Samstag, 22. November 2025

22.11.2025: Grüner wird’s nicht – Hilden entschärft den Vabali-Knoten

Hilden. Ein Ort, wo Wellness auf Verkehrsstress trifft und Fahrräder öfter fliegen als Reifen rollen: die Kreuzung Westring/Schalbruch, liebevoll „Vabali-Kreuzung“ genannt, weil sie in Sichtweite des gleichnamigen Spas liegt, wird jetzt endlich entschärft. Und das wurde auch Zeit. Denn was bisher wie ein Slalom zwischen Wellnessbesuchern, Radfahrern, geparkten SUVs und der Hoffnung auf eine grüne Ampel aussah, soll nun zu einer verkehrlichen Wohlfühloase werden – ganz im Sinne des benachbarten Dampfbads.

Drei Unfälle mit leicht verletzten Radfahrern im Jahr 2023 – da kann man fast von einer sportlichen Disziplin sprechen, wären da nicht Helmpflicht und Versicherung. Die Stadt Hilden hat nun erkannt, dass Radfahren keine Extremsportart sein sollte, zumindest nicht an dieser Kreuzung. Der zuständige Beigeordnete Peter Stuhlträger (ja, der Name ist echt) stellte die Pläne im Ausschuss für technische Infrastruktur vor. Die Idee: Radfahrer sollen künftig markierte Spuren bekommen und dank einer speziellen Ampelschaltung einen kleinen „Vorsprung“ vor dem motorisierten Verkehr erhalten. Ob das ein Frühstart mit offizieller Genehmigung oder nur ein psychologischer Sicherheitsboost ist, bleibt offen – Hauptsache, es hilft.

Auch Fußgänger dürfen sich freuen: Die Querung südlich der Kreuzung wird näher an selbige herangerückt – offenbar in der Hoffnung, dass dann auch wirklich jemand drüber geht, anstatt sich wie bisher durch parkende Autos und spontane Verkehrsschilder durchzuschlagen. Eine Bedarfsampel wird’s auch geben – endlich mal eine Ampel, die sich nicht benimmt wie ein pubertierender Teenager („Mach ich vielleicht… irgendwann.“).

Aber die wahren Stars dieser Geschichte sind nicht Radler oder Fußgänger – sondern die Autos. Besser gesagt: ihre Parkplätze. Denn im Zuge der Maßnahme wird auch gleich die Parkfläche für das Vabali Spa und das Erholungsgebiet Elbsee erweitert. Warum? Weil Menschen offenbar glauben, dass „Wellness“ damit beginnt, ihren SUV in die letzte verfügbare Hecke zu quetschen. Die Stadt reagiert und schafft neuen Raum – also Parkraum, nicht Denkraum.

Kurz gesagt: In Hilden wird umgebaut. Weniger Unfälle, mehr Ordnung, und vielleicht ein kleines bisschen weniger Adrenalin auf dem Weg zur Massage. Bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzung nicht länger dauert als ein Aufenthalt im Ruhebereich des Vabali – und man sich hinterher nicht wieder denkt: „War das jetzt Erholung oder Verkehrserziehung?“

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