Montag, 12. Januar 2026

12.1.2026: Wenn der Strom aus der Luft kommt – oder: Wie Hilden zum Actionfilm-Set wurde

Es gibt Dinge, die sieht man und denkt sofort: „Das kann nicht gut ausgehen.“ Zum Beispiel, wenn ein Hubschrauber in Schräglage nur wenige Meter an einer Hochspannungsleitung entlangschrammt. Und doch: Wer in den nächsten Wochen in Hilden oder Haan plötzlich einen Helikopter beim Seilestreicheln beobachtet, sollte nicht panisch die Feuerwehr rufen oder gleich das Drehbuch für „Mission Impossible: Niederrhein“ fertig schreiben. Alles in Ordnung – der fliegt da mit Absicht.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat nämlich Großes vor: Mit Hightech, Helikoptern und einer Prise Nervenkitzel kontrolliert er mal eben das komplette deutsche Hochspannungsnetz. Und weil das so viele Tausend Kilometer sind, kann es durchaus sein, dass der fliegende Kabeldetektiv plötzlich über dem eigenen Garten kreist. Für Laien sieht das aus wie ein riskantes Stunttraining. Für die Piloten ist es schlicht Montag.

Los geht’s ab dem 12. Januar – also rechtzeitig zur Jahreszeit, in der Menschen es sowieso schon unheimlich finden, wenn es irgendwo knistert. Geflogen wird mit 30 bis 40 km/h, was bei einem Helikopter ungefähr so wirkt, als würde ein Porsche im Schneckentempo durch die Waschanlage driften. Dabei kommen hochauflösende Infrarotkameras zum Einsatz, die thermische Auffälligkeiten aufspüren – sprich: die Leitungen werden auf Hitze-Hotspots untersucht, die man mit dem bloßen Auge genauso gut erkennen kann wie einen Pickel auf dem Rücken eines Hamsters.

Und was passiert, wenn so ein Isolator mal den Geist aufgibt? Dann wird sofort durchgefunkt, als ginge es um ein entlaufenes Einhorn. Zack, kommt die Truppe mit dem Schraubenschlüssel – wahrscheinlich auch per Luftpost – und macht das Ding wieder heil.

Wem das alles bekannt vorkommt: Ja, die fliegende Stromkontrolle ist nicht neu. Amprion macht das schon seit Jahren so. Aber trotzdem bleibt es jedes Mal ein kleines Spektakel. Schließlich ist es ein Unterschied, ob man mit einem Fernglas vom Boden aus nach verbogenen Maststreben schaut oder mit einem Helikopter in „ich-nehm-den-Mast-gleich-mit“-Nähe rumschwirrt. Da könnte man fast vergessen, dass es hier nicht um Hollywood, sondern um Hochspannung geht.

Also, liebe Hildener und Ha(a)ner: Wenn’s brummt am Himmel – keine Panik. Das ist keine Invasion, kein Dreh für „Alarm für Cobra 11“ und auch kein durchdrehender Tech-Milliardär auf Probeflug. Es ist einfach nur Amprion. Mit Kamera. Auf der Jagd nach heißen Drähten.

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