Freitag, 23. Oktober 2026

23.10.2026: Itterfest in Hilden – oder: Viel Herz, volle Teller und immer weniger Vereine

Wenn in Hilden das Itterfest beginnt, bin ich zuverlässig in meinem Element. Mittelstraße voller Menschen, Musik auf dem Alten Markt, Autoscooter auf dem Nove-Mesto-Platz und der Duft von Reibekuchen in der Luft. Ich liebe dieses Gewusel. Für mich gehört das Itterfest zu Hilden wie die Itter selbst. Nur eines macht mir zunehmend Sorgen: Unser Stadtfest wird voller Buden, aber offenbar ärmer an Hildener Beteiligung.

Vom 23. bis 26. Oktober steigt die 42. Auflage mit rund 60 Ausstellern. Neben den üblichen Leckereien gibt es diesmal brasilianisches Fingerfood und Nudeln aus dem Käselaib. Dazu kommen Kirmes, Musik, Trödelmarkt und am Sonntag ein verkaufsoffener Nachmittag. Ich freue mich darauf, auch wenn ich nach einem Rundgang vermutlich wieder mehr gegessen als ursprünglich geplant habe.

Aber mal ehrlich: Ein Stadtfest ist für mich mehr als eine Gelegenheit, Geld auszugeben. Natürlich gehören Verkaufsstände, Fahrgeschäfte und Gastronomie dazu. Doch das Besondere am Itterfest waren immer auch die Hildener Vereine, die sich präsentieren, miteinander ins Gespräch kommen und zeigen, was unsere Stadt jenseits der Einkaufsstraße ausmacht.

Genau dort wird es dünner. Organisatorin Katrin Schmitz berichtet, dass immer weniger Vereine mitmachen. Nicht unbedingt, weil sie keine Lust hätten, sondern weil Menschen fehlen, die einen Stand betreuen. Selbst ein Kita-Förderverein hätte gerne teilgenommen, fand aber offenbar nicht genügend Helfer. Das ist schade und sollte uns zu denken geben.

Ich möchte da gar nicht bequem vom Spielfeldrand aus über fehlendes Ehrenamt schimpfen. Wer schon einmal ein Vereinsfest organisiert hat, weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt. Und wer sich das ganze Jahr engagiert, muss nicht auch noch ein komplettes Oktoberwochenende opfern. Umso wichtiger finde ich Schmitz' Angebot, auch kürzere Einsätze zu ermöglichen.

Trotzdem wünsche ich mir, dass wir Hildener unsere eigenen Vereine wieder stärker auf solchen Festen sehen. Denn wenn irgendwann nur noch professionelle Anbieter übrig bleiben, haben wir zwar immer noch eine gut besuchte Festmeile, aber ein Stück Stadtgemeinschaft verloren.

Ich werde das Itterfest selbstverständlich besuchen, Bekannte treffen, etwas Leckeres essen und wahrscheinlich wieder länger bleiben als geplant. Die Fanbrille sitzt also fest. Aber gerade weil mir dieses Fest am Herzen liegt, möchte ich nicht, dass sein ursprünglicher Charakter schleichend verschwindet.

Nudeln aus dem Käselaib sind eine schöne Neuerung. Aber das eigentliche Herz des Itterfestes kommt nicht aus dem Käselaib, sondern aus Hilden. Und das sollten wir bei aller Freude über volle Teller und volle Kassen nicht vergessen.

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