Ich fahre regelmäßig durch die Hofstraße. Im Haus Hildener Künstler war ich trotzdem viel zu selten. Vielleicht sollte ich das ändern, denn ab dem 19. September gibt es dort ein „Update“ – und ausnahmsweise muss dafür weder eine App heruntergeladen noch ein Passwort zurückgesetzt werden.
Karin Machan und Hildegard Skirde zeigen nach drei Jahren wieder gemeinsam ihre neuesten Arbeiten. Der Titel: „Update 26“. Vom 19. bis 27. September treffen dabei zwei ziemlich unterschiedliche künstlerische Handschriften aufeinander. Hildegard Skirde arbeitet vor allem abstrakt: kräftige Pinselstriche, sensible Strukturen und bewusst komponierte Farbflächen. Karin Machan findet ihre Motive dagegen häufig in scheinbar alltäglichen Dingen, wobei Natur und Landschaft eine besondere Rolle spielen. Gerade dieser Gegensatz macht die Ausstellung interessant: Die eine löst Wirklichkeit auf, die andere entdeckt im Vertrauten etwas Neues.
Und vielleicht passt genau das ziemlich gut zu Hilden. Wir diskutieren hier gerne über Tempo 30, Parkplätze, Baustellen und zu breite Leuchtreklamen. Da kann es durchaus guttun, zwischendurch einmal über Farben, Formen und Landschaften nachzudenken. Wobei ich mir sicher bin: Würde ein abstraktes Gemälde lange genug in der Mittelstraße hängen, hätten wir irgendwann auch dazu eine Ausschusssitzung.
Zur Vernissage am Samstag, 19. September, um 16 Uhr gibt es nicht nur Bilder. Singer-Songwriter Leander Machan stellt drei neue Lieder vor, eröffnet wird die Ausstellung von der Künstlerkollegin Kirsten Graf. Geöffnet ist anschließend donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zum Abschluss am 27. September um 12 Uhr gibt es noch eine Konzertlesung mit Tanja Kreiskott, Karola Pasquay und Klaus Harm als Hommage an Rainer Maria Rilke.
Ich mag solche kleinen Kulturorte in Hilden. Nicht jedes Ereignis braucht eine große Bühne auf dem Alten Markt oder ein komplettes Wochenende in der Innenstadt. Manchmal reichen ein Haus in der Hofstraße, zwei Künstlerinnen, ein paar neue Bilder und die Gelegenheit, sich auf etwas einzulassen, das nicht sofort erklärt werden muss.
Und „Update 26“ ist vielleicht auch ein ganz guter Hinweis für uns selbst: Ab und zu lohnt es sich, die gewohnte Hildener Perspektive zu aktualisieren.
Keine neue Verkehrsführung, kein zusätzliches Schild und kein Streit um Parkplätze – nur Kunst. Das ist für Hilden doch auch mal ein schönes Update.
Samstag, 19. September 2026
19.9.2026: Kunst bekommt ein Update – oder: Hilden kann auch abstrakt
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