Mittwoch, 31. Dezember 2025

31.12.2025: Hilden, halt dich fest – 2026 wird legendär (oder zumindest ziemlich okay)!

Liebe Hildenerinnen und Hildener, liebe Leute mit gutem Geschmack, die sich hierher verirrt haben,

das neue Jahr steht vor der Tür – vermutlich mit matschigen Schuhen vom Ittertal-Spaziergang und einem „Ich wollt nur mal kurz hereinschauen“-Blick. Und wir sagen: *Komm rein, 2026, aber benimm dich besser als dein Vorgänger!* Denn Hilden hat Besseres verdient als durchwachsene Jahre mit Regen zur falschen Zeit und Baustellen zur Rushhour.

Also: Für 2026 wünsche ich euch nicht nur Gesundheit und Glück, sondern auch endlich eine grüne Welle auf der Mittelstraße, Parkplätze, wo man sie braucht (also theoretisch), und dass die Pommes am Warrington-Platz niemals labberig sind. Möge die Düsseldorfer Straße weniger Stau, der Hildener Stadtpark mehr Sonne und die Bäckerei eures Vertrauens immer frische Berliner haben – mit richtiger Marmelade, nicht diesem roten Gelee-Murks.

Ich wünsche euch ein Jahr, in dem Hilden nicht nur Wohnort, sondern wieder Abenteuer wird – mit kleinen Festen, großen Lachern und Begegnungen, bei denen man nach fünf Minuten schon „Ach, du auch aus Hilden?!“ sagt. Möge euch das Wetter gnädig sein beim Stadtfest, die Bierpreise stabil bleiben und das Leben euch ab und zu so überraschen wie ein leerer Hildorado-Parkplatz am Samstag.

Kurz gesagt: Ich wünsche euch für 2026 ein Jahr, das euch zum Schmunzeln bringt, zum Durchatmen, zum Weitergehen. Ein Jahr, das nicht perfekt sein muss – nur echt. Eben wie Hilden: nicht immer glänzend, aber immer mit Herz.

Kommt gut rüber, bleibt euch treu – und vergesst nicht: Selbst wenn der Wind mal kräftig von Solingen her weht, Hilden hält stand. Immer.

Alles Gute für euch – auf ein starkes, charmantes, leicht chaotisches 2026!

Dienstag, 30. Dezember 2025

30.12.2025: Von Rentierpullis und ferngesteuerten Fehlgriffen – Hilden spendet sich frei

 Weihnachten in Hilden: Der Tannenbaum nadelt, der Braten ist verdaut, und irgendwo in der Ecke liegt er – der leuchtend orange Rentierpulli mit integrierter Lichterkette. Ein Geschenk von Tante Gerda, die offensichtlich dachte, dass modischer Wahnsinn zu deinem Lebensstil passt. Oder das ferngesteuerte Auto für das Kind, das lieber Bücher liest. Oder das Duschgel-Set in der Duftnote „Weihnachtsmarkt Glühwein“. Kurz: Die Geschenke, die man entweder seinem ärgsten Feind schenken oder... einfach spenden kann!

Genau dafür hat Hilden eine elegante Lösung parat. Wenn der Umtausch mangels Bon, Geduld oder Mut zur Konfrontation mit der Schenkenden ausgeschlossen ist, stehen in der Stadt einige Kleidercontainer des Deutschen Roten Kreuzes bereit, um sich der textilexperimentellen Entgleisungen und Spielzeug-Fehlgriffe anzunehmen. Das DRK sagt nicht „Was soll denn DAS sein?“, sondern freundlich „Vielen Dank für Ihre Spende“. Das ist wahre Weihnachtsliebe.

Natürlich gilt: Keine gebrauchten Socken mit Loch oder zerkaute Kuscheltiere, bitte. Neuwertig soll’s sein, idealerweise noch mit dem Etikett, damit die Freude auf der anderen Seite nicht direkt wieder in Spendenbereitschaft umschlägt. Wer jetzt also noch in die Einkaufstüte schaut und sich fragt: „Was mache ich bloß mit dem blinkenden Elch-Poncho?“ – der kann beruhigt sein. Hilden nimmt es. Und irgendjemand, irgendwo, freut sich vielleicht wirklich darüber. Geschmack ist schließlich subjektiv. Hoffentlich.

Also: Spenden statt stauben lassen! Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe – auch zur Kleidersammlung.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

25.12.2025: Verlängerung mit Glühweingarantie – Hilden macht’s möglich!

Gerade, wenn man denkt, der letzte Glühwein ist geschlürft, der letzte Reibekuchen verhaftet und der letzte Schlager aus der Weihnachts-Playlist endgültig verklungen – zack, kommt Hilden mit der Verlängerung ums Eck. Und nein, wir reden hier nicht vom Fußball, sondern vom *Winterdorf* auf dem Alten Markt. Während andere Städte bereits die letzten Lichterketten verstauen und Lebkuchen-Herzen wieder in den Dekokarton legen, heißt es in Hilden: „Wir sind noch nicht fertig mit Weihnachten – und ihr hoffentlich auch nicht!“

Vom 27. bis zum 30. Dezember wird das Winterdorf zur offiziellen Nachglühzone für alle, die noch nicht bereit sind, sich vom Zimtduft zu verabschieden. Die Stadt Hilden liefert den perfekten Übergang zwischen „Oh du Fröhliche“ und „Guten Rutsch“ – mit heißem Punsch, funkelnden Lichterketten und der wohl romantischsten Eiche des Jahres. Ja, richtig gelesen: Eine beleuchtete Eiche! Die hat in den letzten Tagen mehr Bewunderung abbekommen als so mancher Influencer in der Weihnachtszeit.

Und während man sich zwischen Reibekuchen-Schlange und Fotopoint durchmanövriert, bleibt genug Zeit, sich mental auf Silvester vorzubereiten. Man kann es also so sehen: Das Hildener Winterdorf ist nicht einfach nur ein verlängertes Weihnachtsmärktchen – es ist der Kaltstart in den Jahreswechsel, inklusive Kohlenhydrat-Aufladung und Erinnerungsfotos mit Lichterkettenfilter.

Also liebe Hildenerinnen, Hildener und Weihnachts-Nachzehrer aus dem Umland: Wer sagt, Weihnachten sei vorbei, hat einfach nicht mit der Verlängerung gerechnet. Hilden tut, was Hilden tun muss – Glühwein nachschenken, die Innenstadt illuminieren und die festliche Stimmung bis zur letzten Kerze aufdrehen.

In diesem Sinne: Noch schnell ein letztes Reibeküchlein, bevor die Bikinifigur wieder anklopft.

Mittwoch, 24. Dezember 2025

24.12.2025: Grundsteuer vertagt: Hilden nimmt sich eine Auszeit vom Kassieren

Hilden, die charmante Stadt mit Herz – und Hebesatz – macht in diesem Winter mal etwas ganz Ungewöhnliches: Sie schickt keine Grundsteuerbescheide raus. Nicht, weil der Drucker kaputt ist oder das Papier alle – nein, hier geht’s um große juristische Fragen, hohe Gerechtigkeitsgefühle und eine Prise haushaltspolitischen Nervenkitzel.

Eigentlich war alles schon schön vorbereitet: Der Rat hatte 2024 entschieden, dass es ab 2026 zwei verschiedene Grundsteuer-Hebesätze geben soll – einen für Wohn- und einen für Nichtwohngrundstücke. Die Idee dahinter war nobel: Wohnraum entlasten, Mieter schützen, ein bisschen Robin Hood spielen, nur mit Steuerparagrafen statt Pfeil und Bogen. Doch dann kam – wie immer – das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen um die Ecke und sagte sinngemäß: „Moment mal, so einfach ist das mit der Gerechtigkeit nicht.“

Und schon war der Grundsteuer-Bär los.

Denn obwohl das Urteil nicht direkt für Hilden gilt, ist die Verunsicherung da. Was, wenn man jetzt Hebesätze verschickt und in einem halben Jahr heißt es plötzlich: „War leider rechtswidrig – bitte alles zurück auf Los“? Wer einmal erlebt hat, wie kompliziert es ist, Geld von einer Stadtverwaltung zurückzubekommen, weiß: Das will niemand.

Bürgermeister Claus Pommer bleibt deshalb cool wie der Winterdienst auf der Mittelstraße und sagt sinngemäß: „Erst mal gucken, was die Gerichte sagen. Und dann entscheiden wir, ob wir mit Risiko leben oder lieber alle über einen Hebesatz scheren.“

Das Ganze hat auch einen gewissen Unterhaltungswert: Denn während alle über den Jahreswechsel ihre Steuerbescheide sortieren, dürfen die Hildener*innen diesmal einen Punkt auf der To-do-Liste einfach ignorieren. Ein Hoch auf das ungewohnte Gefühl, von der Stadt mal *nicht* zur Kasse gebeten zu werden!

