plötzlich von 73 Schülern mit Doppeldöner, Club Mate und einer offenen Bluetooth-Box umzingelt. Für einige ist das wie ein Live-Konzert mit Körperkontakt – nur ohne Ticket und mit sehr viel Axe-Deo in der Luft.

Aber seien wir ehrlich: Das ist nicht neu. Schon 2015 titelte die Lokalzeitung: „Wenn die Schüler den Discounter stürmen“. Es ist also eher eine lieb gewonnene Hildener Tradition. Andere Städte haben Denkmäler, Hilden hat den Pausen-Aldi.

Fazit: Die Kombination aus jugendlicher Energie, günstigen Preisen und einem Discounter in Schulnähe ist hochexplosiv – und offenbar wieder mal losgegangen. Aber keine Sorge: Die Schulen schreiben Briefe, Aldi bleibt cool, und die Schüler haben gelernt, dass es bei Chaos keine Treuepunkte gibt. Bis zum nächsten Snack-Ansturm.

Freitag, 16. Januar 2026

16.1.2026: Wenn Geduld eine Steuervergünstigung wäre – Hilden auf Platz 71

Wer in Hilden seine Steuererklärung abgibt, braucht vor allem eins: ein ruhiges Gemüt und einen Kalender, der nicht nur bis nächsten Dienstag reicht. Denn im Durchschnitt dauert es dort stolze 53,9 Tage, bis der heiß ersehnte Steuerbescheid ins Haus flattert – also fast zwei Monate. Das ist nicht ganz Schneckenpost, aber auch nicht gerade Express. Damit landet Hilden im großen NRW-Steuerranking immerhin auf Platz 71 von 104. Also im soliden Mittelfeld – oder wie man hier sagen würde: „Da kannste nix sagen, aber auch nicht viel erwarten.“

Dabei muss man dem Finanzamt Hilden zugutehalten: Es wird schneller! 2024 lag die Wartezeit noch bei 56,6 Tagen. Wer jetzt denkt: „Wow, drei Tage schneller!“, dem sei gesagt – ja, stimmt, aber immerhin! In einem System, in dem sich Fortschritt normalerweise in Gesetzesnovellen und Paragraphenreformen im Zeitlupentempo zeigt, ist das schon fast Formel 1.

Der Spitzenreiter in NRW ist übrigens Bottrop. Dort kriegt man seinen Bescheid schon nach 33,1 Tagen. Vielleicht hat man dort einfach mehr Koffein im System – oder mehr Mitarbeitende mit Steuer-Superkräften. Am anderen Ende der Steuerwarteschlangen-Skala: Bielefeld-Außenstadt, mit epischen 71,6 Tagen. Vielleicht versucht man dort auch einfach nur, das Steuerjahr vollständig zu verarbeiten, bevor man antwortet. Gründlich eben.

Aber zurück nach Hilden. Dort schraubt man offenbar auch an der Digitalisierung, so sagt jedenfalls der Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de, der das alles ausgewertet hat. Automatisierung helfe, und die einfache Erklärung: Wenn die Computer die langweiligen Fälle übernehmen, können die Menschen sich den komplexen zuwenden – also zum Beispiel der Frage, ob der Dackel als beruflich bedingter Wachhund gelten kann.

Deutschlandweit ist übrigens Zwiesel in Bayern der absolute Steuerrennfahrer: 28,4 Tage bis zum Bescheid! Dort muss man kaum zweimal blinzeln, da ist der Steuerbescheid schon da – man fragt sich, ob der gleich mit dem Weißwurstfrühstück geliefert wird.

Fazit: Hilden ist nicht schnell, aber auf dem Weg der Besserung. Wer seine Steuererklärung dort einreicht, sollte den Timer eher in Wochen statt Tagen stellen – oder in Haan einen Kaffee trinken gehen und einfach später nochmal in den Briefkasten schauen. Und hey – immerhin dauert's nicht so lange wie in Berlin International. Dort wartet man über 90 Tage. Da ist die Steuererklärung schneller verjährt als bearbeitet.