Manche machen in den Sommerferien Yoga-Retreats auf Bali, andere nutzen die Zeit für ein ordentliches Make-over – so wie die Stadthalle Hilden. 1978 erbaut, also ungefähr so alt wie „Saturday Night Fever“ und die ersten Discokugeln, bekommt das betagte Beton-Schätzchen jetzt eine Frischzellenkur. Schließlich hat sich seit den 70ern einiges verändert – nicht nur in Sachen Frisuren, sondern auch bei Eventlocations.
Die Verantwortlichen haben sich also vorgenommen, die Halle „aus dem Dornröschen-Schlaf zu wecken“. Man stelle sich vor: Die Stadthalle liegt da, seit Jahrzehnten in tiefem Schlaf, von außen ein bisschen grau, von innen ein bisschen Retro, bis eines Tages Holger Nickel, der Geschäftsführer, mit einem kräftigen „Corporate Design“-Kuss vorbeikommt. Zack – aufwachen, neue Schilder dran, alte Plakate raus, LED rein! Die Stadthalle zeigt jetzt wieder Profil – und zwar in HD.
Sogar die Bäder bekommen ein „Makeover“. Das ist mutig, denn bei Toiletten denkt man ja nicht sofort an Glamour. Aber hey, wenn’s dem Gesamtkonzept dient, dann bitte auch mit Duftkerzen, Touchless-Spülung und vielleicht einem kleinen Mood-Lichtspiel in Türkis.
Doch das ist nicht nur Kosmetik. Nein, das ist ein kulturelles „Glow-Up“! Ein Eventmanager wurde engagiert, damit nicht nur die Halle glänzt, sondern auch das Programm. Geplant ist ein Nachtflohmarkt mit DJ, Cocktails und Secondhand-Schätzen – ein bisschen wie ein Instagram-Event, nur mit weniger Filter und mehr echten Menschen. Auch Krimi-Wochenenden, Lesungen mit den drei ??? (!!!) und „Mama geht tanzen“-Abende stehen auf dem Zettel. Da darf Mutti das Tanzbein schwingen, während der Nachwuchs im Nebenraum pädagogisch betreut wird – Hilden wird zur Hochburg der multitaskingfähigen Partykultur.
Und das Beste: Niemand spricht über Kosten. Das ist wie bei guten Schönheits-OPs – man sieht das Ergebnis, fragt aber besser nicht nach der Rechnung.
Also: Wer noch nostalgisch an braune Wandverkleidung und verirrte Bühnenvorhänge denkt, sollte sich beeilen. Denn bald ist die Stadthalle nicht mehr das stille, leicht angestaubte Mitglied im Stadtbild, sondern ein glitzerndes Zentrum für Kultur, Cocktails und Community. Wenn das mal nicht ein Grund ist, sich selbst auch mal ein kleines Facelifting zu gönnen – innerlich wie äußerlich.
Dienstag, 29. Juli 2025
29.7.2025: Hilden macht sich hübsch – Wenn die Stadthalle zum Beauty-Salon wird
Sonntag, 27. Juli 2025
27.7.2025: Hildener Gaststätte macht dicht – wegen zu viel Sommer und zu wenig Spüler
Wenn ein Biergarten im Hochsommer schließen muss, fühlt sich das ein bisschen so an, als würde der Weihnachtsmann im Dezember in Elternzeit gehen. In Hilden ist genau das passiert: Die Gaststätte „Alter Markt“, mitten in der Innenstadt, wo man sonst mit einem kühlen Getränk die Sonne feiern konnte, hat dichtgemacht. Nicht, weil das Bier schlecht war, nicht, weil der Wirt plötzlich lieber Influencer auf Mallorca werden wollte – nein, der Grund ist deutlich profaner: Es fehlt Personal. Oder, wie man im Gastro-Deutsch sagt: Der Spüler ist weg, und die Küche steht auf Stand-by.
Man stelle sich das vor: Rund 200 Plätze im Außenbereich, zehn (!) im Innenraum – das klingt nicht nach einem Restaurant, sondern nach einem Pavillon mit Sitzgelegenheit für Fortgeschrittene. Im Winter herrscht drinnen also mehr Wohnzimmeratmosphäre als Gastronomiebetrieb, was auch erklärt, warum der Laden komplett vom Sommergeschäft abhängig ist. Und da müsste man natürlich Leute haben, die *nicht* dann arbeiten, wenn alle anderen Urlaub machen. Kleiner Spoiler: Die gibt es nicht mehr. Vielleicht irgendwo in Island. Aber nicht in Hilden.
Die Pächterin Pavlina Petreska hat es versucht. Sie hat gesucht, gefragt, gebettelt – vermutlich auch mal laut in den Himmel geschrien. Aber zwölf motivierte Menschen für ein Saisonlokal zu finden, das ist heutzutage ungefähr so wahrscheinlich wie ein pünktlicher Bus nach Feierabend. Und so entschloss sie sich: Schluss jetzt. Deckel drauf. Oder wie man in der Gastro sagt: „Küche kalt, Zapfhahn zu, draußen bleibt’s leer.“
Dabei läuft es in ihren anderen Läden – dem „Café Overstolz“ und dem „Café New York“ – ganz prima. Die haben nämlich einen Innenbereich, der seinen Namen auch verdient. Und: Sie laufen ganzjährig. Dort kann man Mitarbeitende noch mit Argumenten wie „verlässliches Einkommen“ und „Urlaub im Januar“ ködern. Im „Alten Markt“ hingegen? „Du arbeitest dann, wenn andere Urlaub machen – und im Winter machen wir zu, aber die Miete läuft weiter.“ Klingt jetzt nicht nach Traumjob.