Aber Obacht: Die Ruhe ist trügerisch. Spätestens im April wird wieder beraten, gerechnet und vielleicht sogar diskutiert, ob man rückwirkend zum 1. Januar doch noch zuschlägt. Ein bisschen wie Weihnachtsgeschenke im April – nur teurer und ohne Schleife.

Bis dahin: Wer schon bezahlt hat, bekommt sein Geld zurück. Ein vorweihnachtliches Wunder aus dem Rathaus! Oder zumindest eine Überweisung mit Verwaltungscharme.

Hilden macht also Pause in Sachen Grundsteuer – und zeigt dabei mehr Drama-Potenzial als so mancher Serienabend. Bleibt nur zu hoffen, dass am Ende alle gerecht, glücklich und finanziell einigermaßen unbeschadet aus der Nummer herauskommen. Und dass der nächste Steuerbescheid dann wenigstens mit einem kleinen „Danke für Ihre Geduld“ kommt.

Dienstag, 23. Dezember 2025

23.12.2025: Wenn Tannen fliegen lernen: Hilden kürt den König der Baumwerfer

Manche Menschen werfen Handtücher, andere werfen das Handwerk hin – aber in Hilden? Da wirft man Tannenbäume. Und zwar mit einem Ernst, der fast schon olympisch wirkt, wären da nicht Glühwein, Karnevalsmützen und der leicht unerschrockene Blick eines Feuerwehrmannes kurz vorm Abwurf. Am vergangenen Samstag bebte der Alte Markt, als zum fünften Mal der „Tannenbaum-Weitwurf“ der Jecken Fründe stattfand. Und was soll man sagen? Die Hildener Feuerwehr hat mal wieder gezeigt, dass sie nicht nur Brände löschen kann, sondern auch Nordmanntannen elegant in die Umlaufbahn katapultiert.

Über 400 Würfe in drei Stunden – das schafft sonst nur der Weihnachtsmann in der Geschenkeverteilung! Zwischen 15 Uhr und 18:15 Uhr flogen die Bäume im Minutentakt durch die Luft, begleitet von Applaus, Lachen und dem einen oder anderen erstaunten „Der Baum hat doch locker die Acht geknackt!“. Tatsächlich schaffte Bernd Johann mehr als acht Meter – was entweder an seiner Technik, seiner Trägheit des Objekts oder an sehr motivierenden Zurufen wie „Komm, Bernd, der Baum will fliegen!“ gelegen haben muss.

In den Einzelwertungen setzten sich dann auch echte Wurf-Größen durch: Alex Duda schleuderte mit sagenhaften 9,15 Metern alle Zweifel und Tannennadeln beiseite – ein Mann, ein Baum, ein Wurf! Serena Ott holte sich bei den Frauen mit 6,80 Metern den Pokal, während bei den Kindern Marcel Woska mit sieben Metern wohl geradewegs ins Guinness-Buch der festlichen Flugobjekte marschiert.

Und das Beste: Auch das gute Herz kam nicht zu kurz. Während die Bäume durch die Lüfte sausten, füllte sich gleichzeitig das Spendenkonto – 400 Euro für den Solinger Vogel- und Tierpark und 222 Euro für das Inklusions-Prinzenpaar der Stadt Hilden. Da fliegen nicht nur Bäume, sondern auch die Sympathien!

Die „Jecken Fründe“ haben mit dieser Veranstaltung erneut bewiesen, dass man Karneval, Sport, Wahnsinn und Wohltätigkeit wunderbar in einen Baum – Verzeihung, Topf – werfen kann. Wir warten jetzt schon gespannt auf das nächste Jahr. Vielleicht mit einer neuen Disziplin: Synchronschleudern? Baum-Staffel? Oder der künstlerischen Kategorie „Flug mit Drehung und perfektem Tannen-Landeanflug“?

Bis dahin heißt es: Bäume einlagern, Schultern dehnen – und nicht vergessen: In Hilden fliegt der Weihnachtsbaum weiter als irgendwo sonst.

Montag, 22. Dezember 2025

22.12.2025: Düsseldorf im Verkehrskoma: Wenn Umleitungen Nervenkostüme abfräsen

Es gibt Orte, an denen sich der Verkehr elegant wie ein gut choreografierter Tanz durch die Straßen schlängelt. Und dann gibt es Düsseldorf. Genauer: Düsseldorf während einer Autobahnsperrung. Genauer: Düsseldorf während mehrerer Autobahnsperrungen gleichzeitig. Willkommen im verkehrstechnischen Bermuda-Dreieck am Rhein – wer hier reinfährt, kommt vielleicht irgendwann wieder raus. Vielleicht auch nicht. Das entscheidet offenbar das Baustellenorakel.

Seit Oktober ist die A59 in Richtung Leverkusen dicht, und seitdem rollt hier nichts mehr – außer den Augen der Autofahrenden. Die arbeiten sich durch ein Umleitungskonzept, das so fragil ist, dass es vermutlich von einem Praktikanten mit Tesafilm und guten Absichten zusammengeklebt wurde. Man könnte meinen, man habe in Düsseldorf eine neue Form der Mobilitätskunst entdeckt: „Steh-Yoga mit Motorgeräusch“. Eine besonders beliebte Position: Der „gebeugte Pendler“, starrend aufs Navi, das schon zum dritten Mal "Bitte wenden" säuselt.

Das Schöne: Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Das klingt auf dem Papier beruhigend, führt aber in der Realität vor allem dazu, dass sich die Blechlawine eben weiter pünktlich jeden Morgen staut. Das Abfräsen der alten Fahrbahn läuft prächtig – was man vom Nervenkostüm der Anwohner und Berufspendler nicht behaupten kann. Das wird nämlich ebenfalls Schicht für Schicht abgetragen. Ganz ohne schweres Gerät.

Ein besonderer Höhepunkt war der vergangene Donnerstag, als zusätzlich zur gesperrten A59 auch noch die A46 wegen eines Lkw-Unfalls dicht war. Wer an diesem Tag versucht hat, irgendwie aus oder nach Düsseldorf zu kommen, weiß: Google Maps hat irgendwann einfach resigniert und nur noch ein trauriges Emoji angezeigt.

Aber hey, immerhin ist Winter – da friert der Zorn ein bisschen ein. Und es wird früh dunkel, sodass man nicht sieht, wie langsam man sich fortbewegt. Irgendwann, so munkelt man, wird die A59 wieder freigegeben. Bis dahin bleiben uns nur Geduld, Podcasts und die stille Hoffnung, dass wenigstens die Umleitungsbeschilderung irgendwann ein Navi-Update bekommt.

Bis dahin: Immer schön blinken beim Stillstand. Man will ja nicht unhöflich sein.

Sonntag, 21. Dezember 2025

21.12.2025: Hausmannskost deluxe: Hildener Gabelstapler im Kalorienhimmel

Es ist Weihnachtszeit – draußen glitzern die Lichterketten, drinnen der Braten. Während sich anderswo fein die Gänsefilets an Portweinjus schmiegen und die Trüffelcreme auf dem Teller posiert, sehnt sich so mancher Gaumen einfach nur nach einem ehrlichen, krossen Schnitzel mit Bratkartoffeln. In Hilden weiß man noch, wie’s richtig geht: Hier wird nicht geschnörkelt, hier wird gegessen – deftig, gutbürgerlich und gern mit einer Altbiersauce, die wahrscheinlich mehr Seele hat als der letzte Netflix-Weihnachtsfilm.

Die Lokale der Stadt haben für jeden Hunger das passende Kotelett parat. Ob im Haus Tillmann, wo die Hackepeterpfanne mit Spiegelei und Salat daherkommt wie der liebevoll zusammengestellte Familienteller nach einem Samstagsmarkt – oder die Haxe, die so knusprig ist, dass man sich fragt, ob da nicht heimlich ein Flammenwerfer im Spiel war. Dazu Bratkartoffeln, die mehr Butter gesehen haben als die meisten Fitness-Influencer in ihrem ganzen Leben. Und: „Himmel und Äad“ wird dort nicht als poetisches Konzept verstanden, sondern als gebratene Blutwurst mit Apfelkompott. Halleluja!

Weiter geht’s ins Markthaus, wo Pfannkuchen nicht nur für Kinder sind, sondern Speck und Käse tragen wie echte Männer. Wer’s fleischiger mag, bestellt das Rahmgeschnetzelte, das klingt, als hätte es eine warme Kindheit in einem bayerischen Wirtshaus gehabt.

Wer beim Stichwort „Leberkäsbrötchen für 3,50 Euro“ feuchte Augen bekommt, ist im Landhof Hilden genau richtig. Hier kostet der Krustenbraten 10 Euro – also ungefähr so viel wie ein Latte Macchiato mit Hafermilch in Berlin, nur dass man danach satt und glücklich ist und nicht in existenzielle Zweifel stürzt.

Für die, die’s etwas meditativer mögen, gibt’s den Zwölf Apostel-Teller – drei Fleischsorten, ein bisschen biblischer Flair und eine Champignonsauce, die vermutlich Sünde pur ist. Wer braucht noch den Vatikan, wenn man Kartoffeldrillinge und Ajvar haben kann?

