Es gibt diese Momente, in denen man im Garten mit vielem rechnet. Mit Schnecken. Mit Wespen. Vielleicht mit der Nachbarskatze, die wieder einmal so tut, als gehöre ihr das Grundstück. Womit man in Hilden eher nicht rechnet: einer Königspython. Genau das passierte jetzt Anwohnern an der Poststraße. Am Sonntagabend entdeckten sie in einem Garten eine Würgeschlange. Und damit hatte Hilden für ein paar Stunden seinen ganz eigenen kleinen Schlangenalarm.
Die Feuerwehr wurde gerufen, außerdem kam ein Reptilienexperte hinzu. Denn bei aller Neugier ist eine Python nun einmal kein Tier, bei dem man erst einmal mit dem Besen nachschaut, ob sie vielleicht freiwillig wieder verschwindet. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um den ungewöhnlichen Gast. Weil der Aquazoo in Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war, führte der Weg schließlich ins Tierheim Hilden.
Dort war man offenbar besser auf solche Überraschungsgäste vorbereitet, als man vielleicht vermuten würde. Es gibt ein Übergangsterrarium, und so bekam die Königspython zunächst eine vorübergehende Unterkunft. Und wie es sich für eine ordentliche Hildener Geschichte gehört, bekam das Tier natürlich auch einen Namen: Otto.
Otto scheint seine kleine Reise durch Hilden gesundheitlich gut überstanden zu haben. Nach Angaben des Tierheims befand sich die Schlange in einem guten Zustand. Noch wichtiger: Die Geschichte hat inzwischen ein Happy End. Über die sozialen Medien konnte der Besitzer gefunden werden, und Otto wurde mittlerweile wieder abgeholt.
Damit endet der Hildener Schlangenausflug deutlich unspektakulärer, als er begonnen hat. Und das ist wahrscheinlich auch gut so.
Ganz ohne größeren Zusammenhang steht der Fund allerdings nicht da. Im Rheinland sorgten zuletzt mehrfach ausgesetzte oder entlaufene Würgeschlangen für Aufsehen. In Krefeld wurde beispielsweise innerhalb weniger Wochen gleich zweimal eine Boa Constrictor gefunden. Eine davon war rund zweieinhalb Meter lang und sieben Kilogramm schwer. Bei der zweiten Boa handelte es sich um ein jüngeres Tier von ungefähr 1,50 Meter Länge. Diese Schlange war am Schwanz verletzt und musste tierärztlich behandelt werden.
Obwohl solche Meldungen spektakulär klingen, zeigt Ottos Geschichte vor allem etwas anderes: wie viele unterschiedliche Aufgaben bei Feuerwehr und Tierheim landen. Normalerweise denken wir bei einem Feuerwehreinsatz an Brände, Verkehrsunfälle oder technische Hilfeleistungen. Manchmal besteht der Einsatz eben darin, eine Königspython aus einem Hildener Garten zu holen.
Und auch unser Tierheim kümmert sich offensichtlich nicht ausschließlich um Hund, Katze und Kaninchen. Wenn plötzlich ein exotischer Gast vor der Tür steht, braucht es einen geeigneten Platz, Erfahrung und im Zweifel zusätzliche fachliche Unterstützung. Dass dafür sogar ein Übergangsterrarium vorhanden ist, hätte ich jedenfalls nicht unbedingt erwartet.
Bleibt natürlich die Frage, wie Otto überhaupt in den Garten an der Poststraße gekommen ist. Darüber erfahren wir leider nichts. Vielleicht hat er eine Gelegenheit zur Flucht genutzt, vielleicht war irgendwo eine Tür oder ein Terrarium nicht richtig geschlossen. Entscheidend ist am Ende: Besitzer gefunden, Schlange gesund, niemand verletzt.
Und Otto?
Der dürfte seinen Ausflug vermutlich weniger spektakulär gefunden haben als die Menschen, die ihn entdeckt haben.
Für die wiederum gilt künftig vielleicht eine neue Hildener Gartenregel: Bevor man barfuß durch das Blumenbeet läuft, schaut man lieber zweimal hin.
Denn zwischen Geranien, Gartenzwerg und Gießkanne könnte neuerdings auch mal eine Königspython liegen.
Donnerstag, 3. September 2026
3.9.2026: Otto auf Abwegen – plötzlich liegt eine Königspython in einem Hildener Garten
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen