Die frohe Botschaft zum Jahreswechsel: Die Mehrwertsteuer auf Speisen wurde von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Hurra! Ein Fest für die Kundschaft – dachte man. Doch die Realität in Hilden und Haan zeigt: So ein Geschenk packt jeder Gastronom anders aus. Manche werfen es wie Konfetti in die Luft, andere packen es lieber diskret in die betriebswirtschaftliche Schublade.
Beginnen wir mit dem „China Happy Day“. Dort ist der Name Programm – und zwar nicht nur wegen gebratener Nudeln in herzhaftem Glück, sondern auch, weil Inhaberin Yanqing Chen den Steuerbonus direkt in 20 Prozent Rabatt für Selbstabholer verwandelt hat. Fast schon eine kleine Steuerparty im Imbissformat. Die Devise: Wer läuft, spart! Und zwar nicht nur Kalorien, sondern auch bares Geld.
Im „Olive“ in Hilden hingegen bleibt der Geldbeutel so voll wie der Teller – zumindest aus Sicht der Gäste. Pächter Daniel Borgia sagt klipp und klar: „Runter mit der Steuer? Schön. Aber unsere Preise bleiben, wo sie sind.“ Gründe gibt’s reichlich: Inflation, Löhne, Sozialabgaben – das komplette Sorgenbuffet eben. Borgia möchte eine ehrliche Küche, und dazu gehören offenbar auch ehrliche Preise, die sich leider nicht nach Steuersätzen richten, sondern nach dem ganz realen Finanzschmerz eines Gastronomen.
Im „Markthaus“ wird’s ebenfalls keine Happy-Hour für den Geldbeutel geben. Inhaber Rene Beslic spart sich die Preiserhöhung von 2025 einfach auf und sieht die Steuersenkung als kleine Wiedergutmachung für all die gestiegenen Kosten. Auch hier lautet das Motto: Preisstabilität ist das neue Sparen.
Die „Königshöhe“ in Haan bleibt majestätisch gelassen. Statt mit Prozenten jongliert man dort lieber mit Schnitzeltagen. Die Karte bleibt gleich, die Thementage sind der Rabatt. Vielleicht nicht revolutionär, aber wenigstens planbar. Und: Man muss sich das Schnitzel nicht selbst abholen. Ein Hoch auf den Service!
Beim „Da Lilo“ wiederum sorgt nicht etwa die Steuer für Gesprächsstoff, sondern das Paprikadrama des Tages: 25 Euro für drei Kilo! Da hilft auch der gesenkte Steuersatz nur bedingt. Halil da Lilo bleibt realistisch – keine Preissenkung, keine Preiserhöhung, aber eine gewisse Paprikapolitik, die künftig vielleicht eher auf Zucchini setzt.
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Mehrwertsteuer mag gefallen sein, die Preise aber eher nicht. Wer also gehofft hatte, dass er 2026 sein Lieblingsgericht zum Schnäppchenpreis bekommt, muss sich gedulden – oder ins „China Happy Day“ marschieren. Immerhin dort gibt’s Ersparnis mit Sojasoße. Und für den Rest gilt: Gut gekocht ist halb gespart – auch wenn’s keiner merkt.
Donnerstag, 15. Januar 2026
15.1.2026: Mehrwertsteuer runter, Stimmung hoch? – Ein kulinarischer Blick hinter die Gastro-Kulissen von Hilden und Haan
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