In der Pfannkuchenstube wird’s dann nochmal rustikal, wenn Nierchen auf Püree tanzen und das Stielkotelett laut „Ich bin der Star des Tellers“ ruft. Ochsenbäckchen? Natürlich auch, in Salbei gebettet, von Wirsing umarmt. Es ist ein Ort, an dem selbst Kalorien ihre Winterschlafdecke wieder abwerfen.

Den krönenden Abschluss bietet der Heidehof, wo dienstags Reibekuchen in den verschiedensten Variationen serviert werden – eine heilige Pflichtveranstaltung für alle, die finden, dass Kartoffeln die besseren Sterne verdienen als jede Michelin-Bewertung. Sonntagsbraten auf Vorbestellung ist hier kein Event, sondern ein Lebensgefühl.

Fazit: Hilden ist kulinarisch der Ort, wo man sich auch mitten im Feiertagswahnsinn nochmal auf das Wesentliche besinnen kann – ein warmer Teller, ein kühles Getränk und das Gefühl, dass Liebe doch durch den Magen geht. Und wer dann immer noch was zu meckern hat, kriegt beim nächsten Mal einfach doppelte Portion Röstzwiebeln.

Samstag, 20. Dezember 2025

20.12.2025: "Apotheke ahoi!“ – Der Überlebensguide für Medikamentensuchende an Feiertagen

Die besinnliche Zeit naht, die Lichterketten blinken, der Glühwein dampft – und irgendwo zwischen Lebkuchen und Last Christmas dämmert es uns plötzlich: „Mist, die Tabletten sind alle!“ Kein Grund zur Panik – es sei denn, Sie haben gerade Ihren letzten Hustensaft mit dem Weihnachtslikör verwechselt. Dann aber: Willkommen im Feiertagsdschungel der Apothekennotdienste!

Denn während ganz Hilden, Haan und Langenfeld in den Feiertagsmodus gleitet, halten unsere heldenhaften Apothekerinnen und Apotheker tapfer die Stellung. 24/7. Zwischen verstopften Nasen und verirrten Pflastern stemmen sie sich dem Chaos entgegen – mit kühlem Kopf, warmem Herz und gelegentlich einer Packung Baldrian.

Der Trick, um das zu vermeiden? Vorsorge! Wer sich rechtzeitig mit Schmerzmitteln, Erkältungspräparaten und dem berühmten Pflaster-auf-alles-Set eindeckt, hat schon halb gewonnen. Denn seien wir ehrlich: Niemand möchte Heiligabend damit verbringen, mit Fieberthermometer im Mund durch Hilden zu tingeln auf der Suche nach der einzigen Apotheke mit Licht im Fenster.

Aber falls es doch passiert – kein Problem! Einfach „apo“ per SMS an 22 8 33 schicken oder bei der App „Apothekenfinder“ auf das kleine Pillensymbol drücken. Schon wird’s weihnachtlich-technologisch. Wer ganz nostalgisch ist, kann auch einfach vor der nächstbesten Apotheke stehen bleiben – die verrät einem per Zettel im Fenster, wo’s heute was gibt. Ganz analog, ganz charmant.

Apropos charmant: Die Notdienst-Apotheke ist nicht einfach nur eine Medikamenten-Ausgabe mit Nachtschicht. Nein, sie ist die erste Anlaufstelle für alle, die nicht wissen, ob sie einen Virus, einen Kater oder nur eine Überdosis Plätzchen erwischt hat. Hier wird nicht nur beraten, sondern auch beruhigt. Und wenn’s hart auf hart kommt, gibt’s sogar Nasenspray mit seelsorgerischem Beipackzettel.

Was die Sache allerdings erschwert: Der Fachkräftemangel macht auch vorm Apothekertresen nicht halt. Manchmal arbeitet dort nur noch eine Person – die gleichzeitig Medikamente sucht, Kunden beruhigt und das Faxgerät von 1996 neu startet. Und als wäre das nicht genug, sind ausgerechnet *jetzt* die Antibiotika wieder auf Tauchstation gegangen. Lieferengpass, das Unwort der Saison.

Doch trotz allem: Die Apotheken liefern. Auch wenn’s schneit, stürmt oder jemand fragt, ob „Globuli“ gegen die Schwiegermutter helfen. Man muss sie einfach lieben, diese stillen Helden des Weihnachtsfestes.

Also: Schauen Sie mal wieder in Ihre Hausapotheke. Wenn Sie dort nur ein abgelaufenes Thermometer, drei Traubenzucker und ein verirrtes Kondom finden – wird’s Zeit. Noch ist Gelegenheit zum Auffüllen. Und falls nicht: Dann wissen Sie ja jetzt, wo die „Medikamenten-Elfen“ über die Feiertage Wache schieben.

In diesem Sinne: Frohes Fest, gute Besserung – und möge Ihre Notdienst-Apotheke nicht am anderen Ende von Langenfeld liegen!

Freitag, 19. Dezember 2025

19.12.2025: Gelbe Säcke und dicke Luft – Hilden hat den Müll an der Backe

Es gibt Dinge, die gehören einfach nicht zusammen. Zum Beispiel Champagner und Fischstäbchen. Oder Wochenmarkt-Flair und gammelige Gelbe Säcke. Doch mitten in Hilden, zwischen Mittelstraße und Nove-Mesto-Platz, ergibt sich derzeit ein ganz besonderes Duftarrangement: eine großzügige Portion Müll mit einer feinen Note von Bürgerfrust. Bon appétit!

Da liegt er nun, der Müllberg, stolz und voluminös, wie ein Mahnmal kommunaler Trägheit. Halit Isik, Schlüsseldoktor und Schuhretter mit Ladenblick auf den Schandhaufen, ist – wenig überraschend – nicht entzückt. Verständlich. Wer möchte schon beim Schuheabholen neben einem Beutel Plastikverpackungen stehen, der seit sieben Tagen mehr Lebenserfahrung hat als so mancher Joghurt?

Und täglich grüßt der Gelbe Sack: Die Müllbeutel haben sich längst zu einer inoffiziellen Stadtinstallation gemausert. Touristen könnten sie glatt für moderne Kunst halten – Titel: „Zivilisationskritik mit Maisdose“. Nur leider kommt der Kunstbetrieb nicht zur Finissage, sondern zur biologischen Reifung. Und spätestens wenn sich das erste Bio-Aroma aus den Säcken befreit, wird’s auch für den letzten Kunden ungemütlich.

Die Händler vor Ort schlagen inzwischen die Hände über dem Kopf zusammen – teils vor Entsetzen, teils zum Schutz gegen den Geruch. Der Unmut wächst, die Geduld schrumpft. Und das Vertrauen in die Müllabfuhr? Liegt wohl irgendwo unter dem gelben Berg begraben.

Zuständig für die Entsorgung? Ja, das wäre jetzt die Frage, nicht wahr? Zwischen Stadt, Entsorger und vielleicht dem lieben Gott hin und her geschoben, scheint aktuell niemand so richtig Lust zu haben, dem Gelben Elend den Garaus zu machen. Und während sich die Verantwortlichen noch durch Paragraphen und Zuständigkeiten hangeln, wächst der Müll weiter – fast wie eine Adventsüberraschung: Jeden Tag ein neuer Sack!

Vielleicht wäre es an der Zeit, eine neue Attraktion in Hilden zu eröffnen: den „Trash-Walk“ durch die Altstadt. Mit olfaktorischer Begleitung, multimedialem Erlebnis (Knistertüten und Windspiel-Effekt bei Windstärke 3) und pädagogischem Mehrwert („Und das, Kinder, ist die Folge von Bummel-Abfuhr“).

Bleibt zu hoffen, dass die Müllabfuhr demnächst mal wieder in Bewegung kommt – bevor sich die Gelben Säcke in der Mittelstraße häuslich einrichten, Wahlplakate aufhängen und zur Kommunalwahl antreten. Ihr Slogan stünde schon fest: „Wir bleiben liegen!“

Donnerstag, 18. Dezember 2025

18.12.2025: Geldregen mit Nebenwirkungen: Wie Hilden im Dezember das große Haushaltswunderland entdeckt

Liebe Hildenerinnen und Hildener, wer dachte, Weihnachten bringt nur Geschenke für die Kinder, der irrt gewaltig. Auch die Stadtverwaltung hat ihren Wunschzettel abgegeben – und hofft auf satte 2,25 Millionen Euro Extrataler aus dem städtischen Sparstrumpf. Nur dass der Wunschzettel hier „überplanmäßige Mittelbereitstellung“ heißt und das Christkind in diesem Fall die Gewerbesteuerzahler sind.

Was ist passiert? Nun, Hilden ist teuer geworden – und das nicht, weil die Verwaltung plötzlich auf Goldstühlen sitzt oder ihre Bürostühle durch Massagesessel ersetzt hat. Nein, Schuld ist wie immer der ganz normale Wahnsinn des Verwaltungsalltags: höhere Tariferhöhungen als gedacht, mehr Krankenkassenbeiträge und eine Runde „Überraschung!“-Beihilfen, die so manchem Finanzplaner das letzte Resthaar ausfallen lassen.

