Freitag, 6. Februar 2026

6.2.2026: Parkplatz-Wut am See: Wenn der Spaziergang plötzlich 4 Euro kostet

Was haben Seeufer, Petitionen und Parkscheinautomaten gemeinsam? Richtig – sie bringen Menschen in Bewegung. Leider nicht immer nur zu Fuß. Am Unterbacher See rumort’s nämlich gewaltig: Zum Jahresbeginn hat der zuständige Zweckverband still und heimlich die Parkgebühren erhöht. Die Folge? Empörung, Online-Petitionen und eine sehr wortreiche Verwaltungserklärung. Denn wer hätte gedacht, dass man mit einem Preisschild auf einem Parkplatz solche Wellen schlagen kann?

Die Fakten: Erste Stunde parken kostenlos. Danach – zack – vier Euro fürs Tagesticket. Die Argumentation des Zweckverbands klingt wie aus dem Handbuch „Kommunikation für Fortgeschrittene“: *marktübliche Preisstruktur* und *notwendige Investitionen*. Man hätte auch sagen können: Alles wird teurer, auch der Parkscheinautomat.

Die Initiatorin der Petition – Düsseldorferin, See-Fan und offenbar keine Sprinterin – hält dagegen: Eine Stunde reicht nicht mal, um den See gemütlich zu umrunden, ohne wie ein gehetztes Eichhörnchen durch die Natur zu hetzen. Und wer es ruhiger angehen lässt, zahlt eben den vollen Preis – selbst bei Mini-Besuch. Unverhältnismäßig sei das, und vor allem sozial ungerecht.

Doch der Zweckverband bleibt cool wie das Wasser im Januar. Angeblich sei der Parkplatz trotz der neuen Gebühren noch genauso voll wie vorher – selbst bei typischem Winterwetter, also Regen in 50 Grautönen. Auch Gastronomie, Segelschule, Surfstation und Co. hätten bislang keine Besucherschwund-Meldung eingereicht. Man hört förmlich, wie die Verwaltung beim Schreiben genüsslich an einem Latte Macchiato schlürft.

Trotzdem: Rund 900 Menschen haben bereits unterschrieben – vermutlich einige davon mit kalten Füßen und Zorn im Herzen, weil sie fürs Parken mehr zahlen als für die heiße Schokolade danach. Die Petition ist also ein ernst gemeinter Aufruf an die Politik, den Preis nochmal zu überdenken. Denn Naherholung, so der Wunsch vieler, sollte nicht zur Fernbleibung führen – zumindest nicht wegen 240 Parkminuten für 4 Euro.

Ob der Appell am Ende etwas bewegt? Wer weiß. Vielleicht braucht es einfach mehr Bewegung – zu Fuß, mit dem Rad oder im Denken. Und bis dahin bleibt uns nur, zu hoffen, dass zumindest das Seeufer kostenlos bleibt. Sonst kommt bald die nächste Petition – diesmal gegen Eintrittsgebühren für Enten.

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