Wer in Hilden geglaubt hat, der Herbst werde verkehrstechnisch gemütlich, hat die Rechnung ohne das Tiefbau- und Grünflächenamt gemacht. Ab dem 12. Oktober bekommt die Gerresheimer Straße ihre nächste Schönheitskur. Zwischen dem Kreisverkehr am liebevoll „Aldi-Ei“ genannten Knoten Stockshausstraße und dem Kreisverkehr Schalbruch wird die Fahrbahndecke erneuert. Bis zum 29. Oktober heißt es deshalb: neue Wege suchen, etwas mehr Zeit einplanen und dem Navigationsgerät nicht blind vertrauen.
Immerhin wird nicht sofort alles gesperrt. In der ersten Bauphase bis voraussichtlich Montagabend, 26. Oktober, bleibt die Gerresheimer Straße in Richtung Westring befahrbar. In Richtung Innenstadt ist sie dagegen gesperrt. Die Beethovenstraße bleibt zunächst erreichbar, wird aber in die Einbahnstraßenregelung eingebunden. Je nach Baufortschritt wandert die Verkehrsführung abschnittsweise mit. Wer dort wohnt, sollte außerdem damit rechnen, dass das eigene Grundstück zeitweise mit dem Auto schlechter erreichbar ist.
Und es wird nicht nur ein bisschen Asphalt über die alte Straße gegossen. Die vorhandene Deckschicht wird abgefräst, Schächte, Schieberkappen und Straßenabläufe werden reguliert, die Rinne saniert und anschließend eine neue Asphaltdeckschicht eingebaut. Dazu kommen neue Randfugen. Kurz gesagt: Wenn Hilden schon aufmacht, dann richtig.
Besonders interessant dürften die Fräsarbeiten werden. Dabei kann es auch auf der verbliebenen Fahrspur zu längeren Wartezeiten kommen. Zusätzlich werden die seitlichen Parkstreifen mit Halteverboten versehen. Die Gerresheimer Straße bietet damit für einige Tage das komplette Hildener Baustellenpaket: weniger Fahrspuren, weniger Parkplätze und mehr Gelegenheit, die Umgebung einmal ausgiebig aus dem stehenden Auto zu betrachten.
Richtig ernst wird es dann ab Montagabend, 26. Oktober. Bis zum 29. Oktober soll der Abschnitt vollständig gesperrt werden, dann auch an der Kreuzung Beethovenstraße. Der Grund ist nicht die in Hilden gelegentlich vermutete Freude am Aufstellen von Absperrbaken, sondern der Asphalt selbst. Vor dem Einbau muss die Fahrbahn mit Haftkleber vorbereitet werden, anschließend braucht auch die neue Deckschicht ihre Ruhe. Autos und frischer Asphalt vertragen sich in dieser Phase ungefähr so gut wie Hildener Autofahrer und eine überraschend aufgestellte Baustellenampel.
Der eigentliche Asphalteinbau ist für den 27. oder 28. Oktober vorgesehen. Danach muss die Fahrbahn ausreichend abkühlen, bevor sie wieder freigegeben werden kann. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Spuk am 29. Oktober vorbei sein. Für eine grundhafte Straßensanierung ist das ein überschaubarer Zeitraum – für jemanden, der diese Strecke täglich fährt, können zweieinhalb Wochen allerdings eine erstaunlich lange Beziehung zu einer Umleitung begründen.
Und natürlich kommt die Maßnahme in einer Zeit, in der wir rund um Hilden ohnehin schon intensiv über Umleitungen und gesperrte Verkehrswege sprechen. Die A59 ist Richtung Düsseldorf für Monate dicht, nun wird auch auf der Gerresheimer Straße gearbeitet. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, der Oktober stehe in Hilden unter dem Motto: Wer seinen üblichen Weg kennt, bekommt einen neuen.
Am Ende bleibt immerhin etwas Sichtbares zurück: eine frisch sanierte Straße. Das unterscheidet diese Baustelle wohltuend von mancher Hildener Diskussion, bei der nach drei Wochen vor allem neue Fragen entstanden sind.
Und falls es unterwegs doch einmal länger dauert: Nicht ärgern. Einfach daran denken, dass irgendwo zwischen Aldi-Ei und Schalbruch gerade unsere Steuergelder schön glattgewalzt werden.
Mittwoch, 7. Oktober 2026
7.10.2026: Frischer Asphalt fürs Aldi-Ei – oder: Hilden macht die Gerresheimer Straße dicht
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