Ursprünglich hatte man ganz brav mit einer Lohnerhöhung von 2,25 % kalkuliert – so viel Optimismus hätte fast für einen Preis verdient. Doch dann kam die Realität mit 3,0 % dahergewackelt, zwinkerte frech und ließ die Personalkosten kurzerhand um eine halbe Million Euro tanzen. Die gute Nachricht: Die Mitarbeiter*innen freuen sich über mehr Geld. Die schlechte: Der Haushaltsplan freut sich eher weniger.

Und weil es noch nicht reicht, haben auch die Sozialabgaben ihre Spendierhosen angezogen. Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen kletterten nach oben, ganz ohne vorher höflich anzufragen. Als wäre das nicht genug, trudelten auch noch Rechnungen für medizinische Behandlungen ein, die den Preis eines Mittelklassewagens übersteigen – pro Fall, versteht sich. Kein Wunder, dass die Beihilfekasse jetzt hustet.

Ach ja, und dann ist da noch die Rheinische Versorgungskasse, die kurz nach Jahresbeginn ganz locker meinte: „Übrigens, wir hätten da noch ein paar Nachforderungen.“ Leider war der Haushaltsplan da schon in trockenen Tüchern, was in Verwaltungssprache etwa bedeutet: „Mist.“

Nun also die Lösung: mehr Geld. Genauer gesagt 2,25 Millionen Euro zusätzlich. Woher das kommen soll? Natürlich von den Unternehmen in Hilden, die hoffentlich ganz viele Weihnachtsgeschenke verkaufen und dadurch ordentlich Gewerbesteuer abwerfen. Ein Plan mit Risiken, aber immerhin besser als „Kuchenverkauf im Rathausfoyer“.

Am Ende entscheidet der Stadtrat, ob die Extrawünsche genehmigt werden. Und falls nicht, könnte es bald heißen: „Liebe Bürger, bringt bitte eure eigenen Stühle mit – das Heizöl sparen wir uns auch gleich.“

In diesem Sinne: Frohes Schaffen, liebe Verwaltung! Und frohes Hoffen, liebe Hildener*innen – auf stabile Einnahmen, gesunde Mitarbeitende und Haushaltsplanungen, die vielleicht im nächsten Jahr weniger nach Improvisationstheater aussehen.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

17.12.2025: Weihnachten in Hilden – Wenn auch die Mülltonnen Ferien machen

Die besinnlichste Zeit des Jahres ist in Hilden nicht nur ein Fest für Christbaumkugeln und Lebkuchenherzen, sondern auch der Moment, in dem die Stadtverwaltung kollektiv den Dienststempel gegen den Plätzchenausstecher tauscht. Zwischen dem 24. Dezember 2025 und dem 4. Januar 2026 bleibt das Rathaus nämlich dicht – inklusive Bürgerbüro. Wer also noch schnell einen neuen Personalausweis braucht, sollte sich beeilen – sonst wird das nix mit dem Winterurlaub auf den Bahamas. Außer man reist mit dem abgelaufenen Ausweis und der Hoffnung, dass das Christkind ein Auge zudrückt.

Nur das Standesamt zeigt am 29. Dezember tapfere Einsatzbereitschaft – allerdings ausschließlich für traurige Anlässe. Der Rest der Verwaltung gönnt sich eine wohlverdiente Pause vom Papierkrieg.

Doch keine Sorge: In Hilden kommt trotzdem Bewegung in die Sache. Vor allem bei den Mülltonnen, die vor lauter Feiertags-Hin-und-Her schon fast einen eigenen Tanz aufführen. Die blaue Tonne ist so motiviert, dass sie sich gleich *vor* Weihnachten abholen lässt – am 19.12., also gut eine Woche zu früh. Die Biotonnen wiederum feiern die Feiertage gestaffelt: Bezirk A am 22., Bezirk B am 23., Bezirk C am 24.12. Ein logistisches Weihnachtswunder, das vermutlich selbst den Weihnachtsmann neidisch macht.

Der Wertstoffhof öffnet ebenfalls in unregelmäßigem Takt seine Pforten. Hier darf man am 27.12. sogar ein kleines Highlight erleben: das *Schadstoffmobil* kommt vorbei – ganz ohne Rentierschlitten, dafür aber mit dem gewissen Giftmüll-Charme. Zwischen dem 24. und 26. Dezember sowie an Silvester und Neujahr ist allerdings auch hier Zapfenstreich.

Wer seinen Weihnachtsbaum loswerden möchte, darf ihn noch ein wenig bewundern – die Tannenbaumabfuhr beginnt erst in der zweiten Kalenderwoche des neuen Jahres. Bis dahin wird er zum stillen Mitbewohner mit Hang zur Nadelstreuung.

Auch die kulturellen Institutionen gönnen sich ein Päuschen. Die Musikschule bleibt stumm bis zum 7. Januar (2026, wohlgemerkt – wer 2025 im Kalender stehen hat, sollte dringend das Jahr überprüfen). Archiv und Bibliothek sind ebenfalls geschlossen, wobei Letztere immerhin dafür sorgt, dass ausgeliehene Bücher nicht panisch durch den Kamin zurückgeworfen werden müssen – die Leihfristen wurden verlängert. Puh.

Und für alle, die sich zwischen den Jahren doch nach ein bisschen Bildung sehnen: Das Museum öffnet am 26.12. seine Türen – vermutlich auch, um den Daheimgebliebenen eine Alternative zu Oma Ernas „Dinner for One“-Marathon zu bieten.

Kurz gesagt: In Hilden ist zum Jahreswechsel fast alles im Ruhemodus. Bis auf die Mülltonnen, die haben offensichtlich ein eigenes Feiertagsprogramm. Und wer unbedingt kommunale Nähe sucht, kann sich ja beim Schadstoffmobil ein bisschen Smalltalk abholen. Oder den Kalender für 2026 durchforsten – da fängt der Spaß nämlich wieder von vorne an.

Dienstag, 16. Dezember 2025

16.12.2025: Volkshochschule Hilden/Haan: Wenn Bildung zum neuen Popkonzert wird

Was haben Taylor Swift, die Toten Hosen und die VHS Hilden/Haan gemeinsam? Nein, es ist nicht die neue gemeinsame Tournee (obwohl „VHS Unplugged“ sicher ein Hit wäre). Es ist der Run auf die Tickets – pardon, Kursplätze. Während Teenager um Konzertkarten kämpfen, stürzen sich wissensdurstige Erwachsene auf das neue VHS-Programm, als gäbe es darin eine Einführung in den Bau von Zeitmaschinen, um verpasste Semester nachzuholen.

Am Montag, dem 15. Dezember, hieß es in Hilden und Haan: „Auf die Plätze, fertig, Bildung!“ Der Startschuss für das VHS-Semester 2026 ist gefallen, und schon jetzt zeichnet sich ab: Die Kurse gehen weg wie warme Semmeln – frisch, begehrt und schneller ausverkauft als der Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt bei Minustemperaturen.

VHS-Chef Martin Kurth hat sich offenbar geschworen, die Grenzen zwischen Weiterbildung und Freizeitspaß endgültig zu verwischen. Kreative Zugänge lautet das Zauberwort – und das gilt sowohl für die altbewährten Lieblinge im Programm als auch für die frischen Neuzugänge, die mit der stillen Bescheidenheit eines Überraschungseis daherkommen, aber das Bildungsäquivalent zu „drei Sachen auf einmal“ bieten: Lernen, Lachen und Lebenssinn.

Ob Yoga auf Schwedisch, Excel mit emotionalem Support oder „Französisch für den nächsten Urlaub in der Bretagne, aber diesmal richtig“ – das neue Semester verspricht erneut eine bunte Mischung aus pragmatischem Know-how, kultureller Horizonterweiterung und der leisen Hoffnung, im Kursraum endlich mal wieder einen funktionierenden Beamer zu sehen.

Zugegeben, die VHS hat keine Pyrotechnik, keine Tourbusse und keine Fan-Shirts (noch nicht!), aber dafür bietet sie ein echtes Gemeinschaftserlebnis ohne VIP-Bereich: Alle sitzen auf denselben Klappstühlen, teilen denselben Kaffee aus der Thermoskanne und haben dasselbe Ziel – schlauer herausgehen, als man hereingekommen ist. Und das, liebe Leute, ist in Zeiten von Clickbait und Katzenvideos schon fast revolutionär.

Also: Wer noch hofft, sich spontan für „Italienisch für Fortgeschrittene mit Espresso-Intensivphase“ anzumelden, sollte besser schnell sein. Denn in Hilden und Haan gilt jetzt offenbar: Bildung ist das neue Rock’n’Roll – und die VHS das lokale Woodstock der Erwachsenenbildung.

