Wenn in Hilden plötzlich Bürgermeister Claus Pommer mit einer Trillerpfeife bewaffnet die Rathauspfeifen zusammentrommelt, während drei Prinzenpaare mit Schunkelmusik im Ohr das Bürgerhaus stürmen – ja, dann ist’s wohl wieder so weit: Karneval steht vor der Tür. Und zwar nicht durch die Hintertür, sondern mit Pauken, Trompeten und einem rosa Einhorn auf einem Bollerwagen.
Ab dem 12. Februar 2026 verwandelt sich die sonst so zivilisierte Stadt in ein jeckes Tollhaus. Es beginnt, wie es sich gehört, mit einem klassischen Machtumsturz: Der Rathaussturm an Altweiber. Dabei versuchen Hildens närrische Adelige, die Stadtregierung in einer Art Konfetti-Coup zu übernehmen. Vor der Mittelstraße 40 versammelt sich die Karnevalsprominenz, während im Hintergrund DJ Schunkel-Sven auflegt und das Bürgerhaus sich zitternd auf seine Erstürmung vorbereitet. Die Verteidigung übernehmen – man glaubt es kaum – Soldaten der Waldkaserne. Wahrscheinlich bewaffnet mit Trillerpfeifen und schlechten Reimen.
Apropos Waldkaserne: Auch dort bleibt kein Stein auf dem anderen. Gegen 15:11 Uhr wird das Südtor gestürmt – vermutlich mit Pappsäbeln und musikalischer Unterstützung des Ausbildungsmusikkorps, das Klassiker wie "Polonäse Blankenese" in Moll zum Besten geben wird. Später wird in der Fahrzeughalle gefeiert, als gäbe es kein Morgen – obwohl die Feldjäger vermutlich heimlich schon Kamelle auf die Gäste werfen, statt sie aufzuhalten.
Wer nach dieser Revolutionstour immer noch Energie hat, kann sich direkt in die Stadthalle schleppen – zur Altweiberparty. Um 16 Uhr beginnt der karnevalistische Ausnahmezustand mit Eintrittskarten für 19 Euro, die günstiger sind als ein Döner in Neuss (kein Scherz, der kostet dort jetzt zehn Euro).
Der Freitag gehört ganz der Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderung feiern zusammen eine jecke Sause, moderiert von Jan Simon und vertont von DJ Karsten. Eintritt? Geschenkt! Gute Laune? Pflicht!
Samstag ist dann wirklich alles los: Morgens wird in der Fußgängerzone getanzt, nachmittags der Seeräuberball gekapert – eine Veranstaltung mit dem romantischen Flair von Piraten, die ihre Biere nicht teilen wollen, aber ihre Liebe zum Karneval schon. Der Eintritt kostet wieder 19 Euro, also quasi ein „Döner Deluxe“, aber dafür für einen guten Zweck.
Sonntag? Da ist in Hilden ausnahmsweise mal nichts geplant – vermutlich zur Regeneration von Stimme, Kostüm und Leber. Wer dennoch feiern möchte, fährt nach Haan, wo der Familien-Karnevalszug durch die Straßen zieht, wahrscheinlich mit 17 Paw-Patrol-Wagen und mindestens einem Opa als Clown.
Und dann kommt er: der heilige Montag – Rosenmontag! Um 14:11 Uhr startet der große Umzug, Festwagen rollen, Fußgruppen hüpfen, und Claus Pommer regnet Kamelle vom Balkon wie ein närrischer Nikolaus. Die Zugstrecke ist lang, die Freude groß – und das Ordnungsamt streng: Wer sein Auto falsch parkt, wird gnadenlos abgeschleppt. Hilden ist an diesem Tag Kamelle-Zone – nicht Parkzone.
Und als wäre das alles nicht schon genug, folgt die After-Zoch-Party. Open Air, auf dem Alten Markt, ab 15 Uhr. Wer da nicht mehr tanzt, ist entweder aus Pappe oder hat sich am Samstag beim Seeräuberball die Hüfte verrenkt.
Fazit: Hilden beweist mal wieder, dass Karneval hier nicht einfach gefeiert, sondern zelebriert wird – mit Herz, Humor und vermutlich einem Kater, der sich bis Aschermittwoch hält. Alaaf!
Dienstag, 3. Februar 2026
3.2.2026: Kamelle, Kasernenstürmer und Karnevalskommando: Hilden ruft Alaaf!
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