Wer in Hilden noch eine Straße ohne Baustelle kennt, sollte sie vorsichtshalber fotografieren. Sie könnte bald Seltenheitswert besitzen. Ab dem 16. November ist jedenfalls die Hochdahler Straße an der Reihe. Die Kanalarbeiten sollen insgesamt 16 Monate dauern. In Hilden denken wir bei Baustellen inzwischen offenbar lieber langfristig.
In der ersten Bauphase wird die Hochdahler Straße zwischen Hausnummer 30 und der Paul-Spindler-Straße auf rund 50 Metern für voraussichtlich sechs Monate nur einspurig befahrbar sein. Der westliche Gehweg fällt vorübergehend weg. Später folgen Arbeiten in der Hummelsterstraße, im Färberweg und im Zwirnerweg. Teilweise werden Straßen vollständig gesperrt. Für Anwohner, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger bedeutet das reichlich Geduld.
Immerhin hat die Baustelle einen nachvollziehbaren Zweck. Die Stadt erneuert und vergrößert Regenwasserkanäle, baut zusätzliche Reinigungsschächte ein und schafft Rückstaumöglichkeiten. Dadurch soll bei Starkregen weniger Wasser unkontrolliert abfließen und die Itter entlastet werden. Das ist sinnvoll, gerade angesichts zunehmender Wetterextreme.
Meine kritische Hildener Fanbrille richtet sich deshalb weniger gegen die Baumaßnahme als gegen ihre Begleiterscheinungen. Ich erwarte eine verständliche Verkehrsführung, frühzeitige Informationen und möglichst wenig Überraschungen für die Menschen, die dort wohnen oder täglich unterwegs sind. Denn eine notwendige Baustelle wird nicht automatisch zu einer gut organisierten Baustelle.
Besonders schade finde ich, dass bereits Anfang November vier Bäume und mehrere Sträucher entlang des Weges zwischen Hochdahler Straße und Tucherweg weichen müssen. Die Stadt verspricht Ersatzpflanzungen mit klimaangepassten Arten nach Abschluss der Arbeiten. Das ist richtig, auch wenn ein junger Baum einen gewachsenen nicht von heute auf morgen ersetzt.
Natürlich kann man moderne Kanalisation nicht bauen, ohne Straßen aufzureißen. Und lieber investiert Hilden jetzt in funktionierende Entwässerung, als später über vollgelaufene Keller und überlastete Kanäle zu klagen.
Trotzdem hoffe ich, dass der Zeitplan eingehalten wird. Denn bei der Vorstellung, dass aus einer langen Baustelle irgendwann eine noch längere wird, dürfte manchem Hildener schon jetzt das Wasser bis zum Hals stehen.
Hilden braucht bessere Kanäle, keine Frage. Aber wenn die Stadt schon so lange unter der Hochdahler Straße arbeitet, hoffe ich auf zwei Ergebnisse: dass das Regenwasser künftig schneller abfließt – und der Verkehr irgendwann auch wieder.
Montag, 2. November 2026
2.11.2026: 16 Monate Baustelle – oder: Hilden buddelt sich durch die Hochdahler Straße
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