Sonntag, 14. Dezember 2025

14.12.2025: Stille Nacht? Nicht in Hilden! Das Black Pub ruft zum kollektiven Heiligabend-Rudelsingen

Während andernorts an Heiligabend die letzte Kerze angezündet, der Kartoffelsalat angerichtet und das letzte Geschenk in wildem Panikmodus eingepackt wird, bebt in Hilden traditionell schon ab dem späten Nachmittag die Richrather Straße. Der Grund? Nein, kein verirrter Rentierschlitten mit GPS-Problem – sondern das legendäre Weihnachtssingen vorm Black Pub. Und legendär ist hier nicht übertrieben. Seit 35 Jahren wird hier aus voller Kehle geschmettert, was das Fest hergibt – von „Oh du fröhliche“ bis zu dem einen Song, den alle mitsingen, obwohl keiner die zweite Strophe kennt.

Das Black Pub, eine ehrwürdige Institution seit 1969 (damals war Rudolph noch ein unauffälliger Jung-Rentier), wurde im Jahr 2000 von Uwe Müller und Guido Breitenbach übernommen – und spätestens seitdem ist der Heilige Abend in Hilden ein feuchtfröhliches Gemeinschaftserlebnis mit Gänsehautgarantie. Guido organisiert das Ganze mittlerweile mit einer Art unerschütterlichem Weihnachts-Elan, den sonst nur Menschen zeigen, die sich freiwillig in der Fußgängerzone als Nikolaus verkleiden.

Bis zu 2000 Menschen kommen inzwischen jedes Jahr, um sich vor dem Pub in einen glühweingestärkten Chor der Herzen zu verwandeln. Und das alles ohne Eintritt, ohne Casting, ohne DSDS-Jury – nur mit Stimme, Schal und bestenfalls einem gewissen Textgefühl. Wer braucht schon stille Nächte, wenn man laute, fröhliche und leicht angeschickerte haben kann?

Das Schönste an der Sache ist aber: Hier zählt nicht, wie gut man singen kann, sondern dass man überhaupt singt. In Hilden wird der Gemeinschaftsgeist eben nicht nur im Adventskalender gesucht, sondern mit Schal, Mütze und Glühwein gefeiert. Und wenn dann irgendwann die Menge gemeinsam „Last Christmas“ anstimmt (ja, es muss sein), dann weiß man: Weihnachten ist da. Und Hilden sowieso schon längst in Festtagslaune.

Also: Wer Heiligabend noch nichts vorhat außer einer vagen Beziehung zu Kartoffelsalat und familiärem Pflichtprogramm – auf nach Hilden! Das Black Pub wartet. Mit Musik. Mit Herz. Und mit mindestens 2000 neuen besten Freunden.

Mittwoch, 10. Dezember 2025

10.12.2025: Frostschutz für die Gebühren: Hilden trotzt dem Preisschock

In einer Welt, in der selbst die Luft bald Gebühren kostet (zumindest wenn man sie klimatisiert einatmen will), sorgt Hilden für eine unerwartet warme Brise im eisigen Wind der Preissteigerungen: Die Stadtverwaltung hat beschlossen, dass Straßenreinigung, Winterdienst und Abfallgebühren 2026 nicht – man höre und staune – *nicht* teurer werden sollen. Einige Gebühren sinken sogar. Das ist in etwa so, als würde der Weihnachtsmann im Juli vorbeischauen und sagen: „Ho ho ho, das bleibt alles beim Alten!“

Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine Revolution, sondern eher um ein kommunalpolitisches Weihnachtsmärchen in Excel-Form. Aber hey, in Zeiten von galoppierenden Preisen für alles von Hafermilch bis Heizöl ist selbst eine Gebührensenkung um 0,01 Euro eine Schlagzeile wert. In Hilden darf man sich künftig über einen Cent weniger bei der Straßenreinigung freuen – pro Frontmeter versteht sich. Bei genügend Straßenfront vielleicht der Beginn einer Solvenz-Offensive! Oder zumindest ein Grund, sich nicht mehr ganz so betrogen zu fühlen, wenn der Kehrwagen wieder mal nur im zweiten Gang durchrollt.

Auch beim Winterdienst zeigt sich Hilden großzügig: Ganze 23 Cent günstiger wird’s – ein sattes Minus von 20 Prozent! Zugegeben, die Kosten für Personal sind gestiegen wie der Blutdruck beim Blick auf die Stromrechnung, aber dank eines gescheiterten Streumittel-Experiments (wahrscheinlich etwas zwischen Glitzerstaub und Feenpulver) konnte man ordentlich sparen. Man stelle sich das Gespräch im Rathaus vor: „Chef, das neue Mittel wirkt nicht.“ – „Super! Dann sparen wir uns das einfach und senken die Gebühren!“

Bei den Müllgebühren wird’s ein bisschen komplexer. Biomüll bleibt stabil, weil zwar alles teurer wurde, aber das Tonnenvolumen irgendwie magisch gleich blieb – vermutlich weil in Hilden niemand plötzlich anfängt, exzessiv Kompost zu produzieren. Der Restmüll hingegen wird leicht teurer, um 0,08 Euro pro Liter. Das ist ärgerlich, aber wenn man bedenkt, dass in anderen Städten die Gebühren explodieren, bleibt es in Hilden eher ein kleiner Auffahrunfall auf der Kostenautobahn.

Das wirklich Faszinierende: Während überall sonst Gebühren galoppieren wie die Pferde bei „Bauer sucht Frau“, bleibt Hilden standhaft wie ein Schneepflug im Gegenwind. Vielleicht liegt’s an der cleveren Flottenpolitik – neuere Fahrzeuge, weniger Ersatzteile, weniger Werkstattstunden. Vielleicht auch daran, dass Hildener Verwaltungsexperten nachts heimlich Excel-Tabellen träumen. Oder einfach daran, dass Hilden seine Bürger nicht jeden Dezember mit einem Gebühren-Glühwein abfüllen will.

Fazit: Während andernorts der Müll teurer wird, das Salz auf den Straßen Gold wert ist und man für jede Straßenreinigung fast eine kleine Dankeskarte schreiben müsste, zeigt Hilden, dass es auch anders geht. Nicht perfekt, nicht kostenlos, aber immerhin ein kleines kommunales Wunder. Wer hätte gedacht, dass man sich einmal über stabile Gebühren so freuen würde? Willkommen in Deutschland 2026.

Montag, 8. Dezember 2025

8.12.2025: Kennzeichen-Kabarett in Hilden: Wenn Kameras zählen lernen

Willkommen im Zeitalter des „smarten Pendlerparkens“! Hilden, unsere beschauliche Stadt mit Charme, hat sich jetzt endgültig dem digitalen Fortschritt ergeben – und dabei gleich mal angefangen, Autokennzeichen zu zählen. Nicht etwa aus Langeweile oder weil die Stadtverwaltung ein geheimes Hobby fürs Nummernspiel entwickelt hat. Nein, in Hilden wird jetzt geparkt mit Kameraüberwachung. Aber ganz entspannt – ohne Strafe, ohne Big Brother, nur mit einem kleinen Schuss Science-Fiction-Flair für den Bahnfahrer von heute.

Zwei P&R-Parkplätze, zwei Kamerasysteme, null Euro Parkgebühren – klingt erstmal wie ein Schnäppchen. Die neue Technik erfasst Nummernschilder, wenn Autos kommen und gehen, „aber ohne Speicherung“ – versichert die Stadt. Das klingt ein bisschen wie: „Wir schauen dir in die Augen, aber wir merken uns dein Gesicht nicht, versprochen.“ Stattdessen erkennt das System einfach nur, dass da gerade ein Auto hereinfährt, nicht, dass es gerade Tante Erna in ihrem roten Fiat Panda ist. Beruhigend, oder?

Peter Stuhlträger (ja, der heißt wirklich so, kein satirischer Kunstgriff), erklärt das Ganze mit stoischer Gelassenheit: Die Kameras erkennen Autos und zählen sie. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist wie früher der Schülerlotse, nur ohne Warnweste und Pfeife – und mit WLAN. Dank dieser neuen Zählkunst wissen die Stadt Hilden und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) jetzt in Echtzeit, wie viele freie Parkplätze noch da sind. Diese Informationen landen dann in der VRR-App, damit der Pendler morgens mit halb geschlossenen Augen und Kaffeebecher in der Hand schon weiß: „Yes, noch ein Platz für mich!“

Natürlich betont die Stadt bei jeder Gelegenheit: Datenschutz ist safe. Kein Mensch liest mit, kein Algorithmus schickt dein Kennzeichen an die NSA, und auch dein Auto bekommt keine Parkbewertungs-Sternchen. Es geht nur ums Zählen. Rein. Raus. Zack. Digitales Einparken für Fortgeschrittene.

Und das Beste: Das Parken bleibt kostenlos. Das ist fast so überraschend wie ein Lottogewinn ohne Los. In Zeiten, in denen man gefühlt schon fürs Atmen an der Ampel bezahlen muss, sind 213 Stellplätze am Lindenplatz und 148 an der Otto-Hahn-Straße ein wahres Geschenk des digitalen Himmels – mit Kamera, aber ohne Kasse.

