Samstag, 17. Oktober 2026

17.10.2026: Vier Wochen ohne S1 – oder: Hilden steigt mal wieder in den Bus

Wer von Hilden nach Düsseldorf will, sollte demnächst vielleicht über ein Fahrrad, ein Pferd oder einen längeren Urlaub nachdenken. Die A59 ist dicht, die S6 fährt nicht und jetzt verabschiedet sich auch noch die S1 für vier Wochen. Ich frage mich langsam, ob Düsseldorf überhaupt noch erreicht werden soll oder ob man uns Hildener einfach davon abhalten möchte, die Stadt zu verlassen. Immerhin bleibt der Schienenersatzverkehr. Der heißt vermutlich nur deshalb noch so, weil „Dauerzustand“ im Fahrplan nicht besonders gut aussieht.

Vom 30. Oktober um 21 Uhr bis zum 27. November um 5 Uhr fahren zwischen Düsseldorf und Solingen weder die S1 noch der RE47. Grund sind Gleisarbeiten zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Düsseldorf-Eller sowie der Ausbau für den Rhein-Ruhr-Express. Das ist sicherlich notwendig. Nur hilft diese Erkenntnis den Pendlern wenig, die morgens pünktlich zur Arbeit müssen. Für die S1 fahren Ersatzbusse mit allen Halten, für den RE47 Schnellbusse ohne Zwischenstopp zwischen Düsseldorf und Solingen. Nachts gibt es zusätzliche Schnellbusse mit Halt in Hilden.

Besonders ärgerlich finde ich das Timing. Die S6 zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf fällt ebenfalls noch bis Anfang Dezember aus. Und seit Anfang Oktober ist auch die A59 Richtung Düsseldorf gesperrt. Wer aus Hilden in die Landeshauptstadt möchte, kann sich also aussuchen, auf welcher Umleitung er seine Geduld trainiert. Bahn und Autobahn gleichzeitig lahmzulegen, ist jedenfalls keine besonders überzeugende Werbung für die Mobilitätswende.

Dabei ist die nächste Sperrung bereits angekündigt: Vom 4. bis 12. Dezember wird erneut gebaut. Und auch für 2027 und 2028 stehen längere Unterbrechungen im Kalender. Besonders bitter für Fahrgäste des RE47: Die Linie war erst im Juli nach drei Jahren Ersatzverkehr zurückgekehrt. Viel Zeit, sich wieder an einen richtigen Zug zu gewöhnen, blieb also nicht.

Natürlich müssen Gleise erneuert und Strecken modernisiert werden. Dagegen habe ich überhaupt nichts. Aber bei der Häufung der Sperrungen darf man schon fragen, ob die verschiedenen Bauvorhaben ausreichend aufeinander abgestimmt werden. Für Pendler zählt schließlich nicht, welche Behörde oder welcher Betreiber gerade zuständig ist. Sie wollen einfach zuverlässig ankommen.

In Hilden braucht man für die Fahrt nach Düsseldorf inzwischen weniger einen Fahrplan als einen Bauzeitenkalender. Und wer morgens tatsächlich pünktlich ankommt, hat sich eigentlich schon eine kleine Urkunde verdient.

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