Donnerstag, 5. November 2026

5.11.2026: St. Martin in Hilden – oder: Wenn unsere Stadt wieder leuchtet

In Hilden wird es wieder hell – und diesmal liegt es weder an der Weihnachtsbeleuchtung noch an der reparierten Leuchtreklame über der Mittelstraße. Anfang November übernehmen die Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen das Kommando. Und plötzlich verwandeln sich unsere Straßen in ein buntes Lichtermeer.

Den Auftakt macht am Freitag, 6. November, der Bürgerverein Hilden West & Unterstadt. Um 18 Uhr startet der traditionelle Martinszug an der Kita Pusteblume. Einen Tag später zieht St. Martin ab 17 Uhr mit der katholischen Gemeinde St. Jacobus durch die Innenstadt. Am Sonntag, 8. November, folgt um 17 Uhr der große Festumzug des St.-Martinsvereins Hilden-Süd. Die Mantelteilung findet anschließend auf dem Nove-Mesto-Platz statt.

Auch zahlreiche Hildener Kindergärten und Grundschulen beteiligen sich mit eigenen Martinszügen und Feiern. Bis weit in den November hinein werden Laternen geschwenkt, Martinslieder gesungen und Weckmänner geteilt. Viele dieser Veranstaltungen sind allerdings den Kindern und ihren Familien vorbehalten.

Meine Hildener Fanbrille freut sich besonders über dieses Stück lebendige Tradition. Denn während wir uns sonst über Baustellen, Parkgebühren und die Zukunft unserer Innenstadt streiten, zeigt St. Martin eine ganz andere Seite unserer Stadt. Hier stehen Kinder, Familien, Nachbarn und engagierte Ehrenamtliche im Mittelpunkt.

Und gerade Letztere verdienen ein großes Dankeschön. Ohne Bürgervereine, Schulen, Kirchengemeinden und viele helfende Hände würden die Martinszüge nicht stattfinden. Dass solche Traditionen in Hilden weiterhin gepflegt werden, ist keineswegs selbstverständlich.

Dabei steckt hinter dem bunten Laternenzauber eine Botschaft, die heute vielleicht aktueller ist denn je: Teilen, Rücksicht nehmen und anderen helfen. Eigenschaften, die nicht nur dem heiligen Martin gut zu Gesicht standen, sondern auch unserem Zusammenleben in Hilden.

Natürlich wird es an manchen Stellen kurzfristige Straßensperrungen geben. Aber wenn Kinder mit leuchtenden Augen und selbst gebastelten Laternen durch unsere Straßen ziehen, dürfen Autofahrer ruhig einmal ein paar Minuten warten.

Ich freue mich jedenfalls auf die Martinszüge. Denn während in Hilden sonst häufig über das Licht am Ende des Tunnels diskutiert wird, tragen es unsere Kinder im November einfach selbst durch die Straßen. Und das ist vielleicht die schönste Form von Stadtbeleuchtung.

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