Fazit: Hilden fährt jetzt auf Smart Parking ab. Kameras statt Kontrolleure, Nummern statt Nerven, und Apps statt Parkplatzsuche mit Bauchgefühl. Und während wir uns noch fragen, ob unser Auto gerade gezählt wurde, rollt Hilden langsam, aber sicher in die Zukunft. Ein Parkplatz nach dem anderen.

Sonntag, 7. Dezember 2025

7.12.2025: Hilden steht, der Verkehr ruht – Ein Drama in mehreren Akten

Es gibt Dinge im Leben, die sind einfach da. Der Kaffee ist morgens bitter, die Steuererklärung kommt immer zu früh – und in Hilden gibt’s Stau. Aber seit die A59 in Richtung Leverkusen gesperrt ist, hat Hilden den nächsten Schritt auf dem Weg zur verkehrstechnischen Erleuchtung gemacht: Willkommen im Zen der Vollsperrung. Oder wie man im Rheinland sagt: *Et kütt wie et staut.*

Seit Mitte Oktober läuft der große Straßensanierungs-Exorzismus auf rund zwölf Kilometern zwischen Düsseldorf-Süd und Monheim. Asphalt wird abgefräst, Brücken bekommen ein Lifting, Entwässerung wird entmodernisiert, alles kommt auf Stand 2050. Eigentlich toll. Wenn es nur nicht die kleine Nebenwirkung gäbe, dass täglich gefühlt ganz NRW durch Hilden muss, weil die Umleitungen offenbar von einem Kobold mit Google Maps 2010 entworfen wurden.

Autofahrer:innen berichten inzwischen von traumatischen Pendel-Erlebnissen: "40 Minuten von Elberfeld nach Hilden" – und das war noch ein guter Tag. Der Klassiker: Man fährt um 17 Uhr los, ist um 18 Uhr 20 auf der Hälfte der Strecke, hat aber dafür inzwischen den Namen und das Lieblingsradioformat des LKW-Fahrers nebenan gelernt. Man kennt sich, man grüßt sich. Verkehrsinfarkt als soziales Experiment.

Die Stadt Hilden hat immerhin reagiert – mit Behelfsampeln. Leider kann man diese Hightech-Wunderwerke nur vor Ort manuell verstellen. Online-Steuerung? Zukunftsmusik. Ein Dezernent träumte sogar öffentlich von Fernwartung. Wahrscheinlich träumt er auch von fliegenden Autos, Einhörnern und einer autofreien Berliner Straße. Immerhin: Die Ampeln kosten die Stadt nix. Man hat ja sonst keine Sorgen.

Doch der eigentliche Witz – oder eher: die bittere Pointe – liegt in der Baustellen-Kaskade. Denn wer denkt: „Mehr Stau geht nicht“, der kennt die Hildener Baustellenplanung noch nicht. Als wäre die A59 nicht genug, wurde an der Grünstraße noch schnell das Stromnetz aufgegraben. Der Effekt: Nord-Süd-Verbindungen durch Hilden? Viel Glück. Eine Leserin fragt empört, wie man in dieser „katastrophalen“ Lage überhaupt noch eine zusätzliche Baustelle eröffnen könne. Die Stadt antwortet sinngemäß: „Jo, wir wollten ja warten, aber wir mussten halt doch buddeln.“ Klingt nach dem Motto: Wenn schon Chaos, dann richtig.

Zwischen all dem Schilder-Wahnsinn, den offline blinkenden Ampeln und dem rhythmischen Wummern von Asphaltfräsen bleibt vor allem eines: die Hoffnung. Hoffnung darauf, dass irgendwann der Sommer 2026 kommt, die A59 in Richtung Leverkusen wieder befahrbar ist – und wir alle ein bisschen weiser, ein bisschen geduldiger und definitiv besser im Podcast-Hören sind. Wobei: Dann wird ja die andere Seite gesperrt. Richtung Düsseldorf. Ach was soll's. Dann lernen wir halt auch noch die LKW-Fahrer in die Gegenrichtung kennen. Man muss das Positive sehen. Oder wie man in Hilden mittlerweile sagt: „Stau ist, was du draus machst.“

Samstag, 6. Dezember 2025

6.12.2025: Frohe Botschaft aus der Steckdose: Hilden spart Strom – und Gas gleich mit

In Hilden ist die Vorfreude auf den Februar 2026 plötzlich nicht mehr nur dem Karneval oder den verkaufsoffenen Sonntagen geschuldet – nein, dieses Mal kommt die gute Laune direkt aus der Steckdose und der Heizungsanlage! Die Stadtwerke Hilden haben beschlossen, ihre Kundinnen und Kunden mit einer frohen Botschaft zu beglücken, die klingt wie ein Weihnachtswunder auf der Energierechnung: Strom und Gas werden günstiger. Und das nicht nur symbolisch um zwei Cent und ein Lächeln, sondern um satte sieben Prozent – je nach Tarif und Verbrauch natürlich. Aber hey, wir nehmen, was wir kriegen können!

Vertriebsleiter Stephan Horn strahlt vermutlich heller als der Tannenbaum im Hildener Rathaus und verkündet stolz, dass es gelungen sei, Einkaufsvorteile am Energiemarkt zu erzielen. Wahrscheinlich hat da jemand beim Strom-Shopping richtig clever verhandelt, nach dem Motto: „Drei Gigawattstunden zum Preis von zweien, und den Netzbetreiber-Rabatt bitte gleich mit.“ Das Ergebnis: Ein Haushalt mit durchschnittlichem Stromverbrauch spart 87 Euro im Jahr. Das ist fast ein Wochenende Streetfood-Festival – mit Nachtisch!

Aber auch die Gas-Kundschaft darf sich auf mildere Zeiten freuen – zumindest beim Blick auf die Abrechnung. Zwar steigen die CO₂-Kosten und die Netzentgelte klettern auch munter mit, weil irgendwer in Berlin beschlossen hat, dass Gasleitungen jetzt plötzlich „transformiert“ werden müssen (was auch immer das genau heißt – wahrscheinlich Yoga für Rohre). Trotzdem, unterm Strich bleibt’s günstiger. Rund 88 Euro Ersparnis für den Durchschnittsverbraucher. Ein echter Lichtblick, wenn man bedenkt, dass sich die Gasspeicherumlage einfach sang- und klanglos verabschiedet. Man fragt sich, ob sie wenigstens einen Abschiedskeks dagelassen hat.

Und weil gute Nachrichten zurzeit so selten sind wie ein freier Parkplatz vor dem Supermarkt am Samstag, ist diese Ankündigung fast schon revolutionär. Es passiert ja nicht oft, dass man einen Brief von den Stadtwerken bekommt, bei dem man nicht sofort mit Schnappatmung auf den Kontostand starrt. Stattdessen: Freude, Erleichterung, vielleicht sogar ein kleiner Freudentanz in der Küche – sofern dort noch jemand tanzen kann, nachdem er mit Gas geheizt und Strom gespart hat.

Hilden zeigt also: Es geht auch anders. Zwischen Mittelaltermarkt und Markt-Vibes zeigt die Stadt, dass auch in Zeiten von CO₂-Quoten, Energiekrisen und politischem Strom-Wirrwarr noch Platz ist für ein bisschen Kundenzufriedenheit. Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass im März auch das WLAN günstiger wird. Aber das wäre vermutlich zu viel des Guten.

Bis dahin: Licht an, Heizung auf Stufe 3 – und mit breitem Grinsen die Februar-Rechnung abwarten.

Freitag, 5. Dezember 2025

5.12.2025: Sonntag ist Markttag – und manchmal auch Mittelalter

Hilden, diese charmante Stadt zwischen Düsseldorf und dem Rest der Welt, lässt sich für 2026 nicht lumpen: Die Innenstadt wird gleich vier Mal sonntags geöffnet, dazu gibt’s Märkte, Feste, Streetfood-Orgien – und als Sahnehäubchen ein Mittelaltermarkt, bei dem garantiert mehr Schwerter als Smartphones gezückt werden.

Der Stadtmarketing-Ausschuss bekommt nun ein Unterhaltungs-Bündel vorgelegt, das klingt, als hätte man eine Kirmes, ein Weinfest und eine Kleinkunstmesse in den Mixer geworfen – und obendrauf noch ein Ritterturnier aus dem 13. Jahrhundert gestreut. Klingt absurd? Willkommen in Hilden 2026.

Die verkaufsoffenen Sonntage, ein regelmäßig wiederkehrender Quell der Ekstase für Einzelhandel und ein ebenso verlässlicher Nervknoten für Kirchen und Gewerkschaften, sind wie folgt geplant: Mai, September, Oktober, November. Die Innenstadt wird zur Shopping-Zone deluxe erklärt – allerdings bitte nicht am 3. Mai zwischen 10 Uhr und 12.30 Uhr. Da ist Erstkommunion. Da soll nicht geshoppt, sondern gebetet werden. Verständlich. Zwischen Segnung und Sonderangebot darf es ja keinen Interessenskonflikt geben.