Auch der Gastroverband hat wenig Hoffnung zu spenden. Die Lage bleibt mies, der Fachkräftemangel hält an, die Kosten steigen, und der Umsatz... sinkt. Es ist ein bisschen wie beim Wettrennen mit Bleischuhen – man kann rennen, aber das Ziel entfernt sich trotzdem. Immerhin: Es gibt Hoffnung. Ein neuer Pächter hat sich gefunden. Vielleicht jemand mit großer Familie, viel Enthusiasmus und einem Spülmaschinen-Fetisch. Man weiß es nicht.
Was bleibt? Ein leerer Platz in der Innenstadt, ein weinendes Weizenglas – und die Erkenntnis, dass eine Gaststätte nicht nur gutes Wetter, sondern auch gute Leute braucht. Wer also diesen Sommer auf dem Alten Markt kein Bier bekommt: nicht traurig sein. Einfach beim nächsten Café vorbeischauen. Und dem neuen Pächter im kommenden Jahr ganz fest die Daumen drücken. Oder noch besser: eine Bewerbung dalassen. Spülen kann man schließlich lernen.
Samstag, 26. Juli 2025
26.7.2025: Endlich trocken in Hilden: Wenn die Deutsche Bahn ein Dach draufsetzt
Es gibt Momente im Leben, da fühlt man sich wie ein König. Zum Beispiel, wenn man in Hilden auf dem Bahnsteig steht – und es regnet nicht auf den Kopf. Kein tropfendes Provisorium, keine windschiefen Überreste aus den 70ern, sondern ein echtes, frisches, nagelneues Bahnsteigdach. Die Bahn hat es tatsächlich getan: 1,7 Millionen Euro hat sie in Hilden gelassen, nicht für neue ICEs, sondern für Sitzmöbel, Vitrinen – und eben dieses Dach. Applaus, bitte. Ganz leise, die Bauarbeiter schlafen vielleicht noch.
Die Modernisierung kam nicht über Nacht. Nein, sie kam über viele Nächte, Wochenenden und Sperrpausen, in denen nichts fuhr außer vielleicht ein resignierter Gedanke. Kampfmittelsondierungen, elektrische Anlagen, Gitterkräne, die 75 Tonnen stemmen – wer braucht schon Actionfilme, wenn man dem Hildener Bahnsteig beim Wachsen zusehen kann? Man kann förmlich die Spannung spüren: „Wird der Stahlträger heute eingehoben oder morgen? Und wo ist eigentlich der Bagger hin?“
Natürlich ging das Ganze nicht ohne Sperrpausen – ein schöner Euphemismus für: „Die Züge fahren nicht, aber hey, guck dir doch mal an, wie schön das Dach wird!“ Man könnte fast sagen, die Bahn hat uns gelehrt, Geduld zu haben. Und wer hätte gedacht, dass man sich einmal über neue Vitrinen freut? Endlich wieder Werbung und Fahrpläne hinter Glas, geschützt vor dem berüchtigten Hildener Wetter und den gelegentlich kunstvollen Filzstift-Botschaften aus der Pubertäts-Hölle.
Die Ausstattung auf 56 Metern ist jetzt „modern“. Was das heißt? Niemand weiß es genau, aber vermutlich sitzt man nun etwas ergonomischer während der nächsten Zugverspätung. Und wer sich über das Dach freut, freut sich sicher auch über die Nachricht: Es gibt noch mehr Baustellen! Denn parallel wird fleißig am elektronischen Stellwerk für das östliche Rheinland gearbeitet – klingt nach einer Mischung aus Hightech und „Kann noch dauern“.
Aber Hilden kann nun stolz sein. Nicht auf die Pünktlichkeit der Züge – das wäre überambitioniert – sondern auf ein Dach. Ein echtes, stabiles, ehrliches Dach. Und Sitzgelegenheiten, die nicht aussehen, als hätte jemand sein Altmetall auf dem Bahnsteig vergessen. Es sind die kleinen Dinge im Leben – und in Hilden –, die zählen.
Also, liebe Deutsche Bahn: Weiter so. Vielleicht kriegen wir ja bis 2080 auch noch WLAN auf dem Bahnsteig. Bis dahin genießen wir einfach die Trockenheit.
Mittwoch, 23. Juli 2025
23.7.2025: Hildens stille Superstars: Wer hier wirklich die Wirtschaft rockt (und warum du dein Auto vielleicht gegen ein Jobrad tauschen solltest)
In Hilden geht was. Auch wenn’s von außen eher so aussieht, als wäre der aufregendste Moment der Woche das rhythmische Blinken der Ampel an der Mittelstraße, brodelt unter der Oberfläche ein erstaunlich quirliges Arbeitsmarkt-Leben. Eine Armada an Unternehmen, Verwaltungen, Kliniken, Werkzeugschmieden und – nicht zu vergessen – Backstuben hält die Stadt wirtschaftlich am Laufen, während der Rest von NRW noch über Strukturwandel diskutiert. Und weil selbst Google irgendwann kapituliert, wenn es um aktuelle Zahlen zu Hildens Arbeitsmarkt geht („Meinten Sie Hilden bei Siegburg?“ – Nein, danke.), hat die Lokalredaktion beherzt selbst nachgezählt.
Platzhirsch in der Itterstadt ist – Trommelwirbel – Qiagen. Mit 1500 Mitarbeitenden, sieben Azubis und Benefits, bei denen selbst DAX-Konzerne neidisch werden: Jobtickets, eigene Kita, Waschmaschinen (!) für den Notfall-Montags-Hemdengau, und ein Eltern-Kind-Zimmer, falls der Nachwuchs mal während der PowerPoint-Präsentation eine Banane will. Qiagen macht Biotechnologie – und offensichtlich auch glückliche Mitarbeitende.
Auf Platz zwei, mit Würde und Beamtenschweiß: die Stadt Hilden. Über 1000 Mitarbeitende und ein Ausbildungsportfolio, das klingt wie das Kursangebot einer sehr ambitionierten Volkshochschule: vom Notfallsanitäter über den Stadtbauoberinspektoranwärter bis zum Forstwirt. Wer hätte gedacht, dass man in Hilden fast jeden Beruf lernen kann – außer vielleicht Astronaut, wobei ich auch da nicht ganz sicher wäre.
