Samstag, 7. Februar 2026

7.2.2026: Ei, Ei, Ei – was ist denn da im Nest los?

Wer dieser Tage in Hilden oder Haan geschniegelt mit Einkaufszettel und Sonntagslaune Richtung Supermarkt zieht, erlebt am Eierregal sein persönliches kleines Ostern ohne Osterhase: viel Karton, wenig Inhalt. Früher stapelten sich die Eier wie die guten Vorsätze im Januar, heute gucken sie einen an wie der letzte Keks in der Dose – selten, begehrt und irgendwie emotional aufgeladen. Deutschland isst mehr Eier denn je, heißt es, und man fragt sich unweigerlich: Wo gehen die alle hin? Sitzt irgendwo jemand in einer geheimen Küche und rührt seit Wochen pausenlos Rührei?

Die Antwort ist leider weniger kulinarisch als politisch-biologisch-logistisch. Die Niederlande treten auf die Eierbremse, Hühner werden krank, der Winter drückt auf die Legeleistung, und plötzlich ist das Ei keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern ein Gesprächsthema zwischen Brottheke und Kasse. „Hast du noch Eier bekommen?“ ist das neue „Hast du Klopapier?“, nur mit weniger Drama, aber ähnlicher Nervosität. Und während im Handel Kartons fehlen, stehen die Hühner offenbar frierend da und denken sich: Leute, es ist kalt, wir geben ja unser Bestes.

Rettung naht – zumindest für alle, die wissen, dass Eier nicht zwangsläufig unter grellem Neonlicht leben müssen. Hofläden, Eierhäuschen, Automaten mit Vertrauenskasse: Sie wirken plötzlich wie Relikte aus einer besseren, dotterreicheren Zeit. Da steht man dann nachts um halb elf am Automaten, zieht eine Schachtel Eier, fühlt sich ein bisschen rebellisch und sehr gut versorgt. Die Hühner auf den Höfen legen stoisch weiter, als hätten sie von Importproblemen nie gehört. Wer selbst produziert, ist fein raus – das ist die neue Eier-Weisheit.

Natürlich sind die Preise gestiegen. Futter ist teuer, Diesel auch, und Trecker fahren bekanntlich nicht mit Luft und Liebe, sondern mit allem, was gerade teuer ist. Trotzdem bleibt das Fazit tröstlich: Niemand muss hungern, niemand muss auf Pfannkuchen verzichten, und Ostern fällt nicht aus. Man muss nur wieder lernen, dem Ei mit Respekt zu begegnen. Vielleicht kauft man nicht gleich drei Schachteln, vielleicht sagt man innerlich „Danke“ beim Aufschlagen. Und vielleicht ist das Ganze am Ende sogar gut für uns – denn wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Ei uns daran erinnert, dass Lebensmittel keine Selbstläufer sind, sondern kleine Wunder mit Schale.

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