Donnerstag, 22. Oktober 2026

22.10.2026: Nebel über Hilden – oder: Wenn das Rathaus mal ordentlich Dampf macht

Wer am Freitag durch die Hildener Innenstadt läuft und plötzlich Rauch aus einem Gully aufsteigen sieht, muss nicht gleich an einen unterirdischen Vulkanausbruch denken. Auch die Hildener Kanalisation hat nicht beschlossen, neuerdings Spezialeffekte anzubieten. Es ist schlicht die Stadtverwaltung, die ausnahmsweise ganz offiziell Nebel produziert. Und das sogar mit Ankündigung.

Am 23. Oktober werden zwischen 7 und voraussichtlich 17 Uhr im Bereich Schwanenstraße und Marktstraße Kanal- und Hausanschlüsse untersucht. Falls sich die Leitungen nicht anders zuordnen lassen, kommt eine sogenannte Nebelprüfung zum Einsatz. Dabei wird gesundheitlich ungefährlicher künstlicher Nebel in die Kanalisation geleitet, um Fehlanschlüsse und undichte Stellen aufzuspüren.

Das klingt zunächst nach einer ziemlich originellen Methode, ist aber technisch durchaus sinnvoll. Der Nebel kann anschließend aus Gullys, Dachrinnen oder sogar aus trockenen Siphons in Gebäuden aufsteigen. Wer also plötzlich eine kleine Nebelmaschine im Badezimmer entdeckt, muss nicht sofort die Feuerwehr alarmieren, sofern sich die Erscheinung eindeutig den angekündigten Arbeiten zuordnen lässt. Die Einsatzkräfte sind ohnehin vorab informiert.

Hintergrund ist der geplante Neubau der Brücke an der Schwanenstraße über die Itter. Bevor dort gebaut werden kann, muss offenbar erst einmal geklärt werden, was unter der Erde eigentlich wohin führt. Das finde ich vernünftig. Lieber vorher die Leitungen untersuchen, als später beim Brückenbau unangenehme Überraschungen erleben.

Ein bisschen schmunzeln muss ich trotzdem. In Hilden wird schließlich häufig darüber diskutiert, warum bei Bauprojekten manches im Nebel liegt. Diesmal nutzt die Stadt den Nebel tatsächlich, um Klarheit zu schaffen. Das hat fast schon symbolischen Charakter.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Untersuchung reibungslos verläuft und die Planungen für die neue Brücke dadurch vorankommen. Denn funktionierende Infrastruktur ist mir deutlich wichtiger als spektakuläre Rauchzeichen aus der Kanalisation.

Und sollte am Freitag tatsächlich Nebel aus den Gullys steigen, wissen wir wenigstens eines: In Hilden gibt es endlich mal eine städtische Aktion, bei der ausdrücklich erwünscht ist, dass sich etwas in Luft auflöst.

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