Donnerstag, 24. September 2026

24.9.2026: Hilden hat sich bewegt – oder: 1.600-mal runter vom Sofa

Ich gebe zu: Wenn ich im Sommer durch Hilden fahre und irgendwo im Park Menschen auf Matten liegen, denke ich nicht automatisch an Sport. Manchmal sieht es eher nach sehr organisiertem Entspannen aus. Aber Yoga zählt natürlich, genauso wie Qi Gong, Boule, Rückenschule, Bodyweight-Training und After-Work-Fitness. Zwölf Wochen lang hat sich Hilden bei „Sport im Park“ bewegt – und offenbar ziemlich gerne.

Mehr als 1.600 Teilnahmen wurden bei insgesamt 71 kostenlosen Angeboten gezählt. Im vergangenen Jahr waren es 1.526. Das klingt zunächst nach einer dieser Zahlen, die Verwaltungen gerne in Pressemitteilungen schreiben. Aber dahinter steckt eine einfache und ziemlich erfreuliche Erkenntnis: Wenn Sport unkompliziert, kostenlos und direkt vor der Haustür angeboten wird, machen die Leute mit.

Rund 1.300 Teilnahmen entfielen auf die regelmäßigen Kurse, weitere 300 auf Aktionen für Kinder und Jugendliche wie Fahrradparcours und DFB-Fußball-Abzeichen. Besonders gefällt mir die Bandbreite. Der eine versucht beim Yoga herauszufinden, ob die eigenen Knie tatsächlich noch für diese Position vorgesehen sind, der nächste spielt Boule und wieder andere trainieren für das Deutsche Sportabzeichen. Hilden bewegt sich – jeder nach seinen Möglichkeiten.

Das Schöne an „Sport im Park“ ist für mich gerade das Unkomplizierte. Kein langfristiger Vertrag, keine Aufnahmegebühr, kein neues Sportoutfit, das nach drei Wochen im Schrank verschwindet. Man geht hin und macht mit. Und wer feststellt, dass Bodyweight-Training doch anstrengender ist, als der harmlose Name vermuten lässt, kann beim nächsten Mal vielleicht Boule ausprobieren.

Dass das funktioniert, liegt natürlich auch an den Vereinen und Anbietern, die das Programm tragen. Sportmühle Hilden, Hilden Sport, Boule-Club Fanny Hilden, Fuel for Move, Stadtsportverband, Core-Fit, Sportvereinigung 05/06 und SV Hilden-Ost waren unter anderem beteiligt. Stadtwerke Hilden und Bergische Krankenkasse unterstützten die Reihe. Ohne solche Partner bleiben aus 71 Angeboten schnell deutlich weniger.

2027 soll „Sport im Park“ deshalb weitergehen. Bis dahin muss Hilden übrigens nicht vollständig zurück aufs Sofa. Von November bis Februar gibt es unter anderem den Open Sunday und „Laufen unter Flutlicht“. Gerade Letzteres klingt nach einem Angebot für Menschen, die im Winter morgens im Dunkeln zur Arbeit fahren und abends im Dunkeln zurückkommen – und zwischendurch offenbar trotzdem noch freiwillig laufen wollen. Respekt.

Mir gefällt an der ganzen Sache vor allem, dass hier einmal niemand lange erklären muss, warum etwas schwierig ist. Keine Baustelle, keine Parkplatzdiskussion, kein neues Verkehrsschild und keine jahrelange Planung. Matte hinlegen, Sportschuhe anziehen und anfangen.

Vielleicht ist das die einfachste Hildener Erfolgsformel überhaupt: kostenlos, draußen und möglichst ohne Ausschusssitzung vorher.

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