Donnerstag, 30. April 2026

30.4.2026: Hilden planscht jetzt mit Preisaufschlag

In Hilden wird der Sommer eingeläutet, und zwar mit einem Geräusch, das irgendwo zwischen fröhlichem Wasserplatschen und leisem Münzklimpern liegt. Das Waldbad öffnet am 11. Mai seine Pforten, das Hildorado bleibt natürlich ebenfalls ein Ort für sportliche Bahnenzieher, Planschprofis und Menschen, die nach drei Minuten Whirlpool glauben, sie hätten Wellnessurlaub gemacht. Doch wer künftig ins kühle Nass springen möchte, sollte vorher kurz prüfen, ob die Badehose noch passt und ob das Portemonnaie ebenfalls schwimmfähig ist.

Denn entgegen früherer Ankündigungen werden die Eintrittspreise nun nicht nur im Hildorado, sondern auch im Waldbad erhöht. Das ist ungefähr so, als würde man beim Sprung vom Drei-Meter-Brett erfahren, dass das Wasser inzwischen einen Komfortzuschlag erhebt. Im Hildorado zahlen Erwachsene ab 17 Jahren ab dem 1. Mai für die Tageskarte 8,30 Euro, also 30 Cent mehr als bisher. Kinder und Jugendliche zwischen vier und 16 Jahren sind mit 4,70 Euro dabei, was 20 Cent mehr bedeutet. Die Familien- und Gruppenkarte für bis zu vier Personen steigt auf 21 Euro. Am Wochenende kommt weiterhin der bekannte Ein-Euro-Aufschlag hinzu, vermutlich als kleine Erinnerung daran, dass Freizeit am Samstag und Sonntag besonders freizeitlich ist.

Auch die Sauna macht beim Aufwärmen der Preise mit: 50 Cent mehr kostet der Besuch künftig. Immerhin passt das thematisch hervorragend, denn wer in der Sauna sitzt, schwitzt ja ohnehin. Nun eben nicht nur wegen der Hitze, sondern auch ein klein wenig wegen der Kalkulation.

Im Waldbad bleibt es für Kinder und Jugendliche immerhin preislich beim Alten. Erwachsene zahlen künftig 6,70 Euro für das Ganztagesticket, also 20 Cent mehr. Wobei „Ganztag“ in diesem Fall eine leicht poetische Auslegung erfährt, denn wegen Fachkräftemangels bleiben die Öffnungszeiten weiterhin verkürzt: geöffnet ist von 11 bis 18.30 Uhr. Wer also morgens um acht mit Handtuch, Sonnencreme und dem festen Willen zum Frühsport vor dem Eingang steht, darf zunächst noch ein wenig Trockenübung machen.

Die Stadtwerke begründen die Erhöhungen mit hohen Energiekosten, Inflation und Tarifrunden für Beschäftigte. Kurz gesagt: Alles ist teurer geworden, sogar das Wasser, obwohl es optisch weiterhin so tut, als sei es einfach nur Wasser. Man habe Einsparpotenziale ausgeschöpft, ressourcenschonend gewirtschaftet und energetische Maßnahmen umgesetzt. Im Waldbad gibt es nun eine vollautomatisierte, effizientere Betriebssteuerung, im Hildorado wird an der Lüftungsanlage gearbeitet. Das klingt zwar nicht ganz so glamourös wie „neue Riesenrutsche mit Looping und Nebelmaschine“, ist aber vermutlich genau das, was ein Schwimmbad braucht, wenn es nicht irgendwann mit einem Föhn und drei Verlängerungskabeln betrieben werden soll.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten: Wer einen Itterpass besitzt, zahlt fürs Schwimmen weiterhin nur die Hälfte. Außerdem können Badegäste mit der digitalen Geldwertkarte bis zu 17 Prozent sparen. Das klingt nach einem kleinen Lichtblick für alle, die beim Wort „Tarifanpassung“ sonst reflexartig ihre Schwimmbrille beschlägt.

Fast 400.000 Gäste haben die Hildener Bäder im vergangenen Jahr besucht. Das zeigt: Trotz Preisaufschlag, verkürzter Zeiten und wirtschaftlicher Wellenbewegungen bleibt der Wunsch nach Schwimmen, Planschen und Erholung groß. Denn am Ende ist ein Badetag eben mehr als Eintrittspreis plus Pommesbudget. Es ist das Gefühl, nach dem ersten Eintauchen kurz alles zu vergessen: Energiekosten, Inflation, Tarifrunden und die Frage, warum man eigentlich nie daran denkt, ein zweites Handtuch mitzunehmen.

Hilden schwimmt also weiter. Nur eben mit leicht angepasstem Tarif und der Erkenntnis, dass selbst der Sprung ins Wasser heutzutage ein bisschen mehr kostet. Dafür bleibt der unbezahlbare Moment erhalten, wenn jemand am Beckenrand ruft: „Ist gar nicht kalt!“ – und alle wissen: Doch. Ist es.

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