Mittwoch, 3. Juni 2026

3.6.2026: Hilden unter Wasser: Wenn der Sommer kurz mal die Kanalisation testet

Dienstagnachmittag in Hilden, 16.20 Uhr: Eigentlich eine Uhrzeit, zu der man überlegt, ob man noch schnell einkaufen geht, den Hund ausführt oder einfach so tut, als hätte man den Feierabend schon verdient. Doch dann schoben sich schwarze Wolken über die Stadt, als hätte jemand am Himmel versehentlich den „Drama“-Filter aktiviert. Kurz darauf öffnete sich die himmlische Badewanne, und Hilden bekam eine Gratis-Dusche der eher entschlossenen Sorte.

Zehn Minuten lang regnete es so heftig, dass einige Straßen offenbar kurz darüber nachdachten, eine Zweitkarriere als Nebenarm des Rheins zu beginnen. Ellerstraße, Kirchhofstraße und andere Bereiche im Stadtgebiet standen zeitweise unter Wasser. Die Kanalisation gab sich Mühe, aber man merkte ihr an: Auf so viel Wasser auf einmal war sie ungefähr so vorbereitet wie ein Mensch auf Montagmorgen vor dem ersten Kaffee.

Auch Blitz und Donner waren mit von der Partie, denn wenn schon Unwetter, dann bitte mit kompletter Geräuschkulisse. Passanten auf der Schulstraße waren mit Regenschirmen unterwegs, wobei man bei Starkregen ja nie genau weiß, ob ein Schirm schützt oder nur symbolisch mitteilt: „Ich habe es versucht.“

Die Feuerwehr rückte zu vier kleineren Einsätzen aus. Vorsorglich waren alle drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert worden, insgesamt 36 Kräfte waren im Einsatz. Am Ende konnten sie vielerorts allerdings wieder abrücken, ohne eingreifen zu müssen, weil das Wasser inzwischen von selbst abgelaufen war. Man könnte sagen: Die Feuerwehr kam, sah – und das Wasser hatte sich bereits verdrückt. Vermutlich hatte es einen wichtigen Termin in Richtung Osten, denn genauso schnell wie das Gewitter gekommen war, zog es auch wieder weiter.

Im Kreis Mettmann gab es ebenfalls mehrere Einsätze wegen überfluteter Straßen, besonders viele Anrufe kamen aus Erkrath. In Haan hagelte es zwar, aber offenbar blieb das Unwetter dort vergleichsweise zahm. Hilden dagegen durfte kurz erleben, wie es ist, wenn der Himmel sagt: „Ich mach nur zehn Minuten, aber die richtig.“

Zurück bleibt die Erkenntnis: In Hilden braucht es manchmal keinen See, um Wasserblick zu bekommen. Ein Gewitter reicht völlig. Und wer am Dienstag trockene Füße behalten hat, darf sich offiziell zu den wetterfesten Glückspilzen zählen.

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