Montag, 21. September 2026

21.9.2026: Jetzt wird der Kürbis bunt – oder: Hilden malt den Herbst an

Ich mag den Hildener Wochenmarkt. Ein bisschen schauen, ein bisschen kaufen, irgendwo jemanden treffen – und meistens nimmt man mehr mit nach Hause, als ursprünglich geplant. Am 10. Oktober könnte noch etwas dazukommen: ein bunt bemalter Kürbis. Denn von 10 bis 13 Uhr dürfen Kinder und Jugendliche auf dem Wochenmarkt zu Pinseln und Acrylfarben greifen.

Und nein, diesmal geht es ausnahmsweise nicht darum, den Kürbis möglichst gruselig auszuhöhlen. Halloween ist schließlich noch ein paar Wochen entfernt. Statt Messer und Teelicht gibt es Farbe und Fantasie. Unter Anleitung von Dorothee Wengenroth, Kunstpädagogin am Wilhelm-Fabry-Museum und an der Kinder- und Jugendkunstschule KuKuK, sollen aus gewöhnlichen Kürbissen kleine Kunstwerke werden.

Eigentlich eine ziemlich schöne Idee. Während die Erwachsenen zwischen Kartoffeln, Käse, Blumen und der Frage unterwegs sind, ob man wirklich noch etwas braucht, können die Kinder den Herbst etwas bunter machen. Und vermutlich werden am Ende einige Eltern mit einem Kürbis nach Hause gehen, der selbstverständlich einen Ehrenplatz bekommen muss. Wegwerfen nach der Saison? Schwierig. Das Kind hat ihn schließlich selbst bemalt. So beginnt möglicherweise die Weihnachtsdekoration 2026 mit einem orangefarbenen Kunstwerk vom Hildener Wochenmarkt.

Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings sind die Plätze begrenzt und eine vorherige Anmeldung über die Stadt erforderlich. Das sollte man nicht überlesen. Einfach mit Kind, Pinsel und der Erwartung auf einen freien Kürbisplatz aufzutauchen, könnte sonst enttäuschend enden.

Nebenbei läuft natürlich auch der normale Wochenmarkt weiter. Von 7 bis 13.30 Uhr bieten die Händler ihre Waren an, passend zur Jahreszeit mit zusätzlichen Herbstangeboten. Man kann den Nachwuchs also kreativ beschäftigen und anschließend noch die Einkäufe erledigen – wobei ich nicht ausschließen würde, dass der bemalte Kürbis am Ende wichtiger ist als alles, was ursprünglich auf dem Einkaufszettel stand.

Ich mag solche Aktionen gerade deshalb, weil sie nicht größer gemacht werden, als sie sind. Kein Festival, keine Großveranstaltung, kein kompliziertes Programm. Ein Samstagvormittag auf dem Wochenmarkt, ein paar Kürbisse, Farbe und Kinder, die daraus machen dürfen, was ihnen einfällt. Manchmal braucht eine Innenstadt genau solche kleinen Ideen.

Und vielleicht entdecken wir dabei sogar eine völlig neue Hildener Kunstform. Schließlich diskutieren wir sonst ausdauernd über Schilder, Fassaden, Straßenmarkierungen und die richtige Gestaltung des öffentlichen Raums. Diesmal dürfen einfach die Kinder gestalten.

Und sollte ein Kürbis am Ende besonders wild aussehen, gilt immerhin: Dafür braucht es weder eine Baugenehmigung noch einen Ausschussbeschluss.

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