Während die IHK, die Handwerkskammer und der Handelsverband euphorisch die Einkaufstüten schwenken und von „Lebendigkeit im Zentrum“ sprechen, holt Verdi erneut die große Sonntagsschutz-Keule raus. Keine Prognose zu Besucherzahlen, keine echte Rechtfertigung – das übliche Spiel: „Wenn die Leute nur wegen des Weinfests kommen und dann zufällig Socken kaufen, ist das kein Grund für Sonntagsarbeit!“ Ein nachvollziehbarer Einwand – aber wer jemals mit einem Federweißen in der Hand an einem Stand mit Glitzer-Gürteln vorbeigeschlendert ist, weiß: Konsum passiert oft aus Versehen.

Highlight des Jahres dürfte allerdings der Mittelaltermarkt Ende Februar werden. Zwei Tage lang verwandelt sich der Alte Markt in eine Kulisse für Gaukler, Mägde und Möchtegern-Wikinger. Man darf gespannt sein, ob die Kundschaft im Kettenhemd kommt oder ob Ritter Kunibert sich beim Streetfood-Festival im August mit veganen Tacos den Magen verdirbt. Aber hey – Hilden steht für Vielfalt. Und für Mut zu ungewöhnlichen Konzepten.

Der städtische Festkalender ist jedenfalls so prall gefüllt, dass man fast den Eindruck bekommt, die Innenstadt mache nur noch für das Finanzamt Pause. Ostereiersuche, Stoffmarkt, Künstlermarkt, „Hilden tanzt“, Musik für die Urlaubskasse, Markt Vibes – kurz: Wer 2026 nicht mindestens einmal versehentlich in ein Fest gerät, wohnt vermutlich in einem Bunker.

Und falls doch mal ein Wochenende ohne Event auftaucht? Keine Sorge. Dann kommt bestimmt die nächste Idee: vielleicht ein barocker Poetry Slam oder der erste Hildener Drohnen-Lichtermarkt auf dem Marktplatz. Oder ein verkaufsoffener Montag – für die ganz Mutigen.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

4.12.2025: Solingen, Seitenstreifen und die große Hoffnung auf Asphaltwunder

Wer in NRW lebt und jemals das Wagnis eingegangen ist, sich mit einem Fahrzeug über die A3 zu bewegen, kennt das Gefühl: Man rollt – und zwar langsam, millimeterweise, am Rande der Verzweiflung. Neben einem: eine Armada von LKWs, die aussehen, als hätten sie sich dort zu einem internationalen Fernfahrer-Stammtisch verabredet. Und direkt daneben? Ein Seitenstreifen, so leer und unberührt wie ein Spa-Bereich am Montagmorgen. Jetzt soll das anders werden – zumindest wenn es nach der Bergischen Industrie- und Handelskammer geht.

Die IHK hat nämlich die Faxen dicke. Genug diskutiert, jetzt soll der Seitenstreifen ran! Die Idee: Wenn der Seitenstreifen freigegeben wird, kann man sich vielleicht den großen (und bei Umweltschützern eher ungeliebten) Ausbau der A3 mit acht Fahrstreifen sparen. Clever gedacht – warum ausbauen, wenn man den unbenutzten Rand schon hat? Die Wirtschaft jubiliert, die LKWs könnten sich endlich wie echte VIPs fühlen, wenn sie auf der Überholspur des ehemaligen Rettungswegs cruisen dürfen.

Dabei geht es der IHK aber nicht nur um den Stau. Nein, das ist Teil eines größeren Plans, in dem auch das Industriegebiet Scheuren eine Hauptrolle spielt. Die Firmen dort hängen aktuell am Tropf der Bonner Straße und der sogenannten „Vieh“, was ein bisschen klingt wie eine Ausfahrt aus einem Grimmschen Märchen. Ein besserer Anschluss soll her – und zwar bitte mit Vollgas. Denn ohne flotten Zugang zum Fernstraßennetz macht so ein Industriegebiet ungefähr so viel Spaß wie ein WLAN-freier Coworking-Space.

Doch zurück zur A3. Der Seitenstreifen ist längst kein Neuling in der Verkehrsdebatte. Schon seit Jahren wird über ihn gesprochen, als wäre er ein vergessener Promi aus den 80ern, der endlich sein Comeback feiern soll. Und siehe da – laut IHK gibt es sogar ein Gutachten (vermutlich dicker als die Bibel), das die Freigabe befürwortet. Jetzt ist das Verkehrsministerium gefragt. Also... in Autobahntempo, versteht sich.

Das eigentliche Sahnehäubchen aber ist der visionäre Gedanke: Wenn sich der Seitenstreifen als temporäre Lösung bewährt, könnte man sich vielleicht den gigantischen Ausbau sparen. Also keine Rodung der Ohligser Heide, keine Dauerbaustelle bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, kein Autobahn-Gigantismus mit acht Spuren, sondern einfach: „Mach den Seitenstreifen frei und gut is’!“

Aber klar, ganz ohne Drama geht’s auch hier nicht. Die sogenannte „große Lösung“, also der direkte Anschluss der Viehbachtalstraße an die A3, wurde nach jahrelangem Hin- und Her-Debattieren nun offiziell zu Grabe getragen. IHK-Geschäftsführer Wängler sagt: „Macht keinen Sinn mehr.“ Damit reiht sich dieses Infrastrukturprojekt ein in die lange Liste der Dinge, über die in Solingen sehr lange geredet, aber nie gebaut wurde – direkt neben der Teleportationsstrecke von Ohligs nach Wald und dem U-Bahn-Anschluss für den Weihnachtsmarkt auf Schloss Burg.

Was bleibt also? Ein Plan, eine Hoffnung und ein Seitenstreifen, der endlich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden soll. Ob das klappt? Schwer zu sagen. Aber eins ist sicher: Wenn in Deutschland mal etwas schnell gehen soll, ist es vermutlich der Seitenstreifen, der die letzte Chance auf zügigen Fortschritt darstellt. Und wenn nicht: Dann stehen wir halt weiter – Stoßstange an Stoßstange – und träumen davon, dass eines Tages irgendwo in einem Ministerium jemand den Stift zückt und einfach mal „Freigabe Seitenstreifen – ab sofort“ unterschreibt.

Bis dahin heißt es: Fenster runter, Podcast an und tief durchatmen. Willkommen auf der A3!

Mittwoch, 3. Dezember 2025

3.12.2025: Hausarzt gone, Baby: Hildener und Langenfelder dürfen jetzt nach Mettmann pilgern

Die Zeiten, in denen man in Langenfeld oder Ratingen am Wochenende einfach mal eben zur Notdienstpraxis schlurfen konnte, sind vorbei – denn ab dem 1. Dezember wird die medizinische Versorgung im Kreis Mettmann neu gemischt. Oder, wie es sich für den rheinischen Pragmatismus gehört: *Et hätt noch emmer joot jejange – nur halt nicht mehr vor Ort.*

Die KV Nordrhein hat die Standorte in Langenfeld und Ratingen dichtgemacht. Der Grund? In Ratingen wurde das Krankenhaus schon 2024 ins Nirvana geschickt – seitdem operierte man dort eher zwischen Kaffeeküche und Kopiergerät. Und in Langenfeld? Da steht zum Jahreswechsel die Ambulanz vor dem Aus. Ohne Krankenhaus keine KVNO-Praxis – so einfach ist das. Denn offenbar gilt: Nur wer ein Krankenhaus in der Nähe hat, darf auch ein Pflaster auf die Stirn kleben.

Aber keine Sorge, liebe Hildener: Ihr dürft euch jetzt auf einen kleinen Roadtrip ins idyllische Mettmann freuen. Dort wartet die neue Portalpraxis am Evangelischen Krankenhaus auf euch – geöffnet von „da geht noch was“ bis „eigentlich wollte ich schon im Bett sein“. Wer das Navi nicht bedienen kann, wird vielleicht auch irgendwann direkt in die angeschlossene Notaufnahme durchgereicht. Immerhin praktisch: KVNO und Klinik unter einem Dach, da spart man sich das nervige Weitergereichtwerden. Nur den Parkplatz muss man wahrscheinlich trotzdem suchen wie die berühmte Nadel im Stau.

In Velbert wurde parallel auch kräftig renoviert – dort ist nun ebenfalls eine Praxis am Start, sogar mit kinderärztlichem Angebot. Also Eltern: Wenn euer Nachwuchs pünktlich am Samstagabend Fieber bekommt (was er statistisch gesehen immer tut), dann heißt es: rein ins Auto, los nach Velbert, Podcasts an und hoffen, dass das Navi kein Eigenleben entwickelt.

Doch das Beste kommt noch: Videosprechstunden! Ja, richtig gehört. In einer Mischung aus „Dr. House“ und Zoom-Meeting könnt ihr euch jetzt auch digital behandeln lassen. Kamera an, Zunge raus, Screenshot fertig. Und wenn’s gut läuft, gibt’s sogar ein eRezept – ganz ohne das berüchtigte Wartezimmerbingo.

