Mittwoch, 20. August 2025

20.8.2025: Hilden atmet auf – die Brücke ist wieder da!

Endlich! Die monatelange Zeit der Brücken-Umwege, des orientierungslosen Umherirrens hinter der Stadthalle und der dramatischen „Ich muss jetzt wirklich da rüber!“-Momente ist vorbei. Die Holzbrücke über die Itter – jene architektonische Ikone von vielleicht sieben Metern Länge – ist wieder begehbar. Sanft schimmert das neue Holz in einem frischen Ton, fast wie der Stolz in den Augen eines frisch gebackenen Schreiners. Und die Hildener? Sie laufen drüber. Einfach so. Ohne Bauzaun, ohne Verbotsschild, ohne Indiana-Jones-Gefühle.

Es war eine schwere Zeit. Die Bohlen hatten sich über zwei Jahrzehnte heldenhaft gehalten, doch irgendwann war Schluss. Schraubenköpfe lugten frech aus dem Boden, als wollten sie sagen: „Na, tritt doch drauf, wenn du dich traust!“ Die Stadtverwaltung sagte hingegen: „Nee, machen wir lieber neu.“ Und siehe da – sie hielt Wort! Mitte August, wie versprochen, konnte der Brückenpass freigegeben werden. Das Vertrauen in die kommunale Infrastrukturpolitik hat jetzt sogar wieder eine tragfähige Grundlage. Aus Holz.

Während die alten Bohlen wohl in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurden (vermutlich irgendwo in einem Schrebergarten als romantischer Sichtschutz), betreten Fußgänger nun die neue Brücke wie Pilger den Jakobsweg. Nur kürzer. Und mit Aldi-Tüte statt Wanderstock. Die Itter unter ihnen plätschert sanft, die Vögel zwitschern, und irgendwo flüstert jemand gerührt: „Endlich muss ich keinen Umweg mehr gehen.“

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für die Hildener Fußgänger. Man munkelt sogar, jemand habe zur Feier des Tages einen Apfel auf der Brücke gegessen – ganz ohne Eile. Wenn das keine Renaissance der Gemütlichkeit ist!

Bleibt nur zu hoffen, dass der neu entdeckte Stolz auf diese Brücke nicht dazu führt, dass bald Eintritt verlangt oder ein Brückenfest mit Holzbohlen-Polieren veranstaltet wird. Aber selbst dann: Die Hildener wären dabei. Denn in dieser Stadt weiß man jetzt – über die Itter kommt man. Ganz ohne Abenteuer.

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