Auf den weiteren Plätzen wird’s bunt: Da ist HDI, der Versicherer mit Zukunftsvision und Umzugskartons (600 Leute ziehen von Köln nach Hilden – endlich mal jemand, der nach Hilden will). Paul Schulten putzt sich auf Platz 3 sauber in die Rangliste, 3M klebt sich auf Platz 5, und das St. Josefs-Krankenhaus kurvt mit fast 400 Mitarbeitenden durchs Mittelfeld. Ein echtes Unternehmens-Buffet also – von Biotech über Bäckerei bis Behörde.
Und während Qiagen mit einer betrieblichen Fitnessstudio-Flatrate glänzt, gibt’s bei Kukko immerhin eine Betriebskrankenversicherung und die Erlaubnis, manchmal von zu Hause zu arbeiten – aber nur, „wenn der Klempner kommt oder das Auto nicht läuft“. Ehrlich, das ist zumindest mal ein realistisches Homeoffice-Modell.
Apropos Realismus: Einige Betriebe, so scheint’s, haben beim Thema Ausbildung noch Luft nach oben. Vion zum Beispiel hat 170 Mitarbeitende, aber keinen einzigen Azubi. Vielleicht liegt’s daran, dass der Personalchef beim Bewerbungsgespräch konsequent auf Latein antwortet. Man weiß es nicht.
Dann gibt es noch die Helden der zweiten Reihe: Caelo mischt in Hilden Medikamente, Bäcker Schüren versorgt die Stadt mit Brötchen und Ökoworld verteilt neben nachhaltigen Investmentfonds auch Einkaufsgutscheine. Wer in Hilden arbeitet, bekommt offenbar wahlweise ein E-Bike, Weihnachtsgeschenke, Zugang zu psychologischer Beratung, einen Parkplatz in der Tiefgarage oder wenigstens mal ein kostenfreies Wasser – irgendwo zwischen Konzerncharme und Kaffeeküchensmalltalk.
Und ja: Natürlich ist nicht alles Gold, was Gewerbesteuer zahlt. Manche Unternehmen glänzen eher durch PR-Verweigerung (Grüße an ASK Chemicals – die geheimnisvollen Alchemisten Hildens), andere machen bei Ausbildung und Homeoffice noch den Dornröschen-Schlaf. Aber: Die Wirtschaft brummt. Und das ist nicht selbstverständlich in Zeiten von Pandemie, Inflation, globalen Krisen und – ganz ehrlich – ständig streikender Bahn.
Kurz gesagt: Hilden ist keine Industriemetropole, keine Start-up-Oase, kein hipper Szene-Kiez. Aber Hilden funktioniert. Es beschäftigt, bildet aus, zahlt Gehälter – und sorgt dafür, dass die Gewerbesteuereinnahmen höher sind als der durchschnittliche Mietpreis in Köln. Und das, meine Damen und Herren, ist in der heutigen Zeit fast schon ein kleines Wunder. Oder wie der Hildener sagen würde: „Läuft.“
Sonntag, 20. Juli 2025
20.7.2025: Neuer Glanz in der Hildener Fußgängerzone: Zwischen Babybeach und Barber-Blockbuster
Hilden, die Stadt der kurzen Wege und langen Leerstände, hat wieder gute Nachrichten zu vermelden – oder zumindest so etwas Ähnliches. Die Innenstadt lebt! Naja, sie zuckt. Immerhin. Denn die Schulstraße, einst pulsierendes Herz des Einzelhandels, hat sich offenbar geschüttelt, ein bisschen aufgerichtet und flüstert jetzt vorsichtig: „Ich bin noch nicht ganz tot.“
An der Schulstraße 13, dort wo früher das „Café Bauchgefühl“ beheimatet war – ein Ort, an dem junge Mütter mit Latte Macchiato und Stillkissen ihre innere Mitte suchten – zieht demnächst ein ganz anderes Kaliber ein: eine Praxis für Physiotherapie. Denn seien wir ehrlich: Wer durch die Hildener Innenstadt spaziert, kriegt spätestens am Warrington-Platz einen steifen Nacken vom vielen Kopfschütteln über leerstehende Schaufenster. Da passt Physiotherapie also wie die Faust aufs verspannte Schulterblatt.
Aber auch andere Häuser, die bislang im Dornröschenschlaf vegetierten, regen sich. Das ehemalige Schuhgeschäft an der Ecke Schulstraße/Mittelstraße hat angeblich Interessenten. Gerüchten zufolge Menschen, die tatsächlich etwas verkaufen wollen. Was genau, bleibt geheim – vielleicht Schuhe? Oder doch wieder ein Lager für Dinge, die niemand braucht, aber jeder irgendwo bunkert? Hauptsache, es sieht von außen wieder so aus, als würde drinnen jemand arbeiten.
Das Rathaus-Center hat da weniger Glück. Der letzte Mieter ist „Knall auf Fall“ gegangen – was vermutlich ein Euphemismus für „nachts bei Mondschein verschwunden, während die letzte Miete noch unbeantwortet in der Schublade lag“ ist. Stattdessen klopfen jetzt Friseure, Döner-Betreiber und Barber-Shops an – also all jene, die gefühlt schon in jedem zweiten Ladenlokal der Republik sitzen. Die Eigentümer winken aber höflich ab: Man möchte gern jemanden, der nicht schneidet, würzt oder schäumt. Sondern etwas anderes macht. Irgendwas. Hauptsache, es kostet nicht gleich eine sechsstellige Summe für Umbauten, Toiletten und Wasseranschlüsse.
Am Axlerhof gibt ein Juwelier auf – wegen Baustelle, Corona und vermutlich einer schlechten Sternenkonstellation. Dafür läuft’s in der Bismarckpassage wieder besser. Dort kommt Kundschaft, und die will offenbar Ketten und Klunker.
