Sonntag, 25. Januar 2026

25.1.2026: Hilden – was leuchtet später? Der Claim ist weg, der Ärger bleibt

Hilden – was liegt näher? Na ja, inzwischen wohl eher: Hilden – was lag da mal? Denn wer zuletzt durch die Mittelstraße geschlendert ist und hoffte, vom stadtbekannten Leuchtspruch begrüßt zu werden, wird enttäuscht weitergeschlendert sein. Die legendären Leuchtbuchstaben, einst stolzes Aushängeschild unserer Shopping-Oase, sind – Achtung Wortspiel – ausgeknipst und abgehängt worden. Der eine Schriftzug ging bereits 2023 in die ewigen Dunkelkammern ein, nun folgte ihm der letzte seiner Art. Hilden ohne Claim – das ist wie Düsseldorf ohne Altbier. Oder wie Solingen ohne Messer. Irgendwie… funktionslos.

Was ist passiert? Nun, die Geschichte beginnt mit einem Klassiker aus dem deutschen Behörden-Kabarett: Verantwortlichkeiten wurden verlagert, Budgets beschnitten, Zuständigkeiten verschwommen wie das Licht der letzten funktionierenden Glühbirne. Die Stadtmarketing GmbH wurde ins Citymanagement eingemeindet, und plötzlich waren die schönen Worte auf einmal nur noch... Worte. Dabei hatte der Stadtmarketing-Verein um Bastian Mey schon den Schraubenzieher in der Hand! Er wollte die Schriftzüge retten, reparieren, wieder aufhängen – aus eigener Tasche! Aber die Stadt? Zog die Notbremse, wahrscheinlich am Stromkabel. „Zu teuer“, hieß es, „nicht mehr zeitgemäß“. Vermutlich hätte man den Satz auch in Comic Sans auf einem iPad vorschlagen müssen, dann wäre es durchgewunken worden.

Man fragt sich: Was bitte ist nicht mehr zeitgemäß daran, als Stadt zu sagen „Hey, kommt vorbei, wir sind direkt um die Ecke und wir haben Schaufenster, die nicht nur online sind!“? Aber gut, Marketing in Zeiten von Haushaltskonsolidierung ist eben wie Werbung für Diät-Cola in der Wüste – man weiß, es braucht es, aber keiner will dafür zahlen.

Jetzt ruhen die einst leuchtenden Lettern im Keller von Bastian Mey, wahrscheinlich zwischen Weihnachtsdeko und alten Wahlplakaten. Dort warten sie auf ihre Auferstehung – oder wenigstens auf den 4. März 2026, wenn im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vielleicht noch einmal jemand den Lichtschalter sucht.

Bis dahin bleibt uns nur, nostalgisch zurückzublicken und zu hoffen, dass „Hilden – was liegt näher“ nicht ersetzt wird durch „Hilden – war da mal was?“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen