Ich gebe zu: Wenn Hilden, Langenfeld und Monheim gemeinsam etwas planen, werde ich neugierig. Schließlich pflegt jede Stadt gerne ihre eigene Identität. Jetzt soll ausgerechnet bei Strom, Gas und Wasser enger zusammengerückt werden. Die Stadtwerke Hilden und Langenfeld, die Monheimer Mega und das Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim wollen eine gemeinsame Dienstleistungsgesellschaft gründen.
Bevor jetzt jemand befürchtet, dass demnächst auf der Rechnung „Stadtwerke Hilden-Langenfeld-Monheim-irgendwas GmbH“ steht: Die einzelnen Unternehmen sollen eigenständig bleiben, ihre Marken behalten und weiterhin vor Ort für ihre Kunden da sein. Auch Netze und Anlagen bleiben bei den jeweiligen Stadtwerken. Gemeinsam erledigt werden sollen vor allem Aufgaben im Hintergrund – vom Netzbetrieb und Messwesen bis zu Abrechnung und Energiedatenmanagement. Dinge also, die enorm wichtig sind, bei denen aber vermutlich nur wenige Hildener morgens beim Frühstück sagen: „Ich hoffe, unser Energiedatenmanagement ist heute gut aufgestellt.“
Die Idee ist nachvollziehbar: Warum sollen mehrere kommunale Unternehmen bestimmte Aufgaben jeweils allein erledigen, wenn sie gemeinsam größere Teams bilden, Wissen bündeln und Kosten sparen können? Oder weniger betriebswirtschaftlich formuliert: Nicht jeder muss sein eigenes Süppchen kochen, wenn am Ende ohnehin alle zuverlässig Strom, Gas und Wasser liefern wollen.
Für die Beschäftigten gibt es eine wichtige Zusage: Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen sein. Gleichzeitig soll nicht von heute auf morgen alles vereinheitlicht werden. Unterschiedliche IT-Systeme und Arbeitsweisen müssen erst zusammengebracht werden. Wer schon einmal versucht hat, zwei Computerprogramme miteinander reden zu lassen, ahnt, dass vier kommunale Unternehmen vermutlich nicht morgens um 8 Uhr auf „Synchronisieren“ klicken und um 8.15 Uhr fertig sind.
In Langenfeld hat der Haupt- und Finanzausschuss bereits einstimmig zugestimmt. In Hilden soll das Thema voraussichtlich am 23. September im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen behandelt werden, bevor am 30. September der Stadtrat entscheidet. Wir Hildener müssen uns also noch etwas gedulden, bevor klar ist, wie unsere Stadt sich positioniert.
Mir gefällt die Idee grundsätzlich. Kommunale Eigenständigkeit muss nicht bedeuten, dass jede Stadt im Hintergrund alles allein erledigt. Gerade Energieversorgung und Netze werden komplizierter und anspruchsvoller. Wenn Zusammenarbeit hilft, Wissen zu bündeln und Kosten vernünftig zu verteilen, spricht einiges dafür. Spannend wird ohnehin erst die Praxis, wenn unterschiedliche Systeme, Zuständigkeiten und gewachsene Arbeitsweisen tatsächlich zusammenfinden müssen.
Hilden, Langenfeld und Monheim ziehen also nicht zusammen.
Aber vielleicht teilen sie sich künftig den Werkzeugkeller.
Dienstag, 15. September 2026
15.9.2026: Gemeinsam unter Strom – oder: Wenn Hilden plötzlich mit den Nachbarn zusammenarbeitet
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