Ein ganz besonders trauriger Fall ist das ehemalige „Depot“-Geschäft. Dekorieren ist aus der Mode, und das riesige Ladenlokal wartet seit Monaten auf neue Ideen. Wirtschaftsförderer Schwenger bleibt gelassen: „Fünf Monate Leerstand sind normal.“ Na dann – willkommen im ganz normalen Leerstands-Wahnsinn.
Doch keine Sorge, Hilden gibt sich nicht auf. Die Stadt, in der selbst verlassene Ladenlokale irgendwann wieder Freunde finden, kämpft weiter. Und wer weiß – vielleicht wird bald das nächste Lager zum nächsten Hoffnungsträger. Oder das Café „Bauchgefühl 2.0“ öffnet, diesmal für erschöpfte Ladenbesitzer mit Rückenschmerzen.
Man darf ja träumen.
Freitag, 18. Juli 2025
18.7.2025: „Wo ist die Mini-Rutsche?!“ – Der große Kleinkind-Krimi auf Hildens Spielplätzen
Wenn in Hilden etwas die Gemüter erhitzt, dann ist es nicht etwa ein Verkehrschaos auf der Gerresheimer Straße oder ein neues Parkverbot – nein, es geht um Spielplätze. Genauer gesagt: um zu wenig Spielgeräte für die ganz Kleinen. Und was auf den ersten Blick wie ein Randthema wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als emotionaler Dauerbrenner – mit Wippe, ohne Wippe, mit Gras drüber. Im wahrsten Sinne.
Eine junge Mutter, sagen wir mal „Mama M.“, schlägt Alarm. Der Spielplatz an der Hummelsterstraße? Aus Sicht von Krabbelkindern ein Ort voller Versprechungen, die nicht eingelöst werden. Eine kleine Rutsche – okay. Eine Schaukel – immerhin. Aber das große Klettergerüst? Für Kleinkinder ungefähr so einladend wie eine Slackline über dem Grand Canyon. Also hat Mama M. beschlossen, zur digitalen Feder zu greifen und eine Petition gestartet. Ziel: ein Spielplatz, der auch unter einem Meter Körpergröße Spaß macht – mit Mini-Rutschen, Sandspiel-Oasen und Elternbänken, am besten mit integrierter Rückenmassagefunktion (okay, das stand nicht drin, aber träumen darf man ja).
Und während Mama M. um Unterstützer wirbt, sorgt anderswo eine defekte Wippe für Aufruhr. Auf dem Spielplatz „Am Heidekrug“ ist das gute Stück – laut Stadt – nicht mehr zu retten. Die Konsequenz: Absperrung, dann Abriss. Und dann? Nichts. Nur frischer Mutterboden. „Da lässt die Stadt einfach Gras über die Sache wachsen“, kommentiert eine aufmerksame Leserin trocken. Humor hat sie, das muss man ihr lassen.
Doch Moment! Es gibt Hoffnung – in Form eines städtischen Verfahrens, das mindestens so geschmeidig abläuft wie ein barfußlaufender Dreijähriger über Kies. Erst muss der Bedarf ermittelt werden, dann werden Spielplatzpaten befragt (ja, die gibt es wirklich!), dann wird geplant, genehmigt, bestellt – und wer weiß, vielleicht spielt der kleine Tim dann mit seinen Enkelkindern auf der neuen Wippe.
Die Stadt Hilden beteuert derweil: Alles sei sicher, alles sei normgerecht, alles sei barrierefrei – und überhaupt: Die Spielplätze seien regelmäßigen Prüfungen unterzogen. Es gibt sogar Sitzgelegenheiten! Mit Picknicktisch! Und Schatten! Und ein „Drehspielgerät“, das allein durch seinen Namen schon mehr Spannung verspricht als so mancher Netflix-Film.
Und so bleibt es beim munteren Hin und Her: Eltern wünschen sich mehr für die Kleinen, die Stadt verweist auf Planungskapazitäten, Spielplatzpaten warten auf Rückmeldungen, und irgendwo in Hilden liegt eine Ex-Wippe begraben, die vielleicht mal als Denkmal für kindliche Hoffnungen wieder ausgegraben wird.
Bis dahin: Hummel, Hummel – Spielgerät ade!
Donnerstag, 17. Juli 2025
17.7.2025: Glasfaser in Hilden: Jetzt wird gemeinsam gebuddelt!
In Hilden tut sich was unter der Erde – und das ist ausnahmsweise mal positiv gemeint. Die Stadtwerke Hilden und die Telekom haben beschlossen, gemeinsam das Glasfasernetz auszubauen. Oder, wie man es auch formulieren könnte: Es gibt endlich Hoffnung auf Internet, das schneller ist als ein gelangweilter Postbote mit Kaffeepause.
Der Bürgermeister zeigt sich begeistert: Dr. Claus Pommer betont, wie wichtig so ein modernes Netz für die Zukunft Hildens ist – und zwar sowohl für Unternehmen als auch für Bürgerinnen und Bürger, die sich beim Streamen von Serien bislang gefühlt haben wie in einem 90er-Jahre-Modem-Horrorfilm: „Bitte warten… Puffering… Fehler 404“.
Die Idee dahinter ist bestechend: Wenn man schon Geld, Zeit und Nerven investieren muss, dann doch lieber gemeinsam. Die Stadtwerke bringen Erfahrung mit aus dem Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten, die Telekom bringt... na ja, immerhin rosa Farbe und eine Menge Kabel. Und zusammen wollen sie nun ganz Hilden erschließen. Das klingt ambitioniert – aber auch ein bisschen nach „wir schauen mal, wie weit wir dieses Jahr kommen, bevor der Winter das nächste Mal zuschlägt“.
