Montag, 13. April 2026

13.4.2026: Hilden auf Crashkurs – leider nicht nur im übertragenen Sinne

Es gibt Städte, die führen bei Kultur, Lebensqualität oder Eisdielen-Dichte. Und dann gibt es Hilden, das aktuell im Kreis Mettmann bei einer Kategorie vorne liegt, auf die wirklich niemand stolz sein möchte: der Verunglücktenhäufigkeitszahl. Die klingt schon so unerquicklich, wie sie ist, und noch unerquicklich­er wird es, wenn man liest, dass sie in Hilden im Vergleich zum Vorjahr um satte 31,7 Prozent auf 490 gestiegen ist. Anders gesagt: Hilden hat sich im Ranking der Unfälle nicht gerade mit angezogener Handbremse nach oben gearbeitet.

Besonders unerquicklich ist dabei, dass auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 22 Prozent gestiegen ist. Das ist keine kleine statistische Delle, das ist eine ziemlich deutliche Warnblinkanlage in Zahlenform. Während man sich an anderer Stelle gern mit Rekorden schmückt, wäre dies nun wirklich der Moment, in dem die Stadt kollektiv sagen dürfte: Danke, darauf hätten wir verzichten können.

Auffällig ist außerdem, dass in Hilden Senioren die größte Altersgruppe der Verunglückten bilden. Das macht die Sache noch ernster, denn hier geht es eben nicht nur um Blech, Kratzer und genervte Versicherungsformulare, sondern um Menschen, die im Straßenverkehr besonders verletzlich sein können. In Haan wiederum sind es die Kinder, die als besonders gefährdet genannt werden. Das liest sich wie eine kleine regionale Aufteilung des schlechten Gewissens: hier die Älteren, dort die Jüngeren – und dazwischen die bittere Erkenntnis, dass im Verkehr offenbar sehr viel weniger Rücksicht unterwegs ist, als man sich wünschen würde.

Natürlich sind Zahlen allein noch keine vollständige Geschichte. Sie sagen nicht, ob es an dichtem Verkehr liegt, an Unachtsamkeit, an riskanten Kreuzungen, an zu wenig Übersicht oder daran, dass manche Menschen ein Auto immer noch für eine Mischung aus Fortbewegungsmittel und persönlichem Vorfahrtsanspruch halten. Aber die Entwicklung zeigt klar: In Hilden ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Und wenn eine Stadt im Kreis plötzlich als Unfallschwerpunkt heraussticht, dann ist das ungefähr der denkbar unerquicklichste Weg, auf sich aufmerksam zu machen.

Man kann nur hoffen, dass diese Statistik nicht einfach als unschöne Zahlensammlung abgeheftet wird, sondern als deutlicher Hinweis verstanden wird. Denn Verkehrssicherheit ist ja keine trockene Verwaltungsvokabel, sondern am Ende genau das, was darüber entscheidet, ob Menschen sicher zu Fuß, mit dem Rad, im Auto oder mit dem Rollator durch den Alltag kommen. Oder eben nicht.

Hilden steht damit unfreiwillig an der Spitze – und zwar in einer Disziplin, bei der wirklich jeder lieber Letzter wäre.

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