Dienstag, 22. September 2026

22.9.2026: Ferien ohne Langeweile – oder: Hilden beschäftigt den Nachwuchs

Wenn ich an Herbstferien denke, denke ich zuerst an zwei Wochen ohne Schule. Für Eltern beginnt an dieser Stelle allerdings häufig der anspruchsvollere Teil: Was machen wir eigentlich mit dem Nachwuchs? Hilden hat darauf in diesem Jahr eine ziemlich ausführliche Antwort. Malen, Programmieren, Kochen, Kürbisse schnitzen, Mario Kart, Koreanisch, Movie Park und Halloween – wer sich in diesen Ferien langweilt, muss sich schon ein bisschen Mühe geben.

Kreativ wird es bei der Kinder- und Jugendkunstschule KuKuK. Unter dem schönen Motto „Keine Angst vorm weißen Blatt“ können Kinder ab sieben Jahren vom 19. bis 23. Oktober im Wilhelm-Fabry-Museum malen und gestalten. In der zweiten Ferienwoche folgen ein Krimidinner und „Drachen und Fabeltiere“. Die fünftägigen Kurse kosten jeweils 85 Euro. Damit dürfte zumindest die klassische Ferienfrage „Was soll ich denn machen?“ für einige Stunden am Tag beantwortet sein.

Wer mit Pinsel und Farbe weniger anfangen kann, findet in der Stadtbibliothek das digitale Gegenprogramm. Dort können Neun- bis Zwölfjährige mit OctoStudio eigene Geschichten, Spiele oder kleine Apps entwickeln, etwas Ältere programmieren mit Scratch. Vorkenntnisse braucht es nicht, beide Angebote sind kostenlos. Dazu kommen Mario-Kart, Nintendo Switch und sogar Koreanisch für Grundschüler. Die Stadtbibliothek meiner Kindheit bestand vor allem aus Büchern und der freundlichen Aufforderung, leise zu sein. Heute wird programmiert, gezockt und Koreanisch gelernt. Irgendetwas haben wir damals offenbar verpasst.

Noch unkomplizierter geht es in den Jugendtreffs zu. Die Campus OT bietet für Acht- bis 13-Jährige unter anderem Kürbisschnitzen, Kochen, Kreativangebote und einen Überraschungsausflug. In der zweiten Woche folgen am Weidenweg Herbstbasteln, Filmabend und Halloweenparty. Die Angebote sind kostenlos und können ohne Anmeldung besucht werden. Im Area 51 gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene ebenfalls Kochen, Kürbisschnitzen, Film und Halloween – plus einen Ausflug in den Movie Park mit Anmeldung und 20 Euro Eigenanteil. Wer sich lieber bewegt, kann außerdem bei den „Bewegungseinsätzen“ am Weidenweg und am Area 51 vorbeischauen.

Und dann wäre da noch der talentCAMPus der VHS Hilden-Haan. Unter dem bemerkenswerten Titel „Märchenhafte Bilder mit Natur & blauem Wunder“ können Zehn- bis 14-Jährige fünf Tage lang kreativ arbeiten – kostenlos und jeweils von 10 bis 17 Uhr. Das ist nicht nur ein ordentliches Ferienprogramm, sondern dürfte bei manchen Eltern spontan ebenfalls für märchenhafte Gefühle sorgen.

Natürlich muss man bei einigen Angeboten rechtzeitig planen. Kurse haben Altersgrenzen, manche kosten Geld und teilweise ist eine Anmeldung erforderlich. Die Stadt hat deshalb Termine, Preise und Anmeldemöglichkeiten auf ihrer Ferienseite gebündelt. Ein kurzer Blick vorab dürfte sinnvoller sein, als am ersten Ferientag mit erwartungsvollem Kind vor einer bereits ausgebuchten Tür zu stehen.

Was mir an dem Programm gefällt, ist die Mischung. Nicht jedes Kind möchte basteln, nicht jeder Jugendliche programmieren und nicht jeder verbringt seine Ferien freiwillig mit Bewegung. Deshalb gibt es Kunst genauso wie Gaming, Kochen genauso wie Ausflüge und feste Workshops genauso wie offene Treffs. Ferienprogramm muss schließlich nicht bedeuten, Kinder zwei Wochen lang von einem pädagogisch wertvollen Termin zum nächsten zu chauffieren.

Und falls trotz all dieser Möglichkeiten irgendwann doch der berühmte Satz fällt: „Mir ist langweilig“, können Hildener Eltern diesmal ziemlich entspannt reagieren.

Denn an fehlenden Angeboten liegt es in diesen Herbstferien nun wirklich nicht.

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