Die Gespräche laufen laut Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider „auf Augenhöhe“. Das ist immer ein gutes Zeichen – vor allem, wenn keiner mit dem Bagger schneller buddelt als der andere. Wenn alles glatt läuft, gibt es bis Ende des Jahres einen Kooperationsvertrag. Und danach? Wird fleißig verlegt, vergraben und verbunden. Wahrscheinlich mit Baustellenschildern, Umleitungen und neugierigen Senioren, die jeden Tag fragen: „Was machen Sie denn da?“
Was das Ganze bringen soll? Arbeitsplätze sichern, die Stadt digital fit machen und vielleicht irgendwann ermöglichen, dass ein Zoom-Call in Hilden nicht mehr nach Daumenkino aussieht. Wenn das keine Lebensqualität ist!
Jetzt heißt es also: Warten auf Glasfaser – aber diesmal nicht in Schneckentempo. Sondern mit vereinten Kräften und ordentlich Schwung. Und wer weiß? Vielleicht ist bald das Internet in Hilden schneller als die Glasfasergeschichte selbst erzählt wurde. Wobei… das wäre wirklich revolutionär.
Mittwoch, 16. Juli 2025
16.7.2025: Hildener Bildungsbürger bald pleite – Preiserhöhung mit Bildungsauftrag
Ab dem 1. August wird’s musikalisch teurer und literarisch kostspieliger: Hilden hat beschlossen, Kulturbildung künftig mit einem Hauch von Luxus zu versehen. Wer Geige lernen oder Goethe lesen will, darf dabei gleich ein bisschen Lebenserfahrung in Form von erhöhten Gebühren sammeln. Der Stadtrat sagt: Das ist „turnusmäßig“. Die Bürger sagen vermutlich: „Ach, das auch noch?!“
Zunächst zur Musikschule. Die Preiserhöhung dort klingt wie ein leises Crescendo: Zwei Prozent mehr auf alles – fast wie beim Supermarkt, nur dass man hier am Ende keine Nudeln, sondern eine Querflöte in der Hand hält. 45 Minuten Einzelunterricht kosten bald 125,25 Euro. Eine Zahl, die nicht nur musikalisch klingt, sondern auch nach: „Oha, vielleicht bleib ich doch beim Blockflötenspiel auf YouTube.“
Auch das JeKits-Programm trifft es – das niedliche Kürzel steht für „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“, aber ab August wohl eher für „Jetzt etwas Kostspieliger im dritten Schuljahr“. Immerhin: Erwachsene zahlen weiterhin 25 Prozent extra – vermutlich als kleine Strafe für das eigene frühe Aufgeben beim Klavierunterricht.
Instrumente ausleihen bleibt möglich, aber auch das wird teurer. 96 Euro im Jahr für ein „einfaches“ Instrument. Wer sich also einen Einsteigerkontrabass ausleihen will – und keine Angst vor Bandscheibenvorfällen hat – darf das tun, solange der Neupreis unter 500 Euro liegt. Für teurere Schätze steigt die Leihgebühr auf 180 Euro. Wer da noch Geige übt, muss wohl wirklich brennen für Paganini.
Neu im Programm: Ensemble-Coaching! Klingt nach Business-Seminar, ist aber tatsächlich musikalisches Team-Building. Wer als Erwachsener mitmacht, zahlt 50 Prozent des Ensemblepreises plus 25 Prozent Erwachsenenaufschlag – sofern man nicht schon ein anderes Fach belegt. Vielleicht wäre das auch ein gutes Finanzierungsmodell fürs Stadttheater: „Sitzplatz nur mit Soloprobenpflicht“.
Die Stadtbibliothek zieht ebenfalls nach – hier wird aus „umsonst und draußen“ langsam „kostspielig, aber drin“. Die Jahresgebühr steigt auf 20 Euro für Einzelpersonen, 23 Euro für Familien. Dafür gibt’s CDs jetzt vier Wochen statt zwei. Ein echter Trost für alle, die noch ein funktionierendes CD-Laufwerk besitzen. Oder Kinder mit Tonieboxen.
Und wer seine Bücher dreimal falsch zurückgibt, darf künftig ein Jahr Pause machen – Literatur ist eben keine Einbahnstraße. Apropos Einbahnstraße: Wer über 10 Euro Schulden hat, wird rigoros gesperrt. Die Stadt hat offensichtlich genug von säumigen Lesern und will ihre Bibliothek lieber mit Menschen füllen, die pünktlich und schuldenfrei sind – also ungefähr drei Personen.
Insgesamt sollen die Änderungen jährlich rund 6000 Euro mehr in die Kassen der Stadtbibliothek spülen. Damit kann man sich vielleicht ein paar neue Bestseller leisten. Oder ein Flipchart. Die Musikschule bleibt in ihrer Einnahmeerwartung etwas vage – was daran liegt, dass Musikunterricht eben nicht so berechenbar ist wie ein Haushaltsplan. Wer hätte gedacht, dass Kulturförderung so spannend klingen kann wie ein Wirtschaftskrimi?
Bleibt die Frage: Wird Hilden jetzt zur Eliteschmiede für reiche Leseratten und wohlhabende Hobbycellisten? Oder ist das einfach der Preis der Zeit? In jedem Fall kann man sagen: Wer in Hilden künftig Kultur genießen will, darf das tun – aber eben nicht mehr ganz für lau. Dafür mit Stil, Haltung und einem leisen Summen im Portemonnaie.
Samstag, 12. Juli 2025
12.7.2025: Sonnenklar! Hilden bekommt seinen Solarpark – und ein bisschen Drama dazu
Es war ein langer, heiß diskutierter Ritt durch Ausschüsse, Bürgeranregungen und politische Zwickmühlen, aber jetzt ist es offiziell: Hilden bekommt einen Solarpark! Genauer gesagt: eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage mit Speicher in Karnap-West. Die Entscheidung fiel nicht etwa durch einen Sonnenstrahl der Erleuchtung, sondern – ganz klassisch demokratisch – in geheimer Abstimmung. 44 Ja-Stimmen, 17 Neins, null Enthaltungen. Wer jetzt denkt, Politik sei langweilig, hat noch nie erlebt, wie in Hilden über Ackerflächen diskutiert wird.
