Früher war mehr Lametta – oder zumindest mehr Kneipenkarneval. Heute gleicht die Suche nach jeckem Ausschank in Hilden und Haan eher einer Schnitzeljagd mit Konfetti. Doch keine Sorge, liebe Jecken: Wo der eine Wirt die Tür schließt und lieber selber schunkelt, öffnen andere ihre Pforten mit Pauken, Trompeten und DJ Frank.
Denn ja, es gibt sie noch, die letzten Aufrechten des Kneipenkarnevals. Die, die sich nicht scheuen, Schlager mit Polka zu kreuzen und dabei tapfer der nachbarschaftlichen Lärmbeschwerde trotzen – wie mittelalterliche Ritter, nur mit Glitzerperücke und Kölschglas. In *Mani’s Ponystall* zum Beispiel steppt ab Altweiber um 11.11 Uhr das (verkleidete) Pferd. Am Freitag dann sogar mit Live-Musik: „Rockabilly Country“, was vermutlich so klingt, als hätte Elvis die Funkenmariechen entdeckt.
Wem das zu sehr Country ist, der findet Zuflucht im *Blue Note*, wo DJ Frank am 7. Februar aus der musikalischen Bütt ruft. Schlager trifft auf Karneval – was ungefähr klingt wie: „Atemlos durch die fünfte Jahreszeit“. Restkarten gibt’s kaum noch, also schnell sein, bevor man mit der Pappnase draußen bleibt.
Wer lieber mit Haltung durchdreht, dem sei das *Roulez Rouge* in Haan empfohlen. Da wird es an Weiberfastnacht glamourös. Der Mindestverzehr beträgt 20 Euro – klingt viel, aber für ein bisschen „Tempera-mänt“ und Magie darf man sich ruhig mal selbst was gönnen. Immerhin: Eintritt frei, Seele baumelt.
Etwas bodenständiger geht’s im *black pub* zu. Dort wird am Freitag, den 13., sogar eine Party *für Nicht-Karnevalisten* gefeiert. Eine revolutionäre Idee: Kneipe ohne Karneval in der Karnevalszeit – was kommt als nächstes? Grünkohl an Heiligabend?
Das *Becherhus* lässt es krachen – zweimal sogar. DJ Patrix an Altweiber und DJ Chris Deluxe zur After-Zug-Party. Deluxe ist hier übrigens kein Werbegag, sondern musikalisches Versprechen. Tischreservierung? Fehlanzeige. Wer zuerst schunkelt, mahlt zuerst.
Und dann ist da noch das *Vicis*. Möhnen, Wikinger, Frühstück und Rathaussturm – das ist kein Kneipenabend, das ist eine Netflix-Serie in mehreren Staffeln. Wer um 10 Uhr morgens mit Frühstücksbuffet startet, hat sich seinen Kölschschwips um 11.11 Uhr redlich verdient.
Zu guter Letzt: *Magic Musikkneipe* – allein der Name ist Karneval pur. Motto: „Egal ob Groß, ob Klein, Karneval soll für alle sein!“ Und das ist doch der Geist der tollen Tage. Open End? Open Herz!
Fazit: Der Kneipenkarneval in Hilden und Haan lebt – nicht als Massenphänomen, sondern als feuchtfröhlicher Geheimtipp. Wer sucht, der findet... Polka. Und Schlager. Und vielleicht auch ein bisschen Magie – zumindest zwischen Bierdeckel und Bonbonregen. Alaaf!
Mittwoch, 4. Februar 2026
4.2.2026:Alaaf im Ausschank: Kneipenkarneval in Hilden und Haan – Zwischen Glitzer, Polka und Resttickets
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