Dienstag, 20. Oktober 2026

20.10.2026: Fünf Minuten Rot am Lindenplatz – oder: Hilden übt sich in Geduld

Wer morgens am Hildener Lindenplatz vor einer roten Ampel steht, kann neuerdings ganz entspannt den Wetterbericht lesen, seine Einkaufsliste schreiben oder schon mal überlegen, was es abends zu essen gibt. Denn die Ampel gönnt sich offenbar gelegentlich eine längere Auszeit. Mehr als fünf Minuten Rot – und zwar in alle Richtungen. Das muss man auch erst einmal schaffen.

Seit Anfang der Woche gibt es Probleme mit der Ampelschaltung. Besonders im morgendlichen Berufsverkehr macht sich die Störung bemerkbar. Autofahrer warten, obwohl niemand fahren darf. Eine bemerkenswert konsequente Form der Verkehrsberuhigung.

Die Stadt kennt das Problem seit Dienstag, dem 13. Oktober. Selbst beheben kann sie es allerdings nicht. Die zuständige Signalbaufirma wurde informiert und soll sich darum kümmern. Wann die Störung genau auftritt und wie häufig, kann die Verwaltung bislang nicht sagen.

Natürlich kann Technik kaputtgehen. Das passiert überall, und nicht jede defekte Ampel ist gleich ein kommunalpolitischer Skandal. Trotzdem frage ich mich, warum es offenbar so schwierig ist, eine Störung zu beseitigen, die ausgerechnet im Berufsverkehr für unnötige Wartezeiten sorgt. Zumal fünf Minuten Rot an einer Kreuzung nicht nur lästig sind, sondern irgendwann auch die Geduld der Verkehrsteilnehmer strapazieren.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Fachfirma das Problem schnell in den Griff bekommt. Denn Verkehrsampeln sollen den Verkehr regeln und nicht sämtliche Beteiligten gleichzeitig zum Stillstand bringen.

Vielleicht hat die Ampel am Lindenplatz aber auch einfach die Hildener Verkehrspolitik perfekt verstanden: Wenn ohnehin überall gebaut, gesperrt und umgeleitet wird, kann man den Rest auch gleich auf Rot stellen.

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