Die Stadt hat nämlich Großes vor: klimaneutral bis 2035. Das geht laut den Grünen nicht allein mit ein paar Solarpanels auf Einfamilienhausdächern und dem guten Willen der Wetter-App. Also muss eine größere Fläche her – ungefähr so groß wie fünf Fußballfelder, direkt an der Straße „An den Gölden“. Klingt idyllisch, war aber bis vor Kurzem noch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Und hier prallte alles aufeinander, was man für eine richtig gute Lokalposse braucht: Naturromantik trifft Klimaziel, Bürgerengagement auf Ratsfraktionen mit Identitätskrise, und mittendrin die Stadtwerke, die künftig kräftig Sonnenstrahlen in Kilowattstunden umwandeln wollen.
Die CDU war so zerstritten, dass sie kurzerhand den Fraktionszwang aufgehoben hat – das politische Äquivalent zu „Sucht euch selbst was zu essen, ich hab keine Lust mehr zu kochen“. Die FDP, die Bürgeraktion und die AfD sagten: „Gute Idee, aber bitte woanders.“ Die SPD wiederum winkte mit dem Zaunpfahl Richtung Bürgerbeteiligung: „Wir haben euch doch gefragt – jetzt seid bitte auch zufrieden!“ Und die Grünen? Die blinzelten optimistisch gen Himmel und sagten: „Mehr Sonne, weniger CO₂, fertig.“
Jetzt also Solarplatten statt Spaziergänge, Strom statt Stille, Klimaneutralität statt Kleingartenidylle. Der Solarpark kommt, und mit ihm die Hoffnung, dass sich regenerative Energie und kommunaler Frieden irgendwie miteinander versöhnen lassen. Vielleicht bei einer Einweihungsfeier mit Sonnenhut, Eistee und einer Diskussionsrunde über die beste Himmelsausrichtung für Photovoltaik.
Bis dahin bleibt es spannend – auch bei bewölktem Himmel.
Donnerstag, 10. Juli 2025
10.7.2025: E-Scooter in Hilden: Flitzen verboten! Oder: Der große Slalom durch die Fußgängerzone
Willkommen in Hilden, der charmanten Stadt am Puls der E-Mobilität – zumindest, wenn man den E-Scooter-Fahrern glauben darf, die tagtäglich durch die Fußgängerzone cruisen, als wären sie auf einer elektrifizierten Sightseeing-Tour. Das Problem: Sie dürfen das gar nicht. Nicht ein bisschen. Null. Nada. Niente.
Denn laut Stadtverwaltung ist die Hildener Fußgängerzone für E-Scooter genauso tabu wie Pommes im Freibadbecken. Fahrräder dürfen immerhin nachts mal durchrollen – unter der Woche ab 20 Uhr, samstags sogar schon ab 18 Uhr, sozusagen zur Primetime der Verkehrsfreigeister. Die E-Scooter hingegen haben Hausverbot. Und zwar rund um die Uhr. Das hindert viele aber nicht daran, munter zwischen Brillen-Boutique und Bäckerei durchzudüsen, gerne auch zu zweit auf einem Gerät und mit dem Handy am Ohr. Multitasking in seiner gefährlichsten Form.
Die Stadt zeigt sich bemüht: Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) patrouilliert durch die Zone und weist freundlich darauf hin, dass man den Scooter doch bitte schieben möge. Reaktionen reichen von verständnisvollem Nicken bis zu geübtem Ignorieren mit Sonnenbrille. Ahnden darf der KOD nämlich nichts – das ist Sache der Polizei. Und die kommt manchmal vorbei und verteilt Tickets im Wert eines mittelgroßen Mittagessens: 15 Euro. Wer besonders rücksichtslos unterwegs ist, zahlt vielleicht mehr – vorausgesetzt, es gibt Beweise. Leider haben E-Scooter-Fahrer selten Lust auf Selfies beim Verkehrsdelikt.
Und dann wären da noch die Anbieter: Bolt, Lime, Tier – die Big Player der rollenden Zivilisation. Sie dürfen jeweils 50 Scooter aufstellen. Macht 150 offiziell genehmigte Geräte. Plus private Flitzer. Plus den Wildwuchs aus Nachbarstädten, der sich nicht um kommunale Grenzen schert. Es gibt Zonen, in denen das Abstellen verboten ist – aber ob sich die Scooter selbst daran halten, ist fraglich. Viele parken lieber mitten im Weg, gerne schräg oder liegend, am liebsten dort, wo blinde Menschen garantiert drüberstolpern könnten. Wer das verursacht, darf zahlen – wenn man ihn erwischt.
Aber hey, immerhin sind wir modern! Nordrhein-Westfalen meldet stolze 3043 verunglückte E-Scooter-Fahrer allein im Jahr 2024. Im Kreis Mettmann gab’s 50 Verletzte, einer davon tragischerweise tödlich. Die Zahl steigt, der Spaß bleibt. Denn was sind schon Regeln, wenn man elektrisch unterwegs ist?
Fazit: Wer in Hilden legal durch die Fußgängerzone will, sollte laufen. Oder ein Fahrrad nachts ausführen. Oder sich mit einem Stadtplan bewaffnen und versuchen, die Schulstraße zu finden – das Bermuda-Dreieck der legalen Zweiradnutzung. E-Scooter hingegen bleiben vorerst die illegalen Ninjas der Innenstadt: leise, schnell, ungebremst – und meistens falsch.
