Samstag, 3. Januar 2026

3.1.2026: Böller, Brände, Platzverweise – Silvester in Hilden mit Knalleffekt

Es gibt viele Möglichkeiten, das neue Jahr einzuläuten: mit einem Glas Sekt, einem Kuss unter dem Feuerwerk oder, wie mancherorts im Kreis Mettmann, mit einer angezündeten Mülltonne und einem Platzverweis. Willkommen im Silvester 2025 – einer Nacht voller Knall, Qualm und Kontrolle.

In Hilden und Haan blieb’s vergleichsweise zivilisiert. Klar, ein paar Brandmeldeanlagen schrillten um die Wette, Müllcontainer rauchten romantisch vor sich hin, und die Feuerwehr hatte immerhin genug zu tun, um sich nicht zu langweilen. Aber alles in allem: kein Tumult, kein Drama, keine feurigen Angriffe auf Rettungskräfte wie im Vorjahr – man könnte fast sagen, es war... entspannt. Zumindest für Silvesterverhältnisse.

Anderswo im Kreis Mettmann wurde dagegen richtig aufgefahren. Die Polizei rückte mit Verstärkung an – inklusive Einsatzhundertschaft, was ungefähr so dezent ist wie ein Panzer auf einem Kindergeburtstag. Vor allem in der Sandheide war man vorbereitet wie für den dritten Weltkrieg, allerdings in der Pyro-Version. Dort, wo 2024 noch Feuerwehr und Polizei zur Zielscheibe wurden, wurde diesmal knallhart kontrolliert – mit Erfolg. Kein verletzter Beamter, kein fliegender Feuerlöscher, dafür aber jede Menge abgebrannter Müll.

Insgesamt zählte die Polizei satte 89 Einsätze – von Knallkörper-Kriegern, über Nachbarschafts-Samba mit Dezibel 120, bis hin zu jenen Spezialisten, die Raketen offenbar mit dem Rücken zur Wand zünden und dann verdutzt ins Krankenhaus gefahren werden müssen. Einer hatte sogar Schreckschusswaffen im Gepäck – vermutlich, um die Silvesternacht noch etwas „authentischer“ zu gestalten. Ganz großes Kino, nur halt in der Nebenrolle „Gefahr für sich und andere“.

Ruhestörungen gab’s natürlich auch – eine Tradition, die man in Hilden pflegt wie andere ihren Weihnachtsbaum. Und weil’s in dieser Nacht ja ohnehin selten um Logik geht, richtete sich mindestens ein Feuer gezielt gegen einen Stromverteiler. Die Folge: ein geräumtes Mehrfamilienhaus, ein kleiner Schock, aber immerhin kein neues Jahr im Dunkeln.

Unterm Strich bleibt ein klarer Eindruck: Viel Polizei, wenig Chaos. Statt flächendeckendem Ausnahmezustand gab’s eine Silvesternacht mit kontrolliertem Knalleffekt. Vielleicht war’s die Präsenz der Ordnungshüter, vielleicht auch einfach ein kollektives „Lass uns dieses Jahr nicht übertreiben“-Gefühl. Oder die Leute waren einfach zu sehr mit Raclette beschäftigt, um Pyrotechnik gegen Infrastruktur einzutauschen.

So oder so: Hilden startet 2026 ohne größere Schäden – mit einer Stadt, die es geschafft hat, das neue Jahr mit etwas weniger Drama, aber gewohnt viel Müllqualm zu begrüßen. Und ganz ehrlich: Das ist doch auch mal ein Fortschritt.

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