Die KVNO hat das Ganze natürlich gründlich analysieren lassen – vom Zentralinstitut für irgendwas mit Versorgung. Ergebnis: Weniger Fahrerei für den Rettungsdienst, weniger Menschen, die versehentlich mit dem eingeklemmten kleinen Zeh im CT landen, mehr Struktur, weniger Chaos. Klingt gut, ist aber trotzdem irgendwie blöd, wenn man in Langenfeld wohnt und sich fragt, warum man für ein bisschen Halsschmerzen bald einen Thermobecher und ein Navigationssystem braucht.

Aber hey, immerhin bleibt die 116 117 bestehen. Da kann man dann weiter Hausbesuche buchen – also, wenn man bettlägerig ist. Für alle anderen gilt: warm anziehen, Auto volltanken und hoffen, dass Mettmann nicht auch irgendwann sagt: „Wir machen jetzt digital-only. Bitte laden Sie sich die Gesundheitsversorgung als App herunter.“

In diesem Sinne: Bleibt gesund – oder fahrt’s halt aus.

Dienstag, 2. Dezember 2025

2.12.2025: Hilden klingelt durch: Wie ein Mann die Warteschleife erfand und wir alle drin hängen blieben

Es gibt Dinge im Leben, die sind so alltäglich, dass man kaum darüber nachdenkt – bis man in ihnen festsitzt. Zum Beispiel: die Telefon-Warteschleife. Ein auditives Fegefeuer zwischen Hoffnung und Resignation, zwischen „Bitte bleiben Sie dran“ und „Ich raste gleich aus“. Und wie sich nun herausstellt: Dieses wundersame Zwischenreich wurde nicht etwa in Silicon Valley oder Tokio erdacht – sondern in Hilden. Ja, richtig gelesen. Zwischen Düsseldorfer Altbier und Haans Trödelmarkt liegt die Wiege der Wartemusik.

Der Schuldige? Wolfgang Beyer. Wer sich jetzt ein innovatives Technik-Genie im Silicon-Vibes-Anzug vorstellt, liegt... halb daneben. Der Mann kam aus Thüringen, war Werbekaufmann, und sein erstes akustisches Imperium gründete er mit Kassettendurchsagen für Supermärkte. „Dingdong. Heute im Angebot: Jagdwurst im Kilopack.“ – Das war quasi der Spotify-Algorithmus der 70er, nur handgemacht, mit viel Liebe und noch mehr Tonband. Das Tonstudio: irgendwo zwischen Wohnzimmer und Käsetheke.

Doch dann kam der Einzelhandel auf die revolutionäre Idee, keine Durchsagen mehr zu wollen. Plötzlich war Funkstille – auch im Geldbeutel. Was also tun mit all dem Durchsagen-Know-how? Während andere in die Midlife-Crisis schlitterten, machte Beyer einen Abstecher in die USA, lauschte dort einem leisen Klingklang in einer Telefonleitung – und hatte eine Erleuchtung: Warum die Stille beim Warten nicht einfach mit Musik füllen? Oder mit einer Ansage? Oder mit Ronan Keating?

Zack, zurück in Deutschland, Kassettenrekorder an die Telefonanlage angeschlossen, zum nächstbesten Großkonzern (Nixdorf!) marschiert – und dort den wahrscheinlich ersten Pitch für Warteschleifen gehalten. Der Rest ist Geschichte, oder wie es bei Beyertone heißt: *Musiphone*. Ein Gerät, ein Gattungsbegriff, ein Ohrwurm in Dauerschleife.

Von Versicherungen bis Zirkus Krone, vom VfL Bochum bis zur US-Army: Alle wollten plötzlich eine Warteschleife – *mit* Musik, *mit* Ansage, *mit* Stil. Und wenn man schon warten muss, dann wenigstens mit einem Soundtrack. Was früher „Bitte haben Sie einen Moment Geduld“ war, wurde irgendwann zur akustischen Selbstinszenierung. Manche Firmen investierten Millionen in Imagekampagnen – aber ließen ihre Kunden dann mit Waldhorn und Flöte im Telefonsumpf zurück. Tja.

Das Unternehmen Beyertone gibt’s übrigens immer noch – wenn auch geschrumpft auf drei Mitarbeiter, aber mit ungebrochener Leidenschaft für das, was zwischen Klingeln und Gespräch passiert. Heute produzieren sie auch Browserlösungen, Wartemusik nach Jahreszeit und Zielgruppe und offenbar auch individuelle Soundinszenierungen für Leute mit Geschmack. Apropos: Entertainer Jörg Knör ließ sich einst Papst und Boris Becker simultan in die Leitung legen – wenn das kein Anruf mit Mehrwert war.

Wolfgang Beyer, der Daniel Düsentrieb der wartenden Welt, ist längst verstorben. Aber sein Sohn Hendrik führt das Werk weiter – und weiß, dass es beim Warten auf den Punkt ankommt. Nicht zu lang, nicht zu öde, nicht zu „Was ist das für ein komischer Jingle?!“. Man will schließlich nicht beim Zahnarzt anrufen und sich fühlen wie im Fahrstuhl eines 90er-Jahre-Hotels.

Und wer glaubt, Warteschleifen seien ein Relikt der Vergangenheit, der hat noch nie bei seiner Krankenkasse angerufen. Oder bei der Bank. Oder beim Techniksupport. Solange Menschen telefonieren und Systeme überlastet sind, bleibt uns dieses akustische Zwischenparadies erhalten – in all seiner Melancholie, Frustration und manchmal auch unfreiwilligen Komik.

Also, das nächste Mal, wenn Sie in der Leitung hängen, denken Sie daran: Irgendwo in Hilden hat jemand genau das geplant. Und vielleicht läuft im Hintergrund ja gerade *Cotton Eye Joe* – für den perfekten Sprung ins Gespräch.

Montag, 1. Dezember 2025

1.12.2025: Hilden kauft, Haan trödelt – der Einzelhandel macht den Adventstanz

Kaum hat der erste Advent einmal durchgeklingelt, geraten die Innenstädte in Hilden und Haan in den Zustand kollektiver Kaufbereitschaft: Der eine packt die Kreditkarte aus, die andere Omas Silberbesteck, um es auf dem Trödelmarkt unters Volk zu bringen. So unterschiedlich die Wege, so einig das Ziel: Konsum in Reinkultur – mit Zimtduft in der Nase und Glühwein im Herzen.

In Hilden war’s am verkaufsoffenen Sonntag so voll, dass man sich entweder durch die Fußgängerzone schieben ließ oder – je nach Körpergröße – als menschliches Navi dienen musste. In Haan wiederum wurde getrödelt, was die Dachböden hergaben. Zwischen Tupperware mit historischem MHD und Keramikigeln aus der Steinzeit fanden auch manche Schnäppchenjäger ihr persönliches Weihnachtswunder.

Der Einzelhandelsverband kommentiert das Ganze mit einem verhaltenen: „Joa, läuft... so halb.“ Die Kassen klingelten zwar, aber so richtig in Wallung kommt das Weihnachtsgeschäft wohl erst, wenn die Black-Friday-Schnäppchenjäger ihre Preisvergleichstabellen wieder eingepackt haben. Denn obwohl viele offenbar schon ihr frisch überwiesenes Gehalt am Wochenende in Weihnachtsgeschenke umgemünzt haben, bleibt der Handel nur mäßig begeistert. Zu viele Klicks auf Rabattseiten, zu wenige Kunden in den Läden. Aber hey – die Stimmung sei gut, und das zählt im Advent schließlich fast mehr als der Umsatz. Fast.

Besonders gut liefen übrigens Elektronikartikel – offenbar braucht der moderne Mensch in der besinnlichen Zeit nichts dringender als eine neue Soundbar, um „Last Christmas“ in Dolby Atmos hören zu können. Auch Haushaltsgeräte gingen weg wie warme Waffeln – vermutlich, weil irgendjemand in der Familie immer noch keinen funktionierenden Toaster hat. Die Modebranche freut sich über warme Jacken und die Vorfreude auf Festtagslooks – irgendwo muss das Glitzerkleid ja hin, auch wenn’s dieses Jahr wieder nur bis zum Raclette-Tisch geht.

Spannend wird’s, wenn man den Blick in die Zukunft wagt: Der Einzelhandel setzt zunehmend auf den sogenannten „hybriden Verkauf“. Heißt übersetzt: online bestellen, offline abholen. Oder wie man früher sagte: „Kann ich das zurücklegen lassen?“ Das funktioniert jetzt nur mit WLAN und Passwort, macht aber denselben Menschen glücklich.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Wenn’s draußen kalt wird, wärmt man sich in Hilden beim Schaufensterbummel und in Haan beim Trödelschnack. Und irgendwo in der Mitte freut sich der Einzelhandel, dass die Menschen überhaupt noch rausgehen – auch wenn sie am Ende dann doch online bestellen. Advent eben – zwischen Glühwein, Gedränge und gesunder Gewinnerwartung.