Dienstag, 8. Juli 2025
8.7.2025: Hilden lädt auf – Strom für die Müllabfuhr und mehr
Wenn morgens in Hilden ein Müllfahrzeug summt statt röhrt, dann weiß man: Die Zukunft hat leise Rückwärtsgänge. Die Stadt geht mutig voran und zeigt, dass Elektromobilität nicht nur was für hippe Carsharing-Flitzer oder schnurrende Lieferroller ist, sondern auch für die richtig großen Brummer – die Müllwagen. Ja, genau: Müllabfuhr mit Akku! Seit April rollt das erste strombetriebene Müllfahrzeug durch die Straßen, ein zweites folgt bald – offenbar hat es sich im Kollegenkreis herumgesprochen, dass Ladesäulen statt Dieseltanks jetzt angesagt sind.
Und weil Elektromobilität allein noch kein Parkplatzfest macht, wurde der zentrale Bauhof kurzerhand zur städtischen Stromtankstelle umfunktioniert. Ladepunkte wohin das Auge reicht – oder zumindest dahin, wo bisher eher Gabelstapler standen. Die neue Infrastruktur versorgt nicht nur die Müllwagen, sondern auch alle anderen städtischen Fahrzeuge, die künftig auf Elektro umgestellt werden. Vom Parküberwachungs-Roller bis zum Laubbläser-Van: Bald wird nichts mehr in Hilden gestartet, was nicht vorher an der Steckdose hing.
Die Stadt denkt dabei groß – wie ein Stromanbieter mit kommunaler Mission. Die Ladesäulen sollen mitwachsen, genau wie der Elektro-Fuhrpark. Mehr als 30 Fahrzeuge sollen hier künftig gleichzeitig Strom zapfen können. Das klingt ein bisschen nach Elektro-Woodstock, nur ohne Gitarren, aber mit viel Kabelsalat.
Bleibt zu hoffen, dass die Müllabfuhr auch künftig pünktlich kommt – denn wer zu lange lädt, könnte bald in der Strom-Schlange stehen. Immerhin: Wenn in Hilden bald ein ganzer Fuhrpark leise schnurrt statt laut knattert, dann ist das nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für alle, die montagmorgens länger schlafen möchten.
Freitag, 4. Juli 2025
4.7.2025: Die Wasserfee von Hilden: Ein Drama in mehreren Akten (ohne Wasser)
Es war einmal eine Wasserfee in Hilden. Sie lebte auf dem Warrington-Platz und hatte eine ganz besondere Gabe: Sie konnte Kinderherzen höherschlagen lassen – theoretisch. Praktisch hingegen hat sie sich in den letzten fünf Jahren mehr als ein Mythos denn als funktionierender Springbrunnen erwiesen. Während anderswo in der Region das Wasser nur so aus den öffentlichen Anlagen spritzt und Kinder fröhlich planschen, bleibt die Wasserfee in Hilden – trocken. Und das mit bewundernswerter Konsequenz.
Pünktlich zur Sommerhitze verabschiedet sich nämlich zuverlässig die Pumpe. Jahr für Jahr. Ein Paradebeispiel für kommunale Kontinuität! Die kleinen Hildener Wasserritter stehen also da, drücken den Knopf – und erwarten das Wunder. Aber nichts passiert. Kein Tröpfeln, kein Spritzen, nicht einmal ein müdes Blubbern. Es bleibt still, stiller, Hilden.
Die Stadtverwaltung lässt sich davon allerdings nicht entmutigen. Sie verkündet regelmäßig frohe Botschaften à la „Die Pumpe ist repariert!“ – was in etwa so glaubwürdig klingt wie „Der BER wird pünktlich fertig“. Und wenn tatsächlich mal ein paar Tropfen sprudeln, wird das gleich zur Wassersensation erklärt, die Kinder könnten „Abkühlung und Spaß“ erleben. Vielleicht mit einer Lupe.
Unvergessen bleibt der Moment, als vor zwei Jahren ein städtischer Mitarbeiter versuchte, die Pumpe mit einem Hammer zu motivieren. Ein Akt zwischen Zauberei und Verzweiflung, der irgendwo zwischen Slapstick und Kunstperformance einzuordnen ist. Der Anzeiger24 war so beeindruckt, dass er anbot, auf eigene Kosten die Wasserfee zu restaurieren und die Technik in Profihände zu geben. Die Antwort der Stadt? Ein selbstbewusstes „Nein“. Man wolle das „selbst machen“. Spoiler: Hat nicht so gut geklappt.
Und jetzt, fast poetisch, vermeldet das Rathaus am 2. Juli 2025 stolz: „Die Wasserfee sprudelt wieder!“ Wahrscheinlich genau so lange, bis dieser Text zu Ende gelesen ist. Dann geht sie wieder in ihren gewohnten Dornröschenschlaf – tief und trocken.
In Hilden ist eben alles möglich. Außer Wasser.
Donnerstag, 3. Juli 2025
3.7.2025: Versteckte Bettensteuer – Hilden entdeckt das Schlafgold
In Hilden wird derzeit heiß diskutiert – und zwar nicht etwa über das Wetter oder den besten Imbiss an der Ecke, sondern über eine Beherbergungssteuer. Richtig gehört! Wer künftig in Hilden die Augen für ein Nickerchen in einem Hotel schließt, könnte dabei dem Stadtsäckel ein paar Euro in die Kissen rieseln lassen. Denn die Stadt fragt sich nun ganz offiziell: Lohnt sich das, wenn wir unsere Gäste für’s Schlafen zur Kasse bitten?
Der Finanzausschuss hat dazu ganz nüchtern geprüft – vermutlich bei schwarzem Kaffee und wenig Begeisterung für romantische Wochenendtrips. Und siehe da: Es spricht nicht viel gegen die Steuer. Im Gegenteil, so die Logik der Stadtväter und -mütter: Wenn Leute ohnehin schon in Hilden übernachten, weil Düsseldorf entweder zu teuer, zu voll oder zu viel Düsseldorf ist, dann kann man daraus doch auch gleich Kapital schlagen. Ein bisschen Cash fürs Kopfkissen – das kann doch nicht schaden.
Auch für Hotels sei das kein Drama, versichert die Stadt. Der Verwaltungsaufwand sei minimal. Die Rechnung geht so: Der Gast zahlt, das Hotel reicht’s weiter, die Stadt freut sich – ganz einfach! Nur die IHK hebt da mahnend den Finger: Wenn nur Hilden eine solche Steuer erhebt, könnte das Gäste vergraulen. Denn wer zahlt schon gerne extra, wenn er zehn Minuten weiter ohne Zusatzkosten schnarchen darf?
Aber hey, vielleicht wird Hilden ja zur neuen Metropole des Steuer-schlafens. „Komm nach Hilden – wo Träume Geld bringen“, könnte bald der neue Slogan sein. Und wer weiß – vielleicht wird das nächste große Tourismus-Highlight nicht der Düsseldorfer Fernsehturm, sondern das komfortabel versteuerte Gästezimmer am Stadtrand.
Hilden, wir sind gespannt, wie es weitergeht – schlaf gut!
Mittwoch, 2. Juli 2025
2.7.2025: Schmelzpunkt Hilden – Wenn die Stadt zur Sauna wird
Wenn selbst die Straßenbäume anfangen, nach einem Eis zu rufen, dann weiß man: Es ist heiß. Richtig heiß. In Hilden rollt nicht nur der Schweiß, sondern auch eine ganze Welle an Maßnahmen an, um die Stadt halbwegs kühl und ihre Bewohner halbwegs bei Bewusstsein zu halten. Willkommen zur Sommeredition „Survivor: Hitzewelle 2025“.
Da haben wir zum Beispiel Elias (13), der sich todesmutig vom Sprungturm im Waldbad stürzt – sinnbildlich für alle, die noch genug Energie haben, sich bei 35+ Grad freiwillig zu bewegen. Für den Rest heißt es: Schatten suchen, Wasser trinken, langsam blinzeln – mehr ist nicht drin. Wer jetzt noch eine Jeans anzieht, hat den Ernst der Lage nicht verstanden.
Die Stadt zeigt sich von ihrer fürsorglichen Seite. Öffentliche Wasserspender? Check. Jalousien im Seniorenheim? Check. Schulfrei ab 27 Grad? Check – zumindest für die Kleinen. Die Großen dürfen weiter schmoren. Immerhin gibt’s in den Pflegeheimen eine offizielle „Wie viel hast du heute schon getrunken?“-Kontrolle – was sich anhört wie ein Wochenendritual, ist hier tatsächlich Gesundheitsvorsorge.
Auch das Krankenhaus dreht die Klimaanlage auf Anschlag, während die Feuerwehr heldenhaft zwischen Hitzeschutz und Einsatzkleidung balanciert. Die Stadtbäume werden inzwischen besser bewässert als so mancher Balkon-Kaktus. Zwei Fahrzeuge fahren täglich mit 7200 Litern durch die Straßen – das klingt nach einem Einsatzkommando auf Mission „Rettet die Linde!“.
Im Waldbad herrscht Hochbetrieb – selbst Security ist im Einsatz, um die Bikini-Massen zu bändigen. Wer klug ist, kommt mit Online-Ticket und Fahrrad. Wer Pech hat, steht ewig an und schmilzt dabei langsam zur Gummiente. Und selbst die Kirche wird zur kühlen Zuflucht – ganz ohne Predigt, aber mit Trinkwasser. Selig sind die Durstigen.
Nicht zu vergessen: Das Tierheim macht dicht. Verständlich – bei diesen Temperaturen will kein Hund Gassi gehen. Und auch kein Mensch. Bleibt nur noch eines: Abwarten, trinken, Schatten suchen. Und hoffen, dass uns der Sommer nicht endgültig durch grillt.
Hilden schwitzt. Aber mit Stil.
Dienstag, 1. Juli 2025
1.7.2025: Frühaufsteher im Namen der Tonne – Wenn Müllwerker dem Sonnenbrand davonlaufen
Der Sommer hat beschlossen, keine halben Sachen zu machen – und während wir Normalsterblichen noch darüber nachdenken, ob man bei 39 Grad eigentlich direkt schmilzt oder vorher explodiert, hat der Zentrale Bauhof Hilden schon gehandelt. Müllabfuhr jetzt ab 6 Uhr morgens! Wer da noch friedlich in der Horizontalen liegt, könnte durch das dezente Scheppern rollender Mülltonnen jäh aus dem Hitzeschlaf gerissen werden.
Doch bevor Beschwerden aufsteigen wie heiße Luft über dem Asphalt: Es geht hier ums Überleben. Und zwar das der Müllwerker, die ohnehin schon einen Knochenjob machen – jetzt aber noch vor dem Morgengrauen gegen Restmüll, Bioabfall und die Gluthitze gleichzeitig antreten müssen. Ein echter Triple-Whammy. Bauhofleiter Torsten Rekindt bringt es auf den Punkt: Wer bei fast 40 Grad noch Tonnen hebt, braucht mehr als nur ein Deo mit 48-Stunden-Schutz – der braucht einen früheren Start, bevor der Asphalt flüssig wird.
Natürlich bleibt der Abfallkalender wie er ist. Die Mülltonne erwartet also trotz Sommerloch dieselbe Disziplin wie ein Schweizer Uhrwerk. Die Stadt appelliert an uns alle, unsere grauen, blauen und braunen Begleiter rechtzeitig an die Straße zu stellen – gern mit einem freundlichen „Guten Morgen“ um 5:59 Uhr. Wer jetzt noch motzt, dem sei gesagt: Lieber ein bisschen früher wach als später vor einer überhitzten Mülltonne mit Eigengeruch.
Also: Wecker stellen, Müll herausbringen und den Helden in Orange einen kleinen Gruß des Respekts mitgeben. Vielleicht ein kühles Getränk. Oder zumindest ein anerkennendes Nicken aus dem Schlafzimmerfenster.